Zitat von Milly85: Man nimmt doch erstmal IRGENDEINEN Job, um wieder auf die Beine zu kommen?
Vor Einführung der Agenda 2010 wurde ein Jahr lang Arbeitslosengeld gewährt, um eben das nicht tun zu müssen - unabhängig von bestehendem Vermögen und sonstigen Einkommensquellen. Erst dann ging es in die Arbeitslosenhilfe, wo letzteres dann berücksichtigt wurde. Eigentlich war das nämlich mal eine Versicherung, die u.a. dazu diente, die Position des Arbeitnehmers gegenüber dem potentiell stärkeren Arbeitgeber auf dem Markt zu stärken.
Allerdings war unser Sozialsystem damals noch nicht auf massenhafte Einwanderung von Antragstellern ausgelegt.
So ändern sich die Zeiten - und mit ihnen auch die Denke...
Zitat von Versagerin37: Ich bin Pressesprecherin aus Leidenschaft und Überzeugung! Ich kann auch nichts anderes, bin kein Ingenieur, Mediziner oder Chemiker. Ich will nichts anderes als das was ich mache. Ich habe mir einen tollen Lebensstandard erarbeitet, den ich will ich wieder!
1. Es gibt noch hunderte andere Berufe als die von Dir angeführten. Also bitte nicht von einem Extrem ins andere rutschen.
2. Es können Fähigkeiten in einem schlummern, die erst auffallen, wenn sie konkret gefordert und gefördert werden. Vorher
sind sie selbst dem Träger womöglich nicht bewußt. Daher wäre ich vorsichtig mit "ich kann
nichts anderes".
3. Der Arbeitsmarkt regelt sich über Angebot und Nachfrage. Deine Nachfrage ("ich will nichts anderes") trifft gerade auf ein
fehlendes Angebot. Nun suchst Du noch nicht sehr lange, also kann sich das noch ändern. Aber falls nicht, wirst Du den
Inhalt Deiner Nachfrage wohl oder übel reflektieren und anpassen müssen. Das ist nichts persönliches, sondern Fakt.
4. Über Fakten kann man nicht diskutieren.
Zitat von Versagerin37: warum sollte ein Ingenieur als Hilfsarbeiter arbeiten oder der Apotheker als Chemikant?
Sollte es tatsächlich mal dazu kommen, daß es nur noch Hilfsarbeiter- und Chemikantenjobs gibt und die beiden anderen schlicht nicht mehr am Markt angeboten werden, so werden Ingenieure und Apotheker sich zumindest umorientieren müssen, falls sie nicht mit dem goldenen Löffel geboren bzw. Auswandern, Selbständigkeit oder Verrentung keine Optionen für sie sind. Man kann mit dem Kopf nämlich weder durch die Wand, noch durch ein fehlendes Marktangebot.
Das ist nichts persönliches, sondern Fakt - s.o.
Zitat von CanisaWuff: Mir fällt auf, dass Du sehr starr bist. Du willst, Du hast doch nicht xy, nur um dann...
Ohne eine gewisse Hartnäckigkeit wäre sie nicht soweit gekommen. Jetzt muß sie nur noch lernen, wann diese Hartnäckigkeit angebracht bleibt - und in welchen Situationen sie sich besser etwas zurücknimmt damit.
Zitat von Versagerin37: Jeder hat einen Job, ein schönes Zuhause
Nein, das stimmt nicht. Momentan lebt rund jeder 5. deutsche Bewohner an der Armutsgrenze:
https://www.destatis.de/DE/Presse/Press...47_63.htmlMöglich, dass viele von denen irgendeinen Job haben. Aber ein schönes Zuhause ist vor allem für Großstadtbewohner zum Luxusobjekt geworden und fast die Hälfte aller Angestellten machen Dienst nach Vorschrift, weil sie unzufrieden sind:
https://www.pronovabkk.de/unternehmen/p...hrift.htmlZitat von Versagerin37: und mir gehört nichts.
Das wichtigste Asset ist Deine Bildung - und damit meine ich nicht nur Dein Unidiplom gepaart mit Deiner bisherigen Berufserfahrung, sondern das schließt auch Persönlichkeitsbildung mit ein und sogar Herzensbildung.
Du hattest einen harten Aufstieg und dafür zolle ich Dir hier und jetzt meine höchste Anerkennung. Aber damit ist das Rennen noch lange nicht vorbei: Es hat gerade erst begonnen. Wenn Dir etwas gehören soll, wirst Du es Dir weiter erkämpfen müssen. Deshalb solltest Du auch Deine Hartnäckigkeit nicht völlig ablegen. Gerade jetzt gilt es, Dich nicht entmutigen zu lassen und bei der Jobsuche am Ball zu bleiben. Wenn es Dir dann aber gelingen sollte, irgendwo wieder fest anzudocken, dann solltest Du verinnerlicht haben, wo Deine Hartnäckigkeit weiterhin angebracht ist und wo nicht.
Jedes Unternehmen hat seine ganz eigene Kultur. Die gilt es zu ergründen. Denn sonst wirst Du sehr schnell sehr hart auflaufen. Natürlich mußt Du nicht mit jedem Kollegen persönlich befreundet sein. Aber die Zusammenarbeit muß laufen. Sollte das Netzwerk sich gegen Dich zusammenrotten, wird es nicht um Deine Leistung gehen - sondern Eure Hierarchie wird den für sie bequemsten Weg wählen, um die Situation aufzulösen. Sollte das Deine Entfernung sein, so wird man diese Lösung bevorzugen - auch wenn Du noch soviel geleistet hast.
Das mag unfair erscheinen und ist es ein Stück weit mitunter auch. Aber die Hierarchie tut es, weil sie es tun kann. Letzteres kannst Du nicht ändern und deshalb ist es auch Zeit- und Energieverschwendung, sich darüber aufzuregen. Was Du hingegen ändern kannst, bist Du selbst: Ansprüche, Ziele, Strategie und Taktik, um letztere zu erreichen. Also focussiere Dich darauf, statt Dich mit anderen zu vergleichen, die nie in Deinen Schuhen laufen mußten. Sowas ist müßig, denn es bringt Dich keinen Zentimeter weiter.
Zitat von Versagerin37: Entschuldige, dass ich nicht in meiner Rente zur Generation Miete gehören will und die vielleicht nicht mehr zahlen kann, weil die Rente nicht mehr reichen wird.
Wer statt Eigenheimkauf in den letzten zwanzig Jahren an der Börse gut investiert blieb, der braucht sich über seine Miete keine Gedanken mehr zu machen und hat zudem keine energetischen Sanierungen am Hals. Stattdessen kann derjenige es vielmehr auf die Spitze treiben und sich genüsslich in einem Niedrigsteuerland zur Ruhe setzen, wo es noch eine anständige Krankenhausbehandlung und ordentliche Pflegemöglichkeiten gibt, wenn's mal hart auf hart kommen sollte.
Alles eine Frage von Weitblick und Perspektive. Natürlich auch der Diversifiktation.
Eigenheime sind enorme Klumpenrisiken. Wenn mal eine Weltkriegsbombe unter Deiner nächsten ETW hochgehen sollte, wirst Du verstehen, was ich damit gemeint haben könnte. Also nur mal so als Beispiel.