Zitat von Blanca: Wer statt Eigenheimkauf in den letzten zwanzig Jahren an der Börse gut investiert blieb, der braucht sich über seine Miete keine Gedanken mehr zu machen und hat zudem keine energetischen Sanierungen am Hals. Stattdessen kann derjenige es vielmehr auf die Spitze treiben und sich genüsslich in einem Niedrigsteuerland zur Ruhe setzen, wo es noch eine anständige Krankenhausbehandlung und ordentliche Pflegemöglichkeiten gibt, wenn's mal hart auf hart kommen sollte.
Alles eine Frage von Weitblick und Perspektive. Natürlich auch der Diversifikation.
Eigenheime sind enorme Klumpenrisiken. Wenn mal eine Weltkriegsbombe unter Deiner nächsten ETW hochgehen sollte, wirst Du verstehen, was ich damit gemeint haben könnte. Also nur mal so als Beispiel.
Zitat von thegirlnextdoor: Das funktioniert aber auch nicht für jeden.
Hatte ich das irgendwo behauptet?
Selbstverständlich muß man Kapital dafür übrig haben, auf das man zur Not auch ein oder zwei Jahrzehnte lang verzichten kann. Zudem sollte man psychologisch unbedingt imstande sein, Crashs nicht nur auszusitzen, sondern als historische Kaufchancen wahrzunehmen und sie für sich zu nutzen.
Das liegt bei weitem nicht jedem - in Deutschland sowieso nicht. Wir sind weltweit bekannt dafür, keine Aktienkultur zu haben. Das ändert aber nichts am oben zitierten.
Zitat von thegirlnextdoor: Ich kenne jede Menge Leute, die an der Börse bitter verloren haben - dafür massig zufriedene Menschen im Eigenheim, die ihren Ruhestand ohne Geldsorgen genießen.
Wer 2005 sein komplettes Erspartes schon nur in einen Indexfonds auf den S&P 500 gesteckt hat, der steht heute mindestens so gut da als hätte er ein Eigenheim gekauft - wenn nicht sogar noch besser (kein Rumschlagen mit Mietern, Betriebskostenabrechnungen, Finanzamt, Handwerkern, etc.):
https://www.macrotrends.net/2324/sp-500...chart-dataKlar hätte man auch mindestens einen Crash aussitzen müssen. Aber wer das tat, steht heute wieder fett im Plus.
Das hätte weder eine große Recherche, noch sonderlich viel Aufwand erfordert. Einfach nur einen Wertpapiersparplan auf den betreffenden ETF und die Entscheidung, ob der thesaurierend oder ausschüttend sein sollte. Fertig.
Natürlich kann (und meines Erachtens sollte) man auch mehr diversifizieren. Etwa indem man nicht alles auf den S&P 500 setzt, sondern auch Schwellenländer, Gold und u.a. die Schweiz in Betracht zieht - nicht nur um des regionalen, sondern auch um des Währungsrisikos willen. Davon ab sollte man natürlich nur Geld investieren, auf das man wirklich für die kommenden 20 Jahre verzichten kann. Aber tut man das bei einem Hauskauf nicht auch? Nur weil sie vorübergehend im Wert mal sinkt (wie zwischen 2022-jetzt), stößt man doch auch seine Immobilie nicht gleich panisch wieder ab.
Zitat von thegirlnextdoor: wenn man sehr naiv und blauäugig an diese Thematik herangeht, kann man sich sehr unglücklich machen.
Das gilt fürs Bauen oder auch nur den Kauf von Bestandsimmobilien nicht minder.
Zitat von thegirlnextdoor: so pauschal ist es eine Milchmädchenrechnung
Ich schrieb über die letzten 20 Jahre und nicht pauschal (also für sämtliche Zeiträume inklusive Zukunft). Das ist keine Milchmädchenrechnung, sondern konkret meßbar. Wahr ist natürlich auch, daß Vergangenheit nicht gleich Zukunft ist.
Alles kann, nichts muß.