Zitat von SofieSo:
Ich bekam heraus, dass er im Februar ... eine andere Frau kennengelernt hat, mit der er auch mittlerweile seine gesamte Zeit (Tag und Nacht) verbringt. Aber diese Frau war selbstverständlich nicht der Trennungsgrund – seine Aussage! Naja wer’s glaubt – ich jedenfalls nicht. Im Februar kennengelernt und eine Woche später getrennt. Wer da keinen Zusammenhang erkennt, dem ist wohl nicht zu helfen….
Liebe
SofieSo,
ich kann deine Gedanken und Gefühle sooo verstehen, möchte dir aber zu deiner Aussage oben etwas sagen:
Ich muss Alena beipflichten, wenn sie sagt, dass niemand eine Entscheidung zur Trennung über Nacht fällt, quasi aus dem Nichts heraus. Es gibt im Vorfeld IMMER iwelche Anzeichen, dass etwas nicht stimmt. Und vllt hat dein Mann sich auch verbal geäußert, du hast es in dem Moment aber nur nicht verstanden. Das ist jetzt nicht böse gemeint, aber mit den Jahren übersieht und überhört man einiges, was eigentlich wichtig wäre, es wahrzunehmen.
Nur zum Verständnis: Ich hatte mich von meinem Mann nach über 22 Ehejahren auch getrennt. Für ihn quasi über Nacht. Für mich war es eine Entscheidung, die lange fällig war, überfällig. Und ich hatte mehrfach signalisiert, dass ich am Ende bin und diese Ehe, so wie sie war, nicht mehr wollte. Mein Fehler war nur, dass ich zweimal "eingeknickt" bin, immer wieder einen Rückzieher machte und damit iwann an Glaubwürdigkeit verlor. Wenn ich meinem (mittlerweile geschiedenen) Mann sagte, dass ich mich trennen will und auch weshalb, änderte er sein Verhalten. Allerdings hielt das nicht lange an und er verfiel wieder in alte Muster.
Es kann gut sein, dass ich auch Angst davor hatte, den endgültigen Schritt zu tun und die Trennung durchzuziehen. Es kann auch sein, dass ich heute noch in der Ehe festsitzen würde, hätte ich nicht einen "Rettungsanker" gefunden. Und das war ein neuer Mann (für mich allerdings nicht so neu, er war meine einstige Jugendliebe

). Aber dieser "neue" Mann war nicht der Trennungsgrund, sondern mein Motivator, mein Motor, mein Angstfresser... was auch immer.
Ich denke, dass sich in eurem Fall dein Mann schon länger mit dem Gedanken trug, sich zu trennen. Den Grund dafür kennt nur er. Aber vllt hat er dir den iwann sogar schonmal mitgeteilt, du hast ihm nur keine Bedeutung zukommen lassen. Wenn eine Ehe intakt und "gesund" ist, kann sich keine dritte Person dazwischendrängen. Und so gut ich deine Gefühle verstehen kann, muss ich dir sagen, dass sie nicht die Schuld am Scheitern deiner Ehe trägt. Für eure Ehe, eure Beziehung seid ihr allein verantwortlich, du wie auch in der gleichen Weise dein Mann. Hier gab es offensichtlich Fehler in der Kommunikation. Leider ein grundlegendes Problem in unserer Gesellschaft.
Ich wollte für deinen Mann jetzt nicht in die Bresche springen. Es kribbelte mir nur in den Fingern zu erklären, dass eine hinzukommende dritte Person wirklich nicht der Trennungsgrund ist, sondern eher die Eigenschaft eines "Fluchthelfers" inne haben kann.
In meinem Fall ging die Beziehung zu meiner Jugendliebe in die Hose und mein Mann meinte, ich hätte die Quittung für meinen "Verrat" erhalten. Er hat bis heute nicht begriffen, worum es wirklich ging und sucht immer noch die Schuld bei anderen.
Bitte sieh es nur als Hinweis, nicht als Kritik! Vllt hilft es dir, das Ganze ein wenig anders zu betrachten.
Ich wünsche dir für die kommende Zeit ganz viel Kraft!
