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Ich kann einfach nicht verzeihen

Lineare

Hallo liebe Forenmitglieder,
ich lese schon eine Weile hier mit und traue mich jetzt Mal zu schreiben. Mein Ex Partner und ich waren zehn Jahre zusammen und haben einen siebenjährigen Sohn und eine vierjährige Tochter. Im letzten halben Jahr unserer Beziehung zog er sich plötzlich zurück und wurde immer abweisender. Schließlich eröffnete er mir, dass er jetzt mit seiner 20 jährigen Praktikantin zusammen ist und das wars. Er warf uns aus unserem Haus, was wir beide gebaut hatten, aber auf ihn lief und seine Freundin zog ein.Er nahm mir das Auto weg und gab es ihr und alles was er noch kriegen konnte. Gott sei Dank habe ich einen guten Job und habe es innerhalb eines Jahres wieder wirtschaftlich auf die Beine geschafft. Das erste Jahr nach der Trennung wollte er von seinen Kindern Nichts wissen. Hat alles seiner Freundin über schrieben, damit er keinen Unterhalt zahlen muss. Er ist selbständig. Da wir nicht verheiratet waren, geht es nicht um Unterhalt für mich, sondern nur für die Kinder. Na ja das macht jetzt die UVK. Soweit alles geregelt. Nach einem Jahr fiel ihm plötzlich ein, dass er ja Kinder hat und ein Recht auf Umgang. Seitdem steht er in unregelmäßigen Abständen auf der Matte um " Mal was mit seinen Kindern zu machen". Ich kann ihm das nicht verweigern, da die Kleinen sich unendlich freuen, ihren Vater ab und an zu sehen, was selten genug ist. Aber mir geht es einfach abgrundtief schlecht damit. Ich verachte ihn für sein Verhalten und alles was er uns angetan hat. Nach aussen verhalte ich mich erwachsen und souverän, aber innerlich zerfrisst mich der Ekel und die Abneigung gegen diesen Menschen. Ich schaffe es einfach nicht auf die Elternebene. Ich wünsche, ich könnte diesen Menschen unwiederbringlich aus unserem Leben streichen, aber er ist der Kindsvater. Ich weiss nicht, wie ich das aushalten soll, bis die Kinder groß sind.
Habt ihr einen guten Rat für mich?

Liebe Grüße

27.06.2020 14:49 • #1


VictoriaSiempre

VictoriaSiempre


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Da hast Du wirklich ein besonders widerwärtiges EXemplar erwischt...

Ich finde es gut, dass Du ihm die Kinder nicht entziehen willst. Bzw. andersrum: Dass Du für die Kinder den Umgang mit ihrem Vater akzeptierst. Aber das er auf der Matte steht, wie er Lust und Laune hat, musst Du nicht hinnehmen. Ich würde auf einen geregelten Umgang bestehen. Da kannst Du evtl. auch die Übergabe regeln, ohne dass Du ihn sehen musst.

An Deiner Stelle würde ich mich ans Jugendamt wenden. Die haben ja bereits einen gewissen Eindruck von ihm, da er den Unterhalt für seine Kinder vom Steuerzahler berappen lässt.

27.06.2020 15:14 • x 2 #2



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Lineare


Ja vielleicht ist ein Termin beim Jugendamt sinnvoll. Ich habe innerlich immer gehofft, dass er sich irgendwann einfach nicht mehr meldet, da sein Interesse an den Kindern überschaubar ist. Andererseits will ich den Kleinen auch nicht erklären müssen, warum ihr Vater sich gar nicht mehr meldet. Das ist meine Sorge, wenn ihm Umgangstechnisch " Regeln," auferlegt werden. Allerdings muss ich diesen Menschen dann auch nicht mehr ertragen. Ich bin einfach so hin und her gerissen zwischen meinen negativen Gefühlen diesem Menschen gegenüber und dem Wunsch meiner Kinder, ihren Vater so oft wie möglich zu sehen. Er fährt auch mit Ihnen immer in eine Pension, wenn er sie mal hat, weil seine Praktikantin keine Lust auf " seine Altlasten," hat. Irgendwann werden die Kleinen begreifen, was da vor sich geht, aber so lange muss ich das wohl ertragen. Ich halte das kaum aus.

Liebe Grüße

27.06.2020 16:38 • #3


Irrlicht

Irrlicht


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Das ist wirklich keine eine schöne Situation für dich und die Kinder. Es ist ja nunmal so, dass er ein Recht auf die Kinder hat und vor allem die Kinder auf ihn. Und zwar ohne Vorbehalte und böses Blut. Ich finde es gut und wichtig, dass du den Kindern das ermöglichst.

Die Kinder merken aber sicher, wie unwohl du dich fühlst wenn er auftaucht und sie spüren die gespannte Athmosphäre. Das könnte sich ungünstig auf sie übertragen.

Deshalb kann er auch nicht einfach in 'unregelmäßigen Abständen auf der Matte' stehen.
Eine vernünftige Besuchsregelung muss her mit festen Zeiten, an die ihr beide gebunden seid.
Du kannst dich dann auf die Zeit vorbereiten und bist nicht so überfallen, so dass du die Kinder angemessen verabschieden und ohne schlechte Gefühle übergeben kannst.
Ich denke, damit lässt sich die Zeit überbrücken bis die Kinder später selbst entscheiden können in welchem Umfang sie Kontakt haben möchten.

27.06.2020 16:54 • #4


Lineare


Ja das klingt nach einer guten Idee. Diese spontanen Umgangswochenenden so ca alle zwei, drei Monate regen mich unfassbar auf und ich muss mich extrem zusammen reissen. Eine geregelter Umgang ermöglicht mir mich zumindest darauf einzustellen. Aber die Vorstellung, dass noch Jahre zu ertragen macht mich fertig. Ich wünschte ich wäre innerlich souverän und es wäre mir egal. Einfach nur Elternebene. Aber ich schaffe es nach drei Jahren Trennung immer noch nicht, diesem Menschen gegenüber neutrale Gefühle zu haben. Wochenlang hören wir nichts und führen unser Leben und dann steht er plötzlich wieder da und will sofort die Kinder, weil es gerade bei ihm passt. Innerlich schreit alles in mir" Verschwinde". Warum kann mir das nicht endgültig egal sein?

27.06.2020 17:21 • #5


Irrlicht

Irrlicht


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Zitat von Lineare:
dann steht er plötzlich wieder da und will sofort die Kinder, weil es gerade bei ihm passt. Innerlich schreit alles in mir" Verschwinde". Warum kann mir das nicht endgültig egal sein?

Weil es demütigend ist, sofort bereit sein zu müssen wenn es ihm in den Kram passt. Das würde jeden aufregen.
Auch für die Kinder ist es nicht gut ohne Vorbereitung aus ihrer momentanen Beschäftigung gerissen zu werden wenn der Papa auftaucht. Wären sie älter würden sie sicher dagegen rebellieren.

Deshalb ist es unerlässlich, sich einmal zusammen zu reißen und eine vernünftige Besuchsregelung zu finden.
Das wird sicher allen guttun.

27.06.2020 17:32 • #6




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