Freut mich ja, dass ich da mal was gutes getroffen habe
Egal wie, warum ... der Köllner sacht : Et is wie et is.
Das soll keine stumpfe Phrase sein. Vielmehr soll es an Eure Klarsicht appellieren. In einer Trennung, im Bruch einer Beziehung gibt es immer mehrere Ebenen
1: Der Verlust, die Trauer, man hat einen Menschen verloren, den man geliebt hat.
2: Die Enttäuschung, man erkennt, dieser Mensch ist nicht das, was man gedacht hat, dieser Mensch hat Vertrauen mißbraucht, dieser Mensch hat gelogen und betrogen
3: Der eigene Wertverlust, man fühlt sich gescheitert, man hat versagt, konnnte die Beziehung nicht halten, fühlt sich schuldig, fühlt sich nicht gut genug
4: Die Perspektivlosigkeit, alles was gestern noch war, stimmt heute nicht mehr: Die Wohnung, der Freundeskreis, die Familie, die Zukunft, die Planung und die Planbarkeit, die finanzielle Situation...
5: Die Verletztheit, der Schmerz, die Wut
Ich hoffe, ich habe da nichts vergessen, außer der Parallelebene, zu der ich gleich komme.
Diese Parallelebene ist es, an die ich Euch mit 'et is wie et is' vor allem erinnern möchte, denn diese wird vielzusehr vernachlässigt.
Diese Parallelebene bedeutet, dass Ihr nicht aufhört zu sein, Euer Leben nicht stehen bleibt oder gar aufhört zu existieren. Nein, es geht weiter. Es ist neu, es ist unbekannt (obwohl es davor ja oft auch ein ähnliches alleine sein gab), es ist mühsam, aber es ist eben da. Und auch was die Beziehungsebene angeht ist es nicht das Ende, auch beziehungsmäßig bleibt die Welt nicht in einem Vakuum stehen, auch da geht es weiter. Betrachtet doch die gescheiterte Beziehung einfach mal weniger als Scheitern, sondern mehr als 'Erfahrung', als Teil eines Lernprozesses, in dem man Fehler erlebt, oft seid Ihr ja auch Teil des Fehlers gewesen und nun könnt Ihr wieder einen neuen Versuch starten. Ihr könnt reflektieren und aus Euren Fehlern lernen, sie dadurch versuchen, in der Zukunft anders zu machen oder Ihr könnt sie ignorieren und lauft Gefahr, ähnliche Erfahrungen zu wiederholen.
Es ist eben nicht nur ein Scheitern, es ist im Scheitern auch ganz viel Chance. Auch die Chance, Euch und Eurer eigenen Stärke zu begegnen, sie zu erfahren und so am Scheitern zu wachsen, wobei ich ein Ende einer Beziehung wie angedeutet nicht wirklich als Scheitern betrachte.
Und indem Ihr Euch in einer vergleichbaren Weise damit auseinandersetzt, kommt Ihr zu solchen Ergebnissen, wie Satine, die ohne Groll ihrem Expartner begegnet, die das Scheitern akzeptiert, aber auch den Schmerz und die Traurigkeit darüber zuläßt. Das ist, was Menschen wie Dich für mich so ungeheuer stark sein läßt Satine und was wohl viele hier auch mitbekommen und deshalb so gerne bei Dir lauschen! Ihr könnt das auch! Und wenn Du Stupid gestern einen Rückfall hattest und auf Knien vor ihm gerutscht bist, betrachte Dich doch nicht als Maschine, die nach einer Kurskorrektur sofort eine andere Richtung einhält!
Vielleicht hattest Du einfach einen Schmerzanfall, vielleicht kam noch etwas Selbstmitleid dazu und außerdem die Trauer ...
Ein kleiner Tip, was Dir einen anderen Umgang mit solchen Anfällen ermöglichen könnte: Dieses Forum! Statt zu ihm zu gehen, kannst Du Dich gerne erstmal hier im Forum ausweinen, auskotzen oder einfach aussprechen. Wenn es dann noch gewünscht wird, kannst Du Dich immer noch vor ihm nackig machen, aber nach meiner Erfahrung ist es danach oft nicht mehr nötig
Liebe Grüße
vom Wolf