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Ich suche mir immer den falschen Typ Mann?!

Liberty2014

Hallo,

ich bin auf diese Seite gestoßen vor einem Jahr vielleicht, als ich eine Trennung durchgemacht habe. Hier habe ich von euren Erfahrungen profitiert und bin immer noch dankbar, dass ich in der Zeit nicht ganz alleine war mit meinem Kummer.

Aber Kummer ist leider das nächste Stichwort, denn ich bin schon wieder in eine Liebesgeschichte ohne Happy end geraten. Nicht, dass ich eine Beziehung nach der anderen hätte, aber es scheitert immer wieder bei den Anfängen. Eine Freundin meinte, ich habe da ein Muster drinne, weil ich mir immer die „Falschen“ aussuche. Scheinbar stehe ich auf „den etwas abweisenden sozial inkompetenten Sonderling“, der aber „todessicher selbstbewusst“ ist.
Ich selber bin davon gar nichts, also eher sehr „lieb, angepasst und unselbstbewusst, melancholisch, unsicher, passe mich eher anderen an“.
Tatsächliche habe ich bei mir festgestellt, dass ich mich eher in jemanden verliebe, wenn er abweisend zu mir ist und selbstbewusst ist. Ich kann mich dann nicht von dieser Person lösen, sondern laufe ihr auch noch hinterher, ich habe das Gefühl das da etwas ist, was ich brauche oder, wie auch immer ich das beschreiben kann. Männer die sich für mich interessieren oder nett sind, da verspüre ich nicht so diesen elan wie bei der "Assi, Nerd Variante", ... omg an dieser stelle wegen meines beuteschemas...

Ich weiß, dass mir diese Beziehung nicht gut tun. Ich laufe hinter komischen selbstbewussten mich ablehnenden Außenseitern hinter her, die mich, statt dankbar zu sein, eiskalt ignorieren. Ich versteh mich an diesem Punkt selber nicht mehr, warum ich das mache.
Und deshalb bin ich wieder hier, mit meinem ersten Beitrag.
Was kann das sein? Geht es wem genauso? Wie kann man dieses Muster durchbrechen?
Momentan versuche ich das ganze Thema „Männer“ etwas flach zu halten, mich auf Sport und Freundinnen zu konzentrieren, aber es fällt schwer, wenn man unglücklich verliebt ist in jemanden, egal wie sonderbar er ist.

Irgendwie erahne ich, dass das Problem wahrscheinlich nur bei mir liegt. Aber wieso reagiere ich so? Wie kann ich das verändern? Ich kann ja nicht so einfach meine Gefühle manipulieren, dass ich mich in jemandm anderen verliebe.. oder doch?
Wie kann ich da an mir selbst arbeiten? Was muss ich ändern? brauche ich dafür gleich eine Therapie? oO
Danke für jeden der sich Zeit nimmt zu lesen und/ oder schreiben

Noch kurz zu meiner Familie, so was ist ja meistens nicht unwesentlich:
Meine Mutter ist eher kalt, abweisend, steht selber gerne im Mittelpunkt und sieht ihre Kinder eher als Konkurrenten
Mein Vater ist ein zynischer Choleriker
Zu Beiden versuche ich eigentlich irgendwie einen Draht zu bekommen, also irgendwie etwas Nähe, aber häufig lehnen sie mich ab. Direkt oder auch indirekt. Also so was wie Gespräch auf Augenhöhe, mal in den Arm nehmen oder ein Kompliment gibt es nicht. Wenn ich Probleme habe heißt es, "ist uns egal, komm selber klar".
Immer wenn ich auch über längere Zeit einen Freund hatte, habe ich die Mütter von denen beneidet, wie herzlich und nett die waren

07.04.2014 01:47 • #1


4sure


Hallo.

also, eigentlich hast du deine Frage selbst beantwortet
Aber da man ja selbst den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht, geb ich dir einen Tipp (aus meiner Sicht natürlich)

So wie du deine Mutter beschreibst, beschreibst du auch deine Beute. Generell hab ich den Eindruck, das du dich Ihnen Beweisen willst, sie das aber nicht zu lassen bzw dir gegenüber zeigen können (oder wollen). Unbewusst suchst du also nach Menschen, bei denen du mit deiner Art zu der Anerkennung kommen kannst, die deine Eltern dir nicht geben. Verstrickt mit beiden Eltern, aber vermutlich am meisten mit deiner Mutter.

Eine Therapie halte ich nicht wirklich für zwingend Notwendig, auch wenn das sicher einige anders sehen werden. Du hast alles was du brauchst schon in dir. Du kannst dir selber helfen.

Achte auf deine Gedanken wenn du bei deinen Eltern bist und sie dich mal wieder ablehnen. Oder wenn du an eine frühere Situation denkst. Versuch dir bewusst zu machen, was es da in dir denkt. Wie du verurteilst, warum. Stell dir selbst bei diesen Gedanken die Frage: Ist das wirklich wahr? Komm dir selbst damit auf die Spur, den meist sind diese Gedanken, schlicht und ergreifend nicht wahr. Du hast sie vielleicht so oft wiederholt, nie geprüft oder neu bewertet, das sie unter umständen schon seit jahren in dir schlummern und jedesemal zu tage treten wenn du in eine bestimmte Situation gerätst. Sehr wahrscheinlich kommen diese Gedanken von Glaubenssätzen aus deiner Kindheit/Jugend. Dinge wie: Ich bin nicht gut genug, Ich verdiene keine Liebe, Ich muss mich anstrengen, Ich muss besser werden, usw. Sicher findest du solch Glaubenssätze wenn du darüber nachdenkst.

Fakt ist aber, ob du es glaubst oder nicht, du bist Perfekt. So wie du bist. In absolut jeder hinsicht. Du glaubst es vielleicht noch nicht, aber es ist so.

Und das du immer wieder solche Männer in dein Leben ziehst lässt sich auch ganz einfach erklären:
Du hast die Lektion, die das Leben dir zu vermitteln versucht, noch nicht verstanden. Deshalb darfst du es so lange wiederholen, bis du es verstehst.

Das leben macht keine Fehler! Niemals. Und Menschen auch nicht. Wir sammeln nur Erfahrungen!

VLG

07.04.2014 02:30 • #2



Ich suche mir immer den falschen Typ Mann?!

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honey2002


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Oh wow, Liberty, ich erkenne mich fast zu 100% in deinem Text wieder....danke dafür, auch wenn sich das jetzt doof anhört, aber es tut gut zu wissen, dass es noch Andere gibt, denen es auch so geht!
Durch meine kürzliche Trennung habe ich die Gelegenheit genutzt, um eben genau dieses immer wiederkehrende Muster mal zu betrachten und zu lernen, denn auch bei mir ist meistens nach 3 Monaten Ende...ich geb alles und bin schon damit zufrieden, wenn einmal am tag großzügigerweise eine halbwegs liebe SMS kommt.
Auch du denkst gerade über dein Muster nach und das ist schon mal der erste Schritt, das Muster zu durchbrechen. Woher wieso, warum...hmmm. Man kann in der Vergangenheit rumwühlen, wie man möchte, ob man dadurch Antworten erhält, ist fraglich. Wichtig ist wie gesagt das Erkennen und das Gegensteuern.
4 sure hat einen denk ich sehr sehr wichtigen Punkt angesprochen:(Un-)bewusstes Denken in Form von "ich bin nicht gut genug, ich verdiene keine Liebe, ich muss mich anstrengen" spielen da sehr mit rein und geben den Ausschlag dafür, dass Menschen wie wir nach kurzer Zeit krampfig werden und alles machen, damit der Mann ja nicht wieder davon läuft. Das spürt Mann natürlich und will das aber nicht. Der will wieder so eine unabhängige, selbstbewusste Frau, wie er sie wahrscheinlich am Anfang kennen gelernt hat. Und schwups, weg ist er, weil er mit dem, was wir ihm geben (und glauben, das sei genau das Richtige) total überfordert ist. Naja, könnte zumindest eine Theorie sein.
Fakt ist: Erkennen - daran arbeiten und versuchen, beim nächsten Mann nicht wieder in das alte Muster zu verfallen.

07.04.2014 17:12 • #3


Tinti


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Hallo Honey,
als ich das eben gelesen habe, ist es mir wie Schuppen von den Augen gefallen. Bei mir ist es fast immer genauso gewesen. Unbewußt will man alles richtig machen, passt sich an, ist "immer lieb" tut quasi alles für den Partner. Bin jetzt am überlegen wie man diesem Muster entkommt. Ich kann doch jetzt nicht zum Ar. werden bloß damit die Beziehung funktioniert. Mein Leben lebe ich und gebe mich auch nicht auf für den Partner. Aber dieses unentspannte merken die Männer, auch wenn es uns nicht wirklich bewußt ist. Habt ihr Ideen? Ich habe auch so eine Kindheit gehabt, wurde nicht geliebt und musste immer um alles kämpfen.

07.04.2014 19:52 • #4


honey2002


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Schwer, ich denke, es gibt kein Rezept dagegen. Am besten wäre es, an eine neue Bekanntschaft möglichst rational heranzugehen, was aber bei Gefühlsmenschen wie uns ziemlich schwer werden dürfte
Aber ein Vorteil ist, dass wir wohl schon erkannt haben, was wir zum Scheitern der frischen Beziehungen beitragen. Also beim nächsten Mal kann es vielleicht hilfreich sein, sich immer wieder ein paar Minuten für sich Zeit zu nehmen, über sich nachzudenken und ehrlich zu sich sein: Bin ich noch ich selbst oder fange ich bereits wieder an, seitetwegen Dinge zu tun etc. Sind meine Bedürfnisse noch erfüllt oder dreht sich alles um ihn? Was sagt mein Bauchgefühl?
Wenn wir das schaffen, ab und an IN der Beziehung unser Verhalten zu refkelktieren und ggfs. zu korrigieren dann sind wir wirklich gut Und dann hat der sch..... Liebeskummer dieses Mal ja wirklich was gebracht: Die Erkenntnis zum Glück

08.04.2014 16:49 • #5


Wohinsollich

Wohinsollich


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Guten Abend als erstes würde ich mir selber keine Schuld dran geben denn mann sagt doch wo die Liebe hinfällt. Und nun ja manchmal fällt man eben aber man sollte auch wieder aufstehen und alles was dich nicht umbringt macht dich nur härter. Bloß verliert dich selbst nicht dabei bleib dir selber treu.

Es gibt therapieren für sowas dies wusste ich nicht sonst hätte ich selbst schon eine gemacht.
Gehe aber demnächst zu etwas ähnlichen da ich sehr schlecht ausdrücken kann.

Ich habe auch die Eltern von meinen Partnerinnen immer beneidet. Dies kenn ich genauso.

Ich suche auch nicht das goldene vom Ei und da bin ich der Ansicht das wir alle nur Menschen sind und keine Maschinen die man einfach einprogrammiert.
Wenn es dir selber aber auch nicht gut tut versuche es mal von der anderen Seite zusehen so reflektiert du dich selber und hast ein klares Bild von dir.
Vielleicht mags du dich ja auch so wie du bist und muss nichts an dir ändern, andernfalls siehst du was dir nicht an dir gefällt und wirst dich von selbst aus ändern.
Wünsche dir einen schönen Abend bis dahin noch
Kopf hoch

02.10.2020 20:22 • #6


Dediziert


@Wohinsollich

08.04.2014

Etwas lange her.
Unten links steht das jeweilige Datum.

02.10.2020 20:29 • x 1 #7




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