Ich trenne mich

Ehemaliger User

bin manchmal unsicher, wie ich mich möglichst 'taktvoll' verhalten soll. habe meinem mann vor  2 wochen gesagt, dass ich einen anderen liebe, bisher nur geist und seele vereint, jedoch der wunsch nach körperlicher nähe ist nicht länger zu unterdrücken und so muss es nun sein. das ist für ihn nur schwer zu verkraften, vor allem, dass einige monate hinter uns liegen, in denen ich - zwar nur - mit meinen gedanken bei einem anderen mann war. er fühlt sich verraten und benutzt. hätte ihm keine chance gegeben, doch wir hatten unsere chancen, 20 jahre lang, schon lange war eine unruhe in mir, vor ca. 1/2 jahr habe ich gemerkt, dass zu dem anderen mann gefühle in mir entstanden sind, die über sympathie hinausgehen, was auf gegenseitigkeit beruht. wir haben uns alles gesagt und dachten, dass träumen ausreicht, doch irgendwann wurde klar, dass es so nicht weitergeht. nun muss ich noch ein paar wochen mit meinem mann wohnen, möchte ihn nicht zu sehr mit der existenz des anderen belasten. möchte ihm helfen, zu verstehen, den schmerz zu durchleben. allerdings ist er im moment ziemlich abweisen, möchte nichts von mir, läßt mich aber auch nicht wirklich los. wer hat ein paar hilfreiche gedanken, die uns helfen, einen rosenkrieg zu vermeiden.

08.10.2004 14:00 • #1


Ehemaliger User


Ich weiß, dass es nicht leicht ist, aber mach reinen Tisch. Das ist meiner Meinung nach am Besten für alle. Ich bin verlassen worden und meine Frau hatte mir eine "letzte Chance" eingeräumt. HAHA. Eineinhalb Wochen später war Schluß. Ich dachte wirklich an diese Chance. Ob es für mich einfacher gewesen wäre, wenn es Knall auf Fall gegangen wäre, weiß ich nicht, aber es wäre ehrlicher gewesen. Zieh es nicht unnötig in die Länge. Leiden werden alle - so oder so.

08.10.2004 14:47 • #2


Ehemaliger User


Hallo,

Ich frage mich nur, warum es so schwer ist, sich von seinem Partner zu trennen, ohne sich vorher einen anderen zu angeln  >:(. Aber na ja, wahrscheinlich ist es die allgemeine Angst vorm Alleinsein. Geschlechtsspezifisch habe ich das jetzt nicht gemeint.

taka

08.10.2004 14:52 • #3


Ehemaliger User


Hallo !

Mich würde jetzt doch mal interessieren, was dich bewegt hier zu posten...  :o
Wenn dein Mann dich mit seiner leidenden Anwesenheit so quält, warum ziehst du nicht zum Neuen oder zu einer Freundin ? Wäre das nicht das Mindeste, was du für ihn tun kannst ?
Den Schmerz, den du bei ihm verursachst musst du aushalten und auch seine Fragen nach dem Warum, auch wenn du nicht antworten kannst.... das bist du ihm in meinen Augen schuldig.

Verstehen wird er deine Abkehr nicht, das wäre absolut zu viel verlangt und die Schmerzen sind nicht mit der Ursache behebbar. Ein Loslassen kannst du frühestens in einem Jahr erwarten, wenn nicht nach noch längerer Zeit... Das ist ein Prozess und kein Willensakt.

Mein Rat:
1. Werte eure Beziehung nie ab, die ihr hattet... insbesondere nicht durch Vergleiche, selbst wenn er versucht dir sowas abzuringen.
2. Überlege dir, was du ihm auf warum Fragen antwortest
3. eine Notlüge ist besser, als wenn er 100 Jahre unter einer Aussage leiden muss
4. macht eine Abrede miteinander, wie ihr miteinander umgehen wollt... aber bedenke, dass sich das auch ändern kann, denn seine Gefühlsregungen werden ihn nicht grad zu einem zuverlässigen Verhandlungspartner machen.... nur für die Zukunft wird er sich immer mehr dran halten können und dann sind diese Abmachungen hilfreich.
5. dräng ihn nicht immer weiter in die unterlegene Position, in der ist er eh schon durch die Situation
6. sei gutmütig, egal was er tut... alles was er dir jetzt antut dient dem Zweck sich von dir zu lösen. (Allerdings gibts natürlich auch hier Grenzen !!!!)
7. Geh mal in dich und überlege dir, was du hinter dir lässt.... frag dich mal ob er bzw. was diese innere Unruhe in dir verursacht hat ....
8. Was hast du an deinem Mann geliebt ?

Susa3

08.10.2004 18:29 • #4


Ehemaliger User


@Taka

>>>Ich frage mich nur, warum es so schwer ist, sich von seinem Partner zu trennen, ohne sich vorher einen anderen zu angeln<<<

Na, vielleicht liest du dir mal deinen Eintrag durch, welchen ich dir per Kurznachricht geschickt habe.

Warum glaubst du, daß die Menschen erst einen Partner suchen oder finden und sich dann trennen.

In eine intakte Beziehung wird wohl kaum jemand einbrechen können, oder?

Zwanzig Jahre sind eine verdammt lange Zeit.

Lies dir mal den Beitrag ganz intensiv durch welchen ich dir geschickt habe und dann schaust du mal, was du vor ca. 1 Jahr zu diesem Thema an jemandem geschrieben hast.

Vielleicht hast du ja bis heute ein paar Antworten auf deine Fragen erhalten oder aber du kannst die Warnsignale, welche dir gesetzt worden sind, heute verstehen.

Niemand steht morgens auf und verläßt jemanden es ist ein schleichender Prozess.

Gruß




08.10.2004 19:38 • #5


Ehemaliger User


vielen dank an alle. natürlich versuche ich gutmütig zu sein, hab allen grund dazu. die letzten 20 jahre schlecht zu reden, wäre ja noch beschämender als es so schon ist, mir einzugestehen, dass LIEBE schon länger nicht mehr in mir war. und vergleiche zu ziehen ist ebenso daneben.

der tisch ist schon rein, ich weiß auch das zurückfinden in einen schmerzfreien raum seine zeit braucht, dass es auf und ab geht, jeden tag. hab ich mir alles 100 mal überlegt und vorgestellt. aber jetzt endlich steh ich zu meinen gefühlen und muss mich den reaktionen meiner umgebung stellen.

zu dem neuen ziehen geht leider nicht, er ist in demselben zustand wie ich. mein eigentliches problem: wir wollen zusammenleben, einige warnende stimmen tönen, dass das nicht das richtige sei, weil...
aber was glaubt ihr denn, wie so eine beziehung in freiheit beginnt, die eine wohnung würde doch nur leerstehen und wenn es nicht klappt, ist nacher ein auszug auch nicht das problem. zur info: der kontakt begann vor 1 1/2 jahren sich zu intensivieren und wir haben alles im geiste schon gelebt, jetzt müssen wir den alltag bestehen.

gibt es argumente dafür???

08.10.2004 21:14 • #6


Ehemaliger User


??? noch ein aktuelles problem: mein mann hat nächste woche geb. möchte natürlich nichts von mir, weder hören noch geschenk. klar, aber ich kann doch nicht darüber hinweggehen. ich wünsche ihm doch das licht am ende des tunnels zu finden. muss es ihm auch sagen, oder?

08.10.2004 21:37 • #7


Ehemaliger User


Alles was du tust ist in seinen Augen falsch... es gibt kein Richtig im Moment... also tu das, was du als richtig empfindest und was du auch in der Zukunft unterschreiben kannst, damit ihr später miteinander auskommt, wenn dir das wichtig ist.
Susa3

08.10.2004 21:54 • #8


Ehemaliger User


[quote author=nanunana link=board=allgemeines;num=1097240438;start=0#6 date=10/08/04 um 22:37:43] ??? noch ein aktuelles problem: mein mann hat nächste woche geb. möchte natürlich nichts von mir, weder hören noch geschenk. klar, aber ich kann doch nicht darüber hinweggehen. ich wünsche ihm doch das licht am ende des tunnels zu finden. muss es ihm auch sagen, oder?[/quote]

Also bis dato habe ich ja noch klar mitdenken können und aus der Sicht eines Mannes verstanden, daß du dich in einen anderen Mann verliebt hast und deinen jetzigen Mann nach zwanzig Jahren Ehe verlassen magst. Du wirst auch sicherlich deine Gründe dafür haben und er wird sicherlich seinen Teil dazu beigetragen haben, daß du ihn nicht mehr liebst.

Aber ist es dir wichtig, ihm auch noch die Würde zu nehmen?

Warum akzeptierst du nicht einfach seinen Wunsch?

Brauchst du eine Absolution, daß dein Handeln vor Gott und der Welt abgesegnet wird?

Es ist doch dein Wunsch, daß du ihm zum Geburtstag gratulierst.

Aber es ist doch sein Ehrentag und er wünscht sich, daß du ihm nichts schenkst und ihn sicherlich auch nicht gratulierst.

Dein Verhalten erscheint mir aus meiner Sicht der Dinge nun sehr weltfremd aber bin gerne bereit dazu zulernen.



08.10.2004 22:07 • #9


heimat


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Hallo nanunana,



ich wünsche ihm doch das licht am ende des tunnels zu finden. muss es ihm auch sagen, oder?


Ich denke, dass du in dieser Situation nicht die richtige Person bist ihn zu trösten, denn du bist diejenige, die ihn in diese Situation gebracht hast. Dein Mitleid ist nicht angebracht.

Respektiere ihn jetzt so wie er ist und gib ihm den Raum und Abstand, den er braucht. Auch du musst den Trennungsschmerz aushalten und aushalten, dass dein mann leidet.


Gruß
Heimat

08.10.2004 22:11 • #10


Ehemaliger User


Hallo nanunana...

ich schließe mich hier und Heimat an.

Du hast nicht mehr das Recht, an seinem Leben teilzuhaben. Also laß ihn in Ruhe, wenn er das wünscht.

Ich kann mich noch gut an die herzlichen Glückwünsche meiner EX erinnern... Ich habe ihr auch gesagt, sie soll das lassen - ich wollte nichts mehr von ihr hören, sie hat es nicht respektiert. Ich war nur noch sauer - sie hatte wohl entweder ihre Ohren oder etwas anderes verloren...

Er muß lernen, ohne Dich zu leben - also verabschiede Dich daraus. Das ist die beste Hilfe, die Du ihm geben kannst. Gruß, Gerd

09.10.2004 01:57 • #11


Ehemaliger User


ja, ich muss mich zurückhalten und wünsche mir auch, dass er seine würde erhält. einen glückwunsch, eine tröstung darf ich ihm nicht zukommen lassen, im moment jedenfalls.

aber ich glaube, dass auch susa recht hat und dass die gefühle meines mannes zwiespältig sind, wenn ich ganz und gar darüber weggehe, ist es sicherlich auch nicht ganz richtig.
einerseits will ich nicht mehr mit ihm leben wie mann und frau, andrerseits interssiert es mich aber, wie es ihm geht, 'es kann mir egal sein', ist es aber nicht, auch verständlich oder, schließlich bin ich ja kein monster.

ich werde das beste versuchen.

aber jetzt nochmal zu der frage, gleich eine neue beziehung festzumachen. siehe oben

gibt es dazu noch ein paar gedanken von euch.

würde mich freuen

09.10.2004 09:01 • #12


Ehemaliger User


du möchtest einen rosenkrieg verhindern?...er ist hin und hergerissen...weiß nicht, was er tun soll...hängt an dir, möchte dich zurück, weil er dich liebt und sicher 20 jahre nicht einfach wegwerfen möchte...wenn du diese unruhe schon länger spürst, warum hast du dann nicht eher mit ihm darüber geredet??...reden hilft manchmal...er wird hoffen, dass sich alles klärt und wieder gut wird...er wird sich nach dir sehnen, dich bitten zu bleiben...wenn du dich trennen möchtest und das aus reinem herzen  und zu 100% möchtest, solltest du gehen...sein schmerz ist groß, aber so hilfst du ihm sicher mehr, als bei ihm zu bleiben und ihn zu bemitleiden...auch wenn es schwer ist, ein gerader schnitt ist sicher besser, als diese quälerei...für beide parteien...alles gute für dich...

09.10.2004 09:27 • #13


Ehemaliger User


und zu dem thema "von einer in die nächste beziehung zu  gehen"...ich nehme stark an, dass auch du mit der momentanen situation noch nicht abgschlossen hast...auch du kannst 20 jahre nicht einfach auslöschen...du wirst sicher zeit brauchen um das alles zu verarbeiten, nicht nur dein mann...im moment bist du sicher glücklich, sehnst dich nach der nähe des anderen ...du wirst aber unweigerlich deine probleme von der einen in die andere beziehung schleppen...so eine trennung braucht zeit und wird demzufolge deine neue beziehung belasten...sicher wird dir dein neuer partner helfen wollen, aber wäre es gerecht von dir ihm diese verantwortung aufzuerlegen?? ich denke zeit und ruhe für alle drei  wäre am besten...

09.10.2004 09:34 • #14


Ehemaliger User


>>>hab allen grund dazu. die letzten 20 jahre schlecht zu reden, wäre ja noch beschämender als es so schon ist, mir einzugestehen, dass LIEBE schon länger nicht mehr in mir war. und vergleiche zu ziehen ist ebenso daneben<<<

Hast du deinen Mann überhaupt mal geliebt, oder warum hast du ausgerechnet ihn geheiratet?

>>>aber was glaubt ihr denn, wie so eine beziehung in freiheit beginnt,<<<

In Freiheit?

Glauben kann ich in der Kirche.

Ich versuche mir die ganze Zeit über vorzustellen, was dein Mann für ein Mensch ist.

Ich komme immer zu dem selben Bild, daß er sicherlich so ein ruhiger, gemütlicher und gutmütiger Mensch ist, der keiner Fliege etwas zu leide tun kann.

Andererseits gibt es auch so ein Bild im mir, welches mir einen Menschen zeigt, der in jungen Jahren die Familie terrorisiert hat und in seinen Alk. alle unterdrückt hat.

Nun ist er etwas älter und die Kräfte schwinden und nun sitzt er da, vor den Scherben seines Lebens und stellt fest, daß er niemanden hat, an dem er sich festhalten kann.

Was mich wirklich verblüfft, ist der Umstand, daß du ohne Vorkenntnisse nur von einem Bauchgefühl gesteuert der Überzeugung bist eine neue Beziehung zu führen.

Nun sitze ich schon den ganzen Morgen hier und versuche mir, mit den paar Informationen, welche ich habe, mir dein Leben vorzustellen.

Jung geheiratet, Kinder bekommen, die Pflichten eine braven Hausfrau erfüllt, gerne wieder dem Beruf nachgegangen aber aus irgendwelchen Gründen hat es sich nicht realisieren lassen.

Irgendwann dann mal sein Leben Revue passieren lassen und festgestellt oder sich die Frage gestellt, was du von deinem Leben gehabt hast.

Dann tritt da plötzlich ein Mensch in dein Leben, der so vollkommen anders ist, als der Mensch, mit dem du zwanzig Jahre verheiratet bist.

Und plötzlich merkt man, daß man lebt.

Man genießt die Gemeinsamkeiten mit diesem neuen Menschen. Die Ansichten sind identisch, man hat den selben Humor und viele Dinge sind plötzlich wieder neu und man verspürt Lust auf Leben.

Und dann stellen sich Zweifel ein, weil man feststellt, daß man gar keine Erfahrung auf dem Gebiet einer neuen Beziehung hat. Man hört sich Meinungen und Ansichten an und mit der Zeit, wird Frau immer unsicherer.

Aber auf der anderen Seite ist da auch diese Zuneigung. Das Gefühl geliebt zu werden und nicht nur ein Teil einer langjährigen Beziehung zu sein, wo sich der Alltag eingeschlichen hat und wo alles Routine und Gewohnheit ist.

Wahrscheinlich ist dein neuer Partner auch noch in einer Ehe und weiß genau so wenig wie du, wie er es seiner Familie klar machen soll und wie er sich geschickt, mit reiner Weste aus dieser Umklammerung befreien kann.

Tja, und irgendwann, holt euch dann der Alltag ein und ihr stellt fest, daß es doch gar nicht zu harmonisch verläuft, wie man es sich in seinen tausend Tagträumen vorgestellt hat und was werdet ihr dann machen?

Zurück zu euren Partnern und reuig und demütig darum bitten, wieder aufgenommen zu werden.

Ich könnte jetzt stundenlang weiter spekulieren und mir so meine Gedanken machen.

Aber ehrlich, ich will nicht mit euch tauschen.

Das ihr euch entliebt habt, oder keine Gefühle für eure Partner mehr in euch tragt, daß kann ich bedingt noch nachvollziehen, aber wie ihr euch trennt und vor allem wie du es deinem Mann gegenüber praktizierst, erschreckt mich dann schon.

Nimm es nicht zu persönlich, es sind nur so ein paar Gedanken.





09.10.2004 10:20 • #15




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