Zitat von Claudia1982:Warum immer die anderen Männer? Warum kann ich keinen Schlussstrich ziehen? Ja, es hat mit Bequemlickeit zu tun, ich hab mir mein Leben ja ganz nett eingerichtet. Und wie die meißten Menschen habe auch ich Angst vor Veränderung. Außerdem bin ich doch gut damit gefahren. Warum also was verändern? Ihr vertseht was ich meine?
Es ging mir bei den anderen ja nicht nur um S. Bei anderen fühlte ich mich 'geliebt', begehrt, sie waren was für Herz und Seele. Ich habe so oft gedacht, warum kann er nicht wenigstens ein bißchen so sein wie XY.
Warum etwas verändern?
Bei den anderen fühlte ich mich geliebt.
Ist irgendwo schon die eine Millionen Euro Frage, ne. Spatz in der Hand, Liebestaube auf dem Dach?
Weißt Du das Dilemma kann ich verstehen. Und egal, wie sehr alle anderen (vermutlich inklusive mir) es vermeintlich besser wissen, weil die sich eben gerade nicht zwischen Haus am See und Altbauwohnung in der Stadt entscheiden müssen.
Hier ist mein Ding: die Frage zwischen Haus am See und besagter Boho-Chique Altbauwohnung ist eine schwierige, insbesondere wenn das Haus am See einem hälftig gehört.
Nur Menschen im Gegensatz zu Häusern gehören einem nicht. Was mich extrem unglücklich an Deiner Entscheidung (situation) machen würde, sind doch nicht die zwei oder drei Auswärtsspiele, wenn die einfach passierten, weil Gelegenheit nun mal Diebe macht, die aber nicht weiter herauskommen, nun ja.
Die Auswärtsspiele aber sind Mittel zum Zweck. Kompensation für ein "ich will aber etwas anderes, um genau zu sein, ich will mehr".
Mit Ausrutschern zu leben, ist ziemlich hart, aber schon machbar. Persönlich könnte ich aber langfristig nicht damit leben, den anderen für etwas bezahlen zu lassen, was im Grunde genommen mein Ding wäre zu verändern.
Und ich würde es spüren. Würde den Unterschied sehr genau spüren.
Wenn Monogamie die vereinbarte Lebensform ist, man aber eben auch auf ein Lebenslang plant, dann halte ich dieses oder jenes nicht für moralisch super oder vertretbar, geschweige denn sauber, aber ich halt es ok, wenn die Selbstverantwortlichkeit stimmt. Im Gegensatz dazu halte ich es aber für extrem problematisch, kurzzeitige hedonistische/egoistische Aktionen als Rache-, Ausgleichs- oder Opferakte zu verkaufen.
Damit könnte ich langfristig nicht leben.
Und nur mal so, ich war auf beiden Seiten:
nichts ist blöder, als einem Partner, der ein Auswärtsspiel unbedingt erleben mußte, hinterher dabei zuzuschauen, wie es das als Rechtfertigung dafür nimmt, daß die Beziehung ja eh nix (nach Jahren) taugt, weil sonst hätte es selbiges nicht gegeben.
Die Auswärtsspiele Deinerseits sind vermutlich moralisch bewertbar aber nicht das Problem. Daß Du hingehst und im Grunde Deines Herzens die damit rechtfertigst, daß Du das ja nie tun würdest, wenn "er nicht oder wenn er aber" und so, zeugt von Passiv-Aggressivität und moralischer vorweggenommener Bewertung Deinerseits. Das allerdings ist unfair.
Noch mal, auch das kann man machen, ich bin da eher grau.
Dennoch sollte man zu dem stehen -jedenfalls vor sich selbst- und wenn Du die sein willst, die sagt, ich bin nur fremd gegangen, weil Du mir ja nicht geben wolltest (können wäre ja noch bitterer), dann sei die.
Nur laß uns erwachsenen sein, niemand, der älter ist als 16, verhungert in unseren Breitengraden, (mit extremen Ausnahmen) wir hungern, weil wir nicht anerkennen können, daß es jetzt dann schon an der Zeit ist, für uns selbst zu sorgen, egal welche Eltern wir gehabt haben.
Provokant gefragt, an welcher Stelle hast du Dich denn eigentlich für die emotionale Ana entschieden und sicher, daß Du da nicht mit den Auswärtsspielen eine Mia Deine gute Freundin nennst?