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Ich war abhängig von Ihm und konnte loslassen

Trillian

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Ich habe auf diese Seite auf einer ziemlich merkwürdigen Art und Weise gestoßen, und ich dachte vielleicht ist es Zeit meine Geschichte runterzuschreiben, und vielleicht ausgerechnet hier bin ich damit richtig. Ich weiß mein Deutsch ist sehr verrostet und ich bitte um Verzeihung. Ich versuche mein bestes, hoffentlich es ist gut genug um die Geschichte zu verstehen.

Es war meine erste Relation, meine erste Liebe und auch die Größte aller Zeiten. Die Basis war zwar kompliziert aber es war halt einer dieser Sachen, in dem man so überzeugt ist, dass man denkt “wir werden mit alles können” und marschiert einfach weiter - egal was. Es war auch ein sehr leidenschaftliches Beziehung, sowohl im guten, als auch im schlechten Sinne, es war oft wundervoll und auch manchmal schrecklich und hart. Es war eine Art Spirale indem wir mit der Zeit das wir zusammen verbrachten immer tiefer und tiefer eingesaugt wurden. Wir haben uns sehr geliebt, rücksichtslos. Vielleicht auch zu sehr.
Wir waren 8 Jahre zusammen, und wenn ich sage zusammen meine ich zusammen Tag und Nacht und überall. Wir waren ein eigenes Welt, eine Art von Mikrokosmos. Aber als dies das einziges Welt war die ich konnte, ich habe es gar nicht gemerkt. Seitdem ich 16 war, wuchs ich in diesen Einheit auf - zusammen mit Ihm. Aber irgendwannmal wurde es mir zu eng. Es kam die Zeit wo ich das Gefühl hatte ich kann ohne Ihn nicht existieren, und dieses Gefühl mochte ich überhaupt nicht. Wir haben eine sehr starke Abhängigkeit von einander entwickelt, und es hat mich immer mehr gestört. Ich fühlte mich wie in einer Falle in dem ich nicht mehr richtig atmen konnte - ich musste raus. Er hat es natürlich gemerkt, und gekämpft, aber Leidenschaft hilft nicht viel in solchen Kämpfen und die Situation machte ihn Gewalttätig. Die Wahrheit ist, dass wir beide verzweifelt waren, sehr sehr verzweifelt. Ich musste weg weil ich mich selbst irgendwo auf dem weg verloren habe, und weil ich zweifeln anfing ob ich ohne ihn noch leben kann. Und ich wollte es wissen. Ich war zu der Zeit 23 Jahre alt, seitdem ich 16 war, bedeutete Er mein Leben. Ich wollte nicht akzeptieren dass dies alles war. Es ist auch war, dass ich nicht wirklich wusste was ich verloren würde, denn ich konnte die Welt nicht, ich hatte keine Ahnung was mich da draußen erwarten würde. Das war auch die Reiz.

Am Anfang wollte ich eigentlich nur eine Pause. Ich ging mit einer Freundin für 10 Tage nach Ausland, ich wollte mich selbst fühlen, mich selbst erfahren, ich wollte allein sein, aber über alles wollte ich eine Weile ohne Ihn zu sein. Ich wollte nachdenken, aber ich hatte es eigentlich nicht wirklich vor Ihn zu verlassen. Oder eben nicht so. Nicht dann. Ich wollte nur diese 10 Tage ohne Ihn sein, ich wollte nicht mal an Ihn denken. Schön geplant aber natürlich ist alles schiefgegangen. Er war viel zu verzweifelt, viel zu wütend, eifersüchtig und aus Kontrolle geraten. Am dritten Tag als ich ihn doch anrufte weil meine Mutter mir eine Nachricht hinterließ ich sollte es dringend tun - war es zu spät. Er war außer sich. Er sagte er würde mich töten, sich selbst umbringen, er sagte viele schreckliche Sachen und mir wurde klar dass die Situation noch schlimmer wurde als es vorher war. Mir wurde klar dass ich nicht zurückgehen kann. Irgendwie wurde der Rückweg komplett verblockt. Ich fand mich im Ausland und da blieb ich auch. Mit einem Koffer und Kleider für 10 Tage. Meine Freundin fuhr zurück, und ich blieb. Ich hatte zwar kein Geld und keine Sprachkenntnisse aber ich war jung und frei - das erste mal in meinem Leben. Ich hatte eine Art von Euphorie und voller Hoffnung. Da hatte ich das Gefühl mein Leben fängt jetzt erst an. Und als mein Leben anfing ging es mit Ihm zuhause bergab. Für eine gute weile hatte er mit dem Gedanken gespielt sich umzubringen. Er ging nicht mehr zu Arbeit und hat so sein Job verloren. Er ist total zusammengebrochen. Dann, nach ein paar Monaten fing er an vielleicht auf einer bisschen (meiner Meinung nach) obsessiver Art eine neue Freundin zu suchen. Er sagte er bräuchte eine Frau. Verging ein Jahr, ich habe jemanden kennengelernt er hatte auch jemanden kennengelernt. Ich habe geheiratet und kurz danach hat er das auch. Ich war glücklich, stolz, was ich so alles erreicht habe, es hätte leicht ein super Erfolgsstory sein können. Nur - das war es nicht. Ich heiratete einen guten Mann, aber wir waren nie wirklich glücklich, irgendwie fanden wir nicht zueinander, und ich wusste nicht warum. Was ich als “Liebe” bis dahin kannte war etwas ganz anderes, viel tiefer, viel näher. Mit meinem Mann fand ich diese Tiefe nicht, aber ich redete es immer aus. “Es ist, weil wir ein kleines Wohnung haben” Und nun bauten wir ein drei stockwerkiges Haus mit einem swimmingpool. Aber es wurde nicht besser, es wurde nur ein bisschen schlimmer. “Es ist weil wir kein Kind haben” sagte ich zu mir, und nun fangen wir an es versuchen ein Kind zu kriegen - dass aber nicht kommen wollte. Es wurde natürlich noch ein bisschen, - na gut wesentlich - schlimmer. Und dann, als unsere Tochter endlich nach einethalb Jahren geboren war, lief nun wirklich die Hölle aus. Er hatte ein riesen Eifersucht auf das Kind und wollte mich nicht mehr dabei haben, es ist ein Syndrom dass öfter Frauen haben, und wollen mit ihren Mann nicht mehr zusammensein - nur war es bei uns umgekehrt. Er ließ mich das Kind nicht füttern weil er das selber machen wollte und so dann das Kind lehnte mich am Anfang auch ab. Sie wollte nur noch die Flasche von Ihrem Vater haben. Ich musste rausgehen aus dem Zimmer, das Milch rauspumpen und es in einer Flasche meinen Mann geben – er hat sie so gefüttert. Es war nun mein Moment um zusammenzubrechen. Es war auch Moment um Fazit zu machen, zurückzublicken und nachdenken. Bis dahin blickte ich ausschließlich nach vorne. Es war auch das Moment wo ich anfing zu schmerzen, wo ich verstand was ich mit meinem ersten Freund hatte, wie speziell es war, wie besonderes es war. Und es war dann, wo ich gemerkt habe, dass ich seitdem ich Ihn verlassen habe - ohne einen Herz gelebt hatte. Dass ich in meiner Elan frei zu sein mein Herz einfach zurückließ, und es gar nicht mal gemerkt hatte. An dem Punkt war ich 27 Jahre alt. Wir haben dann noch über 2 Jahren versucht unsere Ehe mit meinem Mann zu retten, aber es war Hoffnungslos. Mit 29 war ich geschieden, allein, mit meiner zweijährigen Tochter. Aber ich war eigentlich froh dass wir diese schlechte Ehe dann doch auf einer zivilisierte Art enden konnten. Es kam nicht mal zu Gericht, wir haben es besprochen und es zusammen beendet. Ich war wieder frei, jedoch weniger euphorisch. Ich dachte damals an meinem ersten Freund sehr viel. All die Liebesschmerz dass ich über all diese Jahre nicht gespürt hatte, war auf einmal da. Ich verstand wie viel er damals leiden musste, als Er in unseren gemeinsamen Wohnung allein zurückblieb. Ich war nun auch in einem gemeinsamen Wohnung allein. Ich fühlte mich so elend und verschämt wie ich das, was wir damals hatten so leicht wegwerfen konnte. Ich war sehr wütend auf mich selbst. Zu dieser Zeit war er auch schon verheiratet und hatte ein Kind. Und dann hatte er noch eins. Ich habe verzweifelt nach Ihm gesucht, und wollte mit ihm unbedingt sprechen, ich wollte ihn sehen, Ihn noch einmal spüren, riechen.... Ich wollte Ihm sagen dass es mir Leid tut und dass ich es jetzt wirklich verstanden habe, und dass ich gelernt habe, und ich hätte auf meinen Knien um Verzeihung gebettelt - aber es war zu spät. Es sind inzwischen 6 Jahre vergangen. Es wurde mir klar dass ich in diesen „Spiel“ verloren habe. Ich hatte mein Herz vergeben und es zurückgelassen, und das war’s. Ich kam auf das Ergebnis, dass ich nun ohne Herz weiterleben muss. Und was mir blieb war mein Körper. Und das war genau was ich ab dann zu hingeben hatte. Mein “Liebesleben” drehte sich nun nur um den S.. Ich hatte viel zeit allein weil meine Tochter oft mit ihrem Vater war, und in den Zwischenzeit hatte ich jede menge Liebhaber. Ich habe nichtmal versucht eine echte Beziehung zu haben, es war mir immer klar dass mein Herz nie mehr mitspielen konnte. Manchmal was es mehr - manchmal weniger hart, es war eine andere Spirale die mich immer tiefer zog, es war auch eine Art von Abhängigkeit, aber es hat gemacht, dass ich mich nutzvoll fühlte - auch wenn nur für eine kurze Weile. Eigentlich muss ich sagen ich hatte Glück, weil alle meine Liebhaber auch gute Menschen waren, nur halt waren die ähnliche emotionelle Krippel wie ich. Und so vergingen noch 6 Jahre. Männer kamen, Männer gingen, niemand bedeutete wirklich viel, auch wenn ich die doch irgendwo lieb hatte, wie man eben einen fernen Freund oder einen Hund lieb hat. Ich habe mich Beziehungsunfähig erklärt, und die waren eigentlich glücklich damit.
Aber das Schmerz ging nicht weg. Nun sind es 12 Jahre her, und ich kann es jetzt laut sagen: die Zeit heilt die Wunden nicht. Die Zeit existiert nicht, die vergeht so schnell! Natürlich habe ich in dieser Zeit sehr viel nachgedacht. Ich fand, dass dieses Schmerz die ich fühle, hat „Uns“ in mir am leben gehalten. Er wurde in mir dieses Schmerz und ich fühlte es weil ich Ihn in mir spüren wollte. Aber es war eben nicht richtig, es war nicht gut für mich und es war auch nicht gut für meine Tochter die mich so oft traurig oder weinen sah.
Und dann erschien ein neuer Mann in meinem Leben der anfing für mich zu kämpfen. Ich erklärte ihm dass ich Ihn nie lieben werde, weil ich meine Fähigkeit zu lieben zurückgelassen habe, und dass ich auf diese Art mein ganzes Leben lang meine Schulden zahlen muss, er soll es bitte verstehen. Aber er ging nicht weg, er war geduldig und wartete, er sagte er wollte nichts was ich nicht will er wollte nur dasein um zu wissen dass es mir gut geht. Ich konnte es über das erste Jahr nicht wirklich annehmen. Ich konnte nichts akzeptieren, und Liebe nun schon garnicht, geschweige denn es zu geben. Aber er blieb und sehr sehr sehr langsam fing er an mich zu lehren zu akzeptieren. S. war das einzige zugag zu mir, also fing er damit an. Er war zärtlich, und er neigte sich mich s.uell zu nutzen - das war neu für mich, und es war nicht einfach zu akzeptieren, aber er blieb geduldig. Ich lernte viel, und das Bild die ich von Männer hatte fing an sich zu ändern. Langsam kam das Leben in mir zurück. Langsam S. war nicht mehr das einziges Zugang zu mir. Langsam fing ich an wieder zu lächeln, zu kochen, mit meiner Tochter zu spielen und lachen. Und lagsam entschied ich mich zu heilen. Langsam war ich soweit das Schmerz - und damit Ihn, meinen ersten Freund - loszulassen. Es passierte diesen Sommer in August, als ich eine große und befreiende Realisierung machte: Die Abhängigkeit davon ich mich damals befreien wollte, die Abhängigkeit was mein Grund war damals die Beziehung zu beenden - die ging nie weg! Es war gar nicht dass ich mein Herz vergab oder verloren habe! Ich war einfach immer noch abhängig von Ihm. Auch wenn ich Ihn diese 12 Jahre lang nicht gesehen habe. Damals dachte ich dass wenn ich da weggehe geht die Abhängigkeit automatisch weg, aber es war falsch. Es geht nicht weg mit der Zeit und es geht nicht weg mit wegrennen und es geht nicht weg mit dem physischen Distanz. Es geht nur weg mit einer Entscheidung. Ich sah auf einmal dass es nicht die Liebe ist, was mich an Ihn hält sondern diese starke und tiefe Abhängigkeit. Denn ich kann Ihn lieben und mich für Ihn freuen. Ich kann Ihn lieben ohne weiteres, Liebe ist Licht und Energie, es würde mich nicht so runterreißen, es würde mir nicht so wahnsinnig und unaufhaltbar jahrelang wehtun. Es ist die Abhängigkeit das so schmerzt, das mich so Hoffnungslos gemacht hat. Wie konnte ich es nur nicht erkennen? Wieso wollte ich es nicht früher sehen? Keine Ahnung. Aber als ich diese Realisierung gemacht hatte, nach 12 Jahren Liebesschmerz, war ich auf einmal Frei. Ich konnte mich endlich an den Mann wenden der so geduldig auf mich gewartet hat, und zum aller ersten mal seitdem ich meinen ersten Freund verließ konnte ich wieder lieben. Es war eine lange Reise, und ich weiß dies ist ein sehr langes Post, ich bitte um Verzeihung und ich bin dankbar dass ihr so lang mit mir ausgehalten habt. Ich habe es runtergeschrieben weil ich dachte vielleicht kann es jemanden helfen. Ich weiß soeiniges über Liebesschmerz und wenn diese Geschichte jemanden, das Leiden von Jahren ersparen könnte wäre es wundervoll.
Ich wünsche Euch Liebe.
Was sonst? ☺

03.02.2012 03:59 • x 3 #1


lissi111


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Wow, lange Geschichte und sehr beeindruckend.
Jetzt wäre es noch toll, wenn du einen Tipp hättest, wie man die Anhängigkeit schneller los wird und frei wird für eine neue Liebe. Denn ich möchte nicht 12 Jahre warten.

03.02.2012 17:43 • #2



Ich war abhängig von Ihm und konnte loslassen

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markus75


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Danke für deine Geschichte. Das macht Mut. Mut wieder lieben zu können und sich Zeit nehmen...Danke dafür

03.02.2012 17:54 • #3


Mäusekind


Lieben Dank für Deine Geschichte.
Ich glaube auch an Deine Worte zur Abhängigkeit.
Wenn man keinen Cut macht, wiederholt sich dieses Abhängigkeitsgefühl in jeder weiteren Beziehung. Solange man nur für den Anderen lebt, ist man unfähig, seine eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen.
Ich habe auch sehr viel und lange darüber nachgedacht und möchte beim nächsten Mann alles anders machen.
Leider fällt es mir sehr schwer jemanden kennenzulernen.
Und durch die vorherige intensive Abhängigkeit kommen einem die folgenden autonomen Beziehung oft zu oberflächlich vor. Die Erwartungen an eine Beziehung sind einfach zu groß.
Ich hoffe sehr, dass ich in diesem Leben noch eine gesunde, erwachsene Beziehung finden werde.

Für Dich alles Gute.

03.02.2012 18:17 • #4


Kleine82


Mit welcher Entscheidung bist du aus deiner Abhängigkeit gekommen?

04.02.2012 18:33 • #5


Trillian


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Hallo alle, vielen Dank für Eure Antworten.
Ich habe viel nachgedacht und ich bin mir nicht ganz sicher ob das neue Titel für meinen Post wirklich passt, auch wenn es war ist. Die Sache ist, dass ich Liebe und Abhängigkeit verwechselt habe und es über lange Zeit nicht merkte. Du denkst du liebst jemanden so, dass du keinen anderen mehr lieben kannst, und das ist einfach eine Selbstlüge. Das Schmerz, das Leiden, das jahrelange Trauer all dies hatte bei mir den Zweck diese Selbstlüge am leben zu behalten. Ich wollte Ihn unbedingt treffen, Ihn um Erlösung zu beten damit ich wieder frei sein kann. Für eine Weile war ich von dieser Gedanke besessen. Aber dies war auch nur eint kleines Puzzleteil meines Spieles.
Das Spiel, das man gegen sich selbst spielt, und in dem man nur verlieren kann.
Nein, ich brauchte es nicht wirklich Ihn zu treffen. Nein ich brauchte nicht Sein Segen um wieder frei zu sein. Ich brauchte mein eigenes Segen. Aber ich habe es mir nicht gegeben, weil ich ihn sehen WOLLTE, und es gibt ein großes Unterschied zwischen was man will und was man wirklich braucht. Man ist abhängig davon was man braucht. aber was breuche ich wirklich? Was ist das was ich mir selbst nicht geben will oder kann? Ist denn das wirklich so? Man ist abhängig weil man sich entscheidet abhängig zu sein. Weil man sich entscheidet nicht für sich selbst verantwortlich zu sein. Weil man abhängig sein will (aber es nicht braucht, es gab nämlich eine Zeit vor der Beziehung die wir alle doch ganz gut durchgehalten haben, wir wussten nichtmal dass der andere existiert). Abhängig zu sein ist viel einfacher, und es entschuldigt einen von all den Sachen die man dann eben nicht macht. Zum Beispiel weiterleben. Oder loslassen. Eine neue Liebe finden. Sich mit jemanden anderen wohlfühlen. Man hat nämlich Angst dass es nicht funktionieren wird, aber diese Angst haben wir irgendwannmal alle. Ich fand raus dass wen ich wirklich nicht loslasse ist nicht er. Denn er ist schon längst weg! Ich brauch Ihn nicht loszulassen er ist garnichtmehr da! Ich lasse mich selbst nicht los! Ich selbst sitze in der Falle und auf einmal war es mir garnichtmehr so klar warum. Dies ist meine Entscheidung. Damit meine ich, dass es in meiner Hand liegt. Ich tue so, als ob ich mein Glück in seinen Händen gelassen und den Schlüssel für 12 Jahre weggeworfen hätte. Ich spiele das. Das gute dabei ist, dass wenn ich das merke, kann ich andere Entscheidungen treffen. Wenn ich merke, „mann ich lüge mich selbst die ganze Zeit an, ich rede mir ein das DIES die große Liebe IST (nicht war, ist!) und komme darüber nicht hinweg. Und damit lebe ich als ob ich eine große Liebe in meinem Leben hätte, aber es ist eben nicht so, ich bin ja allein. Alles läuft weiter, nur ich nicht, weil ich in der Vergangenheit geblieben bin, weil es mir dort besser gefällt. (Obwohl es auch sehr wehtut). Und nein, Abhängigkeit und Liebe sind nicht dasselbe, und nein, abhängig zu sein von jemanden der nicht da ist hat keinen Sinn.

Es ist einfach harte Objektivität. Ich war in meinen emotionelles Welt völlig verloren und mich selbst mit meinen Emotionen identifiziert. Aber die Wahrheit ist, dass meine Emotionen nur ein Teil von mir sind, es gibt noch viele andere Sachen die mich dann irgendwie zusammen ergeben. Wenn du merkst „Ich bin nicht mein Schmerz“ Dann kannst du ein härteres, objektiveres, klareres Blick auf dich selbst werfen um zu fragen: Was geht hier eigentlich vor? Wieso tue ich es mir selbst an? Ich glaube dass dies ein gutes Start ist um Heilung zu finden. Diese „Methode“ ist auch nicht Schmerzlos, aber ganz Sicher ist es nicht so schlimm wie das jahrelanges Leiden und Trauer. Ich hoffe das hilft etwas.

05.02.2012 00:06 • x 2 #6


waldfee80


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Hallo Trillian, ich habe ebenfalls 15 Jahre lang einem Traum nachgejagt. Er war meine erste große Liebe, wie bei Dir auch. Aber bis auf einen ONS und eine jahrelange Art Freundschaft waren wir nie zusammen. Das führte wohl auch dazu, daß ich nie aufhören konnte ihn zu idealisieren. Vor ein paar Jahren brach ich dann den Kontakt ab, ich konnte es einfach nicht mehr, wollte ihn endlich vergessen. Trotzdem schlich er sich immer wieder in meine Gedanken. Im letzten Jahr da kam die Sehnsucht wieder- ganz urplötzlich. Ich hatte 3 Jahre versucht ihn ausfindig zu machen. Dann widmete ich ihm eine ganze Cd. Sind nur Balladen drauf. Ich muß sagen, es ist auch die schönste, die ich je gemacht habe. Sie war nur für ihn gedacht. Nun ja, mittlerweile haben sie alle möglichen Personen, nur er nicht. Dann irgendwann ließ diese Sehnsucht wieder nach- verschwand einfach. Ein halbes Jahr später lernte ich dann einen anderen Mann kennen, in den ich mich zum ersten Mal nach 15 Jahren wieder so richtig verliebt habe. Und welch Wunder, er wollte mich auch- war genauso in mich verliebt. Diesen Mann mußt Du halten, das Glück mußt Du jetzt fest halten, wo Du es schon in Deinen Armen hast, sagte ich mir wieder und wieder. Doch bei dem Versuch alles richtig zu machen, machte ich alles falsch. Meine Verlustangst war so groß, daß ich ihn dadurch von mir weg trieb!

Ich muß hinzu fügen, daß ich in den letzten 15 Jahren wohl auch Beziehungen hatte und ich war Anfangs schon verliebt. Aber das verflog recht schnell. Die 15 Jahresliebe hing wie ein Damokleschwert über jeder Beziehung und es fiel immer. Bei dem Einen schneller, bei dem Anderen später. Ich habe mich ebenfalls für beziehungsunfähig gehalten- was ich ja auch war und ich habe mir überdies immer Chaospartner angezogen -.-

Wie dem auch sei, jetzt habe ich begriffen, jetzt wo ich mal eine Beziehung in den Sand gesetzt habe, mit einem Menschen, der ausnahmsweise mal zu mir paßte und den ich wirklich liebe, daß ich an mir arbeiten muß. Und zwar ganz ernsthaftig. Das ist unheimlich hart, aber ich bleibe dabei. Auch wenn ich ihn nun verloren habe, so habe ich mich aber wieder gefunden. Und was die 15 Jahresliebe angeht, vor drei Tagen fand ich ihn durch Zufall wieder und habe erleichtert fest gestellt, daß ich ihn nicht nur emotional, sondern vor allem auch psychisch los gelassen habe. Die Cd hätte ich ihm schicken können, aber nö- ich habs nicht gemacht und auch kein Bedürftnis mehr danach.



Danke für Deine Geschichte und alles Liebe für Dich,

Waldfee

05.02.2012 01:42 • #7




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