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Ich bin emotional abhängig und komme nicht los

Gast123

Hallo, ich habe das Problem, dass ich es nicht schaffe, die Kontaktsperre einzuhalten! Ich schaffe es einfach nicht. Nach einigen Tagen knicke ich immer wieder ein. Er 35, kann machen was er will und ich 28, knicke ein. Ich weiß, dass ich glücklich sein muss und ihm nicht hinterher rennen darf, aber ich kriege es nicht nochmal nicht hin.

Die Beziehung ist sehr kompliziert. Manchmal hasse ich ihn und manchmal fühle ich mich sehr zu ihm hingezogen. Ich weiß nicht warum, obwohl er soviel Mist gemacht hat.

Wir kennen uns elf Jahre und sind seit dem mehr oder weniger ein Paar. Zu Beginn war seine Exfrau eifersüchtig und hat uns sämtliche Steine in den Weg gestellt. Sie haben zusammen ein Kind und ein weiteres ist in den Jahren dazugekommen. Wir wissen nicht, ob es von ihm ist. Da er sich an den Akt nicht erinnern kann. Sie sagt er war besoffen, aber besoffen kriegt er keinen hoch!
Ich habe ihn nie meiner Familie vorgestellt, da ich immer abwarten wollte, dass er "normal" wird. In der Zeit in der wir zusammen waren, war er manchmal ein Geist und machte sich vom Acker. Kam dann aber immer wieder an. Er konsumierte Dro., missbrauchte Alk. und verspielte sein Geld. Er hat keine Ausbildung und arbeitet nun als ungelernte Kraft in einem Laden, wo er immer arbeiten wollte. Ich habe studiert und stehe fest im Leben. Das einzige was mich kaputt macht ist er, die Situation. Während wir zusammen waren hat er immer wieder meine Sachen "ausgeliehen", mich beklaut, ohne dass ich es wusste, verpfändet oder mein Geld einfach ausgegeben und sich Dro. gekauft.
Irgendwann machte er eine Therapie, wurde aber nach dem er nicht mehr unter Kontrolle war wieder rückfällig. Das ist ein Jahr her. Heute befindet er sich in psychologischer Betreuung und man hat ihm empfohlen, dass er die Beziehung zu mir beenden soll, da er sonst nie ein "normales" Leben führen wird. Seine Dro. hat er aber lange Zeit vor mir schon missbraucht, oder immer mal wieder, bis er dann abhängig war.
Ich weiß, dass es der falsche Mann für mich ist, ich weiß, dass er schlecht mit mir umgeht, aber ich weiß nicht wieso ich nicht von ihm loskomme. Warum ich immer wieder zu ihm zurück komme.
Ich habe ihn des Öfteren gesagt, dass ich meine Zukunft nicht mt ihn sehe, da er sich so schlecht verhält. Es aber nicht geschafft, diese Beziehung zu beenden. Er hatte nie Geld, wir haben nicht viel gemacht. Da ich nicht alles immer bezahlen wollte.
Seit fünf Wochen hat er mir gesagt, dass er sich trennen möchte. Zunächst war mir der Boden unter den Füßen weggerissen worden. Aber ich habe mich auf der einen Seite gefreut, auf der anderen tot traurig gewesen. Ich weiß nicht warum, wir wohnen nicht zusammen und er ist auch in eine andere Stadt gezogen nach der Therapie. Also war es nur noch eine Wochenend Beziehung. Mein Leben verändert sich nicht viel, außer die Wochenenden. Aber ich werde immer wieder schwach!
Naja zunächst habe ich es nicht akzeptiert mit der Trennung, dann realisiert und mich nicht mehr gemeldet. Dann kam er an mit er liebt mich und möchte es hinkriegen aber er braucht Zeit. Aber mal ist er total liebevoll, mal total das Arschlo. . Am Telefon ist er kalt, wenn ich ihn sehe knickt er ein und wird emotional. Nach der Trennung meinte er, dass ich schuld daran bin, dass er die Dro. missbraucht: weil er eine Frau liebt, die er nicht haben kann. Irgendwie paradox sich dann so zu benehmen.
Im Moment hänge ich in der Luft und sage ihm, dass er endlich richtig Schluss machen soll. Hat er aber nicht und fragt mich dann, warum ich nicht Schluss mache. Ich kann es nicht, weil ich mt mit ihm eine Beziehung wünsche. Keine Ahnung, obwohl es keine Perspektive hat und sinnlos ist.
Ich schaffe es nicht loszulassen. Freunde habe ich ein paar, aber wenige. Ich möchte dir auch nicht immer vollsülzen und irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich denen nicht ganz die Wahrheit sagen kann. Mit der Therapie, mit den Dro., mit dem beklaut werden.
Schlimm wird es, wenn ich alleine bin, wenn es abends wird, wenn Wochenende ist.
Im Moment kann ich mich auf gar nichts mehr konzentrieren. Aber ich will es nicht mehr. Ich will! Nicht mehr nachdenken, ich will ihn vergessen, will ihn hassen- aber es funktioniert nicht. Meinst du ich brauche eine Therapie?

Danke, dass du meine Geschichte gelesen hast.

30.07.2017 18:10 • x 1 #1


ominöser-gast

ominöser-gast

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Zitat von Gast123:

Meinst du ich brauche eine Therapie?.


Ein Blick von außen auf Dich(!) könnte sicher hilfreich sein.

30.07.2017 18:17 • x 1 #2


Gast123

Ehrlich gesagt erhoffe ich mir, dass ich hier soviel Energie tanke, dass ich ohne Therapie da durch komme?

30.07.2017 18:28 • #3


LichtundSchatte.

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Hallo Gast123,

Wie du schon selbst bemerkt hast, bist du in eine Abhängigkeitssituation geraten, schon allein deshalb wäre eine Therapie für dich sehr empfehlenswert, die Loslösung wird sehr lange dauern und erfordert Disziplin und Ausdauer.
Er ist wie eine Zecke, saugt seinen Wirt aus, bis nichts mehr zu holen ist, dann lässt er einfach ab und sucht sich die nächste, du wirst kraftlos und ausgelaugt zurück bleiben und nicht verstehen, wie er so schnell weitergehen kann und dich einfach zurücklässt.

Wenn du noch einen Funken Selbstwert in dir trägst, beende du es, bevor er es tut.
Alles Gute für dich

30.07.2017 18:31 • x 1 #4


ominöser-gast

ominöser-gast

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Ist durchaus möglich.
Viele hier haben ähnliche Erfahrungen gemacht und kennen den "richtigen" Weg.
Geben Denkanstöße und Sichtweisen, die einem selbst nicht möglich sind.
Wie in jedem Fall ist man selbst der Schlüssel zum Erfolg.
Nicht dein Partner.

30.07.2017 18:34 • x 1 #5


KBR

KBR

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Du bist seit 11 Jahren in diesem Teufelskreism bezeichnest Dich selbst als emotional abhängig und hoffst, dass Du ohne Therapie da durch kommst?

Deine Jugend und Dein junges Erwachsensein hast Du dieser Situation hingegeben. 11 Jahre lang!

Hast Du Dir nie vorgestellt oder davon geträumt, wie es ist, eine normale Beziehung zu führen. Eine Beziehung, die auf gegenseitiger Achtung und dem Respektieren der jeweiligen Grenzen beruht, in der beide unabhängig voneinander und gemeinsam Ziele verfolgen können? In der beide Geld verdienen, man zusammen tolle Reisen macht oder oder eine Familie plant?

30.07.2017 18:36 • x 1 #6


Tiefes Meer

Tiefes Meer

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Zitat von Gast123:
Ehrlich gesagt erhoffe ich mir, dass ich hier soviel Energie tanke, dass ich ohne Therapie da durch komme?
Was spricht gegen eine Therapie ? Hast Du Angst davor ?

30.07.2017 18:49 • x 1 #7


Gast123

Das ist mir klar, dass ich jede Abhängigkeit habe, die man haben kann. Ich kann auch ohne ihn glücklich sein. Mein Leben läuft ja, aber diese Konsequenz fehlt mir. Es hält Tage an und dann fertig.

Gerade habe ich ihn angerufen, letzte Woche hatte er mich versetzt und sich dann nicht mehr gemeldet. Er sagt mir, dass er mich vermisst, mich gerne sehen will Usw. Aber seine Handlung widerspricht dem Ganzen.
Alle die mich kennen sagen, das ich froh sein kann, dass er weg ist, das er nicht mehr will. (Mehr oder weniger) aber ich schaffe es nicht, ihn zu hassen. Am liebsten würde ich ihn hassen und mich nie wieder melden.

Vielleicht hänge ich auch zu sehr an ihm, weil er meine erste Beziehung ist?!
Ich bin so doof, dsss ich mich von einem Typen so kaputt machen lasse. Wenn ich Stress mit meiner Familie habe, ist das erste, dass ich zu ihm will.
Naja heute hat er keine Zeit, ich sollte morgen kommen, damit er viel Zeit hat. Aber morgen habe ich keine Zeit. Und dann soll er zu sehen- seine Antwort: dann soll es nicht sein.
Ich fühle mich bisschen misshandelt, weil ich mich seelisch misshandeln lasse.

Aber es tut gerade gut, euch davon zu erzählen.

30.07.2017 18:50 • #8


Gretchen

Gretchen

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Etwas Zu ändern gelingt in den seltensten Fällen ohne die Ursachen zu kennen und für sich zu klären/durchzuarbeiten. (Oder eben mit Hilfe von außen)
Oft Sind das leider Themen, Erfahrungen die einem so nicht bewusst sind zumindest nicht emotional zur Verfügung stehen. (Weil es schmerzhaft ist)
Deshalb verhält man sich dann wie man sich verhält obwohl es kognitiv nicht erklärbar ist (Wiederholungszwang oder reinszenierung/Abwehr)
Also ist die Frage, was reinszenierst du aus deinem Leben? Woher kommt dir so ein Gefühl bekannt vor ausgenutzt zu werden?
Oder welche eigenen Bedürfnisse hast du, die du durch die Errettung dieses Mannes nicht bemerken musst?

Kognitiv hast du ja schon längst erfasst, dass dir dieser Mann nicht gut tut. Also ist die Gretchen-frage: was hält dich bei ihm (an innerlichem Konfliktheschehen?)

Warum darf es dir nicht gut gehen?
Was wäre, wenn er sich morgen wie dein Traummann verhalten würde und wie währe dieser Traummann dann?

Klar kann man diese Fragen nicht einfach aus dem Stand beantworten, sollen Anregungen sein wohin die Reise gehen könnte.

Ich würde sagen die Lösung dieses Problems liegt in der Vergangenheit, du hast nun die Chance es in der Gegenwart zu lösen und die Zukunft selbst zu gestalten.

Tu es für dich! Nicht für ihn! Du schaffst das!

Was hast du für Träume?

Nachtrag wegen Überschneidung:
Mit Doofheit hat das nix zu tun!
Familie hast du eben schon selber angesprochen, jetzt mal provokant gefragt: vielleicht sind die doof? Und nicht du.

30.07.2017 18:52 • x 5 #9


Gast123

Wir sind zusammen gereist. Aber ich war immer für alles zuständig. Planen, die Ideen kamen von mir.
Von ihm kam nichts mehr- aussrr mir zu sagen, dass die Situation, dass ich ihn meiner Familie nicht vorstellen möchte und mich nicht für ihn entscheide kaputt macht.

Schuldzuweisungen.
Er wollte das wir Pläne zusammen machen: immer wenn ich probiert habe, dass wir sprechen, meinte er jetzt nicht.

Vor einer Therapie habe ich Angst, habe aber das Bedürfnis und denke schaue mir mal jemanden an.

Obwohl Leute mir sagen, dass ich stark sein muss und nur alleine daraus finden kann.

Komplizierte Situation.

Jetzt gerade hasse ich ihn. Wenn ich gleich wieder Ruhe habe, fange ich an, ihn zu vermissen,

Und spätestens Dienstag werde ich mich melden, so war das bis jetzt immer oder Mittwoch. Dann nehme ich mir vor, dass ich mich nicht melde, schaffe vielleicht 6 Tage und wenn er sich nicht meldet werde ich verrückt, Obwohl ich soviel machen kann. Für meine Weiterbildung, im Haushalt, beim
Sport...

Es sind immer so schwache Momente.

30.07.2017 19:00 • #10


Gretchen

Gretchen

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Man darf auch mal schwach sein, das ist menschlich. Keiner kann immer stark sein. So ist die Situation jetzt nun mal, sie kann aber anders werden. Selbstvorwürfe helfen da nicht. Du scheinst viele Stärken zu haben. Was sind das für welche? Konzentrier dich darauf.
Guck dir Therapeuten an, nach den neuen Richtlinien müssen sie eine Sprechstunde anbieten. Da wird dann geklärt, was dir helfen kann.

30.07.2017 19:08 • x 1 #11


Tiefes Meer

Tiefes Meer

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Zitat von Gast123:
Vor einer Therapie habe ich Angst, habe aber das Bedürfnis und denke schaue mir mal jemanden an.

Obwohl Leute mir sagen, dass ich stark sein muss und nur alleine daraus finden kann.


Was sind denn das für Leute ? Die scheinen zu glauben, dass ein Therapeut Dir was vorbetet, was Du dann befolgst. Aber so ist Therapie ganz und gar nicht. Wovor genau hast Du Angst, wenn Du an eine Therapie denkst ?

30.07.2017 19:10 • x 1 #12


Gast123

Zitat von Tiefes Meer:
Was sind denn das für Leute ? Die scheinen zu glauben, dass ein Therapeut Dir was vorbetet, was Du dann befolgst. Aber so ist Therapie ganz und gar nicht. Wovor genau hast Du Angst, wenn Du an eine Therapie denkst ?


Auf der einen Seite habe ich Angst, dass ich ein Psycho bin? Das mich die Therapie vollständig kaputt werden lässt und ich nicht mehr kann.


Es tut so gut mit euch zu schreiben, es war irgendwie für Mich eine Art Befreiung, auch wenn es nur jetzt gerade erst anhält. Aber ich möchte meine Gedanken hier rein schreiben, damit ich nicht ihm schreibe, oder zu viel an ihn denke. Es ekelt mich irgendwie an, dass ich auf so jemanden reingefallen bin. ich denke, dass ich beruflich dann keine Aufstiegschancen mehr habe, wenn mein Arbeitgeber es mitkriegt, dass ich eine Therapie gemacht habe.
Ich bin beim Land angestellt...

30.07.2017 21:44 • #13


Gretchen

Gretchen

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Solche Sorgen könntest du mit dem Therapeuten besprechen, bezüglich des Arbeitgebers usw.
Grundsätzlich besteht Schweigepflicht.
(Berufshaftpflicht abschließen wird eventuell schwierig nach einer Psychotherapie.)

Psycho ist doch irgendwie jeder....
Nur weil man ne Psychotherapie macht ist man nicht mehr Psycho als andere (eher weniger)
Wer richtig Psycho ist, der merkt das noch nicht mal...also bist du nicht so sehr psycho!

Vielleicht geht es ja aber auch so, kann man ja mal im Hinterkopf haben mit ner Psychotherapie.

30.07.2017 21:59 • x 1 #14


ominöser-gast

ominöser-gast

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Zitat von Gast123:


Es tut so gut mit euch zu schreiben, es war irgendwie für Mich eine Art Befreiung, auch wenn es nur jetzt gerade erst anhält.


Dann nutze doch erstmal diese Möglichkeit und schreibe dir alles von der Seele.
Hier ist immer jemand der einem zuhört.
Reicht manchmal schon.

30.07.2017 22:09 • x 3 #15






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