Reisefieber
Gast
ich kann Deine Situation ein bisschen nachvollziehen. Nachdem mir nach 19 Jahren gesagt wurde, dass es einen Next gibt, wollte ich auch noch an dem lange geplanten, bezahlten und gemeinsamen Urlaub in Indonesien festhalten. Ich war im Nachhinein gesehen damals noch im Schockzustand und irgendwo zwischen Hoffnung, Nicht-Wahrhabenwollen und Fassungslosigkeit gefangen. Damals haben mir alle gesagt, es wäre idiotisch von mir, gemeinsam in den Urlaub zu fliegen, Ich habe es letztlich auch nicht gemacht. Und im Nachhinein war das für mich das einzig Richtige. Es wäre ein Krampf ohne Ende geworden und ich wäre die ganze Zeit angespannt und ängstlich gewesen, hätte versucht mich wohlzuverhalten und jedes Wort von ihm und mir auf die Goldwaage gelegt. Wir hätten uns wohl häufig gestritten oder uns die ganze Zeit angeschwiegen, wie das viele Eheleute ja ausgiebig tun und jeder Blick aufs Handy hätte mich aufgerüttelt.
Meine Lösung war, dass ich gesagt habe, dass die Beziehung einseitig gekündigt worden ist und ich deshalb für den gemeinsamen Urlaub auch nicht aufkommen werde, sie bitte auf ihre Kosten stornieren, umbuchen oder mit Next fliegen soll und ich aus diesem Vorhaben raus bin. Letztlich hat das Umbuchen geklappt, was mir allerdings auch egal war, so ein Urlaub wäre das Geld ganz sicher nicht wert gewesen. Ich habe mich dann gefragt, was ich eigentlich auch sonst noch immer schon mal kennenlernen wollte und habe spontan eine Reise nach Hawaii gebucht . Dort habe ich eine der schönsten Landschaften der Erde kennengelernt. Den Aufenthalt dort habe ich als wirkliches Geschenk erlebt, ich habe gemerkt, dass ich alleine gut klarkomme, Menschen kennengelernt und mein Selbstbewusstsein und den Selbstwert wieder aufgepäppelt. Trotz aller Trauer, die auch dabei war, war das ein wundervoller Beginn eines neuen Lebensabschnittes. Ich wünsche Dir eine weise Entscheidung und denk in Ruhe drüber nach, was Du dir mit einem gemeinsamen Reiseantritt auch selbst antun würdest.
Alles Gute