kira1405
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Unsere gemeinsame Zeit war nicht immer leicht. Ich habe ihm damals in einer sehr schweren Phase beigestanden – er war lange krankgeschrieben, musste eine Umschulung machen, hatte Stress mit Versicherungen und stand vor einem Umzug. Ich habe seine Wohnung eingerichtet, mich um viele Dinge gekümmert und ihm auch finanziell geholfen, obwohl ich selbst Studentin war und kaum Geld hatte. Irgendwann hieß es, er hätte in der Reha mit einer Frau mehr als nur geflirtet. Ich weiß bis heute nicht, ob das wirklich stimmt. Es gab öfter Situationen, bei denen ich mir nicht sicher war, ob er ehrlich zu mir war. Irgendwann konnte ich nicht mehr – ich musste mich auf meine Bachelorarbeit und mein Leben konzentrieren – und habe mich getrennt. Er hatte zudem oft ein Problem damit, dass ich studiere.
Auf meine Nachricht am Montag hat er sofort reagiert und mich abends angerufen. Wir haben stundenlang gesprochen. Am Ende meinte er, wir könnten uns am nächsten Tag sehen – ich solle ruhig über Nacht bleiben. Ich habe zugestimmt.
Als ich bei ihm war, war alles wie früher, und doch nicht. Die Wohnung war noch ähnlich eingerichtet, aber er hat mir stolz gezeigt, was er sich Neues angeschafft hat – ein neues Auto, neue Möbel. Wir haben über meinen baldigen Umzug gesprochen, und er meinte, er würde mir dabei helfen. Außerdem sagte er, er würde mich gern mit zu Hochzeiten nehmen, auf die er eingeladen ist. Es fühlte sich plötzlich wieder vertraut an. Wir sind zu meiner zukünftigen Wohnung gefahren, danach essen gegangen, haben einen Film geschaut… fast so, als wären wir für einen Tag wieder ein Paar. Er nannte mich wieder beim alten Kosenamen und fragte, ob ich mir einen Neuanfang vorstellen könnte. Ich meinte, ob er sich da sicher sei, ob wir das wirklich hinkriegen würden – und er sagte nur, wir hätten beide daraus gelernt, und ich hätte mich so positiv verändert.
Beim Film war er nicht wirklich aufmerksam, später hat er noch versucht, mir bei einem Problem mit meinem Arbeitslaptop zu helfen – vergeblich. Als wir im Bett lagen, ist er mir sofort an die Klamotten gegangen. Ich wollte das eigentlich nicht. Trotzdem hatten wir ungeschützten Sex. Danach war er plötzlich wieder ganz anders – distanziert, kaum noch Nähe oder Gespräche. Am Morgen hat er mir zwar Kaffee gemacht, aber wirkte mehr damit beschäftigt, aufzuräumen. Ich bin gefahren.
Später kamen noch Nachrichten, wie toll und hübsch ich sei und dass er hoffe, ich bereue nichts – das hat mich sehr verunsichert. Ab mittags wurde der Kontakt immer weniger. Um 17 Uhr kam nur noch eine Nachricht, was ich abends mache, und dass er müde sei. Danach: nichts mehr.
So war er früher nie, wenn er wirklich interessiert war. Ich habe gesehen, dass sein Datingprofil gelöscht wurde – und eine Freundin hat ihn am Donnerstag mit einer anderen Frau beim Einkaufen gesehen.
Ich habe ihn daraufhin am Donnerstag angeschrieben und gefragt, was das alles sollte. Ich habe mich benutzt gefühlt – als ob er sich nur einen Ego-Boost holen wollte, hören wollte, dass es bei mir schlechter läuft. Ich weiß bis heute nicht, ob er gerade eine Freundin hat. Und ich hatte ungeschützten Sex mit ihm. Seine Antwort war nur, ich solle kein Drama machen, er sei früh schlafen gegangen, und er würde mir die Pille danach überweisen. Plötzlich hat er mir die Schuld dafür gegeben, dass nicht verhütet wurde. Kein Wort mehr über Neuanfang, Zukunft, Unterstützung.
Ich habe mich selten so schlecht gefühlt wie jetzt. Seit gestern scheint er mich auch blockiert zu haben – ich sehe kein Profilbild mehr. Auf seine letzte Nachricht, dass ich „etwas Besseres verdient“ hätte, habe ich nicht mehr reagiert.
Ich weiß nicht, warum ich dachte, es könnte noch mal etwas werden. Aber ich fühle mich einfach nur leer, verunsichert und irgendwie ausgenutzt.