Zitat von tonja:In der Tat! Aber vielleicht sieht man es erst als Unglück, wenn man durch eine andere Begegnung auf einmal spürt, dass es viel mehr gibt, das so viel fehlt, das man so viel vermisst. Diese Gefühlskälte und Gleichgültigkeit ist ein schleichender Prozess, den die wenigsten aktiv mitbekommen. Oftmals braucht es einen Anstoß von außen. Und dann sammelt man gern das ein, was man auf einmal spürt, all die Jahre vermisst zu haben.
Der größte Denkfehler von Frauen ist meiner Meinung nach, dass sie glauben, Männer denken genauso wie wir
Während Frauen oft nur in einer Beziehung ohne S., Begehren, Nähe und Intimität bleiben, wenn sie auf den Versorger angewiesen sind (und wehe, da kommt mal ein "besserer" Versorger daher, der das Vermisste zuzüglich Sicherheit auch noch bietet ...), ist das Fehlen dieser Dinge für die meisten Männer kein Grund, eine Beziehung zu beenden. Es ist für sie nur ein Grund, eine Affäre anzufangen
Machen viele Frauen heutzutage auch, klar, aber Frauen neigen dazu, sich viel schneller zu trennen, wenn sie sich mal wirklich verlieben. Männer handeln in solchen Dingen verstandesbetonter. Und wenn es rationale Gründe gibt, die gegen eine Trennung sprechen, dann trennen sie sich nicht. Punkt. Für die allermeisten Männer zählt die Ratio mehr als Gefühle (denen man eh nicht trauen kann, weil sie ja nicht kalkulierbar sind und sowieso ständig schwanken). Rationale Gründe gibt es viele für Männer. Ich zähle mal ein paar auf, die ich immer wieder gehört habe in den letzten Jahren
- die Kinder (natürlich, das kann ich sogar gut verstehen)
- das Haus
- die Firma/das gemeinsame Unternehmen
- der Alltag funktioniert (sprich: die Frau schmeißt den Haushalt und lässt ihn weitestgehend in Ruhe, es gibt keinen Streit und jeder lebt so vor sich her, ohne sich gegenseitig dabei zu stören)
- meine Frau ist (wirtschaftlich oder sonst wie) von mir abhängig und ich käme mir vor wie ein Ar., wenn ich sie verlassen würde (übersetzt: ich glaube, es ist besser für sie, wenn ich sie "nur" betrüge als wenn ich sie verlasse)
Das sind rationale Gründe für Männer, in der aktuellen Beziehung zu verharren. Auch ohne S. und Zärtlichkeiten. Die kriegt man(n) schließlich auch woanders, und dass es in Langzeitbeziehungen damit oft sowieso nicht mehr weit her ist, weiß auch jeder.
Ein Mann würde sich definitiv trennen, wenn folgende Punkte zuträfen:
- die neue Frau ist wirtschaftlich sehr (!) gut aufgestellt, sodass eine Trennung für ihn ohne wirtschaftliche Verluste bliebe (Umzug von Villa in andere Villa geht, nicht aber von Villa in Zwei-Zimmer-Wohnung)
- die neue Frau hat keine Kinder von einem anderen Mann, und er hat keine Kinder mit der aktuellen Beziehungspartnerin
- die neue Frau hat einen deutlich höheren "Status" als die jetzige (deutlich attraktiver, jünger, beruflich erfolgreicher, intelligenter ...)
Klingt alles ziemlich shice, entspricht aber dem, was ich in zwei Jahren Recherche so herausgefunden habe. Man kann die Liste auch ins Negative umkehren, dann hat man genau die Gründe, warum sich ein Mann für eine bestimmte Frau NICHT trennt.
Nicht trennen wird sich ein Mann, wenn von den oben genannten Punkten nichts zutrifft, dafür aber folgendes:
- der S. mit der neuen Frau ist bombastisch (dem Mann ist klar, dass das zu 98% der Situation - Affäre - geschuldet ist, weil die Konstellation eben entsprechendes Begehren bei der Frau hervorruft, dass es in der Intensität in einer normalen, gesicherten Alltagsbeziehung gar nicht geben kann)
- er hat (starke) Verliebtheitsgefühle für die neue Frau - die genießt er, weil sie ja für ihn auch nicht mit Verlustängsten einhergehen - er hat ja noch ein Sicherheitsnetz - aber er weiß auch, dass diese irgendwann vergehen. Mit Glück halten sie 3-4 Jahre, in Affären meistens sogar noch länger, je nachdem, wie häufig man sich sieht
- er sieht in der neuen Frau eine "Seelenverwandte" (er weiß aber, dass es so was nicht gibt und zu 90% seiner Projektion entspringt)
Die meisten Frauen lassen sich in Beziehungsentscheidungen von ihren Gefühlen leiten und nicht von ihrem Verstand. Wäre das anders, gäbe es wohl keine einzige Affäre

weil jeder Frau ihr Verstand sagen würde: der Typ ist verheiratet, Finger weg, das wird dich nur unglücklich machen. Ebenso würden betrogene Frauen den Mann umgehend vor die Tür setzen, weil ihr Verstand sagen würde: er hat bewiesen, dass er bereit und fähig dazu ist, dich sehr zu verletzen. Und das ist ein ziemlich guter rationaler Grund, keine Beziehung mehr mit ihm zu führen, weil man sich nicht mehr vertrauensvoll fallenlassen kann.
Es gäbe andererseits auch viel weniger Trennungen, weil Frauen bei ihrem Mann bleiben würden aus rationalen Gründen (man versteht sich gut, die Wirtschaftsgemeinschaft und Elternbeziehung funktioniert) und ihn nicht verließen, weil sie "keine Gefühle mehr" für ihn haben (ihn also nicht mehr begehren, bewundern, anziehend finden). Man liest es sehr häufig, dass Frauen aus diesem Grund eine Beziehung beenden. Männer hingegen beenden eine Beziehung meist dann, wenn rationale Gründe dagegen sprechen (wir passen nicht zueinander/das Zusammenleben ist schwierig/anstrengend, wir haben unterschiedliche Lebensziele - oder: ich hab eine "Bessere" gefunden).
Und das ist in den allermeisten Fällen der Hauptunterschied zwischen Männern und Frauen - Frauen treffen Beziehungsentscheidungen eher auf Gefühlsbasis (und verlieben sich auch in die "völlig Falschen"), Männer eher auf rationaler Basis (sie verlieben sich auch in die "völlig Falschen", ziehen daraus aber nicht die logische Konsequenz, dass sie aufgrund ihrer Verliebtheit unbedingt eine Beziehung mit ihr eingehen müssen).
Wenn Du, liebe TE, also nun noch nachträglich den Mann davon überzeugen möchtest, dass Du doch "die Richtige" für ihn bist, musst Du ihm rationale und logische Lösungen für sein Dilemma anbieten. Über die Gefühlsebene erreichst Du da so oder so gar nichts, ganz egal, wie verliebt er in Dich ist/ noch sein wird. Er hat es ja deutlich geschildert, was ihn drückt:
- das Haus
- das Vermögen, das aufgeteilt werden muss
- die Kinder
Lösung könnte hier sein: Du hast so viel Geld, dass Du ihn "freikaufen" kannst - eine Trennung also ohne wirtschaftliche Verluste für ihn einher ginge. Du bist in der Lage, seine Kinder aufzunehmen und fähig dazu, seine Frau dazu zu überreden, dass sie die Kinder bei ihm lässt, sodass er sein Leben mit Dir und den Kindern weiterführen kann, wie er es zuvor mit seiner Frau getan hat.
Solltest Du das bieten können, dann versuch Dein Glück

Wenn nicht - lauf. Weit weg.