TheGriffin
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Kurzfassung: 2 Jahre professionelles Verhältnis -> danach ich verliebt, er nur Freundschaft -> einige Monate recht enge Freundschaft -> er verliebt sich in andere Frau, ich gestehe meine Gefühle -> er will 4 Wochen Bedenkzeit -> entscheidet sich für die andere -> wir bleiben weiter befreundet -> Beziehung mit der anderen Frau verläuft sich (sie hat eigentlich einen Freund, ist aber "liberal") -> er nähert sich langsam an -> ich "überzeuge" ihn von einer Beziehung -> intensives auf und ab (er Bindungsangst, ich Verlustangst. Dazu später mehr) -> 3 Tage getrennt, dann wieder zusammen -> schließlich am Dienstag wieder Trennung.
Ich hab ihm jetzt gesagt, dass ich erst mal Zeit brauche und das er sich nicht melden soll.
Die ersten zwei Tage ging es mir richtig dreckig, jetzt geht es aber eigentlich einigermaßen. Habe natürlich viel Gegrübelt und Bilanz gezogen, warum es schief gegangen ist und entschieden, dass ich es gerne noch mal versuchen möchte, falls wir es schaffen aus unseren Muster auszubrechen.
Unser Muster: Er hat Bindungsangst. Äußert sich, recht typisch, darin, dass er Phasen hat in denen er sehr verliebt ist und die Beziehung unbedingt wollte und dann kam es innerlich zum vollständigen Verbindungsabbruch, was natürlich ein ziemlich aufreibendes Nähe-Distanz-Spiel zur Folge hatte. Ich habe darauf leider ziemlich schlecht reagiert. Habe geklammert, wurde zickig, unfair, passiv aggressiv, habe Forderungen gestellt, Ultimaten, die ganze Palette eben. Das das nicht lange gut gehen konnte, war klar, obwohl wir uns, wenn wir uns wieder beruhigt hatten, immer bewusst waren, dass wir uns Gegenseitig aufputschen. Je mehr er sich zurückgezogen hat, desto mehr habe ich geklammert, desto unwohler hat er sich gefühlt, desto mehr... und so weiter.
Ich liebe den Mann aber trotzdem, auch wenn er anstrengend ist und wenn es einen Weg gibt, diese Beziehung funktionstüchtig zu machen, würde ich den gerne finden.
Ob er da mitspielt ist natürlich die Frage, allerdings ist er erfahrungsgemäß eher wenig konsequent im Schluss machen (weder bei mir noch bei anderen Frauen). Es bringt aber nichts, ihn zu überreden, das ist nicht nachhaltig. Hat zwar schon mal geklappt, aber wir sind nach einer Woche wieder in die selben Muster verfallen.
Nein. Dieses Mal muss es anders laufen. Leider haben wir beide ein Problem, dass heißt es liegt nicht alleine in meiner Hand. Ob er seins in den Griff bekommt, weiß ich nicht. Er hatte aber immer wieder klare Tage, an denen er ganz klar erkannt hat, dass er ein Problem hat. Er hat auch einen Psychologen. Allerdings gab es auch immer wieder Momente in denen er richtig bockig geworden ist. Nicht überraschend. Selbsterkenntnis ist ja recht schmerzhaft und wenn man dann von Leute gesagt bekommt das man sich ändern muss (hab ich gemacht. und nicht nur ich), schaltet man schon mal auf Defensiv. Nun ja... die Zeit wird zeigen, wie sich das Entwickelt.
In der Zeit möchte ich an mir arbeiten. Ich hatte in den letzten Tagen irgendwie ein Aha Erlebnis. Ich war in dieser Beziehung sowas von Abhängig von ihm, dass das nur schief gehen konnte. Ich hatte einfach panische Angst, ihn zu verlieren. Interessanterweise stelle ich fest, dass meine Angst viel schlimmer war, als das wovor ich Angst hatte. Klar mir geht's nicht gut, ich vermisse ihn sehr und trauer um die schöne Zeit die wir hatten, aber ich lebe noch. Diese Panik, die ich in der Beziehung verspürt habe, dass es auch keinen Fall schief gehen darf, weil ich dann unendlich leiden werde und gar nicht mehr klar komme, hat sich als unnötig heraus gestellt. Ich habe mich nach der Trennung wirklich ein bisschen erleichtert gefühlt, weil es mir ja ständig irgendwie schlecht ging mit ihm.
Jetzt habe ich also erkannt, warum es mir so schlecht ging und das es eigentlich unnötig war, dass sie Situationen immer so eskaliert sind.
Ich kann mir vorstellen, dass ich jetzt, wo ich weiß, dass es nicht das Ende der Welt ist, wenn die Beziehung kaputt geht, alles viel mehr genießen könnte, mit seinen Probleme viel gelassener umgehen könnte.
Diese Entscheidung treffe ich im vollen Besitz meiner geistigen Kräfte. Ich möchte es noch mal versuchen, weil ich ihn will, nicht weil ich ihn brauche und ich nehme es auch in kauf, dass ich dann wieder enttäuscht werde und sich "mein Leid verlängert". Heißt: Ich möchte hier keine Standardsprache wie "lass ihn gehen" hören. Werde ich einfach ignorieren.
Stattdessen hätte ich gerne Ratschläge, wie ich meine neu gewonnene Erkenntnis verfestigen kann. Ich möchte nicht das selbe Spiel noch mal spielen, mich noch mal so fühlen, ich will stark sein und mich sicher fühlen und zwar aus mir selbst heraus, nicht in Abhängigkeit eines Partners.
Was sagt ihr dazu? War vielleicht jemand in der selben Situation? Wie wächst man an sowas? Ich glaube der Prozess ist gar nicht so ungewöhnlich. Er ist meine erste große Liebe, meine erste Beziehung und eben meine erste Trennung. Alles Neuland. Ich will die richtige Position dazu finden, damit es das nächste mal besser läuft, egal ob mit einem neuen Partner oder mit ihm (mit ihm nur, wenn auch er sich weiterentwickelt. Ich liebe ihn sehr, aber dieses "ich bin halt so und will mich nicht ändern auch wenn ich damit mir selbst und anderen schade" das er manchmal drauf hatte, hat mich immer genervt.)

