Danke euch für den ganzen Input. Tatsächlich fand ich jeden einzelnen Beitrag toll und hilfreich. Bisher ist es sehr schöner Strang, ich danke euch sehr herzlich.
Meine Emotionen beruhen ja immer darauf für jemanden zu viel zu sein. Und auch hier im Forum war das eine zeitlang gefühlt so, weil es für mich schwierig ist Gefühle authentisch zu zeigen, wenn mich Menschen kennen oder glauben mich zu kennen.
Die Erkenntnis ist: ich bin empfindsamer als andere. Und hier hatte ich einen Ort, der mich so sein ließ, wenngleich es hier schon auch manchmal unempathisch kracht. Und ich traf einen ebenso empfindsamen Menschen. Und trotzdem wünschte ich mir ich hätte das nie erlebt. Denn einmal das zu spüren, dass jemand genau weiß, intuitiv, was er tun muss damit es sich für mich gut anfühlt, war so herausragend, dass ich es nach dessen Verlust, lieber nie gehabt hätte. Oder wie jemand schrieb: ja, der Preis war zu hoch.
Ich habe hier 39 Zitate gespeichert, mal sehen ob ich alle jetzt schaffe, ansonsten geht es später mit meiner Antwort weiter.
Zu Anfang: Hochsensibiltät.
Zitat von Jane_1: In der Wissenschaft nennt man Menschen, die die in der Hochsensibilität zu findenden Eigenschaften mitbringen eher neurodivers oder auch traumatisiert.
Ja ,ich weiß, das ist kein gültiger Begriff. Tatsächlich ist das ja auch nicht selten und kein Charakterzug und schon gar nicht macht es einen empathischer. Ich finde mich darin aber sehr wieder. Traumatisiert bin ich nicht, ich wüsste nicht durch was. Und doch trafen mich Dinge, über die andere einfach hinweggehen, schon immer mehr. Ich leide also irgendwie lange und viel und komme sehr schwer aus meinem Hamsterrad.
Zitat von Vajana: Aber mir sind mittlerweile auch tolle Sachen passiert
Mir schon auch. Und das ist es ja. Nachdem ich mir selbst geholfen hatte, durch die Therapie, dachte ich den Code geknackt zu haben. Darauf gehe ich aber gleich noch ein. Aber im Prinzip war danach meine Erfahrung: je authentischer man auf Menschen zugeht, umso mehr bekommt man zurück. Lässt man die Mauer aufrecht, kann auch nichts Schönes durch.
Zitat von Vajana: Hattest du denn nichts besonderes?
Doch, aber wie gesagt. Ich würde es trotzdem löschen wenn ich könnte. Wie Parzival auf Gralssuche, ohne zu wissen ob man nochmal eine solche Chance bekommt.
Zitat von Sonnenschein85: Ist denn etwas konkret vorgefallen, weil es dich diese Nacht so sehr umtreibt?
Nichts was jemand anderen aufwühlen würde. Mich halt schon. Ein Klick, ein paar Worte. Nichts schlimmes.
Zitat von Sonnenschein85: Dieser Mensch, über den du schreibst, auch ohne Hintergründe zu kennen, hat dich vielleicht zurück geworfen und dir weh getan.
Erst wollte ich 'ja' schreiben. Aber gerade kann ich das nicht (mehr).
Zitat von Sonnenschein85: Aber du hast die Möglichkeit weiter zu gehen, mit anderen Menschen, die dir gut tun. Die dich annehmen wie du bist und dich lieben wie du bist.
Ja, die gibt es schon auch. Das stimmt.
Zitat von whynot60: Aber dann war ich schon widerstandsfähig genug .
Ja, damit hadere ich noch. Mein Leben, mein Weg, mehr laufen lassen, weniger strukturieren und planen.
Zitat von whynot60: Bist Du eigentlich kreativ? Oder hast Du zumindest schon mal darüber nachgedacht, es zu sein?
Wenig. Aber ich weiß, dass es mir gut täte, weil ich sehr lange nur meine rationale Seite trainiert habe.
Zitat von mokka_23: Steh zu deinen Errungenschaften und Erfolge, zu deinen Fehlern und Niederlagen, zu deiner Liebe, da wo sie (fehl) am Platz ist, da wo sie fehlt oder sie sich falsch anfühlt, aber steh dazu. Steh zu dir selbst.
Ich weiß nicht, aber es trifft es nicht ganz. Ich stehe zu mir, aber ich bereue es. Ist das ein Widerspruch? Ich möchte mich schützen. Ich möchte es nie wieder so machen. Ich kann es noch nicht in Worte fassen, was mein Problem ist. Wahrscheinlich ein punktuelles Ereignis, dass mich zutiefst geprägt hat. Ich will mich nicht verstecken. Ich wünschte nur ich hätte es gar nicht zugelassen, weil ich weiß, dass ich so eine Zurückweisung gar nicht aushalte.
Zitat von Arnika: Oder Diogenes mit seinem Fass.
Den Mut von dem hätt ich gern und das Fass auch.
Zitat von Arnika: Ehrlich gesagt hab ich sogar eher den Eindruck, ich hab mich kategorisch nach unten „optimiert“.
Ich mich auch. Ich weiß genau was du meinst. Weniger Perfektionismus, mehr ich.
Zitat von Arnika: Diese ewige Floskel hier zB: „Arbeite an deinem Selbstwertgefühl!“ Aha. Und wie genau?
Und 'mehr ich' kommt tatsächlich aus der Verteidigung meines Selbstwertes. Den habe ich erst letztens wieder gefunden und das ich meine Werte dahingehend verteidigen darf. Wie man ihn sich allerdings anschafft, den Selbstwert, das weiß ich auch nicht.
Zitat von MissNextDoor: Gründe an sich zu arbeiten wären für mich einzig und allein, wenn man Probleme mit Dingen hätte und besser damit zurechtkommen möchte
Das tat ich, weil ich an einen Punkt geriet an dem ich meine Reaktion nicht mehr verstand. Und ich machte eine kurze Therapie. Das war ein wahnsinnig schwerer Schritt für mich.
Zitat von AnnaLüse: Gibt's da Methoden aus deiner Therapieerfahrung, um damit umzugehen?
Die Therapeutin stellte anhand eines Schemas dar, wo ich genau in eine Schleife geriet aus der ich nicht rauskam. Und die Lösung war: rede über deine Geühle und das was dich bewegt. Ich hatte immer nur gelernt zu schweigen. Und ich rede echt gern über Gefühle. Aber das war jetzt genau Teil des Problems. Hätte ich das mal gelassen und wäre hinter meiner Mauer geblieben.
So ich mache hier erstmal eine Pause. Gebt mir noch Zeit auf die anderen Dinge zu antworten. Aber ihr seid ja eh sicher mit Silvestervorbereitungen beschäftigt.
Ich melde mich bald wieder.