Guten Morgen ihr Lieben und danke für euren Zuspruch.
Ja. Ich bin streng mit mir, denn wie sonst sollte man als so vorsichtiger Mensch wie ich es wohl bin, durchs Leben kommen. So hab ich das auch gelernt und ganz falsch ist es ja auch nicht.
Ich bin da tatsächlich auch bei @whynot60 . Auch das waren meine Erkenntnisse. Vielleicht etwas sanfter, weniger gesellschaflich betrachtend, aber sehr ähnlich. Denn ich bin dann doch zu emotionsgeladen, als dass mir Wissenschaft ein ganzes Leben Spaß gemacht hätte. Meine Talente liegen halt vielleicht wo anders. Und trotzdem habe ich einen rationalen Beruf. Immer noch. Und oft denke ich darüber nach, ob ich nicht doch noch etwas erfüllenderes finde, wobei ich die Sicherheit schon auch sehr mag.
Irgendwann war ich so zerfressen von meiner Vernunft, dass ich ein Buch las, dass mir nahelegte mehr Kreativität in mein Leben zu bringen. Seither versuche ich das dann und wann. Ich bin jetzt kein Typ der malt, höchstens nach Zahlen
😄, aber anderes was den Kopf ausschaltet. Und ja, das tut mir sehr gut. Das stimmt.
Jetzt noch ein wenig weiter mit euren schönen Texten hier.
Zitat von Plague: die Kraft gegeben, aus der Opferrolle herauszufinden und Verantwortung zu übernehmen. Das muss reichen ...
Ich denke das bezieht sich mehr auf dich, aber ich möchte sagen, dass ich mich nicht als Opfer sehe, höchstens als Opfer meiner selbst.
Zitat von MissNextDoor: Das gehört aber tatsächlich zum Lernen dazu.
Ja, Fehler gehören dazu. Ich bin der letzte der das nicht versteht. Und trotzdem wünschte ich wäre da nie rein geraten. Dann doch lieber die einsame Insel irgendwo. Oder ein Hausboot, das fand ich immer toll
🙂 .
Zitat von MissNextDoor: Ich denke auch nach wie vor, dass man aus und an allem lernt... ob man will oder nicht.
Ich ziehe daraus aber zumindest keine neue gute Erkenntnis. Ich bin nicht dankbar. Es ist eine Lektion um die Mauer hochzuziehen.
Zitat von Ella: Eine tiefe Enttäuschung, die so allumfassend ist, dass man das ganze Leben in Frage stellt. Nicht die Existenz an sich, aber den Sinn des Ganzen.
Genau so.
Zitat von Ella: Meistens vergeht dieser Zustand und am nächten Tag sieht die Welt / das Leben besser aus. Ist auch diesmal so
Gestern war nochmal extrem. Viele Tränen und der Satz 'ich bin nicht meine Emotionen, ich habe sie' hat mich sehr zum Nachdenken gebracht. Denn ich bin meine Emotionen. Zumindest in einer Beziehung. Ich weiß nicht ob das gut oder schlecht ist.
Zitat von Plague: unrealistischen Maßstäben
Zitat von Jane_1: Naja, bürdest du dir da nicht bisschen zu viel Verantwortung auf? Und berechnest du dafür die anderen Variablen - nämlich auf der einen Seite du, auf der anderen: ALLES ANDERE - zu gering ein?
Zitat von Jane_1: Kommt dir jetzt zu teuer vor. Ja, kenn ich. Trotzdem: während es toll war, war es toll.
Wie ein Rausch. Währenddessen: super. Danach: Kater.
Zitat von AnnaLüse: Und wo kommt überhaupt dieses großes Schuldgefühl in dieser Situation her? Dass du dich selbst reingelegt hättest, alles rückgängig machen möchtest, dich verkriechen möchtest?
Ja, ich glaube meine Ansprüche an mich sind oder waren enorm. Unrealistisch? Ja auch. Ich bin schon ein Träumer in Beziehungen.
Zitat von _Nane_: Du hast sinngemäß geschrieben, dass Du Dein Leben bis hierher gestaltet hast. Welch ein Privileg!
Und ja auch ein Gestalter. Und ja, ich weiß, es ist ein Privileg. Mir wurden diese Möglichkeiten geschenkt. Umso mehr habe ich ihn bewundert, weil dieses Glück nicht jeder in dem Maße hat.
Zitat von Plague: Nach eigenen Werten zu leben ist nicht nur gut fürs Rückrat, sondern auch für den Selbstwert.
Ja, die musste ich wiederfinden und ich finde grad mein Rückgrat wieder. Das war etwas gebrochen und das enttäuschte mich selbst so wahnsinnig.
Zitat von CanisaWuff: möchtest Du wirklich anders sein, als Du bist?
Zitat von CanisaWuff: Aber die Menschen, die mich mögen machen mich dagegen oft sprachlos und verlegen, wenn sie es mir zeigen.
Zitat von CanisaWuff: Ich versuche einfach authentisch zu sein.
Ich wünschte ich hätte gelernt mit Emotionen überhaupt umzugehen. Das einzige was ich gelernt habe ist: zeig sie nicht. Sensible Menschen sind immer das Opfer. Setz dich durch.
In der Therapie hab ich dann gelernt: Sei authentisch. Und ich glaube daran hielt ich mich einigermaßen.
Und ja, die Menschen haben mich dann auch überrascht. Man bekommt ganz oft das zurück was man ausstrahlt.
Zitat von Sonnenschein85: Vielleicht hilft dir Weinen auch ein Stück weit. Mir geht es danach meistens etwas besser.
Ja, nur manchmal rutscht man dann auch in so eine Abwärtsspriale. Ich hatte einmal ein üble Anpassungsstörung mit Depression, kurz aber prägend. Die mich auch zu dieser Therapie führte. Und ich weiß wie sehr ich mich überfordert habe. Und ich hoffe ich finde hier raus ohne sowas.
Zitat von tauris: Und hier, in diesem Moment, hast du die Möglichkeit, anders zu fühlen, zu handeln, zu atmen.
Anders zu fühlen gelingt mir irgendwie nie. Ich kann außen rum was anderes bauen ja, aber das Gefühl bleibt gleich.
Zitat von Ella: Für mich ist es wichtig, mich immer besser kennen zu lernen in allen Facetten meines Seins.
Ja, das verstehe ich. Nur denke ich dann oft auch zuviel.
Zitat von Jane_1: Du hast einen üblen Männerkater.
😄 vermutlich. Er ist halt besonders. Also auch ein besonderer Kater.
Zitat von Waris07: Stell dir vor, du könntest deinem jungen Ich im Jahr 1988 einen Brief schreiben – ganz ehrlich.
Danke, das werde ich machen. Das ist eine wundervolle Idee.
Zitat von Wirdschon: nun, mit Hypersensibilität hab ich keine Erfahrung und stelle mir ein Bedauern ganzer Jahrzehnte furchtbar anstrengend vor.
Nein, es ist kein Bedauern ganzer Jahrzehnte
🙂 . Aber ich wäre einfach gerne eine andere Version die gelernt hat besser damit umzugehen und sich auch gar nicht in diese Situation gebracht hätte.
Am Anfang fühlte ich eigentlich nur den Gedanken einfach nicht mehr da sein zu wollen. Aber das wurde dem nicht gerecht. Ich bin nicht lebensmüde, aber ich wünschte ich wäre anders. Aber ja, jetzt bin ich so, es hilft ja nix.
Und ja, vielleicht braucht es auch dazu noch mehr Mut. Einfach man selbst zu sein ist vielleicht mutiger als ständig zu formen.