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Ich will wer anderes sein

A
@whynot60 Ich würds weniger auf Philosophen, und wenn dann nur in stark vereinfachter Form zurückführen, sondern eher auf den Siegeszug von
Psychologisierung und Selbsthilfegurus wie Carl Rogers oder Martin Seligmann zB. Positives Selbstbild, Selbstakzeptanz, Wachstum. Positive Psychologie: Fokus auf Ressourcen statt Defizite. Eh super!
Das Problem: Aus einer zeitlich begrenzten Therapie wurde ein Dauerimperativ: „Wenn du leidest, denkst du falsch.“

Dazu kam dann eine esoterische Armee als Religionsersatz, die sich meistens halbgar und genauso oberflächlich aus dem Buddhismus bedient. Die sind vermutlich die Hauptquelle des Grauens. Wobei man sich auch da was rausnehmen kann. Nur: Ununterbrochen und lebenslänglich muss man irgendwas loslassen und „heilen“. Aha. Ich wusste vorher gar nicht, dass ich krank bin. Also gilt es jede noch so kleine Episode des Lebens und natürlich vor allem der Kindheit zu sezieren und „integrieren“. Und da man sich an das meiste nicht mehr so genau erinnern kann, erfindet man halt unterbewusst oft noch was dazu. Und natürlich steigert man sich hinein, verbringt Wochen der inneren Trübsal damit, weil einem die Mama mal vor 30 Jahren in ihrer eigenen Überforderung eine runtergehaut hat. Was man eigentlich schon vergessen hatte, wenn man ja nicht heilen müsste.

Und wird natürlich nie fertig, nicht heilen zu müssen. Also ist man dauerkrank und nie gesund. Oder redet sich das zumindest ein. Weil Opfersein und „traumatisiert“ wird ja auch noch gesellschaftlich belohnt. Das alles nennt man dann „Prozesse“. Eine seibstgewähite lebenslange Nervenheilanstalt - mit total unklaren Methoden. Mit der natürlich Unmengen an Geld verdient wird.

Und dann kommt natürlich noch die Pseudo-Religion des „Universums“ dazu. Ich würde mal jedem raten, „Universum“ mal mit Gott, Götter, Allah - oder meine Favoriten sind, je nach Tagesverfassung Zeus, Odin, Thor oder Aphrodite auszutauschen. „Vertraue auf Thor!“ Klingt doch gleich knackiger!

Es gibt keinerlei Unterschied zwischen „Vertraue dem Universum“ und „Vertraue auf Gott“. Nur als wir noch Wotan anbeteten, waren wenigstens die Opfergaben handfester - und man hatte lustigere Feste. zwinkern

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A
Zitat von whynot60:
Also dann erkläre mir mal, warum es nicht, wie einfach ja eigentlichh, Mensch zu Mensch, in Liebe zusammenliegen können, sondern immer nur der Weg ...

Weil das von Mensch zu Mensch in Liebe zusammenliegen eine Wunschvorstellung ist, vielleicht eine utopische Zielsetzung. Aber in Wahrheit sind wir nur schlauere Schimpansen. Die reißen Feinden auch gern mal sogar mit bloßen Händen einen Arm aus vor lauter Zorn - und führen richtige Kriege. Die lausen sich in der Gruppe auch gegenseitig liebevoll, sind aber in Wahrheit absolut aggressive Wesen. Wir sind ihnen nur damit voraus, dass wir besser mit Werkzeug umgehen können. Und uns selbst zu überschätzen. Oder zumindest im Westen nicht mehr wahrhaben wollen, was wir wirklich sind. Deswegen sind wir ja mit anderen auch so überfordert. Weil die meisten pfeifen halt auf das Kindermärchen aus Bullerbü und „den Glauben ans Universum“. Die reden sichs nicht schön, die machen sichs besser. Durch Taten, nicht durch ewige Hirnwichs…

x 1 #137


A


Ich will wer anderes sein

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A
Und bevor jetzt wieder eine Grundsatzdiskussion losgeht, möchte ich die gleich im Kern ersticken. Ich habe kein negatives Menschenbild, wir sind nur mit dem alles erdulden wollen und permanenten inneren Pseudo-Prozesse in den Stillstand geraten, dröge. enttäuscht und dauerfrustiert.

Ich bin aber alt genug, dass das vor 20 Jahren noch anders war. Und ich zumindest habe jetzt für mich beschlossen, ich reite jetzt auf dem Feuerpferd weiter aus dieser zermürbenden Selbsteinschläferung.

Früher hab ich dazu auf den Tischen getanzt! Genug losgelassen! Vor lauter Selbstoptimierung, Heilung und innerer Nabelschau gucken alle nur mehr zurückhaltend und unlebendig aus der Wäsche. Genug damit! Wird umgekehrt Zeit, genau die frühere Energie und Lebenslust in uns wieder zu reanimieren! In diesem Sinne! Neustart! Happy new year 2026!

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Diandra
Guten Morgen ihr Lieben und danke für euren Zuspruch.

Ja. Ich bin streng mit mir, denn wie sonst sollte man als so vorsichtiger Mensch wie ich es wohl bin, durchs Leben kommen. So hab ich das auch gelernt und ganz falsch ist es ja auch nicht.

Ich bin da tatsächlich auch bei @whynot60 . Auch das waren meine Erkenntnisse. Vielleicht etwas sanfter, weniger gesellschaflich betrachtend, aber sehr ähnlich. Denn ich bin dann doch zu emotionsgeladen, als dass mir Wissenschaft ein ganzes Leben Spaß gemacht hätte. Meine Talente liegen halt vielleicht wo anders. Und trotzdem habe ich einen rationalen Beruf. Immer noch. Und oft denke ich darüber nach, ob ich nicht doch noch etwas erfüllenderes finde, wobei ich die Sicherheit schon auch sehr mag.

Irgendwann war ich so zerfressen von meiner Vernunft, dass ich ein Buch las, dass mir nahelegte mehr Kreativität in mein Leben zu bringen. Seither versuche ich das dann und wann. Ich bin jetzt kein Typ der malt, höchstens nach Zahlen 😄, aber anderes was den Kopf ausschaltet. Und ja, das tut mir sehr gut. Das stimmt.

Jetzt noch ein wenig weiter mit euren schönen Texten hier.

Zitat von Plague:
die Kraft gegeben, aus der Opferrolle herauszufinden und Verantwortung zu übernehmen. Das muss reichen ...

Ich denke das bezieht sich mehr auf dich, aber ich möchte sagen, dass ich mich nicht als Opfer sehe, höchstens als Opfer meiner selbst.

Zitat von MissNextDoor:
Das gehört aber tatsächlich zum Lernen dazu.

Ja, Fehler gehören dazu. Ich bin der letzte der das nicht versteht. Und trotzdem wünschte ich wäre da nie rein geraten. Dann doch lieber die einsame Insel irgendwo. Oder ein Hausboot, das fand ich immer toll 🙂 .

Zitat von MissNextDoor:
Ich denke auch nach wie vor, dass man aus und an allem lernt... ob man will oder nicht.

Ich ziehe daraus aber zumindest keine neue gute Erkenntnis. Ich bin nicht dankbar. Es ist eine Lektion um die Mauer hochzuziehen.

Zitat von Ella:
Eine tiefe Enttäuschung, die so allumfassend ist, dass man das ganze Leben in Frage stellt. Nicht die Existenz an sich, aber den Sinn des Ganzen.

Genau so.

Zitat von Ella:
Meistens vergeht dieser Zustand und am nächten Tag sieht die Welt / das Leben besser aus. Ist auch diesmal so

Gestern war nochmal extrem. Viele Tränen und der Satz 'ich bin nicht meine Emotionen, ich habe sie' hat mich sehr zum Nachdenken gebracht. Denn ich bin meine Emotionen. Zumindest in einer Beziehung. Ich weiß nicht ob das gut oder schlecht ist.

Zitat von Plague:
unrealistischen Maßstäben


Zitat von Jane_1:
Naja, bürdest du dir da nicht bisschen zu viel Verantwortung auf? Und berechnest du dafür die anderen Variablen - nämlich auf der einen Seite du, auf der anderen: ALLES ANDERE - zu gering ein?


Zitat von Jane_1:
Kommt dir jetzt zu teuer vor. Ja, kenn ich. Trotzdem: während es toll war, war es toll.
Wie ein Rausch. Währenddessen: super. Danach: Kater.


Zitat von AnnaLüse:
Und wo kommt überhaupt dieses großes Schuldgefühl in dieser Situation her? Dass du dich selbst reingelegt hättest, alles rückgängig machen möchtest, dich verkriechen möchtest?

Ja, ich glaube meine Ansprüche an mich sind oder waren enorm. Unrealistisch? Ja auch. Ich bin schon ein Träumer in Beziehungen.

Zitat von _Nane_:
Du hast sinngemäß geschrieben, dass Du Dein Leben bis hierher gestaltet hast. Welch ein Privileg!

Und ja auch ein Gestalter. Und ja, ich weiß, es ist ein Privileg. Mir wurden diese Möglichkeiten geschenkt. Umso mehr habe ich ihn bewundert, weil dieses Glück nicht jeder in dem Maße hat.

Zitat von Plague:
Nach eigenen Werten zu leben ist nicht nur gut fürs Rückrat, sondern auch für den Selbstwert.

Ja, die musste ich wiederfinden und ich finde grad mein Rückgrat wieder. Das war etwas gebrochen und das enttäuschte mich selbst so wahnsinnig.

Zitat von CanisaWuff:
möchtest Du wirklich anders sein, als Du bist?


Zitat von CanisaWuff:
Aber die Menschen, die mich mögen machen mich dagegen oft sprachlos und verlegen, wenn sie es mir zeigen.


Zitat von CanisaWuff:
Ich versuche einfach authentisch zu sein.

Ich wünschte ich hätte gelernt mit Emotionen überhaupt umzugehen. Das einzige was ich gelernt habe ist: zeig sie nicht. Sensible Menschen sind immer das Opfer. Setz dich durch.

In der Therapie hab ich dann gelernt: Sei authentisch. Und ich glaube daran hielt ich mich einigermaßen.

Und ja, die Menschen haben mich dann auch überrascht. Man bekommt ganz oft das zurück was man ausstrahlt.

Zitat von Sonnenschein85:
Vielleicht hilft dir Weinen auch ein Stück weit. Mir geht es danach meistens etwas besser.

Ja, nur manchmal rutscht man dann auch in so eine Abwärtsspriale. Ich hatte einmal ein üble Anpassungsstörung mit Depression, kurz aber prägend. Die mich auch zu dieser Therapie führte. Und ich weiß wie sehr ich mich überfordert habe. Und ich hoffe ich finde hier raus ohne sowas.

Zitat von tauris:
Und hier, in diesem Moment, hast du die Möglichkeit, anders zu fühlen, zu handeln, zu atmen.

Anders zu fühlen gelingt mir irgendwie nie. Ich kann außen rum was anderes bauen ja, aber das Gefühl bleibt gleich.

Zitat von Ella:
Für mich ist es wichtig, mich immer besser kennen zu lernen in allen Facetten meines Seins.

Ja, das verstehe ich. Nur denke ich dann oft auch zuviel.

Zitat von Jane_1:
Du hast einen üblen Männerkater.

😄 vermutlich. Er ist halt besonders. Also auch ein besonderer Kater.

Zitat von Waris07:
Stell dir vor, du könntest deinem jungen Ich im Jahr 1988 einen Brief schreiben – ganz ehrlich.

Danke, das werde ich machen. Das ist eine wundervolle Idee.

Zitat von Wirdschon:
nun, mit Hypersensibilität hab ich keine Erfahrung und stelle mir ein Bedauern ganzer Jahrzehnte furchtbar anstrengend vor.

Nein, es ist kein Bedauern ganzer Jahrzehnte 🙂 . Aber ich wäre einfach gerne eine andere Version die gelernt hat besser damit umzugehen und sich auch gar nicht in diese Situation gebracht hätte.

Am Anfang fühlte ich eigentlich nur den Gedanken einfach nicht mehr da sein zu wollen. Aber das wurde dem nicht gerecht. Ich bin nicht lebensmüde, aber ich wünschte ich wäre anders. Aber ja, jetzt bin ich so, es hilft ja nix.

Und ja, vielleicht braucht es auch dazu noch mehr Mut. Einfach man selbst zu sein ist vielleicht mutiger als ständig zu formen.

x 2 #139


CanisaWuff
Zitat von Diandra:
Sensible Menschen sind immer das Opfer. Setz dich durch.

Es ist das Gegenteil, wer Gefühl zeigt ist stark und wer Dich deshalb verletzten möchte, hat Angst vor Dir oder ist neidisch, weil Du Dinge machst, die sich diese Person nicht traut.

x 4 #140


A
Zitat von Diandra:
aber ich möchte sagen, dass ich mich nicht als Opfer sehe, höchstens als Opfer meiner selbst.

Zwei Fragen, wenn du erlaubst:

Aber zuerst mal: Gutes Neues! Smile

Frage 1: Wenn du jemand anderes sein möchtest, wieso verhälst du dich dann immer gleich?

Frage 2: Warum glaubst du, dass du so über dich denken kannst und gleichzeitig auf ein erfüllendes, sicheres ja liebevolles Leben hoffen kannst? Und dann enttäuscht bist wenn es - oh Wunder - nicht passiert.

x 2 #141


Diandra
PS: ich melde mich heute Abend wieder und ja vielleicht keine Grundsatzdiskussion hier. Ich mag die unterschiedlichsten Sichtweisen, auch detailliert, aber auch fokussiert. Ich danke euch.

x 5 #142


W
Zitat von Diandra:
ch bin da tatsächlich auch bei . Auch das waren meine Erkenntnisse. Vielleicht etwas sanfter, weniger gesellschaflich betrachtend, aber sehr ähnlich. Denn ich bin dann doch zu emotionsgeladen, als dass mir Wissenschaft ein ganzes Leben Spaß

Ja. wenn Du genau dielseben gewonnen hättest als ich, dann wäre das auch genaz falsch, ein Irrweg,;-) Der ist dermaßen abseitig, dass ichihn guten Herzens tatsächlich niemandem empfehlen wollte.
Aber andererseits gibt es eben auch nichts Interessanteres als diese völliig abseitigen Wege.

x 1 #143


A
Zitat von Diandra:
Und trotzdem wünschte ich wäre da nie rein geraten.

Verstehe ich gut. Das ist auch ein vollkommen legitimer Gedanke. Punkt.

Weil wir Sartre hatten: Sartre sagte, der Mensch wird ohne Bedeutung geboren und muss sich erst selbst Sinn geben. Ok. Stimmt. Eh. Kann man so stehen lassen

Aber man muss echt nicht allem und jedem Sinn und Bedeutung geben, was so um die Ecke biegt. Manches ist einfach sinnlos und oarsch - und hätt man sich ersparen können. Oder sollen. Vielleicht kommt man später mal drauf, dass es doch für was gut war. Vielleicht auch nicht. Vielleicht war’s der Anfang vom Ende. „Prozess“ ist das eine wie das andere - und „dem Universum“ wird das Türchen 1, 2 oder 3 unterm Strich wurscht sein. Oder wennst einfach mal kein Türchen aufmachen willst, auch zwinkern

x 1 #144


QueenA
Liebe @Diandra,

Ich habe das Gefühl, du bist gerade sehr streng mit dir selbst, und das berührt mich. Ich kenne das zu gut von mir selbst. Bei meiner Reise mit Herzensmenschen war das auch kurz Thema. Es tat mir gut, dass meine Mädels a) meine Verletzungen ansehen konnten ohne Bewertung (ich konnte weinen in einer liebevollen Umgebung) und b) wir da gemeinsam durch sind und es dann für mich erledigt war. Danach war Raum für Lachen und Gegenwart. Zukunft in Blick stärker als die Vergangenheit.
Vielleicht darf erst einmal alles da sein, was jetzt ist:
die Enttäuschung, das Bedauern, der Wunsch, dich zu schützen.

Ich glaube, jede Entscheidung, die wir im Leben treffen, bringt eine Konsequenz mit sich. Ob wir sie als gut oder schmerzhaft empfinden, hängt oft stark davon ab,
in welcher Lebensphase wir uns gerade befinden. Manchmal bewerten wir Dinge Jahre später anders->nicht, weil wir sie schönreden, sondern weil wir uns weiterentwickelt haben und milder auf uns selbst schauen können.
Gefühle sind für mich Momentaufnahmen.
Sie kommen in Wellen, manchmal sehr intensiv, manchmal leiser. Auch wenn sie sich im Moment vielleicht für dich sehr endgültig anfühlen.
Wenn du irgendwann magst (ganz in deinem Tempo) könntest du diese Situation vielleicht noch einmal für dich anschauen:
-Was war darin auch stimmig für dich?
-Was hättest du dir heute anders gewünscht und warum?
-Und was möchtest du daraus für dich mitnehmen, ohne eine Mauer um dich herum aufzubauen?

Die Erfahrung, die du gemacht hast, hast du mit genau diesem einen Menschen gemacht. Das bedeutet nicht, dass sich dieselbe Erfahrung wiederholen muss.
Wir verändern uns, lernen dazu, begegnen neuen Menschen aus neuen inneren Räumen heraus.
Sich schützen zu wollen ist absolut verständlich. Gleichzeitig darf auch das bleiben, was du dir tief in dir wünschst, falls da ein Wunsch nach Nähe oder Partnerschaft ist.
Dieser Wunsch ist nicht falsch.

Vielleicht geht es am Ende gar nicht darum, alles sofort einzuordnen, sondern darum zu entscheiden, wie viel Raum diese Erfahrung in deinem Leben einnehmen darf.

Für mich persönlich bedeutet Leben,
jeden Tag auch als eine neue Chance zu sehen für alles Gute, das noch kommen kann, selbst dann, wenn es sich gerade nicht so anfühlt.

Wenn es passt: ich sende dir eine herzliche Umarmung 🙂

x 1 #145


Sonnenschein85
Zitat von CanisaWuff:
Es ist das Gegenteil, wer Gefühl zeigt ist stark und wer Dich deshalb verletzten möchte, hat Angst vor Dir oder ist neidisch, weil Du Dinge machst, ...

Ja ..so empfinde ich es auch. Jahrelang habe ich ( vor allem in meiner Jugend) verdrängt, runter geschluckt bin allem unangenehmen aus dem Weg gegangen.
Ich war unempathisch.

Dann 2016 herum fing ich an Gefühle zuzulassen, öffentlich zu weinen. Ich muss sagen es geht mir soviel besser seit dem ich Gefühle bewusst zulassen kann, verarbeiten kann und auch nicht immer nur funktionieren muss. Es gibt Tage da bin ich traurig, launisch oder müde. Dann ist das so. Ich nehme es an und hin und nehme mir selbst ein Druck heraus es in diesem Moment anderen Recht machen zu wollen oder Erwartungen zu erfüllen.

Für mich zeigt es emotionale Stärke wenn man Gefühle jeder Art zeigen kann.

x 3 #146


A
@Diandra Ich klink hier auch mal aus den Diskussionen aus.

Aber als Tipp vielleicht: Ich hör mir grad die Musik aus der Zeit an, als ich noch lebenslustig auf Tischen tanzte und Gott und die Welt kannte - bevor wir uns selbst zu Tode analysiert und optimiert haben.

Wo es absolut ok war, Oarsch drauf zu sein. Und hedonistisch zugleich. Zugegebenermaßen als Kind des Grunge und vor allem auch der Wiener Musikszene damals hab ich da vielleicht einen kleinen Startvorteil. 😅 Aber ich bin überzeugt, egal was es bei dir damals war - der Nebel des Ganzen Gedöns wird sich auch bei dir dadurch wieder lichten! Du willst glaub ich gar kein anderer sein! Du willst nur wieder zu dir selbst zurück!

x 1 #147


Pippa
Liebe @Diandra,

ich schleiche um Dein Thema herum und mir fällt nichts ein.
Einfach nur trost spenden .

Zitat von Diandra:
Ich bin jetzt kein Typ der malt, höchstens nach Zahlen , aber anderes was den Kopf ausschaltet.

Vielleicht wäre Diamond Painting etwas für Dich. Ich kann dabei sehr gut abschalten.
Schau mal in die Galerie. Das Motiv habe ich mir für demnächst vorgenommen.

x 3 #148


Hagen_Rether
Zitat von Arnika:
Verstehe ich gut. Das ist auch ein vollkommen legitimer Gedanke. Punkt. Weil wir Sartre hatten: Sartre sagte, der Mensch wird ohne Bedeutung geboren ...

Finde ich gut, wenn man davon wegkommt alles und jeden zu analysieren, weil es im Endeffekt einfach nichts bringt. Es gibt auch keinen tieferen Sinn und auch Planetenkonstellationen tragen keinerlei Verantwortung dafür, was hier auf Erde zwischen Primaten passiert oder nicht passiert. Das erklärt keine Esoterik und keine Religion, keine Wissenschaft und keine Pseudowissenschaft. Wenn es universelle Zusammenhänge in diesem unendlichen Kosmos gibt, sind wir Spurenelemente, genannt Menschen, sicher nicht in der Lage diese zu durchdringen. Das Einzige was wir machen können ist unser Dasein mit Sinn zu füllen, den wir uns selbst geben müssen, da hast du völlig Recht. Denn wenn wir es nicht tun, tut es auch sonst niemand für uns. Ich möchte auch gerne in eine andere Zeit zurück. Ich möchte gerne zurück ins Jahr 1992. Dort ein paar Weichen ganz anders stellen. Nutzt aber nichts. Es geht leider nicht. Wir müssen damit leben wie es ist. Und das Beste daraus machen. Der TE wünsche ich alles Gute, ganz viel Kraft und Mut. Konkrete Hilfe habe ich nicht. Bin auch gerade schiffbrüchig gestrandet und habe erst so langsam festen Boden unter den Füßen.

x 1 #149


Diandra
So. Tag fast vorbei.

Es geht mir besser. Ich war viel draußen. Viel Sonne und Schnee. Und ich hatte schon auch Zeit über eure Beiträge nachzudenken.

Und ja. Durchs Tal muss man einfach durch. Manchmal heißt es durchhalten. Wobei ich es als aushalten empfinde. Nicht Akzeptanz. Ich halte es aus. Ich gehe da durch. Aber ich tue es nicht mit Dankbarkeit, aber mit meinem üblichen kalten Kampfgeist. Ich halte das jetzt aus. Weil ich muss.

Das erinnert mich wieder an die Klarheit die ich spüre. Meine Grenzen sind klar. Und wenn das so ist, kommt erstaunlich viel Bewegung ins System. Alles ändert sich. Ob gut oder schlecht ist dann egal. Man verliert Menschen, aber nicht sich selbst. Die die damit können bleiben.

Zitat von Arnika:
Ich hab mich 1-2 Tage nicht mal zum Billa getraut, weil wäre mir da der Falsche reingerannt, hätt ich dem vermutlich eine reingehaut. Aber wie kommt der dazu? Hab dann auf Polster eingedroschen. Wie gehst du damit um?

Mir tut Wut tatsächlich gut. Wenn ich mich endlich traue alles raus zu lassen.

Zitat von Sonnenschein85:
Also bei uns in der Familie kann man leider auch mit Traurigkeit nicht umgehen. Direkt wird abgelenkt und diese Floskeln wie: hör auf zu weinen!

Das kenne ich sehr, sehr gut. Ich habe aber beschlossen trotzdem ich bleiben zu wollen. Das gelang mir die letzten Jahre aber auch einigermaßen.

Zitat von CanisaWuff:
Es ist das Gegenteil, wer Gefühl zeigt ist stark und wer Dich deshalb verletzten möchte, hat Angst vor Dir oder ist neidisch, weil Du Dinge machst, die sich diese Person nicht traut.

Genau das lernte ich in der Therapie. Brené Browns TED Talks dazu waren erhellend. Aber genau das macht mich jetzt auch so verdammt verletzlich.

Zitat von Akelei76:
Frage 1: Wenn du jemand anderes sein möchtest, wieso verhälst du dich dann immer gleich?

Wie kommst du darauf das wäre so? Ich hab mich ziemlich verändert im Laufe meines Lebens. Und das erste mal dachte ich mir: Nein, an diesem Punkt gelandet zu sein bereue ich.

Zitat von Akelei76:
Frage 2: Warum glaubst du, dass du so über dich denken kannst und gleichzeitig auf ein erfüllendes, sicheres ja liebevolles Leben hoffen kannst? Und dann enttäuscht bist wenn es - oh Wunder - nicht passiert.

Weil es mir lange zu großen Teilen geglückt ist, weil ich es trotzdem geschafft hatte gute Menschen um mich zu scharren. Die mir dabei halfen. Ich mir selbst allerdings nicht. Ich war hart zu mir. Eventuell habe ich diese Menschen auch sehr ausgesiebt vorher.

Zitat von Arnika:
Aber man muss echt nicht allem und jedem Sinn und Bedeutung geben, was so um die Ecke biegt. Manches ist einfach sinnlos und oarsch - und hätt man sich ersparen können. Oder sollen. Vielleicht kommt man später mal drauf, dass es doch für was gut war. Vielleicht auch nicht. Vielleicht war’s der Anfang vom Ende. „Prozess“ ist das eine wie das andere - und „dem Universum“ wird das Türchen 1, 2 oder 3 unterm Strich wurscht sein. Oder wennst einfach mal kein Türchen aufmachen willst, auch

Du verstehst mich, das sehe ich schon. Vom Grunge bin ich nicht soweit weg, aber zu genau der Zeit tappte ich als Teenager in die Optimierungsschleife.

Deshalb werde ich den Brief auch nicht an mein 7jähriges Ich schreiben, sondern als mein 11 jähriges. Das braucht es.

Zitat von Sonnenschein85:
..so empfinde ich es auch. Jahrelang habe ich ( vor allem in meiner Jugend) verdrängt, runter geschluckt bin allem unangenehmen aus dem Weg gegangen.
Ich war unempathisch.

Ich auch. Ich hatte keinen Zugang zu mir und Angst vor anderen und ihren Emotionen. Dabei liebe ich Emotionen.

Zitat von Arnika:
Du willst nur wieder zu dir selbst zurück!

Er und ich mussten ja echt viel verarbeiten. Und ich sagte ich hab das Gefühl zu mir selbst zurück zu kehren. Deshalb 1988. Damals ruhte ich noch in mir selbst und ich weiß genau den Punkt an dem es kippte. Also ja, das ist es. Ich will ich selbst sein. Was mich aber auch nicht hierhin geführt hätte.

Zitat von Pippa:
Vielleicht wäre Diamond Painting etwas für Dich. Ich kann dabei sehr gut abschalten.

Ohja, das machen viele Bekannte gerade. Ich werde es versuchen.

Überhaupt hattet ihr soviele tolle Vorschläge und Sichtweisen. Ich werde nochmal über alle nachdenken.

Zitat von QueenA:
Wenn du irgendwann magst (ganz in deinem Tempo) könntest du diese Situation vielleicht noch einmal für dich anschauen:
-Was war darin auch stimmig für dich?
-Was hättest du dir heute anders gewünscht und warum?
-Und was möchtest du daraus für dich mitnehmen, ohne eine Mauer um dich herum aufzubauen?

-Stimmig war daran für mich dieser schöne Mensch. Und dieser schöne Mensch fand, dass auch ich ein schöner Mensch bin.
-ich hatte noch nie so jemanden in meinem Leben. Ich hätte ihn einfach gerne in meinem Leben behalten. Warum? Weil er leuchtet. Pathetisch ja. Aber er brachte mir ein Leuchten.
-ohne Mauer im Moment nichts. Wie gesagt, ich betrachte es lieber als Lektion. Ich bin niemand der sich wahnsinnig gut seine Schmerzen absprechen kann. Ich rede mir nichts schön. Es war sinnlos, eine Träumerei, Verschwendung. Lieber niemals etwas Schönes sehen, als es dann zu verlieren. Das dauert jetzt vermutlich Jahre.

Ich denke im Übrigen nicht immer so. Wie gesagt, dass erste mal bin ich so getroffen.

Ich denke ich schreibe hier noch ein wenig meine Gedanken weiter, wer es kommentieren möchte ist herzlich dazu eingeladen.

Themensammlung:
-wie fühle ich mich selbst wieder mehr.
-Brief an mein 11 jähriges Ich
-annehmen was ist.

Danke für die vielen Umarmungen, ich nehme sie alle gern.
Schlaft gut 💫 .

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