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Ich will wer anderes sein

T
Zitat von Heffalump:
Das unwichtige vergisst man eh

Das stimmt! Das sortiert sich mit der Zeit von selbst aus.

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Diandra
Ich glaube auch es geht nicht um meinen Selbstwert. Der ist im Zweifel da. Aber es ist irgendwie Selbstliebe. Die wurde mir irgendwie konsequent abtrainiert. Dieses Lied das ich @QueenA im Musikthread ans Herz gelegt hab 'Ich bin verliebt in mich' glaube ich ja selbst kein Stück, auch wenn ich es sehr lustig finde und gerne dazu durchs Wohnzimmer tanze.

Ich geh jetzt mal raus in die Eiseskälte, nachts gehen hier die Temperaturen auf -14 °C. Das macht den Kopf frei 🙂 .

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A


Ich will wer anderes sein

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E-Claire
Zitat von Arnika:
Sartre und Camus in einem Atemzug anführst

Sartre und Camus sind Zeitgenossen. Sie unterscheiden sich in der Wahl ihrer Mittel, aber sie agieren im gleichen Raum. Find ich jetzt eigentlich völlig ausreichend, um beide in einem Atemzug zu nennen.

Zitat von Diandra:
Überhaupt bin ich so widersprüchlich. Ich steh an der Seitenlinie und wäre gerne mittendrin. Aber bin ich mittendrin fühle ich den Drang, dass ja keiner zuviel von mir will, zu hohe Erwartungen und Ansprüche an mich entwickelt.

Ach das kenne ich. Das ist ein sehr unangenehmes Gefühl.
Spannend ist, daß es vielen Menschen hin und wieder so geht und trotzdem dieses Gefühl immer mit hoher Isolation zusammentrifft. An der Stelle schaffen wir es als Gemeinschaft noch immer nicht gut einander zu sehen.

Wenn ich mich so fühle, entsteht das aus zwei möglichen aber unterschiedlichen Gründen.

Hin und wieder bin ich einfach erschöpft. Und schau mal bei dir, Zurückweisung durch jemanden, den man besonders schätzt plus gerade heftig besetzte Feiertage und ein Jahr, was so ziemlich für jeden mühsam war, lässt auch die größte Kriegerin mal erschöpft zurück. Dagegen hilft die Gartenabteilung vom Obi, ein großer Spaziergang und einfach Ruhe geben. Ich find es wirklich schade, dass Ärzte heutzutage nicht einfach Kuraufenthalte wie früher als erstes Mittel der Wahl verteilen können. Denn wir alle sind hin und wieder erschöpft und in einen solchen Zustand ist es auch schwierig für die eigene Ruhe zu sorgen, weil man eben am Ende der Kraft ist.
Ein bissl Bewegung und ansonsten viel Ruhe helfen mir eigentlich ganz gut, um wieder aus der Erschöpfung zu kommen.

Und dann wäre es eben auch möglich, dass es weniger um Erschöpfung geht, sondern um Wachstum. Noch so ein hin und wieder unangenehmes Gefühl. Wenn ich mich überall ein wenig falsch fühle und irgendwie nirgendwo richtig, dann kann das in meinem Erleben ein Zeichen für Wachstum sein.
Wir sehen Veränderung oft als ein Zustand, ein Vorher und ein Nachher, aber in der Veränderung zu sein, ist ein Prozess, den wir selten thematisieren. Und der ist halt mühsam und unangenehm. aber und so kommen wir auf den Titel zurück, wer anders sein will, der wäre mit solchen Gefühlen auf einem guten Weg.

Wichtig wäre, dass Du natürlich auch abklärst, ob nicht irgendein Vitaminmangel, hormonelle Geschicht (Perimenopause), Schilddrüse oder Blutdruck mit allem einher geht. Mit 44 ist es definitiv Zeit für einen Hormonstatus.

Gegen Wachstum kann man sich wehren oder versuchen, es sich so leicht wie möglich zu machen. Mir hilft zu versuchen, ganz bewusst auf mich selbst zu vertrauen. Und das wiederum ist bei mir eine Kombination aus Selbstwirksamkeit und der Erinnerung, dass ich schon viele Situationen gelöst habe, also der sagenumworbenen Resilienz.
Wachstum, in der Veränderung zu sein, dauert immer ein bißchen und es ist halt auch nicht linear. Und wenn man mittendrin steckt, dann ist das wirklich mühsam. Dann darf man sich auch mal einen großen Eisbecher oder Mitgefühl mit sich selbst leisten. Mimimi ist ein Menschenrecht Smile.

Ich habe lange gedacht, daß ich mich entscheiden müsste, ob ich ein Seitenlinienmensch oder ein Mittendrinmensch sein will, aber wie immer es geht beides. Der Trick ist zu schauen, dass man immer dort ist, wo es einem gut tut, das gelingt und hin und wieder gelingt das auch nicht. Und eine Portion Humor ist nie verkehrt, so ein bissl Selbstironie, etwas von dem ich glaube das sowohl Sartre als auch Camus sehr wenig verstanden haben. Smile

"Altern heißt, sich über sich selbst klar zu werden."
Simone de Beauvoir.

x 4 #183


W
Zitat von Arnika:
Wenn du Dostojewski liest bist du definitiv ein Na Zi. Auch wenn du für Israel und die Juden bist btw

Also ich werde bald nicht mehr! Mr. Green
Ich habe übrigens auch die Gesamtausgabe von Nietzsche gelesen - und Hölderlin! (und sogar Freud und Jung)
Das muss doch das Verbrechen des Jahrhunderts sein!
Hört man eigentlich an der Uni Wien noch irgend etwas von Nietzsche, oder ist man schon bei Shawn, das Schaf, angekommen? Smile

x 1 #184


A
@MissNextDoor Camus war kein Existenzialist. Er hat diese Einordnung selbst entschieden abgelehnt. Spricht auch nicht wirklich was dafür.

Lieben Gruß in die Provinz!

#185


T
Zitat von E-Claire:
Wenn ich mich überall ein wenig falsch fühle und irgendwie nirgendwo richtig, dann kann das in meinem Erleben ein Zeichen für Wachstum sein.

Das ist ein sehr interessanter Gedanke. Der baut mich gerade ein wenig auf.🙏

x 2 #186


E-Claire
Zitat von whynot60:
Hört man eigentlich an der Uni Wien noch irgend etwas von Nietzsche, oder ist man schon bei Shawn, das Schaf, angekommen?

lol. made my day.

x 3 #187


T
Zitat von Arnika:
@MissNextDoor Camus war kein Existenzialist. Er hat diese Einordnung selbst entschieden abgelehnt. Lieben Gruß in die Provinz!

Ja, und dennoch wird er, wie E-Claire sagte, aufgrund des zeitlichen Kontextes und aus anderen Gründen oftmals dieser Epoche zugeordnet.
Dass er andere Ansichten vertrat als Sartre, weiß ich. zwinkern
Aber - wie gesagt: dieses Thema kann doch gerne an anderer Stelle vertieft werden. Ein eigener Thread zu dem Thema wäre sehr interessant.

x 2 #188


E
Zitat von Arnika:
Net wirklich. 😅🤣Camus passt grad besser. Der hat gesagt: Es ist zwar alles absurd und ergibt überhaupt keinen Sinn, aber man kann ...

Dass @Diandra darum geben hat, solche Diskussionen in ihren Thread zu unterlassen, ist dir entgangen? Oder schlägt auch hier deine barsche und arrogante Ader durch?

x 3 #189


A
@MissNextDoor Jo mei. „Wie E-Claire sagte“ Hahahhaha.

Aber von mir aus. Wenn irgendein anonymer Foren-User das so sagt, wirds schon stimmen 🤣😅🤣🤣

#190


Sonnenschein85
Zitat von Ella:
Dass @Diandra darum geben hat, solche Diskussionen in ihren Thread zu unterlassen, ist dir entgangen? Oder schlägt auch hier deine barsche und ...

Ich finde es auch schade das manche Menschen einfach weiter ihr Ding durchziehen. Dabei gibt es hier soviele Quassel Threads in die man wechseln kann.

Explizit in dieser Kategorie steht in den Forenregeln das es um Trost, ausschließlich um Trost für den Te gehen soll und diese bat darum das Off Topic zu unterlassen.

@Diandra Ich hoffe die frische Luft tut dir gut. 🙂

x 4 #191


W
Ja, entschuldigt - ich störe immer mit solchen abseitigen Themen.
Einen eigenen Thread für Dieses und Jenes aufzumachen, dafür bin ich offenbar zu faul bzw. wüsste dann nicht, wo anzusetzen.
Eine Unart von mir, von der sich hoffentlich niemand ernsthaft vor den Kopf gestoßen fühlt! Das ist natürlich nicht meine Absicht!
Nur ein Wort noch zu diesem Thema: Camus selber hat sich, so weit ich weiß, als Absurdisten verstanden, wurde aber, das halte ich für bezeichnend, den Existenzialisten zugerechnet.
Aber zumindest mir ist das auch egal - ich wurschtle mich nun einmal in den Holzschuppen und hoffe nicht, als Existenzialist zurückzukehren, so wichtig das Feuerholz auch ist für meine sinnlose Existenz. Smile

x 2 #192


A
Und geh bitte. Faked doch einfach wo anders weiter! Kein Mensch liest Camus. Schon gar nicht mit einem 08/15-Abschluss von der LMU.

Ich hab den auch nur gelesen, weil mein Prof irgendwie einen Narren an dem gefressen hatte. Genauso wie zum Papst Franziskus. Liest sonst auch kein normaler Mensch.

Camus gelesen zu haben ist in etwa so realistisch wie firm zu sein im Keltischen.

#193


W
Zitat von Diandra:
ch hasse jedes Gefühl in mir. Ich will es nicht mehr spüren. Keines. Echt keines. Ich wünschte es gäbe mich in dieser Version nicht. Ich will zurück ins Jahr 1988. Und ich will die Weichen so stellen, dass mir das nie passiert.

Das war der Eingangspost von @Diandra .
Und daher halte ich es nicht für so ganz unangebracht, hier auch mal grundsätzliche Überlegungen einzubringen.

Sie hasst jedes Gefühl in sich. Sie will wieder zurück ins Jahr 1988 (was da war, weiß ich nicht). Zugleich will sie die Weichen so stellen, dass ihr das nie wieder passiert (was? 1988 oder Gefühle nicht zu hassen?).

Da werfen sich meiner Meinung nach schon sehr grundsätzliche Fragen auf.
Etwa, erstrangig, die - warum hasst man Gefühle? Wollte man lieber eine KI sein?
Sind es nicht eben die Gefühle, die uns entscheidend ausmachen, auch wenn sie bisweilen schmerzlich sind?

Nun könnte man natürlich auch sagen, hey, lass Dich einfach mal zwei Tage in meine Arme sinken, ruhe Dich aus und schau, was dann ist.
Aber praktikabel wird das wohl auch nicht sein. Zum einen, weil man sich ja nicht kennt, zum anderen, weil da ja eh gleich wieder ein ungehöriger Verdacht ensteht.

Also was ist denn dann die konkrete Hilfe?
Wenn jemand alle Gefühle hast, auch nicht mal einfach mal eine Zeitlang in Armen liegen kann, die nicht zu grapschen beginnen, man auch keine früheren Jahre zurückholen kann - was bleibt denn dann noch?

Für mich ist das Schöne, Erinnerungen zu haben (auch solche, die weit zurückreichen, etwa sogar bis 1977, eine unglaubliche nächtliche Abschiedsszene im Schneefall und unter einer Straßenlaterne, mehr Romantik habe ich, glaube ich, noch gar nir erlebt) - aber meine Erinnerungen werden der TE auch nicht helfen.
Und mit ihr unter der Straßenlaterne zu stehen, sie in meinen Armen zu halten und ihr Liebe (zwischenmenschliche, wärmende, einfach so, weil ein Mensch einem anderen begegnet und ich auch bedingunglos als Menschen animmt, mit allem, was er ist, und ist er meinetwegen runtergekommen bis auf die vollständige Zerlumpung), wird ihr leider auch nicht helfen.
Und daher eben ein paar grundsätzliche Überlegungen, auch wenn solche immer nur nutzloser sein können als etwa eine Umarmung samt dem Gefühl des Geborgen- und Angenommenseins, was und wie immer jemand nun auch geartet ist.

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T
@Arnika wir haben ihn schon im Französisch LK (Gym) gelesen, und ich habe damals ein Referat über den Existenzialismus gehalten.
Zu unterstellen, dass du die einzige wärst, die ihn kennt, ist bisschen vermessen, ich bin mir sicher @Diandra kennt ihn ebenfalls.

Und jetzt unterlasse doch bitte weitere Provokationen. Es bringt der TE nichts, es bringt keinem hier etwas.

Zitat von whynot60:
Für mich ist das Schöne, Erinnerungen zu haben (auch solche, die weit zurückreichen, etwa sogar bis 1977,

Ich denke auch: Erinnerungen sind wichtig.👍
Und so manch schmerzliches Erlebnis ist mit etwas Abstand und wenn es einem besser geht, dennoch eine wertvolle Erinnerung.
Das muss nicht immer zutreffen - manches vergisst man auch.
Aber darum kümmert sich die Ratio von selbst, wie @Heffalump sagte, was auch rückblickend nicht positiv oder gut war, vergisst man auch wieder.

Zitat von whynot60:
Und daher eben ein paar grundsätzliche Überlegungen,

Grundsätzlich nicht falsch, aber @Diandra sagte respektvoll, dass ihr der Tenor dieser Debatte in die falsche Richtung ging und kein Trost war. Und darum sollte es hier ja speziell gehen.

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A


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