Zitat von Diandra: Damals war ich gut genug für alles und jeden. Ich war geliebt und geborgen, Konflikte waren nie so verletzend als das sie Narben hinterlassen hätten. Und zu diesem Zeitpunkt hätte mir vielleicht noch jemand beibringen können, dass man nicht alles was traurig ist so ernstnehmen muss, weil es eben zum Leben gehört. Vielleicht so.
Für mich liest sich das wie die Sehnsucht nach innerer Sicherheit.
Fühlst du dich einsam? Und allein, wenn du Traurigkeit verspürst? Wahrscheinlich, oder? Denn damals wurde deine Traurigkeit von jemandem mitgetragen und deswegen hat sie auch keine Narben hinterlassen. Heute ist es doch oft so, dass die Narben kommen, wenn man am Ende mit dem Schmerz allein gelassen wird. Außerdem denkt man heute sehr schnell, man wäre zu viel, nicht gut genug etc, wenn diese Gefühle einen überladen. Aber das ist nicht so. Du darfst traurig sein, das ist okay. Dann bist du auch nicht zu viel. Du bist ein Mensch. Du darfst das fühlen und du darfst lernen, es einzuordnen. Das wurde einem nämlich nicht beigebracht, wenn die Traurigkeit eine solche Dramatik im Leben einnimmt. Und versteh mich nicht falsch, ich persönlich habe zb scheinbar gar nicht gelernt mit Traurigkeit umgehen zu können, weshalb Wut in der Regel ein Begleiter ist, um eben diese Traurigkeit zu verdecken. Manchmal hilft es, zum Schutz, manchmal ist es aber auch sehr unangebracht und da sollte ich mir dann auch selbst klar machen, wie ich das einzuordnen habe und mir klar machen, dass dieses Gefühl nicht alles ist und meine ganze Welt jetzt nicht untergehen wird, wenn ich Traurigkeit empfinde.
Es ist okay. Manche Dinge müssen vielleicht einfach mal gefühlt und durchlebt werden. Wir hätten diese Gefühle nicht, wenn sie vollkommen irrelevant wären. So wie Wunden, die Schmerzen. Schmerzen sind nicht angenehm, sagen einem aber, dass man die Wunde gerade sorgsam versorgen muss, damit es besser wird, oder das man schlicht gut zu sich selbst sein sollte, wenn die innere Wunde brennt. Du bist gut und genug und gerade in Momenten in denen wir uns vielleicht denken, wir wären es nicht, in denen wir uns mit unserer Traurigkeit einsam fühlen, sollten wir bei uns selbst versuchen auf Resonanz zu stoßen, indem man gut zu sich selbst ist, sich selbst den Trost gibt, der einem gerade von außen fehlt, nicht zu streng zu uns selbst sein und wenn es sein muss sich selbst gedanklich in den Arm nehmen und sich sagen „Es ist schon gut. Das tut gerade sehr weh, aber das ist nicht alles. Es ist in Ordnung traurig zu sein, aber das definiert nicht meine ganze Identität und es wird leichter“.
Tja- wenn das Leben nur manchmal etwas leichter wäre. Das wäre schon schön an manchen Tagen. Aber man lernt, stetig. Immerhin. Da dachte man doch früher ernsthaft (zumindest ich): „Cool, wenn die Schule/Ausbildung rum ist brauch ich endlich nicht mehr lernen“ und dann geht das Spektakel plötzlich erst richtig los, wenn man merkt man selbst ist eigentlich seine größte „Ausbildung“/sein größtes „Studium“. Gibt immer wieder was zu entdecken. ^^