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Ich will wer anderes sein

Hagen_Rether
Zitat von Ella:
Dass @Diandra darum geben hat, solche Diskussionen in ihren Thread zu unterlassen, ist dir entgangen? Oder schlägt auch hier deine barsche und ...

Arnika ist von der Realität so meilenweit entfernt wie es nur geht. Das sollte inzwischen jeder geneigte Leser wissen. In jeder Hinsicht. Sie hält Wien für den Nabel der Welt und trauert der k und k Monarchie nach, was lustig genug ist, wenn es nicht so traurig wäre.

#196


W
Zitat von MissNextDoor:
Aber darum kümmert sich die Ratio von selbst, wie sagte, was auch rückblickend nicht positiv oder gut war, vergisst man auch wieder.

Also die Ratio war mir immer nur wichtig, wenn es etwa darum ging, einen Fernseher zu reparieren. -:)
Ansonsten soll sie bleiben, wo wie will - um nichts in der Welt möchte ich ein "rationales Leben" führen!
Von einem einzigen Gehirnanteil dominiert zu werden, das muss ja reduktionistisch sein wie nur was!
Dott bewahre! geschockt

x 2 #197


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Ich will wer anderes sein

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@whynot60 für mich schließen sich ratio und Gefühle nicht aus, bei mir ist beides eng verbunden und fühlt sich an wie eine Einheit. Smile
Ein Leben nur mit dem Einen oder mit dem Anderen könnte ich mir nicht vorstellen.

x 2 #198


W
Zitat von MissNextDoor:
Ein Leben nur mit dem Einen oder mit dem Anderen könnte ich mir nicht vorstellen.

Ja, verstehe ich vollkommen!
Aber ich habe mal (und das ist absolute Realität, nicht irgendein wichtigtuerischer Schmafu), in noch recht jungen Jahren, etwas mehr über 20 Jahre und todkrank, eine sogenannte "Nahtoderfahrungen" gemacht. Und das hat ja unweigerlich zur Folge, das man dann das Leben nicht mehr so beschränkt und rationalischt sieht.
Das hat einfach eine ganz andere Weite. Und es ist gar nicht mehr möglich, diese irdische Durchgangsexistenz als etwas gar so Bedeutsames ansehen zu können.
Das ist ungefähr so, um es irgendwie zu beschreiben, als würde man einfach nichts anderes als die eigene Wohnung sehen und als real akzeptieren. Dabei gibt es ja zweifellos ein ganzes, unermessliches Universum.
Und was denkst Du, wie vieles dann völlig bedeutungslos wird, wie etwa das Krümmelchen auf der Anrichte ...

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T
@whynot60 so sehe ich es ja auch (habe gesundheitlich ja auch ähnliches durch). Vieles sehe ich deswegen sehr viel lockerer als Andere und habe meine Prioritäten an ganz anderen Stellen. Smile
Man darf jedoch nicht vergessen, dass jeder das Leben aus seiner Perspektive wahrnimmt. Und wenn jemand diesbezüglich an einem anderen Punkt steht als wir, dann ist es so. Wobei ich denke/den Eindruck habe, dass Diandra es, zumindest in Teilen (soweit man hier herauslesen kann), gar nicht so viel anders sieht.

x 2 #200


W
Zitat von MissNextDoor:
Man darf jedoch nicht vergessen, dass jeder das Leben aus seiner Perspektive wahrnimmt. Und wenn jemand diesbezüglich an einem anderen Punkt steht als wir, dann ist es so.

Ja, sehe ich doch nicht anders!
Aber man kann ja auch etwas anderes anregen, ohne dass das irgend jemand übernehmen müsste.
Diesen Drang habe ich gar nicht. Es geht nur darum, dass man die Dinge auch anders sehen kann (nicht muss). Und nur Bestätigungen, des eigenen Unglücks abzugeben, Bestaätigungen, dass diese und jenes einfach nur Sch... ist, würde den Dingen halt nicht großen Aufschwung geben.
Mir geht es immer nur darum, konstruktiv mit den Dingen umzugehen, ohne jede Belehrung und Besserwisserei - aber das Destruktive wird halt nicht zu einem großen Fortschritt führen ...

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T
@whynot60 glaube es ging auch gar nicht um deine Anregung und deine Gedanken dazu, ich hatte es so verstanden, dass es Diandra vor Allem um die Debatte danach ging welcher Strömung Sartre und Camus angehörten sowie die Aussage, dass das Leben demnach ohnehin sinnlos sei, und zusätzlich die Belehrung wegen ihrer Ehe. (Was ich gut verstehen kann.)
Aber das kam ja nicht von dir.

x 1 #202


Diandra
Hm.

Also ja. Ich mag alle Gedanken die mit meinem Problem einhergehen. Sie inspirieren mich, auch natürlich Philosophen, die logischerweise auch schon darüber gestolpert sind.

Aber mein Professor pflegte zu sagen 'Focus!'. Welcher Strömung welcher Philosoph angehörte, ist mir grad irgendwie egal. Googeln kann ich selbst.

@whynot60 ich bin da nicht so weit weg von dir. Ich bin zwar schlecht die Ratio komplett auszuschalten und es muss sich stimmig anfühlen, beide Systeme sollten im Einklang sein. Aber das funktioniert auch nur bei Menschen deren Systeme richtig 'trainiert' wurden. Manche können sich überhaupt nicht auf ihr Gefühl verlassen und überbewerten ihre Vernunft, die sie mehr schützt als jedes Gefühl. Ich folge in der Liebe sehr viel eher dem Gefühl. Bin aber jemandem begegnet der sehr viel Gefühl hat, aber lieber der Vernunft folgt. Und das ist auch einfach, weil ihm jeder recht gibt. Is ja logisch.

@Ella schreibt hingegen 'ich bin nicht mein Gefühl, ich habe es'. Und darin in ich ganz schlecht. Ich definiere mich auch sehr über Gefühle und der Kopf kann sie höchstens noch einsortieren, etwas abdämpfen, relativieren.

@E-Claire das war schön zu lesen 🙂 . Ja, ich mag die Gartenabteilung beim Obi auch. Ich mag auch draußen die Elemente spüren in solchen Phasen. Ja, vielleicht wachse ich. Oder ich entwickele mich. Aber gefühlt tue ich das irgendwie immer und ständig. Ich bin in Dauerbeoachtungsposition. Und ich mach es nie richtig. Ich hasse es zu scheitern. Ich bin schlecht kritikfähig. Schon immer. Vielleicht will ich deshalb immer gefallen. Es ist schwierig. Wenn dir jemand sagt, dass musst du lernen, weiß ich nicht wie. Ich umgebe mich lieber mit Menschen die mich halt so mögen, dann muss ich mich auch nicht ständig kritisieren lassen. Ach keine Ahnung. Ich fühl mich halt schon zu zart besaitet. Und vielleicht war es dafür gut um das endlich zugeben zu können.

Zitat von whynot60:
Zugleich will sie die Weichen so stellen, dass ihr das nie wieder passiert (was? 1988 oder Gefühle nicht zu hassen?).

Warum schrieb ich 1988. Damals war ich gut genug für alles und jeden. Ich war geliebt und geborgen, Konflikte waren nie so verletzend als das sie Narben hinterlassen hätten. Und zu diesem Zeitpunkt hätte mir vielleicht noch jemand beibringen können, dass man nicht alles was traurig ist so ernstnehmen muss, weil es eben zum Leben gehört. Vielleicht so.

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W
Zitat von Diandra:
Warum schrieb ich 1988. Damals war ich gut genug für alles und jeden.

Ja, und warum ist es gut, für alle und jeden genug zu sein?
Du solltest eher für Dich selber gut genug sein, und wenn Du das dann auch, ohne Selbstverleugnung und Schauspiel, für jemand anderen bist, ist es doch gut so!
Will jemand nur das Püppchen, das auch im Net zu kaufen ist, kann man das ohnhin vergssen. Oder möchtest Du ernsthaft Stangenware sein? Ich hoffe nicht!

x 1 #204


W
Zitat von MissNextDoor:
glaube es ging auch gar nicht um deine Anregung und deine Gedanken dazu, ich hatte es so verstanden, dass es Diandra vor Allem um die Debatte danach ging welcher Strömung Sartre und Camus angehörten sowie die Aussage, dass das Leben demnach ohnehin sinnlos sei, und zusätzlich die Belehrung wegen ihrer Ehe. (Was ich gut verstehen kann.)
Aber das kam ja nicht von dir.


Ja, darum ging es auch nicht zentral. Aber die Frage ist doch, wie kann man eiigermaßen leben, wenn man allle Gefühle hasst, also ablehnt.
Mir zwar durchaus verständlich, ab de Lösung für die TE wird das nicht sein ...

x 2 #205


Mira_
@Diandra

Hast du mal deinen Hormonstatus prüfen lassen? Der kann auch sehr viel mit unseren Stimmungslagen machen.

x 2 #206


W
Übrigens möchte ich auch mal gesagt haben, dass Du für mich ein echt besonderer Mensch bist, @MissNextDoor - ohne auch nur den kleinsten Hintergedanken - für mich einfach nur herausragend! (ich hoffe, Dir damit nicht zu nahe getreten zu sein! Ist einfach Ausdruck meiner Wertschäzung und Zuneigeung).

x 1 #207


T
@whynot60 ich danke dir sehr, das ist sehr lieb.

x 1 #208


PizzaPeperoni
Zitat von Diandra:
Damals war ich gut genug für alles und jeden. Ich war geliebt und geborgen, Konflikte waren nie so verletzend als das sie Narben hinterlassen hätten. Und zu diesem Zeitpunkt hätte mir vielleicht noch jemand beibringen können, dass man nicht alles was traurig ist so ernstnehmen muss, weil es eben zum Leben gehört. Vielleicht so.

Für mich liest sich das wie die Sehnsucht nach innerer Sicherheit.

Fühlst du dich einsam? Und allein, wenn du Traurigkeit verspürst? Wahrscheinlich, oder? Denn damals wurde deine Traurigkeit von jemandem mitgetragen und deswegen hat sie auch keine Narben hinterlassen. Heute ist es doch oft so, dass die Narben kommen, wenn man am Ende mit dem Schmerz allein gelassen wird. Außerdem denkt man heute sehr schnell, man wäre zu viel, nicht gut genug etc, wenn diese Gefühle einen überladen. Aber das ist nicht so. Du darfst traurig sein, das ist okay. Dann bist du auch nicht zu viel. Du bist ein Mensch. Du darfst das fühlen und du darfst lernen, es einzuordnen. Das wurde einem nämlich nicht beigebracht, wenn die Traurigkeit eine solche Dramatik im Leben einnimmt. Und versteh mich nicht falsch, ich persönlich habe zb scheinbar gar nicht gelernt mit Traurigkeit umgehen zu können, weshalb Wut in der Regel ein Begleiter ist, um eben diese Traurigkeit zu verdecken. Manchmal hilft es, zum Schutz, manchmal ist es aber auch sehr unangebracht und da sollte ich mir dann auch selbst klar machen, wie ich das einzuordnen habe und mir klar machen, dass dieses Gefühl nicht alles ist und meine ganze Welt jetzt nicht untergehen wird, wenn ich Traurigkeit empfinde.

Es ist okay. Manche Dinge müssen vielleicht einfach mal gefühlt und durchlebt werden. Wir hätten diese Gefühle nicht, wenn sie vollkommen irrelevant wären. So wie Wunden, die Schmerzen. Schmerzen sind nicht angenehm, sagen einem aber, dass man die Wunde gerade sorgsam versorgen muss, damit es besser wird, oder das man schlicht gut zu sich selbst sein sollte, wenn die innere Wunde brennt. Du bist gut und genug und gerade in Momenten in denen wir uns vielleicht denken, wir wären es nicht, in denen wir uns mit unserer Traurigkeit einsam fühlen, sollten wir bei uns selbst versuchen auf Resonanz zu stoßen, indem man gut zu sich selbst ist, sich selbst den Trost gibt, der einem gerade von außen fehlt, nicht zu streng zu uns selbst sein und wenn es sein muss sich selbst gedanklich in den Arm nehmen und sich sagen „Es ist schon gut. Das tut gerade sehr weh, aber das ist nicht alles. Es ist in Ordnung traurig zu sein, aber das definiert nicht meine ganze Identität und es wird leichter“.

Tja- wenn das Leben nur manchmal etwas leichter wäre. Das wäre schon schön an manchen Tagen. Aber man lernt, stetig. Immerhin. Da dachte man doch früher ernsthaft (zumindest ich): „Cool, wenn die Schule/Ausbildung rum ist brauch ich endlich nicht mehr lernen“ und dann geht das Spektakel plötzlich erst richtig los, wenn man merkt man selbst ist eigentlich seine größte „Ausbildung“/sein größtes „Studium“. Gibt immer wieder was zu entdecken. ^^

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E-Claire
Zitat von Diandra:
'ich bin nicht mein Gefühl, ich habe es'. Und darin in ich ganz schlecht. Ich definiere mich auch sehr über Gefühle und der Kopf kann sie höchstens noch einsortieren, etwas abdämpfen, relativieren.


Zitat von Diandra:
Warum schrieb ich 1988. Damals war ich gut genug für alles und jeden. Ich war geliebt und geborgen, Konflikte waren nie so verletzend als das sie Narben hinterlassen hätten. Und zu diesem Zeitpunkt hätte mir vielleicht noch jemand beibringen können, dass man nicht alles was traurig ist so ernstnehmen muss, weil es eben zum Leben gehört. Vielleicht so.

Spricht doch nichts dagegen, es sich selbst beizubringen. Feelings are not facts. 🐧
Zitat von Diandra:
Oder ich entwickele mich. Aber gefühlt tue ich das irgendwie immer und ständig.

Richtig. In Veränderung sein.
Zitat von Diandra:
Ich bin in Dauerbeoachtungsposition. Und ich mach es nie richtig. Ich hasse es zu scheitern. Ich bin schlecht kritikfähig.

Hm, kennst Du jemanden, dem Scheitern Spaß macht. Frage für nen Freundin. Was ist denn da die Erwartungshaltung?
Niemand findet Kritik ursuper. Manchmal nützlich halt, aber doch bitte nicht super.

Zitat von Diandra:
Ich umgebe mich lieber mit Menschen die mich halt so mögen, dann muss ich mich auch nicht ständig kritisieren lassen.

Der erste Halbsatz ist völlig ausreichend. Und wenn Du gute Freunde hast, dann sind das solche, die Dir schon sagen werden, wenn es mal ein Problem gibt.

Es geht mich nichts an, aber ich höre bei Dir ganz viel Kränkung und die ist ja bei Zurückweisung auch ok, aber wäre es möglich, dass Du da auch noch an etwas anderem kiefelst?

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