Zitat von Sonnenschein85: Ja, das stimmt. Man muss nicht irgendwelche besten Versionen von sich erschaffen, um gut anzukommen oder angenommen zu werden, sondern bei sich selbst bleiben.
Und ja, das Leben ist holprig. Es gibt gute Zeiten und auch schlechte Zeiten. Und manchmal kommt auch alles gemeinsam. Und manchmal verrennt man sich in eine Angelegenheit und merkt nicht, dass man sich verennt. Und das tut weh. Das ist hart. Das wirft einen zurück.
Die beste Version von sich selber zu erschaffen, halte ich schon für sinnvoll (auch wenn es natürlich nie klappt, aber ein sinnvolles Streben ist) - nur ist die Veraussetzung dafür, dass dieses Streben völlig unabhängig ist von allen Versionen, die andere als die erstrebenswerten, richtigen usw. ansehen.
Nehmen wir mal an, theoretisch, ich unterstelle das nicht, die Allgemeinheit wären allesamt ausgemachte Vollidioten - dann wäre es doch wohl jedem einsichtig, dass es kein gerade sinnvolles Streben wäre, selber ein solcher zu werden. Und es noch immer besser ist, jenen als Vollidiot zu gelten, die sich selber in der Herde der Vollidioten als die Maßgeblichen fühlen, als die Normhaften und vorranging Lebensberechtigten.
Ich glaube, der beste Weg ist es, zunächst einmal sich selber (im Eigentlichen, im Wesentlichen) zu finden und sich dann sprießen zu lassen.
Auch denn verläuft das Leben natürlich nicht ohne Höhen und Tiefen, aber zumindest ist es das eigene Leben, das so veräuft, und nicht eines, das einem von einem fremden Regiesseur aufgebrummt ist, und so lernt man auch daraus.
Ich z. B. finde es fürchterlich, was aus Kindern gemacht wird, worauf sie getrimmt werden von Anfang an, ein wahres Verbrechen und auch ein immenser Verlust (der halt dem Mittelmaß zugute kommt), Funktionsmaschinen, die der Produktions- Konsumationsmaschinerie dienen. Also mit sich selber im Grunde von Haus aus nichts zu tun haben, sondern als Rädchen in einem gigantischen Räderwerk eingebaut werden (und sich vermehren sollen, das kommt, gestattet, auch noch hinzu).
Und ich darf hier sagen: Ich habe mich zunächst auch verrannt in dieses übliche, vorgezeichnete Leben (zumindest so halb). Aber dann hat es mich dermaßen aus der Bahn geworfen, durch eine Krankheit, dass mir ganz von selber ein ganz anderes Leben, mein eigenes, aufgegangen ist.
Das war ein echter Glücksfall! Wenn anfangs auch noch etwas schwierig, weil man ja wieder zurückgedrückt werden soll in den geplanten Verlauf. Aber dann war ich schon widerstandsfähig genug

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Und heute, im Alter, blicke ich, sozusagen in der abendbeschienen Hängematte schaukelnd, mit einem zufriedenen Lächeln zurück auf alle diese Jahre.