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Ich will wer anderes sein

Diandra
Ich danke euch sehr. Ich habe gerade wenig Zeit um jedem zu antworten, das hole ich heute Abend nach.

Als ich von die beste Version meiner selbst schrieb, war das schon auch mit Sarkasmus geschrieben. Denn damals war es ein fremdes Optimum dem ich folgte, ja. Aber ich dachte wirklich ich hätte es jetzt besser verstanden. Und trotzdem hat mich mein mir genügendes Ich in diese Situation gebracht. Meine authentischste Art von mir selbst hat mich reingelegt. Deshalb würde ich mich wohl gerne verkriechen.

Habt einen schönen Silvester Tag. Ein ganzes Jahr vorbei. Wahnsinn.

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T
Zitat von Diandra:
Meine authentischste Art von mir selbst hat mich reingelegt.

Ich hab dazu Gedanken im Kopf... aber leider zu diffus, um sie zu greifen. Vielleicht fasst es jemand auch gleich in Worte...

Denke auf jeden Fall, dass das Selbst einen nicht trügt. Smile
Man probiert Dinge aus... erfährt sich... das ist alles normal.
Und, wie schon gesagt wurde, man irrt. Das gehört aber tatsächlich zum Lernen dazu.

Lernen - das ist in meinen Augen etwas anderes als der Selbstoptimierungswahn. Lernen tun wir bis zum letzten Tag.
Beim Lernen sind Fehler aber nicht nur ok sondern sogar wichtig. Darüber hab ich vor langer Zeit mal einen Vortrag an der Uni gehalten. Stehe persönlich auch absolut hinter dieser Sichtweise/Erkenntnis.

Ich denke auch nach wie vor, dass man aus und an allem lernt... ob man will oder nicht.


Zitat von Diandra:
Habt einen schönen Silvester Tag. Ein ganzes Jahr vorbei. Wahnsinn.

Ganz meine Gedanken...
Ich wünsche dir auch einen schönen Silvestertag, wenigstens das Wetter ist schön Smile

x 3 #77


A


Ich will wer anderes sein

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A
Zitat von Plague:
Ich habe überlebt, habe mich davon nicht kleinkriegen lassen, bin immer wieder aufgestanden und habe weitergemacht.

Aha. Und was heißt das bei genauer Betrachtung genau? Du hast dich halt nicht umgebracht. Machen - gottlob - die allerwenigsten. Genau niemand, der das noch lesen und hier schreiben kann. Das beinhaltet also in Wahrheit nicht so wirklich den großen erkenntnisreichen Wow-Effekt.

x 2 #78


E
Ich bin sehr dankbar für diesen Thread 🙏. @Diandra spricht es aus, was ich auch mal ab und zu gefühlt habe. Eine tiefe Enttäuschung, die so allumfassend ist, dass man das ganze Leben in Frage stellt. Nicht die Existenz an sich, aber den Sinn des Ganzen.

Auch für die Aussage, dass zwischenmenschliche Beziehungen wir Lottoscheine sind, bin ich dankbar. Eine sehr weise Betrachtung, finde ich....

Normalerweise mache ich solche Momente mit mir aus, gehe tief in mich hinein und fühle die Verzweiflung. Die Ohnmacht. Sie hat sich an das Forum gewendet - Respekt dafür - und Trost erfahren. Hoffe ich zumindest.....

Meistens vergeht dieser Zustand und am nächten Tag sieht die Welt / das Leben besser aus. Ist auch diesmal so @Diandra?

x 6 #79


Plague
Zitat von Arnika:
Und wie genau?

Da würden mir im Fall der TE gleich zwei Möglichkeiten einfallen:

1. Sich immer wieder klarzumachen, wie sehr das eigene Leben vielleicht bis dato von unrealistischen Maßstäben (wie dem Diktat der Selbstoptimierung) bestimmt war. Wann immer mir wieder einmal schmerzhaft die Diskrepanz zwischen Ist und Soll bewusst wird, führt das zu Frust und drückt auf den Selbstwert. Die Anregungen, die sie hier schon bekommen hat, können ihr in diese Richtung helfen.

2. Statt sich nach unrealistischen externen Maßstäben zu richten, hilft es zuweilen mehr, den Blick auf die eigenen Werte zu richten - diese wiederzuentdecken und das eigene Leben daran auszurichten. Nach eigenen Werten zu leben ist nicht nur gut fürs Rückrat, sondern auch für den Selbstwert. 😉

x 3 #80


CanisaWuff
@Diandra möchtest Du wirklich anders sein, als Du bist?
Mein Leben war auch nicht immer schön, aber es hat mich geformt und zu dem Menschen gemacht der ich nun bin.
Nicht jeder mag mich, muss er aber auch nicht.
Aber die Menschen, die mich mögen machen mich dagegen oft sprachlos und verlegen, wenn sie es mir zeigen.
Ich versuche einfach authentisch zu sein.
Meine Tierliebe zu zeigen, offen mit den Menschen zu sprechen, zugeben wenn ich irgendwas nicht weiß oder kann.
Aber offen für meine Meinung zu stehen.
Oft ist das auch nicht leicht, aber das bin ich.
Und Du bist gut, genauso wie Du bist
Du brauchst nicht jemand anderer zu sein.
Du wirst für das geliebt, wie Du selbst bist Kuss geben

x 4 #81


tauris
Du bist schon genug
Du fragst dich vielleicht: Warum bin ich hier?
Eine einfache Antwort gibt es nicht — aber vielleicht beginnt alles mit einem kleinen Wunder. Du hast das Rennen gegen 180 Millionen andere Samenzellen gewonnen. Du warst der Anfang eines unwahrscheinlichen Wunders. Und allein das zeigt: Du bist nicht zufällig hier.
Vergiss für einen Moment all die Stimmen, die sagen, du müsstest mehr sein, schneller, stärker, produktiver. Du musst gar nichts davon. Du darfst einfach du selbst sein — mit Zweifeln, Fehlern, leisen Tagen und all dem, was dich menschlich macht.
Der Philosoph Søren Kierkegaard schrieb einmal:
"Das Leben kann nur rückwärts verstanden, aber muss vorwärts gelebt werden."
Du musst nicht alles jetzt wissen oder lösen. Manchmal reicht es, den nächsten Atemzug bewusst zu nehmen und zu wissen: Du bist hier, und das ist genug.
Wenn du dich fragst, ob du „richtig“ bist — ja, bist du. Weil „richtig“ nicht bedeutet, perfekt zu sein, sondern authentisch.
Wie Rumi sagte:
„Du bist nicht ein Tropfen im Ozean. Du bist der ganze Ozean in einem Tropfen.“
Also, lehn dich einen Moment zurück, atme. Du bist das Ergebnis eines Wunders, und du darfst dieses Leben in deinem Tempo erkunden. Nicht, um jemand anderes zu werden — sondern um zu entdecken, wer du schon immer warst.
Oft vergessen wir das dass Leben eine Reise ist und kein Wettlauf.
Manche Wege sind eben, manche steinig, manche führen in Kreisen — und doch bringt dich jeder Schritt, ob zaghaft oder mutig, ein Stück näher zu dir selbst.
Robert Louis Stevenson sagte einmal:
„Nicht das Ziel ist wichtig, sondern die Reise selbst.“
Vielleicht wünschst du dir, zurückzugehen — vielleicht ins Jahr 1988, um Dinge anders zu machen, eine andere Abzweigung zu nehmen. Doch die Wahrheit ist: Auch wenn du zurückgingest, wärst du immer noch du — mit denselben Hoffnungen, derselben Sehnsucht, demselben offenen Herzen.
Vergangenheit ist keine Kette, die dich bindet, sondern der Boden, auf dem du heute stehst. Alles, was war, hat dich hierher getragen.
Und hier, in diesem Moment, hast du die Möglichkeit, anders zu fühlen, zu handeln, zu atmen.
Wie der Schriftsteller C.S. Lewis sagte:
„Du kannst die Richtung des Windes nicht ändern, aber du kannst die Segel anders setzen.“

Komm gut ins neue Jahr

x 4 #82


E
Ein paar Gedanken zum Thema Selbstoptimierung. Das scheint mit ein Modewort zu sein. Worte sind weder gut, noch schlecht, sind lediglich Bezeichnungen. Was man daraus macht, darauf kommt es an. Was man darunter versteht.

Für mich ist es wichtig, mich immer besser kennen zu lernen in allen Facetten meines Seins. Klarheit über meine Bedürfnisse zu gewinnen und meine Handlungsmöglichkeiten zu sehen. Dass ich auf eine Situation auf verschiedenen Weisen reagieren kann. Theoretisch zumindest, denn manche scheinen unmöglich aufgrund von Glaubensaetzen oder persönliche Einschränkungen.

Ich bin nicht meine Gefühle. Ich habe sie lediglich. Und es gibt Gründe, warum ich so fühle, wie ich fühle. Meine Gefühle verschwinden nicht, nur weil ich sie nicht haben möchte. Widerstand füttert sie. Aufmerksamkeit füttert sie. Gefühle sind nicht "schlecht", auch wenn sie unangenehm sind. Sie sind Indikatoren, die mich erkennen lassen, dass meine Handlungen heilsam oder unheilsam waren. Sie lassen mich deutlicher erkennen, was ich wirklich möchte.

x 4 #83


Jane_1
Zitat von Talia_:
Hochsensibilität

Soviel ich weiß, ist das lediglich ein populärwissenschaftlicher Begriff. In der Wissenschaft nennt man Menschen, die die in der Hochsensibilität zu findenden Eigenschaften mitbringen eher neurodivers oder auch traumatisiert.
Ich weiß, berührt deine Frage nicht. Aber hilft vielleicht, dich gnädiger zu betrachten, wenn du dich in dem einen oder anderen findest.
Zitat von Diandra:
Und trotzdem hat mich mein mir genügendes Ich in diese Situation gebracht. Meine authentischste Art von mir selbst hat mich reingelegt.

Naja, bürdest du dir da nicht bisschen zu viel Verantwortung auf? Und berechnest du dafür die anderen Variablen - nämlich auf der einen Seite du, auf der anderen: ALLES ANDERE - zu gering ein?

Wir können planen und uns vorbereiten und versuchen perfekt zu sein. Und dennoch: s.hi.t happens.
Das ist einfach das Leben.

Du kannst machen was du willst. Ein Leben, das ausschließlich aus Höhenflügen besteht, wird es nicht geben.
Die Welle muss brechen, damit sie sich wieder erheben kann.

Und du schreibst ja selber, dass es toll war. Das, was du jetzt erlebst, ist der Preis, den du zahlst. Kommt dir jetzt zu teuer vor. Ja, kenn ich. Trotzdem: während es toll war, war es toll.
Wie ein Rausch. Währenddessen: super. Danach: Kater.

Du hast einen üblen Männerkater.
Passiert, geht vorbei.
(Ich hoffe, du denkst nicht, dass ich dich nicht ernst nehme. Tue ich. Aber ich möchte etwas die Dramatik herausnehmen)
Zitat von Ella:
Auch für die Aussage, dass zwischenmenschliche Beziehungen wir Lottoscheine sind, bin ich dankbar.

Agree to disagree.

Jeder Lottoschein hat genau die gleiche (geringe) Wahrscheinlichkeit, der Hauptgewinn zu werden.
Menschen wählen wir aus. Sie zeigen sich uns. So ganz undurchsichtig wie Lottoscheine sind Menschen nicht.

x 6 #84


Plague
Zitat von Arnika:
Du hast dich halt nicht umgebracht.

Ich nöle nicht die ganze Zeit rum, wie schlecht es mir geht, weil ich denkbar schlechte Startbedingungen ins Leben hatte.
Ich ziehe mich nicht auf eine Opferhaltung zurück und erwarte, dass andere meine Probleme lösen.
Ich erstarre nicht in Verbitterung, weil ich immer wieder enttäuscht werde, weil ich z.B. Entschuldigungen, die ich mir wünsche, niemals bekommen werde.
Ich gestalte so gut wie möglich mein Leben im Rahmen der Möglichkeiten, die ich habe. Und bei genauerer Betrachtung ist dieser Bereich gar nicht mal so eng begrenzt.

x 6 #85


CanisaWuff
Zitat von tauris:
Du hast das Rennen gegen 180 Millionen andere Samenzellen gewonnen.

Das haben wir ja alle gewonnen...und dabei bin ich ja total unsportlich und Rennen ist schon gleich 2x nicht mein Sport 🤓

x 2 #86


Mira_
Zitat von Jane_1:
Soviel ich weiß, ist das lediglich ein populärwissenschaftlicher Begriff. In der Wissenschaft nennt man Menschen, die die in der Hochsensibilität zu findenden Eigenschaften mitbringen eher neurodivers oder auch traumatisiert.
Ich weiß, berührt deine Frage nicht. Aber hilft vielleicht, dich gnädiger zu betrachten, wenn du dich in dem einen oder anderen findest.

Danke und eine dicke Umarmung für dich herz

Das sollte nicht so rüberkommen, dass ich von mir genervt bin. Bin ich nicht. Ich hab viel Mitgefühl mit mir und anderen. Aber manchmal kann es herausfordernd sein. Ich weiss zum Glück woher das kommt und romantisiere es nicht.

x 2 #87


A
@Ella Sind ja schöne Worte, klingen halt schon nach dem üblichen YouTube-Gedöns. Die Krux ist nur: Du hast sehr vieles, was dir passiert im Leben, überhaupt nicht selbst in der Hand. Bei Weitem nicht alles ist deinen eigenen Handlungen zufolge passiert - oder wird dir noch passieren. Und gar so herumkreisen um seine eigenen Bedürfnisse und Befindlichkeiten braucht man nicht. Die sind nämlich bei uns allen ziemlich profan und haben sich auch in 30 Lebensjahren nicht großartig geändert.

Und unterscheiden sich auch kaum - seit der Antike: Liebe, Sex, Freunde, Essen, Urlaub, Anerkennung, Nähe, so wenig (Geld-)Sorgen wie möglich, bissl Freiheiten, bissl Sicherheit, Lachen. Das ist unterm Strich echt keine so ausgeklügelte Raketenwissenschaft, für das es ein jahrzehntelanges (!) Studium bräuchte. Dafür muss man nicht alle eigenen Gefühlsregungen - und die anderer - sezieren. Da kannst dir die Bedürfnispyramide aus der Volksschule auch anschauen - und bist im Großen und Ganzen fertig.

x 3 #88


Wirdschon
@Diandra , nun, mit Hypersensibilität hab ich keine Erfahrung und stelle mir ein Bedauern ganzer Jahrzehnte furchtbar anstrengend vor.

Deswegen lass ich Dir eine Umarmung da, einen Sack voll Zuversicht, die besten Wünsche fürs Neue Jahr und eine Krone.
…was Du damit anfängst, bleibt Dir überlassen. Kannst alles in die Tonne kloppen, benutzen oder ignorieren. trost spenden

x 1 #89


tauris
Zitat von CanisaWuff:
Das haben wir ja alle gewonnen...und dabei bin ich ja total unsportlich und Rennen ist schon gleich 2x nicht mein Sport 🤓

…..und das macht uns alle zu etwas besonderem - ich würde das nicht so abtun zwinkern

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A


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