Ich möchte noch mal meinen Dank aussprechen für eure Geduld und die Energie, die ihr ja allein schon beim Mitlesen des Threads investiert, ohne wirklich viel auf einmal bewirken zu können. Dass anderen Menschen dabei der Geduldsfaden reißt und sie auf schnellere oder konkretere Lösungen drängen kann ich ehrlich gesagt sehr gut vertstehen.
Was Scheol geschrieben hat würde ich damit gerne noch mal hervorheben, einen großen Dank auch dafür, denn die geduldige Haltung resultiert am Ehesten aus dem eigenen Verstehen von Traumadynamiken.
Aber es gehört auch eine erwachsene Distanz dazu, inklusive auf die eigenen Grenzen achten zu können, um nicht in eine "Ebene des Angriffs" zu gehen, was Scheol als Täterverhalten beschreibt.
Zitat:Mit Traumatisierten zu schreiben, sich austauschen, kann anstrengend sein. Das wissen wir aus toxischen Beziehungen, wo man immer und immer wieder wiederholt. Auch kann es sein, dass diese Person sich zurückzieht, angreift oder einem zu Munde redet.
Alles Mögliche, alles nicht einfach, wenn man ungeduldig ist.
Die Person selbst entscheidet die Geschwindigkeit, wie und was und wie oft sie das macht. Und auch wenn es von außen seltsam anmutet, ja dann ist es eben so.
Ironischerweise beanspruche ich, mit diesen Schwierigkeiten, angemessen auf mich aufpassen zu können hier im Forum auf Verständnis zu treffen, obwohl ich es in meinem eigenen Leben privat manchmal nicht hinkriege und meine Abwehr zusammenbricht wie Esspapier, und beruflich aber ebenfalls - weil Kopf und erwachsene Anteile aktiviert - anderen Menschen angemessen begegne und den Überblick behalten kann. Das ist bestimmt von außen betrachtet sehr alarmierend.
Vllt hilft eine Erklärung, dass manche Menschen durch ihre familiären Verhältnisse schon im Kleinkindalter psychisch Fähigkeiten entwickeln müssen, die dann einfach als Teil der Persönlichkeit "dazugehören". Weil aber die damalige familiäre Situation so schräg und krass war, erscheint der Persönlichkeitsanteil den man damals enteickelt hat in der Gegenwart krass unpassend.
Das ist das Dilemma, wenn Menschen unter höchstem Bedrohungs- oder Hilflosigkeitsgefühl eine Lösung finden müssen. Die "Lösung" scheint so (überlebens-)wichtig, dass sie starr als Reaktionsmuster erhalten bleibt, obwohl jeder von außen wahrnehmen kann, wie sehr sich jemand mit diesem Verhalten selbst schadet. Wirkt einfach bekloppt, ist aber gerade in dieser Wiederholung des Musters ein wichtiger Hinweis, worum es sich handelt: Ein unter höchster Not entwickeltes Muster. Und mit höchster Not meine ich aus der Perspektive von Kindern z.b..