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In den attraktiven Tanzpartner heimlich verliebt

L
Hallo,
ich bin in einen etwas älteren, aber dennoch faszinierenden Mann heimlich verliebt und ringe um eine angemessene Einstellung, Verhalten, Distanz, Kommunikation und was weiß ich nicht noch alles.
Ich habe mehrere Phasen der Verliebtheit schon hinter mir, bin immer froh, wenn ich weiter abkühle, und will ihn dennoch emotional nicht loslassen.
Er ist ein feinfühliger, sensibler Mensch, bei dem ich nicht nur einen starken Abgrenzungswunsch spüre sondern auch Weichheit, Empathie -?.

Weil er so gut wie keine Zeit hat und er selber noch eine zweite, für ihn sehr wichtige und außerordentlich attraktive Tanzpartnerin bei einem anderen Lehrerpaar hat, haben wir kaum Kontakt über den Tanzkurs einmal pro Woche hinaus. Wenn er Tanzveranstaltungen besucht hat er zwei oder drei andere Tanzpartnerinnen, die er bevorzugt und ich komme emotional als fünftes oder siebtes Rad am Wagen echt nicht richtig klar. Ich kann die wenigen Tänze mit ihm dann echt nicht genießen und muss meine Gefühle so schrecklich wegschließen und bin mir überhaupt nicht sicher, was uns verbindet. Wenn ich mit igm tanze kommt es vor dass es mich S. erregt und er schaute auch schon mal besorgt auf seine Hose beim Tanzen - was gar nichts heißen muss, ich weiß.

Ich tanze häufiger auch außerhalb unserer Stadt auf unterschiedlichen Tanzveranstaltungen, habe dadurch viele gute Tänzer kennengelernt und die tanzen auch gerne mit mir, wenn man sich wiedertrifft. Das rettet mir den Zugang zu weiteren Lernerfahrungen mit Männern (+Frauen), die wirklich mit mir tanzen wollen. Es ist lockerer, sprtlicher, aber auch mal inniger, ero. ab und zu, aber unverbindlich. Von denen will ich nichts.

Jetzt habe ich hier in der Stadt einen weiteren interessanten Tänzer kennengelernt (er tanzt besser als viele andere und hat fast exakt meine Körpergröße, ist aber etwas jünger als ich, drückt sich sehr höflich und gewählt aus) und wir wollen ab und zu wenn es passt zusammen Tanzunterricht besuchen - bei dem Lehrerpaar, bei dem auch mein heimlicher Augenstern und seine langjährige Tanzpartnerin tanzen.

Ich bin hin und her gerissen, ob ich den heinlichen Augenstern da irgendwie vorwarnen soll, aber ich weiß nicht mit welchen harmlosen Worten. Ich kann kaum einschätzen, was für einen Kontakt wir eigentlich haben.

Dahinter steckt die heimliche Absicht, den verdammten Kontakt zu ihm zu verbessern und mich mit ihm wohler zu fühlen. Ich bin häufig etwas lustiger beim Tanzen, ein nonverbales Verbinden über positive Emotionen, achtungsvoll, wertschätzend, aufmerksam, feinfühlig, sehr präsent. Es ist echt anstrengend, das jedesmal für 1,5 h so hinzukriegen, diese Feinfühligkeit, obwohl ich nicht das Gefühl habe, dass es ein fairer und guter Kontakt für mich ist. Und hinterher bin ich bisher immer traurig und enttäuscht gewesen.
Er geht jetzt zunehmend auf meine leichte fröhliche Art ein. Er lacht und schmunzelt mit.

Vor der letzten Tanzstunde setzte er sich sogar neben mich im Wartebereich und wir kamen sehr freundlich ins Gespräch - über Erkältungen . Er wirkte lockerer und aufgeschlossener als sonst (so redet er sonst nur mit der anderen festen Tanzpartnerin), machte auch mit anderen Teilnehmern lockere Scherze und das Tanzen mit ihm war sanft, harmonisch, zart, wir waren uns sehr nah (er wollte es wohl so), es war fast bezaubernd (weil ich es nicht so richtig auf mich persönlich beziehen kann/will), wie auf einer ähnlichen Schwingung. Tanzen ist Träumen.

Am Schluss der Stunde gingen Sprüche übers Älterwerden hin und her im Tanzraum, scherzhaft, er machte einen Spruch, dann ich, und er drehte sich blitzschnell um und boxte mich mit erstaunlicher Kraft schmerzhaft auf den Oberarm und wandte sich ab.
Ich war fassungslos.
Ich bin Psychologin, und ich nehme absonderliche Verhaltensweisen u.A. deshalb besonders aufmerksam wahr. Eine Faust hat in einer Tanzstunde rein gar nichts zu suchen. Ich ließ ihn dann in Ruhe. Es gab Theaterkarten von der Tanzlehrerin, aber so typisch: ich traute mich nicht im Vorfeld ihn zu fragen, ob wir im Theater zusammensitzen wollen - aus Angst, er sagt nein. Dann hätte ich mich echt geschämt wegen unangemesser Vorstellungen.

Kann sein, dass er mit der anderen Tanzpartnerin zusammen dahingeht. Ich gehe mit meinem Sohn und dessen Partnerin hin - dann bin ich nicht so allein da.

Wir gingen später noch gemeinsam die Treppe hinunter, mir tat der Arm weh, und verabschiedeten uns normal mit Umarmung - ohne Wangenkuss.
Ich schrieb ihm ein wenig später eine Nachricht:

danke dir für die schöne Tanzstunde
Sag mal, warum hast du mir meinen Spruch zu dem Rollator so übel genommen? Das Boxen auf meinen Arm hat mich echt überrascht. LG

er antwortete:
entschuldige bitte, wollte dir nicht wehtun, hoffe du kriegst jetzt keinen blauen Fleck.

ich darauf:
blauer Fleck wird das wohl nicht werden. Das Thema Älterwerden ist für mich auch nicht leicht. Aber ich meine ganz sicher nicht dich wenn ich einen Spruch mache.

er darauf:
schon ok, du hast mich zum Lachen gebracht, allerdings wollte ich dich nur anstupsen, ging leider daneben; und tanzen und lachen macht glücklich

ich am nächsten Morgen:
klingt toll, tanzen und Lachen macht glücklich, mir geht es ebenso
er schickte darauf einen

Kann jemand meine Perpektive irgendwie rauslesen und habt ihr Tipps oder Einschätzungen, ob ich aus insgeheimer Sorge, den komplizierten Kontakt für mich weiter zu verkomplizieren, wenn ich morgen einfach so mit einem neuen Tanzpartner bei seinen Lehrern auftauche?

Eigentlich war ich schon an dem Punkt, den Tanzunterricht mit ihm sein zu lassen, weil es mich so traurig macht. Es erinnert mich an sehr problematische Beziehungsaspekte zu meinem Vater bzw. dessen sehr offene, aber z.T. auch verdeckte Ablehnung.

Jedesmal wenn ich an diesem Punkt bin - lass es sein mit igm, hör auf dich damit zu belasten - macht er scheinbar irgendeinen Schritt auf mich zu - aber es erreicht mich dann doch nicht so richtig.

Ich weiß gar nicht, ob ich es gut aushalte, ihn mitder anderen Tanzpartnerin zu sehen. Ich muss mich noch weiter lösen.

10.11.2023 00:11 • x 1 #1


L
Was ich noch nicht geschrieben habe ist, dass ich das Gefühl habe, mich ihm so unterordnen zu müssen, von ihm und seinen Emotionen abhängig zu sein. Weil ich ja insgeheim was will oder beabsichtige. Ich will ihn mit meiner Feinfühligkeit und meinem Respekt von mir ein wenig überzeugen. Aber das ist alles wie aus einer kindlicher Perspektive gedacht.

Was könnte ich für eine nette, unaufdringliche Nachricht an ihn schicken, die zwei Informationen enthält, aber keine unguten Gefühle von irgendwas auslösen? Also unausgesprochene Konfliktfelder nicht zu berühren wie z.B. das mit den verschiedenen Tanzpartnerinnen, einer gewissen Hierarchie dabei etc..
Ich denke insgeheim aber auch erwas kindlich:
ich finde dich doof mit deiner anderen Tanzpartnerin, ihr könnt euch beide nicht so richtig verbessern, wenn ihr so aneinanderklebt.
Ich bin insgeheim wütend, aber das wissen die auch von einer krassen Veranstaltung, bei der er mir diese Hierarchie sehr deutlich gemacht hat. Ich halte diese nonverbalen Rollenzuweisungen kaum aus. Er redet halt nicht / kaum mit mir.

10.11.2023 00:24 • x 1 #2


A


In den attraktiven Tanzpartner heimlich verliebt

x 3


Susanna
Zitat von LebedeinLeben:
ein nonverbales Verbinden über positive Emotionen, achtungsvoll, wertschätzend, aufmerksam, feinfühlig, sehr präsent. Es ist echt anstrengend, das jedesmal für 1,5 h so hinzukriegen, diese Feinfühligkeit,

Ich bin ehrlich gesagt - befremdet? erstaunt? über Deine unauthentische und zutiefst verkrampfte Schauspielerei.
Du bist - Psychologin? oh oh...

Zitat von LebedeinLeben:
Ich bin hin und her gerissen, ob ich den heinlichen Augenstern da irgendwie vorwarnen soll, aber ich weiß nicht mit welchen harmlosen Worten.

Ganz einfach: Du? übrigens tanze ich auch nächste Woche bei dem Lehrerpaar. Ich komme mit x.. Sehen wir uns? Du bist doch auch da, mit x., oder?

Und wenn Du morgen mit Deinem neuen Tänzer x. da auftauchst, ist es halt eine kleine Überraschung, wo ist denn nur das Problem?




Ich würde ihn fragen, ob er Lust auf einen Kaffee mit mir hat. Ich würde ihn gerne mal ein bißchen kennenlernen.

10.11.2023 00:42 • x 5 #3


L
Hi LebedeinLeben,

Ich denke tatsächlich das er nicht die Gefühle für dich empfindet die Du erhoffst.
Eher so Freundschaftlicher Basis...
Mich Überrascht allerdings, das Du als Psychologin Dir über sowas Banales so extrem den Kopf Zerbrichst.

Mir wäre das zu anstrengend und ich bin mitnichten ein Psychologe.
Quatsch in doch einfach mal an und frag nach einem gemeinsamen Kaffee, ein kleines Date...
Warum so verkrampft ?

10.11.2023 00:43 • x 2 #4


L
@Luddy also du meinst, er hat eher freundschaftliche Gefühle, aber ich soll ihn trotzdem nach einem Treffen fragen - so als Test?

10.11.2023 01:10 • #5


Lebensfreude
Zitat von LebedeinLeben:
@Luddy also du meinst, er hat eher freundschaftliche Gefühle, aber ich soll ihn trotzdem nach einem Treffen fragen - so als Test?

mach ruhig, wenn du dich blamieren willst

10.11.2023 01:11 • x 7 #6


L
Ich würde am Liebsten mit ihm mal unbeschwert auf einer Tanzveranstaltung mehr als drei Tänze mit ihm tanzen, mich mit ihm harmonisch und feinfühlig bewegen.
Einfach diesem tollen Gefühl folgen, dass da etwas zwischen uns ist beim Tanzen. Eine Beziehung kann ich mir in nächster Zeit auch nicht so richtig vorstellen.

10.11.2023 01:14 • #7


L
@Lebensfreude
ja eben genau deswegen habe ich ihn nicht gefragt und habe es eigentlich nicht vor.

10.11.2023 01:15 • #8


L
gute Nacht erst mal

10.11.2023 01:16 • #9


Lebensfreude
@LebedeinLeben gute entscheidung

10.11.2023 01:18 • #10


L
@Susanna
danke dir für deine Antwort. Aber ich denke, du hast mein Problem nicht richtig erfasst - was auch ok ist. Ich bin absolut nicht unauthentisch, sondern ihm gegenüber schüchtern, unsicher. Aber das hat u.A. etwas mit meinen Erfahrungen mit meinem Vater zu tun. Ich fühle mich eher in der Zwickmühle meiner Emotionen.

Ich hoffe das ist nachvollziehbar

10.11.2023 01:21 • #11


L
@Susanna
danke dir für deine Formulierung! Hätte ich so nicht hingekriegt.
Und vielleicht lasse ich die Nachricht auch einfach bleiben.

Und ja, ich bin die Psychologin, die authentisch sie selbst ist und nicht hinter einer Fassade des Berufsbildes verschwindet oder dem, was andere sich darunter vorstellen

10.11.2023 01:24 • x 2 #12


L
Zitat von Lebensfreude:
mach ruhig, wenn du dich blamieren willst

Finde ich quatsch, sorry.
Das sind doch Erwachsene Menschen ?
Wie will man denn sonst wissen ob man jemanden kennenlernen darf, wenn man ihn nicht explizite fragt ?
Als ob er dann gleich zu seinen Kumpels rennt und erzählt, -hahaha die hat mich doch echt auf ein Date einladen wollen hahaha hihihi...?!
Das sind doch keine Kinder mehr ?!
Ich fände es absolut normal wenn mich ne Frau anquatscht und mich nach einem Kaffee fragt.
Aber wer weiß, vielleicht bin ich auch einfach verkorkst und absolut nicht normal

10.11.2023 01:25 • x 4 #13


R
Zitat von Lebensfreude:
mach ruhig, wenn du dich blamieren willst

Ach ich weiß nicht ob es gleich blamieren ist? Versuch macht klug und dann weiß man wenigstens Bescheid und hat Ruhe von den blöden Hormonen .

Also auf den ersten Blick sehe ich hier auch wenig Anzeichen für mehr von seiner Seite... aber Du scheinst seine Nummer zu haben. Ist er denn überhaupt Single?

Du wirkst sehr detailverliebt, was dem Text eine seltsame Note gibt. Warum ist es wichtig, dass der andere Tanzpartner (fast) genauso groß ist wie Du? Alles durchanalysiert und irgendwie trotzdem keinen Durchblick .

10.11.2023 01:33 • x 3 #14


L
@Luddy
du hast recht, es wäre normal. Wahrscheinlich bin ich viel zu schüchtern, ich kann mich gar nicht erinnern, mal jemanden so angesorochen zu haben.

Was will ich eigentlich von ihm, was glaube ich, was ich da selber tue - frage ich mich selber schon so oft. In mir bestehen vielleicht mehrere, z.T. widersprüchliche Ziele, vielleicht ist es das,was so unauthentisch wirkt.

Ich glaube in mir ist diese Vaterproblematik hochgekommen und ich habe mich verheddert zwischen kindlichen, unangemessenen Empfindungen und Wünschen, der Wut von damals nicht an meinen Vater rankommen zu können, vergeblich liebenswert und bedürftig zu sein, und den Schmerz darüber auch noch alleine aushalten zu müssen.
Ich verwechsel da was.

10.11.2023 01:34 • x 3 #15


A


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