LebedeinLeben
Mitglied
- Beiträge:
- 1821
- Themen:
- 4
- Danke erhalten:
- 2169
- Mitglied seit:
Rein theoretisch ist es ja möglich, einfach aufzuhören mit dem Tanzunterricht, Lösung 1.
Ich versuche innerlich für mich auszuloten, ob ich mich emotional so stabilisieren kann, dass weitertanzen kann ohne den Liebeskummer.
Da kommt innerlich dieses Gefühl, dissoziieren zu müssen. Das kann ich zwar nicht mal eben so, aber der Druck ist da. Keine Ahnung wer mit Abspaltungen von Gefühlen noch tanzen kann, möglich ist so Einiges.
Aber ich will es so natürlich nicht.
Mir fallen aber immer wieder Erinnerungen ein, die ich aber schon viele Jahre weiß, aber wo einzelne Augenblicke aus dem Geschehen damals die Intensität des Leidens in diesem Tanzpartnerdilemma erklären könnten.
Mein Vater war so doof und hat im Urlaub an der Nordsee mich und meinen Bruder fast jedes Jahr schweigend an die Hand genommen und ist mit uns in die Wellen hinein gegangen, über mehrere Wellenberge hinweg. Verrückterweise hat er mitten in diesem Getöse unsere Hände losgelassen und uns kleine Herzchen einfach im Meer zurückgelassen.
Schweigend losgelassen, umgedreht und weggegangen. Von da an war ich immer nur noch unter Wasser ohne Luft, ein Nichts in dem Wellengang, kämpfend gegen den Strömungsbereich unter dem Wellengeschehen, wie im Schleudergang, keine Chance darauf, an die Wasseroberfläche zu kommen. Es war jedesmal ein Kämofen gegen das Erteinken, das man als Kind - in der Nordsee!- sowieso nicht verhindern kann. Man kann auch 10 cm unter der Wasseroberfläche nur ertrinken, auch wenn die Luft schon näher ist als 2 m unten im Strömungsbereich. Ich bin jedesmal "ertrunken", irgendwann wurde es jedesmal schwarz, und irgendwann kam ich im Meer näher am Strand treibend, komplett erschöpft und im Schockzustand, wieder langsam in einen Dämmerzustand.
Dieses Körperliche, dieses an der Hand, das Schweigen, das Fühlen des Verrats, wenn mein Vater losließ, das Entsetzen, dass er sich nicht in meine Notsituation und die Gefahr hineinversetzt hatte, die massive Enttäuschung...das ist körperlich ebenso gespeichert. Und jemandem körperlich nah sein, mit einem psychischen, wahrscheiich projizierten Dilemma- jetzt mit diesem Tanzpartner - weckt Panik, das umfassende Gefühl, komplett allein zu sein, krasseste Konsequenzen für mich, krassestes Unrecht mir gegenüber.
Ich glaube ich jann es nicht genau beschreiben oder vielleicht anderen das nicht so punktgenau plausibel machen, aber bestimmte Festzen an Erinnerungen fallen mir immer und immer wieder ein. So verraten zu werden, so verletzt.