Letters
Gast
Es war März letzten Jahres. Meine Wangen fingen Feuer, als er mich ansah. Es war die Neugierde in meinem Herzen, die mich zum geliebten dieses Mannes machte. Er war verheiratet, hatte zwei Kinder, war einer meiner Vorgesetzten. Er kämpfte Monate um mich. Ich darum, ihm nicht mehr über den Weg zu laufen. Als er mir im Urlaub hinterher reiste, dachte ich, ja er liebt mich und ich gab uns eine Chance. Wir liebten uns und ich fühlte mich in seinen Armen wie die Geliebte aus einem herrlichen Roman. Im Herbst beendete ich es, weil ich den Schmerz der Sehnsucht wenn er ging nicht mehr ertragen konnte. Vier Wochen später stand er erneut vor meiner Haustür. Jetzt hätte er die Kraft sein altes Leben zu verlassen. Im Januar, seine Frau wusste Bescheid, seine Eltern und Freunde auch, trennte er sich. Er wollte trotz liebe zu mir seiner Frau eine Chance geben. Die nächsten sieben Wochen verlor ich nicht nur an Gewicht sondern auch den Glauben an ihn und selbst meine Träume waren erschöpft. Dann kam im März diesen Jahres ein Anruf. Er hätte es versucht, kann nicht ohne mich, möchte das Leben mit mir Schulter an Schulter in Richtung Zukunft gehen. Er suchte sich eine Wohnung und kurz bevor er einzog flogen wir nach Istanbul. Am dritten Tag erfuhr ich, er zieht nicht wegen mir aus, sondern, weil er Klarheit braucht und seine Frau zu stark an ihm zerrt. Er nicht die Kraft hätte zu unserer Liebe zu stehen. Das war's. Ich brach in den Gassen Istanbuls in mir zusammen und lies mich von einem Mann der dieses Gefühl in mir auslöste trösten, als wäre er unbeteiligt an der Sache. Meine maßlose Enttäuschung und die Erschütterung haben mich in das Leben zurückgeworfen. Und ich habe erkannt, während er das Fenster betrachtete, ich durch das Glas durchschaute. Er beschrieb seine liebe, als wären es Bausteine. Ich habe ihm Kraft für den Ausbruch in sein neues Leben gegeben. Meine Aufgabe ist zu Ende. Er ist frei!
