Zitat von Serrulata:Was hat Euch im Leben geholfen, Entscheidungen zu treffen, die im Nachhinein für Euch richtig waren?
Ich denke, dass alle Entscheidungen, die ich in meinem Leben getroffen habe, "richtig" waren - im Sinne von ihre Berechtigung hatten. Zum einen kann ich ja nie im Nachhinein wissen, was passiert wäre, wenn ich mich anders entschieden hätte. Und woher will ich wissen, dass es für mich besser gewesen wäre, mich anders zu entscheiden? Von daher ist es auch völlig sinnlos darüber nachzudenken. Zum anderen sind vermeintlich "falsche" Entscheidungen auch wichtig, um Dinge zu lernen und Erfahrungen zu machen - von daher also wieder "richtig".
Zitat:Konntet Ihr Euch immer auf Eure Intuition verlassen oder hat sie Euch auch mal getäuscht?
Meine Intuition hat mich noch nie getäuscht. Aber früher fand ich es manchmal schwer, meine Intuition genau wahrzunehmen. Aus meiner Erfahrung wird die Intuition immer verwässerter und schlechter wahrnehmbar, je mehr ich über eine Entscheidung nachdenke und je mehr Meinungen anderer ich mir dazu anhöre.
Zitat:Inwiefern spielte der Faktor Zeit eine Rolle in Eurer Entscheidungsfindung?
Zeit ist für mich ein Negativ-Faktor in der Entscheidungsfindung. Die besten Entscheidungen in meinem Leben habe ich sehr spontan getroffen. Manchmal habe ich länger über irgendwelche Dinge nachgedacht, obwohl ich eigentlich wusste, was zu tun ist. Das empfand ich als kontraproduktiv zur Entscheidungsfindung. Zum einen, weil bei mir - wie oben erwähnt - viel Nachdenken die Wahrnehmung der Intuition erschwert und verfälscht, zum anderen, weil Entscheidungen eigentlich immer Mut erfordern. Und je länger ich die Entscheidung hinauszögere, desto mehr Ängste und Bedenken produziert das Hirn und desto mehr Mut ist nötig. Desto schwieriger wird also die Entscheidung, bzw. das Aktivwerden.
Zitat:Und denkt Ihr, dass man sich auf sein Gefühl, dass etwas "richtig" oder "falsch" ist verlassen kann, auch wenn Menschen um einen herum (oder der eigene Partner) diese Gefühle anders bewerten und teilweise so abschwächen, dass die Berechtigung der eigenen Gefühle an Bedeutung verlieren?
Für mich sind meine eigenen Gefühle die einzig relevante Realität. Warum sollte ich andere Menschen MEINE Gefühle bewerten lassen? Versteh ich nicht. Natürlich kann ein anderer Mensch zur selben Situation andere Gefühle haben als ich. Das ist ja normal und kommt häufig vor. Aber deshalb sind meine oder seine Gefühle doch nicht falsch. Gefühle sind immer subjektiv.