Liebe Sadness,
so wie ich es sehe, hast Du Dich hier her gewandt, weil Du gerade unglücklich bist. Du wolltest wissen, ob das, was Dir passiert, anderen Paaren ebenfalls passiert. Ob es "normal" ist und sich das Aushalten lohnt.
Naja - die Meinungen hier im Forum waren ja ziemlich eindeutig
Wenn man lange in so einer Situation war, und (ein wenig) Angst vor der Zukunft hat, beschließt man nicht von jetzt auf gleich, ich such ne Wohnung, leg mir ein ordentliches Selbstbewusstsein und dickes Fell zu und mach mein Ding.
Das ist ein Prozess. Des Abwägens, des Nachdenkens, irgendwann vielleicht des Vorbereitens.
Ich habe damals auch eine Weile gebraucht mir einzugestehen, dass ich bei der Partnerwahl völlig daneben gegriffen hab und meine Ehe gescheitert ist. Insgesamt hat das rund ein halbes, dreiviertel Jahr gedauert, ehe ich wirklich ausgezogen bin.
Die Jungs und Mädels hier haben Recht - Du solltest Dich auf DICH konzentrieren. Und auch, wenn ich es ebenfalls so sehe, dass Du Dir dringend eine eigene Wohnung suchen solltest: Du gibst das Tempo vor. Wir leisten hier moralische Unterstützung und haben sicher einige pragmatische Vorschläge. Umsetzen musst Du das. [ich zitiere mal aus einem Lied: "Who'll save your world - if not you, tell me who"]
Und wenn man lange in so einer toxischen Beziehung war braucht man vielleicht etwas länger dafür. (das ist aber keine Entschuldigung, fürs gar-nicht-machen

) Wichtig ist, dass Du dran bleibst. Dir alles gut überlegst. Welche Wohnung kannst Du Dir leisten? Könntest Du Möbel mitnehmen? Wie bezahlst Du Kaution usw? Kannst Du ggfls erstmal in ein bereits möbliertes Zimmer ziehen? als Untermieter? zumindest als Übergang, bis Du eine "richtige" eigene tolle Wohnung organisieren konntest? Das sind definitiv Schritte, die Du Dir überlegen solltest, bevor Du es ihm eröffnest.
Mag nicht ganz fair sein, so etwas hinter dem Rücken des Partners zu planen - aber das ist er auch nicht in seinem Verhalten und seinen Aussagen. Dieses Vorgehen hat den Vorteil, dass Du dann, wenn er ungehalten auf die Trennung reagiert und Du im emotionalen Streß bist trotzdem einfach Dein geplantes Programm abspulen kannst und nicht in dem Gefühlschaos auch noch alles bedenken musst.
Nach dem Hobby habe ich gefragt, weil Du vielleicht da neue Kontakte knüpfen kannst? Schon jetzt und auch in der Zeit, wenn Du eine eigene Wohnung hast, damit Dir die Decke nicht auf den Kopf fällt und Du auf komische Gedanken kommst.
Die Idee einer Therapie (in welcher Form auch immer) find ich auch gut. Nur weil er nicht zum "Seelenklempner" will kannst Du ja gehen. Und wenn seiner Meinung nach Deine "depressiven Phasen" das Problem in der Beziehung sind kannst Du ihm das auch so verkaufen, dass Du deswegen mal professionellen Rat suchst.
PS: so eine Trennung -gerade von so einer Person- ist schwierig. Aber verlier nicht den Mut - es lohnt sich, einfach man selbst sein zu dürfen.