Zitat von aufgewacht:Liebe ist für mich zu allererst, das Wesen des anderen zutiefst zu lieben (ob man mit diesem Menschen zusammen ist oder nicht). Wenn ein anderer Mensch uns schon allein aufgrund seiner Art zu sein, so viel gibt, dann stellen wir meiner Meinung nach auch nicht so viele Forderungen; wir sind glücklich, weil es den anderen gibt

So habe ich es jedenfalls erlebt. Ja und dann passiert das, was Alena-52 schreibt- dann wollen wir (Liebe) geben und fühlen uns glücklich in diesem Geben.
hallo aufgewacht
darin stimme ich mit dir fast überein, denn für mich bedeutet liebe allerdings zuerst MICH SELBST als ganzes lieben zu können, kann ich das selbst nicht weil ich noch etwas in mir ablehne, kann ich den anderen auch nicht so annehmen wie er ist und lehne das ab in ihm.
es fängt alles immer bei mir selbst an, egal worum es geht, alles andere sind projektionen.
Zitat:Es steckt viel Wahres drin aber für mich stecken in diesem Liebesbild genau so Illusionen wie in diesem romantischen Liebesbild von dem Du Alena schreibst. Denn wenn es uns einzig darum ginge, zu geben und auf der anderen Seite nichts zu erwarten, ja dann gäbe es keine Eifersucht, keinen Exklusivitätsanspruch (Treue etc.). Tatsächlich aber gibt es beises zur genüge

Aber ich denke, im Idealfall, ist man einander eifach einzig und dann braucht es auch keine "Liebskontrollen"
nein, sich selbst sein und leben ist wahrheit. eifersucht ist für mich eine illusion der ego-angst. jemand der noch unter eifersucht leidet, ist noch nicht in der vollen selbstliebe und hat angst nicht gut genug zu sein und angst zu verlieren, das hat mit wahrer liebe nichts zu tun, sondern mit mangelnden selbst-wert und selbst-vertrauen und selbst-bewusstsein. mein wahres selbst hat alles was ich brauche, mein ego denkt anders.
Zitat:Alena Du hast an anderer Stelle mal geschrieben, Du kennst das Gefühl der Eifersucht nicht. Das mag sein aber ich persönlich halte Eifersucht (bis zu einem gewissen Grad) für absolut normal und auch nicht gesundheitsschädigend

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stimmt, ich habe bisher keine eifersucht in mir spüren können. ich habe klare linien, an die ich mich halte, kann es annehmen wenn mein partner mal augenzwinkernd nach anderen schauen sollte. ich mache es auch auch ab und an wenn mir etwas an einem anderen gefällt -lächele ihn dann schon mal an - einfach weil ich es in diesem augenblick schön finde

- und hatte bisher partner, die ebenso waren, wir hatten unsere freiheiten, aber auch grenzen, bisher gab es in meinen beziehungen keine dritten im bunde.
Zitat:Aber um ehrlich zu sein....m.E. kann ein Mensch so reif sein, wie er will, er kann so intensiv lieben wie er will...., nie wird es eine Liebe geben, die völlig schmerzfrei ist.
Seit Jahrhunderten und Jahrtausenden suchen wir Menschen nach einer Lösung für die Probleme, die uns die Liebe auferlegt und ich denke, man kann dem sehr nahe kommen aber nie ganz denn es gibt keine Lösung. Zur menschlichen Existenz gehören auch Schmerzen, auch Eifersucht, Zweifel usw.
die lösung ist : lieben was ist, auch wenn wir etwas nicht wollen, darin liegt unser frieden und wir können von dem standpunkt aus handeln, in der liebe bleiben, liebevoll sein und nicht bis ins tiefste ego verletzt und zurückverletzen.
wahre liebe ist schmerzfrei, und das bedeutet, dass sie auch sehr tief trauert und starke sehnsucht haben kann, nach dem menschen, der diese liebe nicht mehr annehmen kann oder will oder der diese liebe verraten hat. darin fliesst auch immer die wärme der liebe mit hinein und ich kann so meinen alltag realtiv gut weiterleben. spüre weiter liebe, keine angst ! trauer wirkt heilend, seelenschmerz kann krank machen.
schmerz kommt vom ego - weil ego ein mangelgefühl von liebe hat, ES will haben, kann nicht loslassen, missgünstig, neidisch, ängstlich ist, sich rächen will - all das kommt vom ego.
schmerz und trauer hat einen unterschied, schmerz will sterben, hat angst vor dem tod, und es einer trennung gleichsetzt.
trauer will trauern um leben zu können und weil die liebe darin nicht verloren ist, bleibt sie offen für eine neue liebe und verschliesst sich nicht, wie der schmerz es oft tut.
Zitat:Ich kenne einige Menschen, die ähnlich wie Alena über die Liebe denken...und auch wenn in dieser Art zu Denken viele kleine verstreute

Wahrheiten stecken, so meine ich darin immer den Wunsch nach dieser völligen Schmerzfreiheit zu sehen. Und daran glaube ich nicht.
Steckt darin nicht auch die Annahme, dass der Mensch ausschließlich ein gutes, wohlwollendes, liebendes Wesen ist? Ja, das sind wir meiner Meinung nach...auch

aber nicht nur.
wir sind beides, weil wir in einer welt der polarität leben, wir sind engel und teufel in einem - worum es wirklich geht hat kaum jemand begriffen, es gilt GERADE auch darum den teufel in uns lieben zu können, nur dann können wir auch den anderen in seinem sosein lieben. niemand von uns ist perfekt und darin sind wir schon vollkommen, denn alles ist richtig so wie es ist, wir sind es auch. ich denke es nicht nur, ich lebe es auch, ich habe gelernt, theoretisch und praktisch. meine erste lange beziehung sah noch anders aus, da fühlte ich mich noch oft verletzt, enttäuscht weil mein partner manchmal nicht so wollte wie ich, dinge anders empfunden und entsprechend gehandelt hat, fühlte mich enttäuscht, verletzt und habe oft auch genauso "zurückagiert" glaubte mein partner ist dafür zuständig, dass es mir gut geht, er muss mir geben, was ich brauche.
um beim beispiel eifersucht zu bleiben : annehmen ok - jetzt bin ich eifersucht, hab angst, dass der partner sich in jemand anderen verschiesst. ich vergleiche mich mit anderen, fühle mich minderwertig, mein ego fühlt sich gerade verletzt, ich entscheide mich jetzt aber dafür in der liebe zu bleiben und kann dem partner dann anders begegnen. damit nimmst du der eifersucht den wind, kommst in den frieden und kannst deinem partner vielleicht sagen worum es dir wirklich geht und wenn er heimkommt : du ich habe dich vermisst, es hat mich traurig und ängstlich gemacht weil ich angst habe dich zu verlieren, ich weiss inzwischen, dass es an meinem minderwertigkeitsgefühl und mangelnden vertrauen liegt und daran möchte ich etwas ändern, bitte hilf mir dabei und unterstütze mich darin ... o.a.
Zitat:Wie wäre (unter Alena-Prämissen

) dann ein gemeinsamer Alltag möglich? Ein Zusammenleben (mit Kindern) ohne Erwartungen, ohne Verlässlichkeit...? Oder verstehe ich etwas falsch?
mein eindruck ist hier wird oft viel falsch verstanden, wahre liebe ist kein freibrief dafür einen anderen ständig in trauer oder verletzung oder missachtung zu bringen, rücksichtslos zu sein, sondern eher das gegenteil, alles schöne und weniger schöne zu teilen und den schatz liebe zu hüten und zu schützen, ihn zu achten und zu ehren und dankbar zu sein für die gnade so leben zu dürfen.
egoliebe ist materiell, wie die welt in der wir leben, deshalb so schnell ersätzlich und wird deshalb so schnell aufgegeben, es lohnt sich nicht dafür die energie aufzubringen, denn egoliebe kriegst du überall. wir sind alle hungrig, schon zu früh nicht satt geworden und versuchen diesen ewigen hunger im aussen zu stillen und fühlen uns nie wirklich satt, irgendetwas scheint uns immer zu fehlen. die suche geht weiter, bis wir mal bei uns selbst anfangen und uns selbst auffüllen. erst dann ist wahre liebe und freiheit möglich.
sonst bleiben wir gefangener unseres egos und der gesellschaft.
Zitat:Ein Professor der Philosophie schreibt über die Liebe:
"Machen wir uns nichts vor: Wer liebt, will Macht. Liebe bedeutet keineswegs, wie manche Leute gutgläubig meinen, einen bewussten Verzicht auf Macht. Ganz im Gegenteil! Schauen wir auf unsere Ideen und Projekte. Wenn sie uns am Herzen liegen, wenn wir sie lieben, wollen wir sie verwirklichen und durchsetzen. Natürlich spricht man euphemistisch davon, dass man Verantwortung übernehmen oder gestalten will. Im Kern aber geht es um Macht. Und die braucht man, sonst bleiben Ideen und Projekte Hirngespinste.
der professor spricht hier von der destruktiven macht, die vom ego kommt.
liebe hat macht und höchste kraft, denn sie ist das einzige, was die menschheit heilt und schützt. so wie eine mutter, die es schafft ein tonnenschweres auto anzuheben um ihr darunter liegendes, angefahrenes kind hervorzuholen. woher kommt diese kraft und macht ? sicher nicht aus ihrer muskelkraft, es ist die macht der liebe, die das ermöglicht und in diesem augenblick auch ihre muskeln stärkt.
Zitat:Auch wer einen Menschen liebt, will Macht über ihn. Dass man diesen Zusammenhang nicht wahrnehmen möchte, liegt daran, dass Macht in der öffentlichen Diskussion negativ besetzt ist.
Der Liebende gaukelt sich vor, keine Macht über den oder die geliebten Menschen haben zu wollen. Welch ein Irrtum!
für mich ist das kein irrtum, denn ich selbst habe die macht zu entscheiden wie ich meine macht einsetzen will - um zu lieben oder um zu manipulieren ?
wahre liebe ist keine manipulation und wird ihre macht auch niemals so einsetzen um andere menschen zu unterdrücken, zu ängstigen!
überlege doch mal - das ist keine liebe, hier spricht einzig das ego.
ego ist ichliebe , sie kommt nicht von unserem selbst, unser wahres selbst ist in der lage bedingungslos zu lieben. es möchte mit dem anderen verschmelzen, auf körper-geist-seelenebene, sich eins fühlen, auf augenhöhe sein, gleichwertig, frei.
ego hat angst davor sich ganz hinzugeben, ausgeliefert und ohnmächtig zu sein, es will kontrolle und macht!
das passiert hier in dieser egowelt, da hat der professor recht, diese liebe wird überwiegend gelebt, dennoch können wir doch anfangen wieder zurückzukehren zurück zu dem, was wir mal waren, liebe!
gerade wurde in der uraine ein flugzeug abgeschossen, viele tote, viele kinder waren dabei, das ist egomacht, keine liebe und kein mitgefühl. unser ego fügt auf der ganzen welt leid zu.
liebe will keine macht, sie will freiheit, ohne freiheit ist keine wahre liebe möglich, wir bleiben im ego gefangen und leiden alle darunter.