Reso
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Ich bin seit einem Jahr in einer Beziehung mit einer Frau und bin in letzter Zeit immer frustrierter.
Ebenso wie ich kam Sie aus einer etwas turbulenten Affäre und war auf der Suche nach einer stabilen Beziehung.
Diese startete ruhig, vielleicht sogar etwas reserviert, aber nach vorangegangenen Erlebnissen mit Raketenstarts und heftigem Crash betrachtete ich dies als eher positiv. Von Beginn an war ich eher der aktive Part, d.h. ich habe Treffen ausgemacht, geplant und bin auch pünktlich erschienen. Letzteres war bei Ihr eher weniger ausgeprägt und wenn ich das kritisiert habe wurde ich unterschwellig als unflexibler Buchhaltertyp kritisiert. Mit der Zeit hat sich das allerdings gebessert.
Nach mehreren Monaten kamen unsere Gespräche nie über das Oberflächliche hinaus und ich adressierte dies. Daraufhin wurde Sie wieder ungehalten und meinte Sie wolle im Leben nicht Probleme wälzen sondern Spaß haben. Sie könne maximal 10 Minuten am Tag für "Probleme" aufwenden. Ich sagte das wäre für mich ein Dealbreaker, weil Interesse am Leben und den Gedanken des Partners für mich zu einer erfüllten Beziehung gehören. Entsprechend beendete ich die Beziehung daraufhin. Dies dauerte allerdings nur eine Woche, weil Sie anschließend wieder auf mich zukam und um ein Gespräch bat. Sie sagte Sie würde sich ändern wollen, und im Anschluss wurde es auch besser diesbezüglich.
Sie zeigte sich in diesem Moment zum ersten Mal etwas verletzlich und ich hoffte Sie hätte verstanden, dass ich gute Absichten habe.
In der letzten Zeit bin ich jedoch zunehmend frustrierter, da mir einfach Initiative von Ihrer Seite und der Wunsch nach gemeinsamer Zeit fehlt. Ich habe das Gefühl in ihren prall gefüllten Terminkalender hineingequetscht zu werden und Sie aber dennoch lieber Zeit mit Freunden oder Ihren Aktivitäten verbringen würde. Sie möchte immer Essen gehen oder auf irgendwelche Veranstaltungen, ganz selten mal einfach Zuhause sitzen. Gemeinsame Aktivitäten müssen hauptsächlich von mir geplant werden. Sie trifft sich am liebsten spontan, schmeißt auch mal Termine um, weil Sie krank oder beschäftigt ist. Es gibt immer einen, für sich genommen, guten Grund, warum es nicht geht. Auch ist Sie in den seltenen Momenten wo man sich sieht nicht besonders zärtlich. Zumindest nicht zu mir. Die Aufmerksamkeit teile ich mir dann immer mit einem Haustier.
Wenn ich diese Themen anspreche dann blockt Sie das ab, insofern, dass Sie mir entweder vorwirft das Leben zu ernst und perfektionistisch zu sehen oder Ihr Vorwürfe zu machen. Dies meint Sie insbesondere dahingehend, dass ich schon mehrfach angemerkt habe, dass ich mich in Ihrer chaotischen und von Haustieren okkupierten Wohnung nicht besonders wohlfühle.
Wenn ich mich zurückziehe, dann hält Sie den Kontakt über WhatsApp und erkundigt sich nach mir, aber bis dato habe ich noch nicht erlebt, dass Sie einfach mal einen Vorschlag für ein gemeinsames (=nur wir zwei) Treffen macht.
Sie ist sehr sozial engagiert und hat auch ganz liebe Seiten. Aber nach einem Jahr würde ich mir einfach mehr Vertrauen und auch ein bisschen Eingehen auf meine Bedürfnisse wünschen. Aktuell gehe ich für mein Empfinden zu viele Kompromisse ein, um überhaupt noch gemeinsame Zeit zu verbringen.
Nun frage ich mich: Liegt es an mir? Habe ich eventuell zu hohe Ansprüche oder will Sie verändern? Nach einigen gescheiterten kurzen Beziehungen bin ich sehr selbstkritisch geworden. Oder ist Sie (für mich) einfach emotional nicht erreichbar und ich sollte einen finalen Schlussstrich ziehen?