JeanneBalou
Gast
Heute schreibe ich mal aus der anderen Perspektive. Nachdem ich vor knapp 2 Jahren plötzlich verlassen wurde und die Hölle über mich eingebrochen ist stehe ich nun heute auf der Seite die jemanden Verlassen musste.
Gestern habe ich mich nun nach einem Jahr von meinem Freund getrennt und nun bricht die Hölle über ihn herein. Eigentlich wusste ich schon nach ein paar Wochen das die Beziehung unter keinem guten Stern steht, trotzdem habe ich weiter gemacht, wahrscheinlich weil ich zum einen schon geahnt habe, das ich ihm das Herz brechen würde und zum anderen weil ich wahnsinnig Angst vor dem allein sein hab.
Ich fand schon immer das wir nicht gut zusammen passen. Unsere Beziehung war immer voll von Missverständnissen und viel Streit, wofür ich eigentlich überhaupt nicht der Typ bin. Ich hab immer den Eindruck gehabt das wir super darin sind aneinander vorbei zu reden. Außerdem war es so das, egal wie Bemüht ich war, es war immer zu wenig. Ich hab mir dauernd Vorwürfe angehört, das wir zu wenig kuscheln, zu wenig unternehmen (ich unternehme immer sehr gerne sehr viel) ect. Man konnte ihm nie gerecht werden und er hat mir laufend die Worte im Mund umgedreht. Außerdem ist ein Profi darin, die Dinge negativ zu sehen, was sehr belastend sein kein. Vor allem wenn man gerade erst gelernt hat, den Moment zu genießen, die Dinge positiv zu sehen und sein altes Selbstvertrauen wieder hat. Er ist ein prima Kerl, nur mit einem ziemlich überhaupt nicht vorhandenen Selbstvertrauen und das hat das Zusammenleben mit ihm Sehr anstrengend gemacht.
Jetzt hab ich mich (zum dritten Mal) getrennt und es wäre besser das es bei dieser Trennung bleibt. Trotzdem fühle ich mich elendig. Ich weiß sehr gut was er durch macht (ist bei mir ja wie gesagt noch nicht lange her gewesen) und das ich nichts, aber auch gar nichts tun kann um ihm zu helfen. Hinzu kommt die Angst vor dem allein sein. Es ist absurd. Ich war die meiste Zeit meines Lebens Single und das gerne und aus Überzeugung, nur irgendwann mit Ende 20 kam der Tag wo sich meine Einstellung zum Single da sein völlig geändert hat.
Nachdem ich vor 2Jahren verlassen wurde, habe ich immer wieder mit erdrückender Einsamkeit zu kämpfen. Meinen Ex von damals habe ich kennengelernt als ich noch sehr neu in der Gegend war und aufgrund seiner etwas absurden Lebenseinstellung mussten wir häufiger umziehen (die Geschichte ist etwas kompliziert), so dass ich nie zur Ruhe gekommen bin und nie eine echte Chance hatte mir einen Feundeskreis aufzubauen. Nachdem er mich verlassen hatte habe ich mir geschworen: keine Jobwechsel, keine Wohnungswechsel, keine Veränderungen mehr. Bis ich dann aber die neue Wohnung hatte und mich hier in der Gegend halbwegs zurecht gefunden hatte, hat es doch etwas gedauert. Ich wohne hier jetzt seit etwas über ein halbes Jahr und es ist verdammt schwer hier Anschluss zu finden, obwohl ich so bemüht bin. Ich vermisse es mal wieder stundenlang zu quatschen am Telefon, aber im Zeitalter von Whatsapp lässt sich keiner mehr darauf ein. Mich lässt das Gefühl nicht los das es kein Problem des Ortes ist wo ich wohne, sondern durch den Trend nur noch zu schreiben und online zu sein, der Blick für das Wesentliche verloren geht.
Irgendwie hatte ich gedacht es fällt mir leichter mich zu trennen, da die Beziehung immer sehr anstrengend war für mich, aber jetzt wo es ausgesprochen ist, fühle ich mich absolut elendig und ich hab Angst vor dem was auf mich wartet. Nagende Einsamkeit und allein sein und die Gewissheit das ich jetzt genauso böse bin wie mein Ex der mich verlassen hat. Und ich hab Angst das ich wieder weich werde und mit dieser unglücklichen Beziehung weitermache.
Fakt ist: das Leben ist verdammt unfair.
Kann mit Dir fühlen. Ich stehe auf der anderen Seite . Mein Frau sagte vor 4 Wochen ich Trenne mich von Dir. Jetzt liege ich seit 5 Tagen in einer Klinik. Körperlicher Zusammenbruch.