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Meine Frau verlässt ihre Familie

Papi

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Liebe Community,
nun bin auch ich hier bei euch und möchte mir meine Situation vom Herzen schreiben und bin auf eure Feedbacks gespannt.
Meine Frau (34) und ich (40) sind seit 9 Jahren verheiratet und haben drei Kinder (6,7,8). Wir arbeiten beide, sind finanziell gut gestellt und haben objektiv betrachtet ein tolles Leben um das uns viele beneiden. Gut sozial eingebettet, Haus mit Garten und viele tolle Reisen.
Vor 5 Jahren hatten wir bereits eine Krise, in der meine Frau sich fremdverliebt hat. Sie hat es damals erst eingestanden als ich es per Zufall rausgefunden habe. Unsere Kinder waren damals 1,2 und 3 und sie war sehr nah dran uns zu verlassen, wir haben uns aber damals wiedergefunden. Seither ist mein Vertrauen aber nie mehr das gleiche gewesen wie zuvor. Zur gleichen Zeit wurde bei meiner Frau ADHS diagnostiziert und sie nimmt entsprechende Medikamente sowie Antidepressiva. Dies hat dazu geführt, dass ich sie als Mensch verändert wahrgenommen habe, weniger emotional, gedämpfter und ruhiger.
In all den letzten Jahren hatte ich gemerkt es ist nicht mehr so wie zuvor, hatte Zweifel an ihren Gefühlen und an dem eigentlich gemeinsam formulierten Ziel, gemeinsam alt zu werden. Sie hat mir hingegen immer ihre Liebe beschworen und mir gesagt, ich sehe Dinge die nicht da seien und sie hoffe, ich erlange irgendwann wieder mein Vertrauen zurück.
Vor gut einem Jahr ergab es sich dann, dass die besten Freunde unserer Kinder (auch drei Kinder im Alter unserer Kinder) ihre Eltern anbrachten und wir mehr und mehr Zeit mit ihnen verbrachten. Schon früh hatte ich das Gefühl, meine Frau fühlt sich zu ihm hingezogen, auch das stritt sie ab. Ich merkte jedoch immer wieder wie sei seine Nähe suchte.
Im Frühjahr diesen Jahres begann sich meine Frau zu verändern, sie distanzierte sich zunehmend von mir, legte plötzlich viele Wert auf ihr Äusseres, kleidete und gab sich anziehend, usw. All dies mag ich ihr gönnen und finde ich auch toll, wäre ihr Verhalten nicht absolut parallel zu ihrem Verhalten vor 5 Jahren. Wir stritten viel, auch weil sie zunehmend weniger Interesse am Familienleben zeigte und immer öfter weg war. Mehr und mehr gelangte ich zur Überzeugung, sie hat eine Affäre mit unserem besten Freund und dem ebenfalls verheirateten Vater der drei besten Freunde unserer Kinder. Wir stritten nur noch deshalb, auch weil ich ständig merkte, wie si zu mir auf Distanz ging und um ihn rumschwänzelte.
Lange Rede, kurzer Sinn: Ich fands schlussendlich vor drei Wochen raus das da was lief und sie konnte es nicht mehr abstreiten. Das Ergebnis war dann, dass sie mir gestand mich seit mehr als drei Jahren nicht mehr liebst, sie könne mir aber nicht sagen warum, die Gefühle seien einfach irgendwann weg gewesen. Sie hat sich jetzt von mir getrennt. Sie habe Ihn schon seit sie ihn kennenlernte anziehend gefunden, im März sei es dann das erste Mal passiert, als ich geschäftlich das WE weg war. Sie habe Schmetterlinge im Bauch gehabt und seitdem sehen sie sich jede sich bietende Gelegenheit. Sie lieben sich, das sind ihre Worte und die Liebe sei stark.
Um das Ganze weiterzutreiben, auch er liebt sie und auch er hat sich getrennt. Und sie haben sich jetzt eine gemeinsame Wohnung ab 01.09. genommen und werden in unserem Dorf zusammenziehen.
Sie möchte dass die Kinder bei mir bleiben, da sie sich nicht imstande fühlt für sie zu sorgen. Sie sagt klar und vehement, sie möchte die Kinder nicht zu sich nehmen, da sie überzeugt ist, die Kinder haben es besser bei mir als bei ihr, ich sei stabil, sie sei es nicht. Hierzu muss gesagt sein, dies ist auch so, ich war immer derjenige der gekocht geputzt hat und auch derjenige, der gerne mit den Kindern was unternommen hat, ihr war das schnell zuviel. Nur hat sie das immer auf ihre Diagnose geschoben, jetzt mit rosa Brille hat sie wieder viel Energie, aber keine Lust auf das Familiending.
Nun stehe ich da, mit allem was wir gemeinsam aufgebaut haben. Sie wünscht sich weiter immer wieder einen Teil der Kinderbetreuung zu übernehmen, auch noch Teil der Familie zu sein, auch wenn sie dann mit ihrem neuen Partner zusammenwohnt. Auch wünscht sie sich, dass wenn sie schon momentan kopflos und überstürzt handelt, ich der ruhige Pol bleibe und nichts überstürze (Obhut, Scheidung, Haus, Finanzen, etc. Kurz gesagt, am liebsten ist ihr, ich lasse alles so wie es ist und sie wohnt einfach mit ihm zusammen und ich im Haus bei den Kindern. Sie sagt aber auch, sie verzichtet auf alles aussenrum und sei auch zu allem bereit was ich möchte. Das Wohl der Kinder sei ihr wichtig.
Wir waren auf meine Initiative hin in einer Trennungsberatung. Als es emotional wurde lief sie davon, sie habe keine Lust darauf.
Wir haben jetzt die Ferien noch gemeinsam verbracht, da wir es den Kindern gemeinsam sagen wollten und ihnen auch gemeinsam zur Seite stehen wollten. Die Kinder habens als Schock aufgenommen, auch deshalb weil unser Zusammenleben nie geprägt war von Szenen oder lautem Streit vor den Kindern, unsere Kinder hatten ein schönes Familienleben. Besonders war es ihnen wichtig zu betonen, dass wir alle Ferien zusammenverbringen sollen auch weiterhin.
Momentan ist es so, meine Kinder suchen sehr die Nähe zu mir. der Grosse verweigert jedes Gespräch über das Thema, die Mittlere ist oft traurig sucht die Nähe zu mir und solidarisiert sich sehr mit mir. der Jüngere versteht es noch nicht. Ist auch schwierig weil sich ja noch nichts geändert hat, da Mama noch da ist und erst in 5 Wochen auszieht.
Dass sie einen anderen hat wissen sie noch nicht, auch somit nicht wer es ist. Wir werden es ihnen in der nächsten Woche erzählen. Bin dann sehr auf die Reaktion gespannt.
Mir geht es schlecht. Ich steh vor einem Trümmerhaufen einerseits, aber habe auch drei wunderbare Kinder, welche mich jetzt brauchen werden.
Irgendwie versuche ich grade all das verletzende, das schmerzvolle und wutauslösende hinten anzustellen, um für meine Kinder und mich eine Lösung zu finden, wie wir gesund durch die Sache durchkommen. Und muss ehrlich sagen, ich bin völlig überfordert mit all dem.
Wie soll ich mich meiner Frau gegenüber verhalten? Kämpfen? Um was? Handeln, alles regeln, oder einfach alles so laufen lassen? Mitspielen, querstellen? Bin nach drei Wochen jetzt grade müde im Kopf und finde den Durchblick nicht mehr, deshalb bin ich gespannt auf eure Feedbacks und eure Fragen.

Danke bereits im Vorfeld und liebe Grüsse an Alle aus der Schweiz

24.07.2018 16:32 • x 7 #1


Idefix

Idefix


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Hallo,kann nur sagen schei.....
Da stellen sich mir die Haare auf!
Auf keine Fall so lassen wie es für sie am einfachsten ist .du musst auf dich schauen und auf die Kids!
Alles regeln, außer du willst so eine Frau?
Kämpfen für liebe?
Das nenne ich betteln darum würde ich es lassen!
Aber deine Entscheidung!
Sie sollte schon merken,was sie angerichtet hat !
Viel Kraft für dich und deine Kids

24.07.2018 17:45 • x 6 #2



Meine Frau verlässt ihre Familie

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Dattel


Als Verliebte kann sie jetzt nur noch verlieren.
Nimmt sie mit der Diagnose und den Pillen die Kinder, ist es verantwortungslos, lässt sie sie zurück ist sie eine Hexe, der die Kinder störend auf die Nerven gehen.
Regelt sie das Geld ist sie gierig, tut sie es nicht, lässt sie den Partner in der Luft hängen.
Bleibt sie wohnen ist es unzumutbar, zieht sie schnell aus, ist sie feige.
Geht sie heimlich fremd, ist sie skrupellos, spricht sie es aus, zerstört sie Leben.
Deshalb kannst Du den Fokus ruhig auf Dich und nicht auf sie richten.

Zwei Dinge sind wichtig: dass die Kids mit möglichst wenig Narben davonkommen und dass ihr Ex-Eheleute langfristig als Eltern zusammen im Team arbeitet.
Und zweitens, dass Du zusätzlich zum gebrochenen Herzen nicht noch mit wirtschaftlichen Schäden zu kämpfen hast.
Setz Dich also hin und rechne alles gründlich durch.
Und gehe zu einem guten Anwalt.

24.07.2018 18:37 • x 4 #3


unregistriert

unregistriert


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Das fällt ihr nach dem dritten Kind auf? Madame macht es sich sehr bequem, bzw. Du hast es ihr sehr bequem gemacht.

24.07.2018 18:38 • x 5 #4


vilrum

vilrum


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Heftige Geschichte, ich kann mir vorstellen, wie schlecht es dir geht.
Zitat von Papi:
Schon früh hatte ich das Gefühl

Zitat von Papi:
hatte Zweifel an ihren Gefühlen

ja, dass war deine Unterbewusstsein, was die nonverbalen Kommunikationssignale gedeutet hat. Auch als Bauchgefühl bekannt und es liegt meistens richtig.

Ich spüre aber große Kräfte in dir, du schreibst bei allen Schmerzen sehr besonnen. Es ist mir sehr sympathisch, dass du bei allen verletzt sein keinen Groll oder Wut zeigst ihr gegenüber, obwohl sie es reichlich verdient hätte. Du hast sie angenommen so wie sie ist, mehr hättest du nicht tun können.

Vielleicht klingt es jetzt hart, aber als ich es gelesen habe, habe mir gedacht: Junge, sei doch froh, dass du sie los bist. Sie hat große Probleme mit sich, unabhängig von dir, die musst du jetzt nicht mehr mittragen. Es kam wie es kommen müsste, in deinem Fall habe ich dass Gefühl (im Gegenteil von vielen anderen Fällen hier) dass du wenig dafür kannst. Entschuldige, wenn es jetzt hart klingt, aber du hast echt eine bessere verdient. Und die kriegst du auch noch, auch wenn du es jetzt nicht wirklich vorstellen kannst.

Du hast deine Kinder, wahrscheinlich kommst du ohne finanzielle Schwierigkeiten und Schaden durch.
Zitat von Papi:
Sie sagt aber auch, sie verzichtet auf alles aussenrum und sei auch zu allem bereit was ich möchte.

Vielleicht unterschreibt sie sogar eine Trennungsvereinbarung, wo sie auf nachehelichen Unterhalt oder Versorgungsausgleich verzichtet? In ihrem Verliebtheit gut möglich. Eine Traumscheidung, wie es kaum ein Mann in deutschsprachigen Raum haben kann.

Spüre deinen Schmerz, lasst es durch dir durchfließen und wenn er dich verlassen hast, stehst du da, stärker denn je. Siehe zu, dass du alles regelst, mache keine Kompromisse. Kämpfe NICHT um sie, sie ist es echt nicht Wert. Du bist der stärkere, sie wird es merken, sie wird ihre Entscheidung vermutlich auch bereuen, sie wird auch den anderen Mann betrügen oder er sie - bis dahin wird es dir aber wahrscheinlich sowas von egal sein, weil du merkst, dass du wirklich besser kannst. Das meine ich ernst. Weiß du was? Ich glaube, auch wenn du es jetzt vielleicht nicht siehst, du hast mit der Trennung ein Geschenk bekommen. Eine große Chance dich neu zu erfinden, dir einen neuen Leben zu bauen, einen, über den du 100% bestimmst.

Erste Hilfe fällig?
Sport lenkt ganz gut ab, schüttet Glückshormonen aus, macht fit und attraktiv. Wenn du schon welche machst, mach noch mehr. Es hilft, wirklich.

24.07.2018 18:56 • x 6 #5


Gorch_Fock

Gorch_Fock


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Hey Papi, willkommen hier und erstmal viel Kraft. Eine sehr heftige Geschichte, die Euch noch mächtig durchschütteln wird. Hier kommt der Faktor Affaire (welcher schon hart genug zu verarbeiten ist) noch mit 3 Kindern plus einem absolut atypischen Verhalten Deiner Nochfrau daher. Das wird noch richtig spannend.
Schauen wir mal auf die Situation:
- Deine Nochfrau möchte sich nicht mehr um Ihre Kinder im Hauptteil kümmern, sucht sich aber einen Mann, der selber drei Kinder am Start hat. Väter wollen sehr oft den Kontakt zu ihren Kindern nicht abbrechen und kämpfen darum. Wird der gute Herr sicherlich ähnlich sehen, oder? Also führt Deine Nochfrau bald das selbe Leben nur mit anderen Kindern und anderem Mann. Das ist ja der absolute Hauptgewinn.
- Kinder sind im guten deutschen Familienrecht leider eine Einkommensquelle. Ich gehe nicht davon aus, dass Deine Nochfrau Ihre Pläne umsetzen wird, wenn ihr mal vorgerechnet wird, wieviel Kohle sie durch diese Geschichte verliert. Wir reden hier über 600 Euro Kindergeld und sicherlich den gleichen Betrag nochmal an Kindesunterhalt. Ggf. wird sie Dir sogar unterhaltspflichtig in diesem Modell. Mir ist kein Fall bekannt, wo eine Mutter soetwas letztlich mitmachen würde und insb. auf Kinder und vor allem Geld verzichten würde. Ich halte diese Aussage daher für eine Kurzschlussreaktion.
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Zitat:
Obhut, Scheidung, Haus, Finanzen, etc. Kurz gesagt, am liebsten ist ihr, ich lasse alles so wie es ist und sie wohnt einfach mit ihm zusammen und ich im Haus bei den Kindern. Sie sagt aber auch, sie verzichtet auf alles aussenrum und sei auch zu allem bereit was ich möchte. Das Wohl der Kinder sei ihr wichtig.

Ja, wenn ich in einer Ego-Blase lebe, geht das. Hat aber nichts mit der Realität zu tun und da wird Deine Nochfrau auch ankommen müssen und auch werden. Wer A sagt muss auch B sagen. Wenn Deine Nochfrau die Trennung will, dann gibt's da auch das volle Paket. Du hast auch ein Leben und ein Recht darauf, irgendwann auch wieder rechtlich frei eine neue Beziehung und Ehe einzugehen. Daher ist eine Scheidung auch zur Lösung aller wirtschaftlichen Verpflichtungen nötig. Reist die Unterhaltskette nicht ab, kann sie ggf. noch nach Jahren psychische Spätfolgen aus der Ehe deklarieren und Dich unterhaltspflichtig machen. Auch zahlst Du für jedes Jahr weitere Ehe weiter in den Versorgungsausgleich ein und auch dort wird Dein Verlust größer. Den Zahn würde ich ihr geschmeidig ziehen. Eine sinnvolle Scheidungsfolgenvereinbarung macht Sinn, denn dort kann alles fair geregelt werden. Auch zum Wohle der Kinder. Auf dem Status quo zu beharren bringt keinen weiter. Aber menschlich verständlich. Falls es mit dem Neuen nicht klappt (was anzunehmen ist), dann kann sie Dich auf der Warmhalteplatte nutzen.
- Wie Du dich verhalten solltest? Ganz einfach, lieber Papi: Du lässt bitte die Finger vom "kämpfen". Eine trennungswillige Frau kann man durch solche Maßnahmen nicht zurückholen. Viele von uns haben das versucht und sind brutal gescheitert. Du verlierst nur noch an Selbstachtung.
Der richtige Weg ist: Klare und freundliche Ansage: "Liebes, ich werde nächste Woche mal einen Notartermin für uns machen und dann lassen wir uns mal gemeinsam bzgl. einer Trennungs- und Scheidungsfolgenvereinbarung beraten. Dann können wir alle Punkte, die Du angeführt hast auch mal amtlich machen lassen und jeder von uns kann danach seinen Weg gehen. Sei Dir aber Gewiss: Diese Entscheidung steht für mich und wird dann auch so umgesetzt. Ein zurück gibt es dann nicht mehr".
Keine Briefe, keine Bettellei, nicht mehr, lieber Papi. Du kannst ansonsten das Gelächter aus dem neuen Haus des AM und ihr hören. Und wie man sich lustig macht über Deine Worte. So hart es ist, aber die Trennung erstmal akzeptieren und alle Kraft in eine für die Kinder und Dich tragbare Lösung gießen. Das Problem ist, dass viele Frauen in der Trennung sehr wankelmütig werden. Um dem lieben Ex eins auszuwischen, werden Versprechen wieder gebrochen und insb. der Kampf um die materiellen Güter wird oft zur Schlammschlacht. Deshalb nutze jetzt den Moment. Bei ihr wird sehr schnell Ernüchterung eintreten, wenn sie merkt, dass mit dem neuen Typ die gleichen Probleme auftauchen wie bei Euch. Wie immer beim sog. "warmwechseln".
- Hast Du mal mit der Ex des AM Kontakt aufgenommen? Würde ich in dieser Konstellation tun, da bei Euch ja insg. 6 Kinder betroffen sind. Hier würde ich auch gerne mal ihre Haltung hören an Deiner Stelle.

24.07.2018 21:28 • x 8 #6


Jajomoco


Hallo Papi.

Schlimme Geschichte,ich drück dich Einfach mal.
Freu dich, daß sie dir die Kinder lässt! Und keine Sorge, du schaffst das. Nicht denken daß du überfordert sein könntest. Klar hat wahrscheinlich sie bisher fahrdienste/Termine etc gemacht. Na und. Plan machen u läuft.

Und nicht kämpfen. So wie du schreibst, möchte sie nicht zurück. Es wird hart die nächste Zeit, mir geht es ähnlich. Es gibt gute Tage u schwarze- mit vielen Tränen. Aber nach Regen kommt Sonne. Ihr 4 werdet ein tolles Team sein.

Alles Liebe

24.07.2018 22:06 • x 5 #7


Papi


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Liebe Alle

erstmal Danke für eure Feedbacks. Ich bin positiv überrascht wie objektiv ihr schreibt, ich hatte schon Angst vor Hasstiraden oder Ähnlichem...!
Mir wird so langsam bewusst, dass ich so schnell als möglich versuchen muss alles zu regeln was es zu regeln gibt. Sei es was die Obhut der Kinder angeht, als auch die finanzielle Seite. Besonders da jetzt noch grosser Konsens herrscht, und ich nicht weiss, ob es dann in ein paar Monaten immer noch so ist. Trotzdem, der Berg erscheint mir grade unüberwindbar hoch. Es ist für mich noch sehr frisch, die Wunde, und auch sehr gross. Vor drei Wochen war ich noch in meiner heilen Illussion geborgen, jetzt muss ich mich all dem stellen was ich nie für denkbar hielt.
Ich fühle mich gefangen in einer Situation in der ich keine Wahlmöglichkeit zu habe. Ich will das beste für die Kinder, sie fühlen sich in unserem Haus glücklich und haben alle Freunde drumherum. Wenn ich das Beste für die Kinder will, gibt"s nichts anderes als dort wohnen zu bleiben mit ihnen, wo aber alles mich daran erinnert, es gemeinsam mit meiner Frau aufgebaut zu haben.
Mein Leben bestand früher aus Reisen, durch meine Frau wurde ich "sesshaft". Und ich muss hinzufügen, sie war diejenige, wo mir gesagt hat, eine Beziehung mit ihr heisst, Familie und Kinder. Für mich war es ein Entscheid, dass die nächsten 20 Jahre unseres, meines Lebens unter dem Zeichen stehen, die Kinder gemeinsam grosszuziehen. So wurde ich zum Spiesser (entschuldigt den Ausdruck ). Geregelter Job, Karriere, Haus mit Garten, nettes Dorf. Alles im Zeichen der Familie und natürlich hat es so auch für mich gepasst. Für Sie war es früh wichtig wieder beruflich Fuss zu fassen, da sie sich nie wohl fühlte in der Rolle Hausfrau und Mutter. Hier habe ich sie immer unterstützt und auch sie hat sich beruflich in den letzten Jahren können nach oben entwickeln. Und nun? Sie geht einfach weil es für sie nicht mehr passt. Ja ich gebe zu es macht mich grade wütend. Aber weniger das was jetzt in den letzten Monaten mit ihm passiert ist. Sondern vielmehr die Tatsache, dass sie gemäss ihren Worten bereits vor Jahren gemerkt habe sie liebe mich nicht mehr und es nie fertig brachte, all dem genug Wert beizumessen, es mir zu sagen und somit zumindest eine Chance zu haben, an unserer Beziehung zu arbeiten. Ich finde, die Kinder wären Grund genug, Energie und Arbeit zu investieren. Auch wenn es natürlich keine Garantie gegeben hätte dass sich das ändert. Kinder dürfen kein Grund sein unglücklich zusammenzubleiben, aber ich bin der Meinung, es gibt keinen besseren und triftigeren Grund daran zu arbeiten bevor man es einfach aufgibt.
Jetzt merke ich dass sie weit weg ist und das tut weh. Sie ist verliebt, ihre Augenstrahlen wenn er schreibt. wenn sie immer abends sehr müde war nach der Arbeit hat sie jetzt Energie sich mit ihm die Nacht um die Ohren zu schlagen.
Sie geht, möchte wie sie sagt Tag für Tag leben und ihrem Herzen folgen. Ich hingegen bleibe zurück und muss schauen, dass die Kinder so wenig Veränderung in ihrem Leben als möglich erfahren müssen, denn sie sind sehr glücklich in ihrem Leben.
Und trotzdem hege ich keinen Hass. Wut ja, kommt und geht, aber keinen Hass. Ich habe sie kennen- und lieben gelernt als eine Person, die immer spontan war und bereit war, verrückte Sachen zu machen, auch wenn sie entgegen jeglicher Vernunft und Logik schienen. Dies hat unser Leben bereichert, da wir beide dadurch Dinge taten, die eigentlich nicht vernünftig sind und meist Träume bleiben ohne Realisierung. Wir reisten mehrere Monate mit Rucksack und drei Kleinkindern (1,3 und 4) durch Asien und machten auch anschliessend unzählige verrückte Reisen. Kauften aus einem Bauchentscheid raus unser Traumhaus. Wechselten Jobs. Und bei allem hatten wir Erfolg.
Jetzt macht sie eigentlich das Gleiche. Nur gab es früher keine Verluste, jetzt gibt sie für ihrem Impuls zu folgen alles auf was wir gemeinsam aufgebaut haben.
Seit drei Wochen spüre ich ihre emotionale Kälte was mich und die Kinder betrifft und gleichzeitig die Verliebtheit eines Teenagers was ihn betrifft. Ich höre es tue ihr leid was alles passiert sei, aber ich spüre es in keinster Weise. Ich versuche jeden Tag zu meistern, merke aber in Momenten wie jetzt dass mir die Kraft ausgeht.
Ich habe eigentlich grade keine konkreten Fragen, merke aber es tut gut zwischendurch können abzuladen und es tut auch gut reflektiert zu werden. Und wenn ihr mir gute Tipps habt was ich tun kann um die Sache besser zu meistern, nur her damit

Danke bereits jetzt und Liebe Grüsse

25.07.2018 10:55 • x 2 #8


Papi


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Zitat von Gorch_Fock:
Hast Du mal mit der Ex des AM Kontakt aufgenommen? Würde ich in dieser Konstellation tun, da bei Euch ja insg. 6 Kinder betroffen sind. Hier würde ich auch gerne mal ihre Haltung hören an Deiner Stelle.



Ja wir hatten Kontakt, aber wir sind hier nicht auf einer Wellenlänge. Sie tut alles um ihn nicht zu verlieren und auch meine Frau nicht als Freundlin zu verlieren. Zudem kommt sie mit ihren Kindern schnell an ihre Grenzen. Deshalb waren ihre Kinder auch fast immer bei uns und jetzt ist sie noch so froh wenn sie auch weiterhin Dinge gemeinsam unternehmen damit sie nicht mit den Kindern alleine ist. Am liebsten wäre ihr wir machen alles so wie früher, zu viert halt. Für mich ist das so undenkbar. Selbstverständlich darf ich nichts an der Freundschaft zwischen den Kindern ändern und ich lege ihnen auch hier niemals Steine in die Füsse. Ihre Kinder sind immer bei mir willkommen und unsere dürfen auch zu ihr und auch zu Mama. Was ich aber nicht mache sind irgendwas wie gemeinsame Ausflüge oder Unternehmungen, das bekomme ich nicht hin, das kann ich nicht.

25.07.2018 11:10 • #9


Sabine

Sabine


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Der Berg ist nur so hoch, weil du ihn so hoch siehst

Gehe da mit Sachlichkeit ran, als wenn es ein normaler Job ist. Ich weiß, es ist hart und ich weiß, dass du das jetzt noch nicht trennen kannst. Hole dir jemanden an deiner Seite, der dich unterstützt und alles wichtige mit im Blick hat. Familienhilfe, so etwas in der Art. Awo, Caritas. Es gibt Menschen die helfen uneigennützig. Nutze das! Sie sind für Menschen wie dich eine Krücke und halten das sachliche im Blick. Sortieren mit dir die Aufgaben die zu erledigen sind und ziehen dich mit.

Dann wird der Berg viel kleiner sein. Zuerst musst du nun aber diesen Schritt gehen, wenn du jemanden brauchst, der dir vor Ort helfen kann. Hilfe anzunehmen, wo es sie gibt, ist keine Schwäche, wenn man sich offen selbst eingestehen kann, dass es gerade einem alles zu viel ist.

Mut, ran ans Telefon und durch geklingelt, wo es nur geht. Irgendwo wird sich eine Tür öffnen, die jemanden hat, der dir hilft.

25.07.2018 11:12 • x 2 #10


unregistriert

unregistriert


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Zitat von Papi:
Wir reisten mehrere Monate mit Rucksack und drei Kleinkindern (1,3 und 4) durch Asien und machten auch anschliessend unzählige verrückte Reisen. Kauften aus einem Bauchentscheid raus unser Traumhaus. Wechselten Jobs. Und bei allem hatten wir Erfolg.


Kinder in die Welt zu setzen sind aber kein Bauchentscheid sondern eine langfristige Verantwortung. Sie kann doch nicht ein Jahr nach Geburt des letzten Babies die Kinder bei Dir verstauen und jetzt auf verliebte Teenagerin machen?

Ich finde das unter aller Sau, tut mir leid. Den Zahn würde ich ihr ziehen. Geteiltes Sorgerecht, sie hat sich auch zu kümmern, in gleichen Anteilen - 50:50.

25.07.2018 11:18 • x 3 #11


Papi


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Zitat von unregistriert:
Kinder in die Welt zu setzen sind aber kein Bauchentscheid sondern eine langfristige Verantwortung. Sie kann doch nicht ein Jahr nach Geburt des letzten Babies die Kinder bei Dir verstauen und jetzt auf verliebte Teenagerin machen?

Im Grundsatz hast du recht, aber die Kinder waren damals bei der Reise in dem Alter, jetzt sind sie 6,7 und 8. Was es aber nicht wirklich besser macht

25.07.2018 11:25 • x 2 #12


unbel Leberwurs.


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Muss sie bislang eigentlich irgendwelche negativen Konsequenzen in Kauf nehmen?
Machst Du noch Dinge für sie?

Willst Du sie denn wirklich einfach so aus der Verantwortung bezüglich der Kinder lassen?
Ich höre immer nur, was sie will.

Was willst Du?
(Abgesehen von einer Reunion)

25.07.2018 11:29 • x 2 #13


unregistriert

unregistriert


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Zitat von Papi:
Im Grundsatz hast du recht, aber die Kinder waren damals bei der Reise in dem Alter, jetzt sind sie 6,7 und 8. Was es aber nicht wirklich besser macht


Sehr bitter.

Du schreibst von ihrer Depression und ihrem ADS. Ich bin auch langjährig wegen Depressionen in Behandlung.

Mit entsprechenden Medikamenten kann man sich so gut einstellen, das die Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit sehr gut an die eines gesunden Menschen herankommt. Nach spätestens zwei Monaten sind die Medikamente nicht mehr spürbar, es gibt dann auch keine Verhaltensänderung mehr. Entsprechend würde ich deswegen mittelfristig nicht so wahnsinnig viel Rücksicht auf Deine Ex-Frau nehmen.

Ich denke wenn sie will, kann sie sich in einen Zustand bringen, 50% der Kinderbetreuung zu leisten. Das muss sie natürlich wollen. Spontanität hin- oder her.

Für die Kinder wäre es super, und auch Du könntest ein halbwegs normales Leben führen (Arbeit, irgendwann neue Frau, etc.).

Du entschuldigst mir ihre Verhaltensweise einen Ticken zu oft und übernimmst vollautomatisch die Verantwortung, die aber eigentlich AUCH ihr gehört. Du bist der Ex-Mann, aber nicht ihr Betreuer.

25.07.2018 11:35 • #14


Dattel


Schade, dass die Noch-Ehefrau Deines Nebenbuhlers eine andere Strategie in dieser Krise verfolgt.
Aber jeder kämpft und handelt, wie er es für richtig und zielführend hält.
Leider kommst Du nicht umhin, die Scherben zusammen zu kehren und hinter Deiner Frau sauber zu machen.
Sieh' es als Chance, möglichst viel autark entscheiden und regeln zu können.
Wenn Du Glück hast, ist alles in trockenen Tüchern, bevor sie erwacht und eventuell die Krallen ausfährt.

Hut ab vor Deiner inneren Größe, die Du in Deinen Postings ausstrahlst.

25.07.2018 11:36 • x 2 #15



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