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Kann nicht mehr schlafen, essen was hilft wirklich?

ODO

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Es fing alles Ende April 2015 an:
Ich lasse mal das "Vorspiel" weg! Es würde wahrscheinlich den Rahmen sprengen.

Fakt: Meine Frau trennt sich nach 15 Jahren Ehe und einer gemeinsamen Tochter (8) von mir. Die Gefühle seien nicht mehr da, dass Band wäre zerrissen...
Bessere Gründe gibt es halt nicht. Ich fürchte, dass das eine völlig ausreichende Begründung ist!?
Natürlich weine ich noch jeden Tag. Sehe ich meine geliebte Tochter doch nur noch alle 14 Tage

Meine Fragen:
- Ich kann seitdem nicht mehr richtig schlafen. Was muss ich tun damit das Kopfkino endet?
Vorher 8 Std., jetzt 5 Std. aber nicht erholsam (Herzrasen, Schweissausbrüche etc.)
- Ich kann nicht mehr vernünftig essen. Wie gehe ich damit um?
Vorher 81 Kilo, jetzt 73 Kilo. Meine Klamotten passen nicht mehr.
- Meine Konzentration lässt täglich nach. Wie kommen ich am besten durch den Arbeitstag?

Ich befinde mich in der Phase II. Irgendwie sehe ich kein fortkommen und überlege morgen zum Arzt zu gehen. Auch wenn ich vernünftig Reflektieren kann, hilft mir das nicht über den Tag. Bis Dato zeigen alle (Familie und Bekannte) Verständnis aber da sich die Spirale immer weiter dreht und ich fühle als käme ich aus dieser Sackgasse einfach nicht mehr raus, befürchte ich auch noch die letzten Schultern zu verlieren.

Meine Frage:
- Ist es u.U. ratsam sich aus den "Verkehr" nehmen zu lassen?
- Sollte ich noch warten bis ich umfalle oder sind 3 Monate dann einfach auch mal ausreichend?
- Ich arbeite als leitender Angestellter. Die Familie war immer meine Basis! Wo soll ich die nötige Kraft tanken?

Ich weiß, viele Fragen die wohl alle schon einmal beantwortet wurden aber ich würde mich sehr über eure Tipps freuen.

Lieben Gruß

26.07.2015 15:50 • #1


Magisch

Magisch


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Lieber ODO....

Diese Abwärtsspirale welche du beschreibst, kenne ich auch. Diese Entwicklung zog sich über 3-4 Monate bis ich selbst irgendwann die Notbremse zog. Ich war an einem Punkt, mich u. U. selbst einweisen zu lassen, weil mir meine Gedanken Angst gemacht haben. Schlafstörungen ohne Ende, Gewichtsabnahme, Heulkrämpfe..... und die große Frage, Wozu soll ich noch weitermachen....?

Ich bin dann "freiwillig" zum Arzt, um mir LMAA-Tabletten verschreiben zu lassen. Diese habe ich dann auch über einen Zeitraum von ca. 6 Wochen, allerdings in schwacher Dosis, eingenommen. Für mich selbst war dies aber auch nicht das Optimale, weil der Schwebezustand des in Watte-Gepackt-Sein, die Emotionen ziemlich unterdrückt. Das Folgerezept habe ich nicht mehr eingelöst und mich auch langsam wieder gefangen.

Was mir sehr geholfen hat, war die Tatsache, dass ich sämtliche Gedanken, Gefühle in gewisser Form ausgelebt habe..... Ich habe viel geschrieben, geschimpft, geweint.... meine Gefühle zum Ausdruck gebracht....

Du hast den 1. Schritt getan.... Du hast dich hier angemeldet... Du bist dir bewusst, dass du so nicht mehr weitermachen kannst. Dein Selbsterhaltungstrieb ist aktiviert! Und du weisst auch, dass du deinen Zustand selbst herbeiführst. Dort musst du ansetzen.

Ich habe gedanklich versucht zu Verzeihen. Dies hat mir wahnsinnig geholfen.... Natürlich kann man dies nicht immer, aber alle Gedanken steuerst du selbst und nicht andere! Niemand sagt zu dir, gehe mit deinem Körper selbstzerstörerisch um.... dies tun wir selbst.... Die Seele jammert, das Selbstmitleid ist groß..... aber um Energie zum Weitermachen zu erhalten, ist auch zwangsläufig Nahrungsaufnahme notwendig .... Lade dich doch zu Freunden ein, wenn du selbst nicht kochen willst....

Sicherlich sind die ersten Schritte, um dem Herzensleid zu entrinnen, ziemlich stolprig, aber glaube mir.... nach und nach wird es besser.....

Ich wünsche dir viel Kraft..... und scheue dich nicht, dir die aufbauenden Worte hier zu holen....

Alles Liebe

26.07.2015 20:46 • x 1 #2


Alexpatti


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Du bist nicht allein!

Ich erlebe das selbe. Ebenso wie bei dir, es seien keine Gefühle mehr da, für eine Ehe zuwenig, etc. kann man lange und breit drüber diskutieren. Selbstreden habe auch ich Fehler gemacht, wie du wohl auch, wie jeder Mensch, besonders nach einer so langen Zeit.

Auch ich habe von 80 auf 60 kg abgenommen, auch ich kann kaum schlafen, auch ich plage mich mit 1000 Gedanken.

In der schlimmsten Zeit, habe ich letzte Rettung in der Telefonseelsorge gefunden, und zwar zu jeder Zeit. Das Glas,welches bis zum Rand voll war, hatte nach meinem Anruf dort einen Teelöffel weniger Inhalt, hielt aber leider auch nur kurze Zeit, dann war es wieder voll.


Mir hilft meine Arbeit, besonders weil ich meine Problem dort offen anspreche ( naja bei 20 kg Gewichtsverlust, wohl auch erkennbar) und einen Kollegen hab, der Daueransprechpartner für mich ist, ist zeitweise fast peinlich, da laufe ich an manchen Tagen 3,4 mal hin und heule (wirklich ich heule) mich da aus. Was wäre wenn ich nicht auf Arbeit wäre, würde mir noch mehr die Decke auf den Kopf fallen.

Auch für mich war Familie eine Kraftbasis die nun weg ist und ich weiß nicht wie es weiter geht aber es geht und auch bei dir wird es gehen.

Ich weiß das ist kein Trost, aber 50 % der Beziehungen scheitern und fast alle Menschen überstehen das, auch wenn es zu diesem Zeitpunkt nicht möglich erscheint.

26.07.2015 20:54 • x 1 #3


NewDay1


Hallo Odo,
ich hab das alles hinter mir. Es war eine sehr lange Leidenszeit. Bin trotzdem jeden Tag zur Arbeit, wollte auch nicht allein mit dem ständigen Kopfkino zuhause sitzen, hab alles gemacht, was einem so im Allgemeinen in dieser Lage geraten wird, hab mir vorgemacht, dass es hilft, aber irgendwann ging wirklich absolut gar nichts mehr. Die Kraft war weg und hab einfach nicht mehr den Ausgang aus dem gedankenteufelskreis gefunden. Warte nicht so lange und schon gar nicht darauf, dass du zusammenbrichst. Je eher du dir profezionelle Hilfe holst, desto besser, bevor es sich so richtig manifestiert und du dann längerfristig gesundheitlich ein richtiges Problem kriegst. Geh zum Arzt, am besten gleich morgen.
Liebe Grüße!

26.07.2015 21:13 • x 1 #4


Evita


Lieber Odo,

bei mir sind es auch 15 Jahre und ein Kind.
Was ich teils getan habe und was ich empfehlen kann:
-sich krankschreiben lassen, wenn Du aber lieber arbeiten gehen möchtest, dann arbeiten gehen.
-Profamilia, Caritas, hat mir sehr gut geholfen
-Telefonseelsorge (war mir sehr peinlich, hat aber auch ein wenig geholfen, wie schon jemand geschrieben hat)
-Freunde nerven
-sich zurüchziehen, weinen (ich habe erst gestern, nach fast 2 Monaten das erste mal richtig laut ins Kopfkissen geschriehen)
-viel weinen
-sich zusammenreißen
-sich gehen lassen, abschotten
-Dinge erledigen, auch wenn Du denkst, Du packst es nicht
-Dinge verchieben, wenn es eben nicht geht
-mir hat B. geholfen (empfehle ich nicht), Baldrian und ich habe extrem viel geraucht (empfehle ich auch nicht)
-einfach geschockt sein
-traurige Musik hören
-die Situation auf sich wirken lassen, doof in die Leere starren
-hier im Forum schreiben
-analysieren
-schimpfen, der Frau die Meinung sagen
-Ex-zurück Bücher lesen, auch wenn man damit nicht einverstanden ist und den Plan nicht umsetzen kann und will, mir hat es trotzdem geholfen beim Verarbeiten
-nach Negativem suchen, was du mit Deiner Frau erlebt hast
-wütend sein, Dir überlegen, ob Du sie jemals zurückhaben willst
-Urlaub machen
-Distanz suchen zu Deiner Frau
-ich habe meinen Mann auch mal in den Arm genommen um bewußt Abschied zu nehmen, obwohl es mir das Herz gesprengt hat
-die Bibel lesen, beten
...

Wie Du siehst, alles gegensätzliche Dinge. Ich bin jeden Tag immer noch durcheinander, funktioniere teils wie ein Roboter, teils fühle ich mich wie gelähmt.
Ich glaube, am meisten haben mir die Gespräche bei Profamilia geholfen und die mit meinen Freunden, mit meiner Familie und das Schreiben und Lesen hier im Forum.
Ich habe auch viel abgenommen, seit dem kaum geschlafen, teilweise gerade mal ne halbe Stunde pro Nacht.
Lass das Ganze einfach auf Dich einwirken und fühle dich auch mal wie ein Schw... kurz vor der Schlachtung (sorry), mir hat es geholfen.
Wenn es zu arg wird, geh ruhig zum Arzt!

Liebe Grüße,
Evita.

26.07.2015 22:05 • x 1 #5


CSSK


Eine Legende besagt, wenn du nachts nicht schlafen kannst, dann weil du in jemanden anderen Traumes wach bist..

27.07.2015 08:34 • #6


Solskinn2015

Solskinn2015


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Hi ODO,

deinen Zustand kenne ich. Leider zu gut.

Bitte gehe zum Facharzt also zum Psychater. Wenn Du gesetzlich versichert bist, dann bezahl das als Selbstzahler. Dann bekommst Du schneller einen Termin. Die Hausärzte verschreiben zu schnell zu starke Sachen, deren Abhängigkeitspotential immens ist. Daizepam und solche Dinge.
Die Fachärzte kennen sich in Bezug auf die Medikamente besser aus. Bei Dir scheint auf jeden Fall ein leichtes AntiDepriMittel sinnvoll. Es gibt auch welche die machen müde. Mann kann sie also vor dem schlafen nehmen.

Kannst Du Hilfen auf der Arbeit in Anspruch nehmen? Wir haben für so etwas eine Sozialarbeiterin die auch Psychologien ist. Ich konnte und mußte das meinem Chef sagen, da meine Konzentrationsfähigkeit stark abgenommen hatte. Für Terminsachen und Problemlösungen war ich vollkommen ungeeignet in der Situation. Das muß man so kommunizieren. Im Grunde bist du krank. Ich konnte mich aber nicht krankschreiben lassen, da ich nicht zu Hause sein wollte. Die Arbeit hat mir halt und Strukur gegeben.

Du mußt versuchen das Gespräch auf der Arbeit zu suchen und dich zu offenbaren. Versuche aber erst mal mit dem Facharzt ein Gespräche zu führen.

Alles Gute

Solksinn

27.07.2015 09:26 • x 1 #7


MichaCux

MichaCux


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Hallo,
ich sitze mit im Boot. 18Jahre, 2 Kinder (5+7), Haus das volle Programm eben.
So hat sie es sich nicht vorgestellt, das kann nicht alles gewesen sein ........
Verkrieche dich nicht, rede oder /und schreibe hier im Forum. Geh in den Wald und schreie, was auch immer.
Und hole dir professionelle Unterstützung, sofort! Kirche , Profamilia, such dir bitte was. Du bekommst andere Sichtweisen aufgezeigt. Dadurch ändert sich deine Situation nicht, aber du reflektierst dich (hoffe ich) und einiges wird verständlicher. Heißt nicht das du es gut finden musst. Nutze das bisschen Energie von dir ins heute und in die Zukunft, denn deine Tochter wird auch in Zukunft einen starken Papa brauchen.
Und sei dir mit diesem Forum gewiss: Du bist nicht allein.

Kopf hoch,
Micha

27.07.2015 11:14 • x 1 #8


ODO


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Hallo zusammen.

Ich bin wirklich gerührt über so viel Zuspruch und Verständnis. Vielen Dank für eure Tipps, die aufbauenden Worte und ganz besonders, dass ihr an meinem Problem teilnimmt und mir Mut macht. Eure Geschichten sind meiner sehr ähnlich, manche hören sich noch viel schlimmer als meine.

@Magisch
tatsächlich dachte ich auch schon an eine "Eigeneinweisung"... als ich mir dann aber bildlich vorstellte mit den gepackten Koffern vor einer Anstallt zu stehen, sah ich plötzlich vor meinem inneren Auge meine 8 Jahre alte Tochter stehen die mich dort besuchen muss... und mich fragt: Papa, wieso bis Du hier? Auch habe ich meine Frau gesehen, die dann Kopfschüttelnd und herablassend auf mich nieder blickt... Dann habe ich den Gedanken schnell verdrängt und mir gesagt.... So weit bist Du noch nicht!

LMAA Tabletten könnte ich mir für die Nacht vorstellen, schlucken, einschlafen und entspannt wieder aufwachen... Ich werde meinen Arzt nach einem Medikament fragen. Was garnicht geht, sind Pillen die mich womöglich daran hindern, klar zu denken. Denn die wenigen klaren Gedanken die ich zur Zeit habe, will ich unbedigt nutzen um an meinem Trauma zu arbeiten.

Ich weine jeden Tag. Seit 3 Monaten jeden Tag! Abends schlafe ich mit Tränen ein, morgens wache ich mit ihnen auf... Ich habe vorher nie geweint! Ich konnte mir auch nie vorstellen, je in einer derart schlimmen Situation zu stecken & habe Menschen, die in einer Depression stecken, eher belächelt... Das war dumm und ich denke manchmal, dass ist nun die gerechte Strafe für meine Arrogante Oberflächlichkeit!

Ich würde gern verzeihen, kann ich aber noch nicht, weil nicht nur ich leide sondern auch -und das ist viel schlimmer- meine geliebte Tochter. Ihr geht es eigentlich gut, lebt sie doch in ihrer gewohnten Umgebung (Eigenheim), geht zum reiten, schwimmen und und und... Nur wenn ich sie dann für das Papa Wochenende abhole und sie am Sonntag wieder zurückbringe, weint sie soooo sehr, dass ich mitweinen muss. Meine Frau meint, dass wäre überhaupt nicht gut für das Kind wenn sie ihren Papa weinen sieht... Ich habe mich das letzte Mal zusammengerissen... Der Schmerz bleibt. Vielleich hat meine Frau auch recht und die kleine darf Papa nicht weinen sehen und es ist am Anfang absolut normal so...

Danke Magisch!

@Alexpatti
Sicher habe ich auch "Fehler" gemacht. Das ist völlig normal. Ist es dann aber nicht auch normal, dass der Partner dann irgendwan einmal die vermeidlichen Fehler anspricht, damit man darüber reden kann? Es kann doch nicht sein, dass sie über Monate oder Jahre ihren Frust sammelt und dir dann völlig unerwartet vor die Füße kippt... Wir haben uns noch drei, vier weitere Abende zusammengesetzt und gesprochen. Ich hätte mir gewünscht, dass wir ALLE möglichen "Fehler" auf ein Zettel schreiben, jeder für sich, und dann vergleichen um wirklich festzustellen ob es keinen Sinn mehr macht oder ob es durchaus noch Hoffnung gibt... aber nein, die Dame wollte nicht...

Von 80 Kilo auf 60 . Das ist unvorstellbar...

Ich habe meinen Chef gleich informiert... Unter Tränen habe ich meine Geschicht erzählt. Er hat Verständnis.... noch! Er ist in erster Linie mein Chef, nicht mein Freund... Ich gehe offensiv damit um. Ich kann das nicht in mich hineinfressen, darum auch die Angst, dass die Leute irgendwann einmal genug haben.

Danke Alexpatti

@NewDay1
Ja, bin auch wieder zur Arbeit. Das ist auch für mich ein schlimmer Gedanke... zuhause sitzen und Das Problem ist einfach meine fehlende Konzentration, Selbstbewusstsein und Durchsetzungskraft... alles Eigenschaften die in mir wohnen aber zur Zeit im Keller sitzen...
Meine Mutter -die meine stärkste Unterstützung ist- rät mir auch den Weg zum Arzt! Sie macht sich natürlich sehr viele Sorgen... Ich habe ihr versprochen, dass ich sobald ich es nicht mehr aushalte, auch zum Arzt gehen werde. Heute habt ihr mir aber wieder Mut gemacht!

Danke NewDay1

@Evita
Danke für die 1000 Tipps! ich werde das für mich passende ausprobieren und darüber berichten!
Ich fühle mich auch wie ein Roboter... Ich glaube langsam, dass der Trennungschmerz wirklich eine Krankheit ist! Man darf sie nicht unterschätzen und ich werde zum Arzt gehen und meine Geschichte erzählen. wenn er ein Guter ist, wird er die richtige Diagnose stellen und die entsprechenden Maßnahmen einleiten. Ich hoffe ersteinmal darauf. Ich werde hier berichten!

Danke Evita!

@Solksinn
Ein leichtes AntiDepriMittel hört sich gut an. Darf eben nur nicht abhängig machen!
Ich bin ganz bei Dir und Danke für die Tipps. Falls nichts mehr hilft, wird der Arzt auch sicher eine Krankschreibung empfehlen. Kann eben auch wie du, nicht wirklich zu hause bleiben.
Im übrigen habe ich das gemeinsame Haus freiwillig verlassen und mir eine zwei Zimmer Wohung genommen um Ruhe zu haben... diese Ruhe ist nun mein Problem und macht mir mein Leben zur Hölle Ich denke schon darüber nach, mir eine Katze zu kaufen...

Danke Solksinn

@MichaCux
Ich schreie im Auto... und auch zu hause ins kopfkissen. Ausserdem rauche ich eine Schachtel Zig. seitdem... Das alles bringt leider immer nur kurze Linderung... aber auch eine kurze Ablenkung ist heute Gold wert... Ich versuche diese selbstzerstörerische Lebensweise so schnell wie möglich zu beenden damit ich wieder ein starker Papa sein kann!

Ihr alle habt mir heute neue Hoffnung gegeben! ich bin froh das es Euch gibt!

Vielen Dank

Euer Odo

27.07.2015 13:45 • x 1 #9


Byebye


Lieber Odo, warum willst du dir verbieten vor deiner Tochter zu weinen, Männer sind nicht immer so hart wie sie vorgeben und dein Kind soll auch wissen das du ein Mensch bist der Gefühle hat, egal was deine Frau dazu sagt.

Deine Kleine ist traurig und weint wenn du sie nach dem Wochenende wieder zur Mutter bringst, ich finde sie kann ruhig sehen das es dir genauso geht, dass auch du traurig bist und das äußert sich nun mal mit Tränen, Väter müssen nicht immer vorgeben die Harten zu sein.

Ich würde auch an deiner Stelle zu einem Arzt gehen und wenn es nur der Hausarzt ist, der dich vielleicht schon länger kennt.
Ich wurde nach 30 Jahren Ehe verlassen und habe Schlaftabletten und leichte Antidepri verschrieben bekommen, die habe ich eine Zeitlang genommen und dann wieder abgesetzt, aber diese Zeitlang habe ich solche Hilfsmittel einfach gebraucht, mir haben sie geholfen.

Ich wünsche dir von ganzem Herzen viel viel Kraft

27.07.2015 14:14 • x 1 #10


Solskinn2015

Solskinn2015


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Hi ODO,

bitte gehe zum Psychiater und lass Dir evtl. Citalopram verschreiben. Du mußt Dich stabilisieren. Dann suche Dir einen Therapeuten

Deiner Frau bist Du egal. Zeige ihr, dass Du stark bist und auch ohne sie leben kannst. Von ihr kannst Du nichts mehr erwarten. Aber auch gar nichts mehr. Sie hat sich schon lange aus Eurer Beziehung verabschiedet. Leider. Ist nicht sehr Erwachsen so ein Verhalten. Sie hätte Reden können. Du bist für Sie nicht mehr interessant. Vielleicht gibt es oder gab es einen Dritten als Auslöser. Von alleine schaffen viele nicht den Absprung, die brauchen häufig einen Dritten.

LG

Solskinn

27.07.2015 14:25 • x 1 #11


Magisch

Magisch


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Lieber ODO....

ich bin sehr zwiegespalten, was Tränen vor den Kindern angeht. Zum einen ist man ein Elternteil, welches den Kindern Stärke und Sicherheit vermitteln will und auch soll. Zum anderen finde ich, dass auch Kinder sehr wohl wissen dürfen, dass es einem nicht ganz so gut geht. Ich habe nie den Spagat wirklich hinbekommen. Die Kinder habe ich versucht mit meinen Tränen weitestgehend zu verschonen. Dass die Welt nicht in Ordnung ist spüren sie auch so. Rote, verquollene Augen bleiben auch nicht unbemerkt....

Kinder dürfen aber die Probleme der Erwachsenen nicht mittragen. Versuche doch deiner Tochter in einem ruhigen Gespräch zu vermitteln, dass du auch traurig bist und deshalb auch manchmal weinst. Sage ihr aber, dass ihr gemeinsam versuchen wollt, Euch eure "Wochenenden" so schön wie möglich zu machen und trefft vielleicht eine Abmachung, wie ihr den Trennungsschmerz - ohne Tränen - hinbekommen könntet. Denkt euch gemeinsam was aus.... was nur ein geheime Abmachung zwischen euch Beiden sein wird ! Kann auch ein Geheim/ Zauberwort sein ! Am besten irgendwas Lustiges!

Wenn ich meine Tochter zum Lachen bringen will.... Kennst du Knallerfrauen und das Wort "Lauch".... unter Youtube sicherlich zu finden... Ich zaubere damit Jedem einen ungläubigen Ausdruck und ein Grinsen ins Gesicht!

Ich kam mir zum Zeitpunkt meiner heftigen Abwärtsspirale nur noch schwach vor... so wie du auch. Meinen Chef habe ich damals auch von meiner persönlichen Misere benachrichtigt und in Kenntnis gesetzt. Ich konnte einfach nicht mehr. Lange Zeit hat er mich nur noch mit "Samthandschuhen" angefasst. Er hatte immer Angst, dass ich sofort wieder einen Heulflash bekomme, wenn er die falsche Frage stellt. Inzwischen lächle ich darüber, damals war es mir nur furchtbar peinlich....

Auf Grund meiner beruflichen Tätigkeit konnte ich mich auch nicht krankschreiben lassen. Bin irgendwo mein eigener Chef. Die finanziellen Einbußen machen sich inzwischen auch massiv bemerkbar. Naja... verhungern werde ich nicht.

Und nun nochmal zum Thema Verzeihen. Der Schmerz sitzt tief. Das Vertrauen in einmal Gewesenes ist weg! Ein Familienmensch, welcher auf einmal als Einzelindividuum seinen Weg beschreiten soll. Und dann die Frage.... Wie, warum, weshalb, wofür? ....soll ich weitermachen.... ? Ganz einfach ... erstmal für deine "Kleine" und für dich.... Der Rest der Welt ist zunächst mal egal...... Versuche das Geschehene anzunehmen, einen anderen Weg gibt es nicht. Die Titanen - Herz vs. Verstand - müssen wieder in Einklang gebracht werden.

Durch verschiedene Lektüren, Hör-CD´s habe ich versucht mein negatives Gedankenmuster, meine massiven Lebens/ Existenzängste, zu durchbrechen. Gleichzeitig habe ich mir jeglichen seelischen Müll von der Seele geschrieben. Meine Freunde und Bekannte genervt. Manchmal konnte ich mich schon selber nicht mehr hören. Es klingt immer alles Klischeehaft, aber es ist wirklich so.... Die Zeit heilt die Wunden.... Dies alles ist nun fast ein halbes Jahr her.... ich bin noch nicht wieder in Hochform, aber es wird....

Nimm dir die Zeit, welche du zum Trauern, Verarbeiten brauchst.

Alles Gute für dich.....

27.07.2015 15:42 • x 1 #12


SilentOne78

SilentOne78


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Hallo Odo,

vor ungefähr einem Jahr war ich wegen starker Belastung im Beruf und der Trennung von meinem Mann in einem ähnlichen Zustand. Kein Appetit mehr, das wenige, das ich runtergezwungen habe nicht bei mir behalten, durchwachte Nächte, zunehmend Konzentrationschwierigkeiten, mehrere Kilo abgenommen, die ich vorher schon nicht zuviel hatte...

Ein Arbeitskollege, der mitbekommen hat, dass ich ziemlich "durch den Wind" war, hat mir dann einen Tipp gegeben. Er geht regelmäßig zum Yoga und wusste von seiner Trainerin, dass sie auch spezielle Stress- und Burnout-Behandlungen anbietet.

Ich war ehrlich gesagt skeptisch, wollte es aber zumindest mal probieren - sozusagen der Strohhalm, bevor es in Richtung Schlaf- bzw Beruhigungsmittel oder Antidepressiva geht.

Glücklicherweise hab ich schnell einen Termin bekommen. Die Behandlung war so eine Art Mischung aus manueller Therapie (Massa. und Akupressur) und Atemübungen, durch die recht schnell ein sehr tiefer Entspannungszustand erreicht werden kann. Tatsächlich wäre ich während der Behandlung fast eingeschlafen und hab mich danach zum ersten Mal seit Wochen wieder ruhig und gefasst gefühlt. Das verblüffende war, dass dieser Zustand angehalten hat, ich konnte in der Nacht durchschlafen, und bin am nächsten Morgen statt mit Panik und Übelkeit mit Frühstückshunger aufgewacht. Eine Wunderheilung war es nicht, ich hatte auch durchaus noch mal Tage bzw. Phasen wo es mir dreckig ging, aber die sind merklich weniger geworden - die Talsohle war überwunden und es ging bergauf, zwar langsam, aber spürbar.
Nach drei oder vier Wochen hatte ich noch einen zweiten Termin zur" Auffrischung", eine weitere Behandlung war dann nicht mehr erforderlich.

Das ganze nennt sich "Energetisch-Vegetative Stressregulation nach Herbst®" (EVSR).

Das ist jetzt natürlich nur meine persönliche Erfahrung, ich hab keine Ahnung, ob die Methode bei jedem so gut anschlägt... das hängt sicher auch davon ab, wie "tief" man schon im Loch drinsteckt und wie das ganze drumherum, die Gesamtsituation und das Umfeld aussieht. Aber einen Versuch wäre es denke ich wert - schlimmstenfalls hast Du zwei Stunden Zeit vertan...

Ich wünsch Dir viel Kraft und alles Gute.

27.07.2015 15:44 • x 1 #13


Alexpatti


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Hallo Odo,

ja das ist ein Problem und es läuft fast immer gleich, Sie kann nicht mehr, geht kaputt, kann nicht mehr Atmen und braucht Freiheit. Du hat recht, es kann nicht sein, dass sie das Monate/Jahre in sich reinfrisst und dann vor dir auskippt. Aber genauso läuft es wenn du das besprechen willst, wenn du das ändern willst, sagt sie: es ist schon alles gesagt, jetzt ist es zuspät. Da ist nichts mehr, keine Liebe, keine Zuneigung, keine Gefühle mehr. So, was soll Mann jetzt machen? Ich weiß es auch nicht!

27.07.2015 15:57 • x 1 #14


NewDay1


Lieber Odo,
es ist schon mal eine sehr gute Erkenntnis, dass du siehst, dass es eine selbstzerstörerische Lebensweise ist und dass du dir als Ziel gesetzt hast, diese zu beenden. Bravo, guter Ansatz! Genau solche Ziele braucht man, um sich aus der Lage zu befreien. Denn letztendlich kannst auch nur du dir helfen, natürlich unter Inanspruchnahme von professioneller Hilfe, sprich Facharzt, Medikamente und psychotherapeutischen Gesprächen, notfalls Einweisung in eine Fachklinik. Sehr schön, dass du dich schon mal in deine eigenen 4 Wände zurückziehen kannst. Das siehst du jetzt vllt noch nicht so, aber es ist auch von Vorteil, glaub mir. Nur so kannst du den nötigen Abstand bekommen, den du unbedingt brauchst, auch damit du irgendwann mal endlich zur Ruhe kommen kannst.
Antidepressiva sind nicht dafür gedacht, die Sinne zu vernebeln oder zu beinträchtigen, sie sollen dazu beitragen, dass du dich wohlfühlst, dich wieder auf Wesentliches konzentrieren kannst, kognitiv leistungsfähig wirst, dich wieder freuen kannst, also dich im Grunde genommen genau so fut fühlst, wie vor der Trennung. Es soll Optimismus fördern und trübe Gedanken verjagen. Wenn es nicht so wirkt, ist es nicht das richtige Mittel für dich, dann sollte es mit einem anderen versucht werden.
Und versuch bitte bitte nicht vor deiner Tochter zu weinen. Sie ist noch viel zu jung, sie damit zu belasten. Und wenn du die nötige Kraft nicht hast, dann sag ihr, dass du sie in nächster Zeit nicht abholen kannst, sag ihr, dass du sie sehr sehr lieb hast und immer an sie denkst, dir gehts zurzeit nicht so gut, meldest dich aber sofort, wenn es dir wieder besser geht. Sie ist doch noch in der Prägungsphase, das würde sie belasten, wenn der Papa weint. Auch wenn du ca. 5 Wochen in eine Klinik gehst, solltest du lieber so verfahren, auch in deinem eigenen Interesse. Es wäre nicht gerade förderlich, wenn deine Noch-Frau dich mit deiner Tochter dort besuchen kommen. Da macht auch der Klinikaufenthalt keinen Sinn. Ich bin nach einem Jahr immensen Kraftaufwand bzw. Überforderung zusammengebrochen. Hätte mir viel eher Hilfe holen sollen.
Alles Liebe!

27.07.2015 16:01 • x 1 #15




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