Zitat von Reallysad: Daraufhin schmiss ich ihn raus, weil er die Frau nicht aufgeben wollte.
Das Hin und Her der Vorgeschichte ist eigentlich egal; ab diesem Punkt gab es aus Gründen die aktuelle Trennung.
Zitat von Reallysad: Er bezog eine Wohnung in der Nähe seiner Arbeit, weil ich nicht wollte, dass er in unserer Stadt wohnt.
Hier habt Ihr beide nicht im Sinne der Kinder agiert. Ich finde es übergriffig von Dir, bestimmen zu wollen, wo er künftig wohnen soll (gut, in direkter Nachbarschaft fände ich ganz sicher auch nicht so toll bei einer nicht friedlichen Trennung). Er hat sich drauf eingelassen, weil ihm die Nähe zur Arbeit letztlich praktischer erschien als die Nähe zu den Kindern.
Aber natürlich ist es einfacher und für die Kinder besser, wenn beide Elternteile greifbar für sie sind. Zumal sie ab einem gewissen Alter grade in der Stadt mit einem ÖPNV auch selbstständig und spontan Vater (oder Mutter) besuchen können.
Zitat von Reallysad: Außerdem wollten wir das Nestmodell versuchen: ich bleibe mit den Kindern im Haus (ist meins), er kommt von Donnerstag-Sonntag oder unter der Woche, wenn es nötig ist.
Naja, dass das keine gute Lösung ist und Du ein wenig damit gerechnet hast, dass ihn eine regelmäßige Familienidylle vielleicht dazu bewegt, die Affäre/jetzt Beziehung? zu beenden und zu Dir zurück zu kommen, hast Du bereits selber erkannt.
Das hat - was Wunder - offensichtlich nicht geklappt. Nun muss es doch darum gehen, dass Ihr beide Eure Trennung sowohl auf der Paar- als auch auf der Elternebene vernünftig hinbekommt. Diese beiden Ebenen haben erst einmal nichts miteinander zu tun.
Ich finde es völlig nachvollziehbar, dass Dein (Noch)Mann Eure Kinder nicht nur jedes zweite Wochenende und dazwischen 1 x pro Woche sehen möchte. Nur muss er sich dafür auch bewegen: Räumlich mit einer Wohnung in der Nähe (bei der Du nichts mitzubestimmen hast) und im Blick auf sein Arbeitspensum/seine Arbeitszeit. Das müsste er auch, wenn er plötzlich alleinerziehend wäre. „Nicht können“ ist eben oftmals „nicht wollen“. Wenn Dein Ex die Kinder 2 x pro Woche (oder wie oft auch immer) sehen möchte, dann muss er sich die Zeit dafür regelmäßig freischaufeln.
Grade kurz nach einer nicht einvernehmlichen Trennung finde ich einen geregelten Umgang sowohl für die Eltern als auch vor allem für die Kinder sehr wichtig. Ihr braucht momentan alle Verlässlichkeit, damit jeder sich in die neue Situation einleben und zur Ruhe kommen kann.
Meiner Erfahrung nach ruckeln sich solche Regelungen mit der Zeit eh zurecht und werden etwas aufgeweicht. Zum einen weil die Eltern - wie es oft passiert - irgendwann keinen Stellvertreterkrieg über die Kinder mehr miteinander führen. Zum anderen, weil die Kinder älter und sie Termine haben werden, die ihnen wichtiger sind als der Nachmittag bei Mama oder Papa.
Aber erst einmal, jetzt, wäre für mich eine klare Regelung unerlässlich. Zur Not mit Hilfe des Jugendamtes oder (wenn es nicht so offiziell sein soll) mit Hilfe einer Beratungsstelle wie z. B. Pro Familia.