Hallo Miteinander,
ich danke euch für eure interessanten Antworten. Ich habe sie ganz bewusst ersteinmal auf mich wirken lassen, eine Nacht drüber geschlafen...in der Hoffnung, Klarheit zu gewinnen. Ist mir leider nicht gelungen :roll: :herz:
Hallo MannmitBekannter
Zitat:Ob ich das richtig verstehe Augen rollen
Falls ja geht's mir auch so, ich brauche was wie Spiegel. Empfinde das allerdings als normal.
sehr interessante Antwort. Meinst Du, mir mangelt es an Spiegelung durch andere oder verstehe ich das falsch? Und ich denke, ganz gleich, wie verquer wir leben, wenn es uns damit gut geht, wenn wir damit ganz bei uns sind, ist es gut so bzw. wir empfinden es als normal. Aber mit mir stimmt etwas nicht.
Hallo Ich...
Zitat: Du findest den Weg nur, wenn du was machst. Steh auf und tue etwas. Sei wie eine Lokomotieve, die läuf und läuft und läuft. Die steht nicht und ihr Sinn ist sich zu bewegen. Dann sieht sie auch was und nimmt noch Personen oder Güter mit. Am Abend ist sie müde und steht.
Dann läuft und läuft und läuft sie wieder. Und ist glücklich, weil sie an der frischen Luft war und sich bewegt hat und noch hin und wieder den einen oder anderen mit bewegt hat. Ganz einfach. Die Bewegung hält dich im Geist und körperlich fit.
Schau, über soclehn Aussagen habe ich gestern nachsinnend gesessen aber mir fällt nichts rechtes dazu ein. Denn ich bin mir meiner selbst gerade sehr unsicher.
Ich "mache" ja Dinge, ich habe einen Alltag, ich treffe Freunde...
Aber es fühlt sich eben sehr häufig so an, als sei das, was ich mache nicht meins. Es fühlt sich lediglich wie eine Erledignung an, die man zwischendurch macht. Ja, das trifft es sehr genau. Nahezu alles was ich tue fühlt sich wie ein Davor an oder wie eine Erledignung, die man macht, bevor man sich auf das Wesentliche besinnt. Und dieses Gefühl des Unbezogenseins gegenüber meinem eigenem Tun, verursacht den Gedanken, dass ich selbst nicht in meinem Leben drinstecke, so verrückt das klingen mag.
Zitat:Da spielt es manchmal keine grosse Rolle, wohin die Reise geht. Hauptsache in Bewegung und auf Tour. zwinkern
Damit hast Du sicherlich Recht. Das nahm ich auch lange Zeit an aber trotz dass ich einfach mache und tue, stehe ich nach wie vor wie eine Fremde vor meinem eigenem Leben, denke immer, mein wirkliches Leben hat noch nicht begonnen. Nicht dass ich irgendwelche grandiosen Ideen hätte, wie mein wirkliches Leben auszusehen hätte...nein, das ist es nicht...Es ist, als stünde ich- während ich etwas tue- daneben und gucke befremdet zu.
Zitat:Das klärt den Geist und entschlackt die Lymphe, was wichtig für deine Gesundheit ist.
:D Ich deke, mein Geist ist alles andere als geklärt :wink: Danke Dir!
Hallo Hinrich,
Zitat:hast Du Dir schon einmal professionelle Hilfe gesucht?
ja, ich bin seit langem in Behandlung.
Ich habe gestern den Begriff Depersonalisierung gegoogelt und fand das
Zitat:Die Depersonalisierung beschreibt den Verlust und die Veränderung des ursprünglichen Gefühls für die eigene Persönlichkeit. Man versteht unter diesem Syndrom eine bestimmte Form von psychischer Störung. Diese trifft bei Betroffenen auf, welche die eigene Person oder aber auch Personen innerhalb der Umgebung als verändert und fremd wahrnehmen. Oft geht damit auch ein Gefühl von Unwirklichkeit einher. Entfremdungserlebnisse, die sich speziell auf die Umwelt beschränken, werden dabei auch oft als Derealisation bezeichnet. Die Störung wird laut dem Katalog für Krankheiten dem neurotischen Formenkreis zugeordnet und offiziell unter die dissoziativen Störungen gerechnet.
Wie äußert sich die Krankheit?
Es gibt kaum eine andere Erkrankung, die so unterschiedliche und vielfältige Symptome aufweist. Daher muss man sich für die offizielle Diagnose auf die Kernsymptome beschränken. Beinahe alle Betroffenen beklagen eine emotionale Taubheit. Die eigenen Gefühle werden hierbei immer als flach oder auch unwirklich beschrieben. Die Wahrnehmung von anderen Personen erscheint oftmals ebenfalls sehr kalt. Emotionen können nur sehr schwer wahrgenommen werden. Ein klassisches Beispiel hierfür ist das Betrachten eines Sonnenuntergangs, das den Betroffenen nicht im Ansatz berührt. Auch das Körpererleben tritt sehr verändert auf. Der eigene Körper wird durchweg als verändert wahrgenommen. Viele Betroffene beschreiben, dass sich der Körper selbst leblos und nicht-zugehörig anfühlt. Das eigene Spiegelbild und auch die Stimme wirken entfremdet, so als würde man sich selbst nicht erkennen. Bei der visuellen Wahrnehmung haben Betroffene oftmals die Empfindung nicht im eigenen Körper zu wohnen. Sie stehen neben sich und beobachten die Umwelt aus einer anderen Perspektive. Bewegungen wirken oftmals sehr kontrolliert und beinahe wie die eines Roboters. Erkrankte haben oftmals das Gefühl sich nicht willentlich zu bewegen. So wird beschrieben, dass sie die Bewegung der Hand als ferngesteuert empfinden. Weiterhin werden Erinnerungen häufig nur sehr schwach wahrgenommen. Sie entfremden sich und schon Erlebnisse, die wenige Stunden zurückliegen sind so nicht mehr greifbar. Es gibt noch viele weitere Symptome, welche sich auf verschiedener Ebene äußern können.
So ähnlich fühle ich mich während dieser Phasen. Wenn ich "bei mir" bin, verschwinden diese Symptome gänzlich. Die Entfremdungsgefühle beziehen sich allerdings fast ausschließlich auf mich selbst, auch auf meine Umgebeung, aber weniger auf andere Menschen. Sie lassen mich emotional nicht kalt.
Ich will mich mit diesem Zitat nicht selbst pathologisieren 8) , so schwerwiegend ist es nicht immer aber irgend etwas ist dran. In guten Phasen fühle ich mich ganz normal, sehr lebendig, sehr im Kontakt und werde übrigens von meinen Freunden und meinem Therapeuten immer so wahrgenommen- Feedback vom Thera (Freunde würden das, was ich hier schreibe, als haltlosen Quatsch abtun). Aber oftmals komme ich dann Heim und es ist wie ein switchen in einen abgespaltenen Zustand. Ich bin mir dann selbst unzugänglich und finde schwer wieder hinaus. Und das empfinde ich eben als nicht meines. Immer wieder schlüpfe ich aus meinem eigenem Leben heraus.
brigens ist mir klar, dass ihr bei so einem schwerwiegendem Problem wohl wenig raten könnt aber mir ist der Austausch mit Menschen, die aus einer ganz anderen Gefühlslage heraus empfinden wichtig.
Hallo Desmitis
Zitat:dein Text hat mich sehr beeindruckt. Zwei Passagen möchte ich herausheben: jene, in der von Gedanken/Gefühlen die Rede ist, die dich einnehmen, dann die, welche auf ein temporär schwindendes Sinngefühl abstellt. Lange schreiben werde ich dazu nicht, doch kann ich nicht an mich halten, zwei Assoziationen, die leider nur auf Literaturempfehlungen hinauslaufen, zum Besten zu geben. Die erste betrifft die Frage, ob und wie Gedanken von Gefühlen getrennt werden können, die zweite, damit verbunden, den Sinn, der erkannt und erlebt werden will. Ans Herz legen möchte ich dir eine Reflexion des Begriffs »Gefühl« – vielleicht kann der Sammelband »Philosophie der Gefühle« von Sabine A. Döring ein Anfang sein, zum Sinn Viktor Frankls »Der Mensch vor der Frage nach dem Sinn«. Es steht mir nicht zu, zu professioneller Hilfe zu raten – ich kenne dich ja gar nicht –, doch habe ich das Gefühl, dass so etwas für dich interessant sein könnte.
Danke Dir für Deine Antwort. Sie hat mich sehr berührt. Sehr schön geschrieben. Ja, diese Bücher sind ganz gewiss interessant für mich :) Vielen Dank! Ich denke, bei mir geht es tatsächlich in erster Linie um die Trennung zwischen Gedanke und Gefühl. Rein rational mangelt es mir alles andere als an Sinngefühl. Ich sehe in allem, in jedem Sinn. Ich empfinde sogar Sinn wenn ich meine Küche putze :D
Hallo einfachsein,
auch Dein Beitrag lässt mich nicht aufhören zu grübeln 8)
Zitat:Ich kenne diesen Zustand aus meinem eigenen Leben. Lange Jahre habe ich so empfunden:
Deine Erwartungen an das Leben sind sehr hoch. Und Deine Erwartung an Dich und andere auch.
Ich weiß nicht, ob das stimmt...Ich meine sogar, dass ich faktisch keine großen Erwartungen ans Leben habe...sehr wohl aber emotional. Heißt, ich möchte das Gefühl haben "Das ist mein Leben" Ganz gleich ob ich ein kleines Licht bin oder nicht :D
Zitat:Das Leben ist nicht nur dann Leben, wenn es Dir was Schönes bietet. Und Du musst nicht den ganzen Tag mit Dauergrinsen herumrennen oder Action machen, nur damit Du Dich spürst. Ebenso wenig sind die anderen für Dein Wohlbefinden zuständig.
Oh das erwarte ich nicht von mir oder anderen. Ich bin sehr oft ernst und auch traurig und kann damit sehr gut leben- so ich dann dabei bin :wink: Und von "Action" kann garnicht die Rede sein. Wenn dann bin ich aktiv, in Bewegung. Im Idealfall stehe ich nicht außen vor dieser Aktivität und dann ist alles gut wie es ist.
Wie kommst Du darauf, dass ich andere für mein Wohlbefinden verantwortlich mache? Ich sehe mich allein dafür verantwortlich und renne nie in blinder Betriebsamkeit zu anderen wenn ich mich unausgefüllt fühle. Dann ziehe ich mich zurück und warte solange, bis ich mich wieder besser fühle.
Zitat:Mit Deinen Erwartungen setzt Du Dich selbst sehr stark unter Druck und kannst daher das kleine Glück nicht genießen. Denn in dem Moment, wo Du diesen Glücksmoment erlebst, denkst Du bereits schon daran, dass er kurz und vergänglich ist. Du jagst von einer Action zur nächsten, immer auf der Suche nach dem Kick. Dies macht Dich auf Dauer müde und erschöpft. Da Du nicht genau weißt, was Du eigentlich suchst, empfindest Du auch viel Leere.
Ich weiß nicht....Ich suche ehrlich gesagt nie einen Kick. Rennen tu ich auch nicht. Aber es ist wohl so, dass ich in Glücksmomenten (die übrigens durch ganz unspektakuläre Dinge zustande kommen wie z.B. einfach einen Tag in mir zu ruhen, eine schöne Begegnung...) traurig bin weil dieser Moment wieder vergeht. Nicht immer aber oft denn ich weiß inzwischen dass ich mir selbst nie lange erhalten bleibe und mehr möchte ich doch gar nicht.
Zitat:Was mir geholfen hat: Ich habe mich sozial engagiert. Da dreht sich nichts mehr um mich, sondern um andere und ihre Probleme. Ich fühle mich gebraucht und bin abgelenkt. Das ist ein wunderbares Gefühl. Da ist es völlig nebensächlich, ob ich auf dem Bahnsteig stehe, in welchen Zug ich einsteige, wo er hinfährt und wann er ankommt.
Das sind sehr interessante Gedanken. Denn zum einen, denke ich, dass ich mich tatsächlich zu sehr um mich selbst kreise (aber nur weil ich mich unerlöst fühle. Es ist wie wenn man einen körperlichen Schmerz empfindet: solange die Wunde nicht verheilt ist, ist man auf sie konzentriert und der Blick von der Welt abgewandt).
Die andere Seite der Medaille sieht so aus: ich habe aus familiären Gründen den Großteil meines Lebens damit zugebracht, für andere zu sorgen. Zeitweise so intensiv, dass ich gar nicht mehr zu mir fand. So auch beruflich. Es macht mir große Freude, für andere da zu sein. Ich bin sogar die Anlaufstelle für schwierige Situationen :D Und vielleicht komme ich hier dem Problem näher.... :herz: ..... :roll: .....Ich habe gelernt, mich in andere hinein zu fühlen, immer den Blick nach Außen zu wenden...nach dem Wohlbefinden meiner Liebsten Ausschau zu halten...und mit der Zeit wuchs und wuchs die Sehnsucht danach, für mich selbst zu sorgen. Jetzt kann ich es und weiß nicht wie- emotional. Daher denke ich, dass ein soziales Engegemant für mich eher ein Wiedereinstieg in eine alte Rolle wäre. Denn das kann ich, darin fühle ich mich so sicher und vertraut aber es hinterlässt eine Leere weil das wesentliche ungetan bleibt.
Liebe Grüße und herzlichen Dank :)