Nostraventjo
Gast
ich melde mich Mal wieder zu Wort.
Eigentlich nur um meinen Kummer etwas los zu werden.
Im Grunde weiß ich ja selber was ich aktuell tun muss und so weiter.
Ich bin im Oktober 2020 in eine Tagesklinik eingewiesen worden nachdem es mir schon die letzten Jahre immer schlechter ging, ich unter dauernder Müdigkeit und Angstzuständen gelitten habe und zum Ende hin nicht mehr arbeiten gehen konnte.
Bei mir wurde nach langer Diagnose ADHS festgestellt, welche von Geburt an bestand aber nie behandelt wurde. Depressionen, Angst, Müdigkeit, Impulsivität und gesellschaftliche Probleme (einige werden sich an meine oft nicht so konstruktive Ausdrucksweise erinnern) waren Symptome.
Ich bin jetzt sehr gut auf Medikamente eingestellt und habe mich schon darauf gefreut, nach der Klinik ein neues Leben beginnen zu können mit mehr Lebensqualität.
Ruhige Kommunikation auf Augenhöhe ist mir nun möglich, ich kann konstruktiv und zielorientiert reden ohne persönlich zu werden. Ich dachte dass du's die Beziehung zu meinem Partner noch verbessert, wir sind jetzt seit neun Jahren zusammen, haben letztes Jahr ein Haus gekauft, da war noch alles soweit ok.
Auch vor meinem Klinikaufenthalt beschwor er das wir das schaffen und er mich auf jeden Fall liebt und ich mir keine Sorgen machen muss.
Während der neun Jahre hatte er immer wieder depressive Einbrüche und wollte sich trennen, ist dann aber nach Wochen reumütig zurück gekommen, ich habe ihn immer wieder zurück genommen.
Selbstwert und Grenzen konnte ich lange wegen meiner unbehandelten Krankheit nicht umsetzen. Was immer wieder zu on und Off führte.
Nun gut, die letzten drei Jahre waren sehr stabil weswegen wir dann das Haus gekauft haben. Ich hatte Vertrauen zu ihm und unserer Beziehung.
Nach Weihnachten eröffnete er mir dann das er keine Gefühle mehr hat und die Beziehung beenden wollte. Er kam mit meiner Veränderung nicht klar.
Ich war ihm zu vernünftig, er hat sich ist enttarnt gefühlt wenn ich ihn in Diskussionen spiegelte wie provokant und aggressiv er mit mir umgeht.
Das gefällt ihm nicht. Ich setze Grenzen, das gefällt ihm nicht. Ich beharre auf Dinge, sehe Fehler ein, rede ruhig, damit kommt er nicht klar.
Zudem geht ihm Corona mittlerweile sehr nahe, an seiner Arbeit gibt es viele Veränderungen, mit seiner Familie Probleme. Sprich es war ihm die letzten Wochen alles zuviel und nun ist er wieder eingebrochen und als erstes sucht er die Flucht indem er unsere Beziehung beenden will.
In diesem Haus können wir uns gut aus dem Weg gehen, haben uns jetzt noch eine Frist von sechs zwangslosen Monaten gesetzt und er sich eine Therapie gesucht, aber mir fällt es teilweise wieder ziemlich schwer mich gefühlstechnisch ab zu grenzen.
Ich fühle mich sehr einsam und bin auch wütend. Fühle mich von ihm im Stich gelassen. Ich benötige ein stabiles Umfeld nach der Klinik und tatsächlich erwartet mich ein Scherbenhaufen.
Glücklicherweise kann ich aktuell noch relativ kontrolliert damit umgehen, rational denken und vernünftig handeln, aber ich bin so dermaßen enttäuscht.
Ich habe das Gefühl jedes Mal wenn es mir besser geht wird es boykottiert.
