Zitat von Nostraventjo:Das ist richtig. Jedoch wurde ich auch in der Therapie dazu angehalten unbedingt Grenzen zu setzen und dazu zu stehen. Ich bin durch meine Medikamente sehr ruhig und gelassen geworden. Ich habe viele Spitzen von ihm ignoriert. Es ist für mich trotzdem ein Unterschied, ob der Partner ...
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hast du schon mal von dem "ich-ich-ich"-Syndrom gehört - in Bezug auf das "eigene Grenzen setzen"?
Das Gegenüber hat auch das Recht darauf, Grenzen zu setzen, wenn Veränderungen der/des Partner/in Probleme bereiten.
Wofür sind Therapien - einen Mensch zu stabilisieren helfen. Wer steht im Rahmen einer Therapie im Mittelpunkt - der Patient. Auf wen wird versucht "einzuwirken" - auf den Patient. Mit welchen Mitteln - mit denen, die der Therapeut aus dem ableitet, was der Patient dem Patient berichtet.
Nur... wo bleibt das persönlich/private Umfeld bei all dem - doch zunächst mal außen vor, auch wenn das Umfeld im Rahmen einer Therapie thematisiert wird. Der Therapeut hat den Patient vor sich - NICHT das Umfeld. Der Therapeut kümmert sich um den Patient - NICHT um das Umfeld.
Aber... es gibt auch ein "nach der Therapie", wenn Patient und Umfeld wieder zusammenkommen.
Eine Therapie gilt als Steigbügel, den der Therapeut hinhält - durch eine (hoffentlich) gute Therapie.
Der Therapeut hilft einem Patient, sich auf das Pferd zu setzen...aber - reiten MUSS der Patient das
Pferd allein - im persönlich/privaten Umfeld.
Und das Umfeld kommt damit nicht immer (auf Anhieb) klar, was der Patient an "Lehrstoff" an die Hand bekommen hat. Der Patient will zu Hause alles umsetzen...und macht oftmals die Rechnung ohne den Wirt. Nee... das Umfeld "zu Hause" macht da nicht immer mit, erst recht nicht, wenn es
nicht "mitgenommen" wird. Was geschieht denn dann - Frau/Mann lebt zu Hause aneinander vorbei, weil BEIDE Seiten einander nicht mehr nachvollziehen (können), was da gerade geschieht.
Patienten sehen sich selbst oft in der Mitleidsrolle, wenn Therapien beendet sind. Sie wollen oftmals, dass auf sie "zugegangen" wird, um ihnen noch mehr "roten Teppich" auszurollen. Nee... "roter Teppich" ist zu Hause nicht mehr, ist im Umfeld nicht mehr...da findet knallhartes Leben statt. Daran haben sich ehem. Parienten wieder heranzutasten....und si können nur hoffen, dass auf sie Rücksicht genommen wird.
Mir wurde gesagt, ich solle mich bloß nicht zu sehr mit dem "ich-ich-ich"-Syndrom beschäftigen. Anfangs sei das okay, aber das WAHRE Leben würde mich eh "bald wieder" einholen. Und was geschah - ich wurde sehr rasch wieder eingeholt. ICH musste mich wieder angleichen, OHNE mich selbst (erneut) zu verlieren. ICH bin auf mein Umfeld zugegangen - nicht umgekehrt. ICH musste mein Umfeld "mitnehmen"...nicht umgekehrt.
Wie war das noch mit dem Steigbügel - den hält der Therapeut hin, er hilft auch beim Aufsteigen auf
der Pferd, was sich "LEBEN" nennt. Aber... beim Reiten isser nicht mehr dabei.

Ob ein Partner nach einem eigenen Klinik-Aufenthalt gleich als depressiv anzusehen ist - wer erstellt eine solche "Diagnose"? Darf sich ein Partner nicht auch erst mit den neuen Sachverhalten vertraut machen? Muss er gleich alles SO akzeptieren, wie es sich ihm in den Weg stellt - und das meine ich mal bildlich betrachtet!