Zitat von blauerHimmel:Im realen Welt lernt man sich von außen nach innen kennen: Man nimmt direkt wahr, wie der andere aussieht, sich bewegt, sich gibt, wie er lacht usw.
In der virtuellen Welt lernt man sich von innen (geistig, intellektuell) nach außen kennen.
Ich glaube, das ist ein sehr großes Problem. Gerade das anders rum Anfangen lässt einen vielleicht schnell in eine Art Euphorie stürzen (wenn die Worte denn ehrlich gemeint sind). Mein "Typ" war deshalb (?) auch der Ansicht, dass wir beim ersten Treffen nahtlos am Stand des Internetchats weitermachen können. Er war völlig verwundert, dass ich das nicht so sah, eher der Meinung war, dass wir auch real "neu" anfangen müssen, und so war es dann auch. Damit kam er nicht klar, auch wenn ich sein Typ war.
(Ist das eigentlich normal, diese Sichtweise oder doch eher unreif, naiv?)
Zitat von blauerHimmel:Im virtuellen habe ich nur schwarz-weisse Buchstaben, Worte, nichts anderes. Die Gefahr besteht, dass man in die Worte unheimlich viel hinein interpretieren kann. Ganz besonders Gefühle, meine Gefühle.
Ich kann nicht durch Gestik und Mimik meines Gegenübers überprüfen, wie das gemeint ist, was ich lese. Genauso wenig habe ich die Möglichkeit, den anderen mit all meinen Sinnen kennen zu lernen.
Ein anderes großes Problem ist auch, dass der andere einfach alles schreiben kann, weil ja die natürlichen Kontrollmechanismen fehlen. Da lügt sich leicht das Blaue vom Himmel, was allzuleicht geglaubt wird. (Viellicht ja sogar von dem, der es schreibt.)