Member20262026
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Ich kenne eine Frau schon länger über den gemeinsamen Freundeskreis. Wir kannten auch beide ihren Ex. Die beiden waren etwa 8 Jahre zusammen, allerdings lief die Beziehung alles andere als gesund. Sie wurde mehrfach betrogen, unter anderem durch eine längere Affäre seinerseits. Das Ganze hat sie verständlicherweise stark geprägt.
In den letzten Wochen wurde der Kontakt zwischen uns intensiver. Wir haben uns sehr gut verstanden, viel Zeit miteinander verbracht und sehr offen miteinander gesprochen. Es hat sich natürlich entwickelt – mit Vertrauen, gegenseitigem Interesse und auch körperlicher Nähe. Wir waren sogar gemeinsam auf einem kleinen Trip, der sehr harmonisch war. Sie meinte selbst, dass sie sich bei mir wohlfühlt und wieder mehr sie selbst sein kann.
Wir hatten teilweise täglich Kontakt und oft mehrere Stunden telefoniert, weil es sich einfach gut angefühlt hat. Mir ist bewusst, dass es grundsätzlich nicht ideal ist, am Anfang immer zu 100 % verfügbar zu sein oder zu sehr in eine „Therapeutenrolle“ zu rutschen. Gleichzeitig hat sie wirklich viel durchgemacht und ich habe sie gerne unterstützt, weil ich sie als Mensch sehr schätze. Ich hatte das Gefühl, dass sie wieder mehr gelacht und insgesamt positiver gewirkt hat.
Die Situation wurde kompliziert, als ihr Ex erfahren hat, dass wir Zeit miteinander verbringen. Er hat sich sehr negativ entwickelt und mir gegenüber sogar Drohungen ausgesprochen, nachdem wir gemeinsam draußen gesehen wurden. Dadurch entstand spürbarer Druck auf sie.
Kurz darauf hat sie sich relativ plötzlich zurückgezogen und den Kontakt beendet. Ohne Streit oder große Diskussion, eher aus dem Impuls heraus, weiteren Stress vermeiden zu wollen. Laut ihrer eigenen Aussage habe ich nichts falsch gemacht, das Problem liege eher an der Gesamtsituation mit ihrem Ex.
Ich bin mir bewusst, dass ich wahrscheinlich versuchen könnte, weiter um sie zu kämpfen oder sie umzustimmen. Allerdings ist das nicht mein Ziel. Ich möchte langfristig eine Partnerin, die aus eigener Überzeugung zu mir steht, mit innerer Sicherheit und dem nötigen Rückgrat, auch wenn äußere Umstände nicht perfekt sind.
Gleichzeitig verstehe ich natürlich, dass eine 8-jährige Beziehung, in der Vertrauen mehrfach gebrochen wurde, Spuren hinterlässt. Vielleicht ist sie emotional einfach noch nicht vollständig frei oder möchte Konflikte vermeiden. Ein Teil von mir empfindet es jedoch als schade, dass äußere Einflüsse so stark entscheiden, obwohl zwischen uns menschlich vieles sehr gut gepasst hat.
Ich versuche gerade herauszufinden, ob ich die Situation realistisch einschätze oder ob ich mir nur eine logische Erklärung suche, um besser damit abschließen zu können.
Grundsätzlich würde ich sie weiterhin gerne kennenlernen, aber nur, wenn es von ihr aus ebenfalls mit Klarheit und Überzeugung kommt.
Mittlerweile ist etwa eine Woche vergangen ohne Kontakt. Ich überlege, ob es sinnvoll ist, eine kurze, lockere Nachricht zu schreiben, um die Lage neutral abzuchecken, oder ob es besser ist, es komplett sein zu lassen.
Mich würde interessieren, wie Außenstehende so eine Situation einschätzen:
Ist so ein Rückzug eher ein Zeichen dafür, dass jemand emotional noch nicht frei ist?
Oder kommt es vor, dass Menschen sich bei Druck zurückziehen, obwohl grundsätzlich Interesse vorhanden war?
Angenommen, ich entscheide mich, mich einmal kurz und locker zu melden – ohne Druck, ohne Vorwürfe, einfach um neutral die Lage abzuchecken:
Was würdet ihr in so einer Situation schreiben, damit es ruhig, selbstbewusst und nicht bedürftig wirkt?
Ich freue mich über sachliche Meinungen oder Erfahrungen.