Hallo und Lindi,
ich interpretiere dieses 'Äussere' nicht als das Aussehen, sondern als das, was ein Mensch von seinem Inneren nach aussen dringen lässt, das, was er sein Gegenüber von sich wissen lassen möchte, das Bild was er von sich vermitteln will. Ich sehe das gar nicht oberflächlich ... viele Menschen liegen mit ihrem Innen und Aussen in Konflikt, denn es gibt dieses rationale Denken oder auch die Unsicherheit welche dazwischensteht ... vor allem wenn es um mögliche Beziehungen geht.
Wenn wir jemanden kennenlernen und interessant finden, achten wir sicher zuerst mal auf die äußeren Anzeichen. Wie tritt uns dieser Mensch gegenüber? Hat er Interesse an uns? Wir fangen an, die Signale zu interpretieren die von ihm ausgehen und je besser der Andere uns gefällt umso spekulativer werden unsere Interpretationen, vor allem wenn wir anfangen uns zu verlieben. Wir nehmen in manchen beginnenden Beziehungen einen gewissen 'Fortschritt' wahr der so gar nicht gegeben ist ... nach aussen wirkt der andere offen, uns zugewandt ... wir interpretieren dass das Aussen auch dem Innen entspricht, selektieren nach dem was wir hören wollen und verlieben uns in das was bei uns ankommen will.
Doch wenn man nur eines von beidem wahrnimmt wird nie ein wirkliches Bild entstehen, es bleibt ein Bruchstück ... erst beides zusammen ergibt ein Ganzes und somit die Realität. Und diese Realität, wenn wir endlich bereit sind uns ihr zu stellen, bzw. uns der Andere Gelegenheit gab sie kennenzulernen, lässt uns dann feststellen dass wir uns 'wieder in den Falschen' verliebt haben. Wenn ich mich verliebe setzt der Verstand auch manchmal einfach aus

... da will ich erst mal kein richtig und falsch sehen, das kommt hinterher.
Nur, an wem liegt das jetzt? Immer nur an dem der falsch interpretiert? Kann es nicht sein, dass ich auch vom anderen widersprüchliche Signale bekomme, die es mir überhaupt erst möglich machen, das auszuwählen was dem entspricht was ich hören möchte? Einerseits gefalle ich dem anderen, andererseits kann er sich nicht wirklich entschließen, weiß nicht wieviel er mir von sich zeigen will, weil er nicht weiß, wie es bei mir ankommt und womit er vielleicht Erwartungen weckt die er (noch) nicht aushalten kann ... also ist er einerseits offen, freundlich, in Grenzen verbindlich, weil er das Interesse an sich halten will, andererseits versucht er nur soviel zu vermitteln, dass er sich nicht festlegen muss und lässt sich Wege offen. Vielleicht verhält er sich nach aussen eher freundschaftlich obwohl in ihm drin andere Gedanken sind, vielleicht auch umgekehrt.
Letzten Endes läuft alles auf ein Kommunikationsproblem hinaus ... und zwar beidseitig ... alles ist von der eigenen Interpretation abhängig und die ist, je nach Verfassung, einfach nicht objektiv! Ich will das sehen was ich sehen will, lasse das bei mir ankommen was meinen Gefühlen entspricht und sortiere aus was da nicht hineinpasst ... und je mehr wir uns einen Partner wünschen, vor allem einen ganz bestimmten Partner umso weniger sind wir in der Lage Realität und Wunsch zu trennen.
Sorry, falls ich jetzt das Thema geschmissen habe ... mag sein, dass so die eigenen Frust-Erfahrungen mit mir durchgegangen sind ... falls ich total daneben liege sagts mir und ich werde es wieder löschen ... momentan fehlt mir der Abstand es objektiv zu sehen

Gruss lilac