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Kind oder Partner - Gleichberechtigung?

Webster406

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Hallo an alle,

ich hatte mit einer Userin eine wirklich spannende Diskussion, die ich hier im Off-Topic natürlich ruhig und respektvoll weiterführen möchte.

Es geht letztlich um folgendes:

Eltern von Kind/ern trennen sich und der Teil, der die Kinder ab sofort bei sich wohnen lässt, geht eine neue Beziehung ein. Jetzt kommt es da zu Problemen, in welcher Form auch immer. Ob der neue Partner schlecht mit Kindern umgehen kann, das Kind die Trennung der Eltern nicht verkraftet und Aufmerksamkeit sucht oder oder oder.

Sollte der neue fremde Partner auf gleicher Stelle wie das Kind stehen oder ist das Kind automatisch darüber gestellt?

Bei mir ist es so gelaufen, dass sich meine Eltern auch getrennt haben und mein Vater bspw. seinen neuen Bekanntschaften von vorneweg gesagt hat, dass ich immer an erster Stelle stehe und sie das akzeptieren muss. Dabei geht es aber nicht um Erziehung zu einem Prinzen (alles ist Gold was das Kind anfässt), sondern dass im Zweifel die Entscheidung auf mich fallen würde, wenn es hart auf hart kommt.

Es ist ein wirklich sehr interessantes Thema muss ich sagen! Für mich ist es so, dass Blut dicker als Wasser ist und ich mich im Zweifel immer für mein Kind entscheiden würde. Die mögliche Partnerin muss sich dessen also bewusst sein und genau wissen, ob sie das so kann oder eine andere Sicht der Dinge hat.

Generell bin ich über Antworten gespannt, auch über eventuelle Beispiele von direkt betroffenen!

Liebe Grüße

10.10.2019 14:11 • x 3 #1


Merilin


Natürlich! Niemals darf ein neuer Mann wichtiger als das Kind sein!

10.10.2019 14:15 • x 3 #2



Kind oder Partner - Gleichberechtigung?

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Webster406

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Zitat von Merilin:
Natürlich! Niemals darf ein neuer Mann wichtiger als das Kind sein!


Aber leider gibt es auch Menschen, die das anders sehen, die ihr Kind verstoßen, um mit dem neuen Partner glücklich zu werden. Warum auch immer

Vielleicht, weil das Kind nicht gewollt war oder warum auch immer. Verstehen und Nachvollziehen kann ich das aber irgendwie nicht.

10.10.2019 14:27 • #3


Ayaka

Ayaka


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natürlich müssen die Eltern voll hinter ihren Kindern stehen

grundsätzlich gehe ich aber von einem Miteinander und nur in extremen Ausnahmefällen von einem Gegeneinander aus - extrem aggressive Grundhaltung gegenüber neuen Partnern find ich

ich würde mir von einem Partner ohne konkreten Anlass so ein Ranking nicht vor den Latz knallen lassen - einem vernunftbegabten Menschen muss man auch nciht sagen, dass das Wohlbefinden der Kinder vor geht

10.10.2019 14:32 • x 4 #4


regenbogen05


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Zitat von Merilin:
Natürlich! Niemals darf ein neuer Mann wichtiger als das Kind sein!

Ich finde diese Aussage etwas zu pauschal. Das hängt für mich von verschiedenen Faktoren ab. Beispielsweise das Alter des Kindes; was ist/war der Auslöser für die *Streitigkeiten*.
Bei kleinen Kindern ist es eine andere Hausnummer, als bei erwachsenen oder halbwüchsigen *Kindern*. Hier muss man dann auch unterscheiden, wieso es Reibereien gibt. Gehen diese von einem neuen Partner aus, rebellieren die Kinder aus irgendwelchen Gründen. Zu komplex, das Ganze.

10.10.2019 14:32 • x 5 #5


La-Fleur

La-Fleur


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Das Kind sollte soweit immer Vorrang haben, das es keine Gefährdungsmerkmale gibt. Ein Kind bestimmt aber nicht über meine Partnerschaft, weil diesem die Nase nicht passt,das bedeutet ich beuge mich nicht der Laune des Kindes.

10.10.2019 14:32 • x 8 #6


Kelene

Kelene


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Also meine Kinder standen und stehen immer an erster Stelle.
Eltern bleibt man ja immer.

Wir haben einen Weg gefunden wie wir es handhaben konnten so das alle glücklich waren.
Klar gab es auch diese Sätze wie du bist nicht mein Papa .
Aber das haben wir alles in den Griff bekommen.
Da mein Ex-Mann und ich ein sehr gutes Verhältniss haben gab es auch da nie Probleme.
Und unsere Kinder sind uns heute dankbar wie wir das damals gehandhabt haben.

10.10.2019 14:33 • #7


unfassbar


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Ich denke, es ist egal, ob die Kinder im Wechselmodell leben, nur alle 14 Tage da sind, oder hauptsächlich bei dem einen Elternteil sind. Grundvoraussetzung für eine stabile Beziehung ist auch ein wohlwollendes, verständnisvolles und gutes Verhältnis des neuen Partners zu den Kindern. Es gibt den Menschen nur mit den Kindern, sie sind ein Teil von ihm, er liebt sie und die Kinder lieben und vor allem brauchen ihn. Das muss der neue Partner akzeptieren und er muss auch wissen, dass es immer wieder mal zu Konflikten mit den Kindern kommen kann, die viel Zeit, Geduld und Liebe einfordern.

Sollte der neue fremde Partner auf gleicher Stelle wie das Kind stehen oder ist das Kind automatisch darüber gestellt?

Ich denke, wenn die Grundvoraussetzungen erfüllt sind, der neue Partner bereits eine gute Basis zu den Kindern hat, er viele Dinge mitträgt (was für den neuen Partner sicher nicht immer einfach ist, da er eben immer wieder in für ihn fremde und neue Situationen kommt), dann kann man annehmen, den richtigen Partner für sich und einen guten Freund für die Kinder gefunden zu haben und dann kann man auch über ein gemeinsames Zusammenleben nachdenken.

Auf gleicher Stellen? Nein, das sind für mich zwei verschiedene Welten. Einmal die Eltern-Kind-Beziehung und einmal die Paarbeziehung der Erwachsenen. Dies würde ich strikt trennen. Die Art Liebe die man gibt, fühlt sich mE auch anders an. Die Liebe zum Kind ist bedingungslos, wogegen die Liebe zum Partner dies nicht ist, da sind Erwartungshaltungen dran geknüpft (bestimmte Verhaltensweisen, etc.) Aber dennoch würde ich weder das Kind über diese Paarbeziehung stellen noch die Paarbeziehung über das Kind. Beide brauchen ihre Wertschätzung, beide Beziehungen brauchen Zeit für sich und an beiden Beziehungen muss gearbeitet werden. Natürlich hat man, als Elternteil, für die Paarbeziehung meist weniger Zeit, weil das Kind eben mehr an Aufmerksamkeit benötigt, in vielen Dingen Hilfestellung braucht, auf das Elternteil angewiesen ist und natürlich auch Liebe benötigt, Unterstützung benötigt und eben seine eigenen Probleme hat, die es allein nicht lösen kann. Aber die Paarbeziehung sollte nicht vom zeitlichen Faktor abhängen, sondern von der Qualität, vom gemeinsamen Umgang miteinander, von Verständnis, Vertrauen und aufrichtiger Liebe. Und wenn man einen Partner an seiner Seite hat, der allem wohlwollend gegenüber steht, der mich liebt, der die Kinder gern mag, der verständnisvoll ist, dem würde ich nie das Gefühl geben, dass er nur die zweite Geige spielt. Ich wäre ihm dankbar, für all die Dinge, die er mit mir trägt, für sein Verständnis, für seine Geduld und für seine Liebe.

10.10.2019 14:42 • x 3 #8


Butterkrümel

Butterkrümel


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Zitat von Webster406:
Sollte der neue fremde Partner auf gleicher Stelle wie das Kind stehen oder ist das Kind automatisch darüber gestellt?


Ich glaube, ich verstehe dieses Ranking nicht so ganz. Nach meinem Verständnis stehen doch neue Partner und Kinder nicht in einem Wettstreit um eine Position. Für mich gäbe es da keine Positionierung, weil es verschiedene Skalen wären.

Zitat von Webster406:
Jetzt kommt es da zu Problemen, in welcher Form auch immer. Ob der neue Partner schlecht mit Kindern umgehen kann, das Kind die Trennung der Eltern nicht verkraftet und Aufmerksamkeit sucht oder oder oder.


Auch hier würde ich nicht pauschal einen über den anderen stellen. Geht der Partner schlecht mit den Kindern um, ist er nicht der Richtige und nicht auf Platz 1 oder 2, verkraftet das Kind die Trennung nicht, dann würde ich versuchen, das mit meinem Kind zu besprechen, ihm helfen, das zu verarbeiten. Sonst würde bei einem anderen Partner oder auch später im Leben des Kindes mit eigenen Partnern immer etwas hängen bleiben. Auch da sehe ich kein Ranking.

Würde mich ein Partner allerdings meinen auf einer Ranking-Skala einordnen zu müssen, wäre der sehr schnell weg vom Fenster. Ich habe als Mensch nicht mehr oder weniger Rechte als andere Menschen. Es sind einfach nur andere Bedürfnisse - und die sind situationsbedingt. Wie in allen menschlichen Beziehungen. Mal bekommt der eine seinen Willen, mal der andere, je nach Verhältnismäßigkeit und Angemessenheit. Pauschal aber ganz sicher nicht.

10.10.2019 14:43 • x 3 #9


Webster406

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Zitat von Ayaka:
ich würde mir von einem Partner ohne konkreten Anlass so ein Ranking nicht vor den Latz knallen lassen - einem vernunftbegabten Menschen muss man auch nciht sagen, dass das Wohlbefinden der Kinder vor geht


Das stimmt, so etwas sollte man nicht sagen müssen, da es klar sein sollte. Aber was ist dann daran so schlimm, wenn das noch mal gesagt wird, um Missverständnisse vorzubeugen?

10.10.2019 14:43 • #10


EngelohneFlügel

EngelohneFlügel.


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Also als frisch Verlassener habe ich mir dazu auch Gedanken gemacht....beidseitig. Also wie das wäre wenn sie oder ich mal neue Partner hätten.
Für mich stehen die Kinder im Vordergrund und das muß ein neuer Partner akzeptieren solange sie so jung sind. Aber gut, ich bin eh noch bedient mit der Verarbeitung, da kommt mal lange erstmal nix.
Bei meiner NF hoffe ich das sie es auch so handhabt, aber vorschreiben kann ich ihr das ja nicht.
Gerade junge Kinder müssen erstmal die neue Situation verstehen und sich daran gewöhnen denke ich. Ein neuer Partner, kurz nach der Trennung vor allem, bei Mama und Papa ist glaube ich den meisten dann doch zuviel.

10.10.2019 14:50 • x 2 #11


NurBen


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Jeder Mann weiß, dass sich im Zweifelsfall das Kind oberste Priorität hat.
Hier liegt die Betonung aber auf im Zweifelsfall.
Und ich denke da haben einige Alleinerziehende eine falsche Denkweise.
Denn als Partner möchte ich nicht permanent das Gefühl haben hinten an zu stehen, sonst bin ich schnell weg.
Es ist ein Balanceakt zwischen Kind und Partnerschaft. Eines sollte nicht unter dem Anderen leiden.

10.10.2019 14:55 • x 5 #12


Webster406

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Zitat von Butterkrümel:
Würde mich ein Partner allerdings meinen auf einer Ranking-Skala einordnen zu müssen, wäre der sehr schnell weg vom Fenster. Ich habe als Mensch nicht mehr oder weniger Rechte als andere Menschen. Es sind einfach nur andere Bedürfnisse - und die sind situationsbedingt. Wie in allen menschlichen Beziehungen. Mal bekommt der eine seinen Willen, mal der andere, je nach Verhältnismäßigkeit und Angemessenheit. Pauschal aber ganz sicher nicht.


Dann muss ich mich hier vielleicht besser ausdrücken. Es geht nicht um individuelle Bedürfnisse eines jeden Menschen, natürlich sind diese unterschiedlich. Aber in Entscheidungen, für das Wohl des Kindes oder des Partners (wenn es keinen Mittelweg gibt) ist es doch normal, dass das Kind bevorzugt wird, oder etwa nicht?

Und ich verstehe nicht, wo da das Problem liegt, wenn man so etwas anspricht. Natürlich hast du nicht weniger Rechte als andere Menschen, aber im Vergleich zum Kind meiner Meinung nach schon und das solltest du auch nicht einfordern! Also nein, für mich hättest du nicht die gleichen Rechte wie mein Kind. Nicht weil ich sie dir absprechen möchte, sondern weil mein Kind eine größere Wichtigkeit in meinem Leben einnehmen würde. Und wenn so etwas nicht verständlich und akzeptabel für mich ist, würde ich mich eher fragen, ob ich für so eine Beziehung der richtige wäre.

Generell sehr schweirig, bei dem Thema auf einen 100%igen Nenner zu kommen.

10.10.2019 14:59 • #13


Webster406

Webster406


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Zitat von NurBen:
Jeder Mann weiß, dass sich im Zweifelsfall das Kind oberste Priorität hat.
Hier liegt die Betonung aber auf im Zweifelsfall.
Und ich denke da haben einige Alleinerziehende eine falsche Denkweise.
Denn als Partner möchte ich nicht permanent das Gefühl haben hinten an zu stehen, sonst bin ich schnell weg.
Es ist ein Balanceakt zwischen Kind und Partnerschaft. Eines sollte nicht unter dem Anderen leiden.


Genau darauf will ich ja hinaus. Im Zweifelsfall hat das Kind oberste Priorität. Bis dahin sollte ein gesundes Mittelmaß und ein Kompromiss gefunden werden und wenn das nicht möglich ist, dann kommt der Zweifelsfall.

10.10.2019 15:01 • #14


unfassbar


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Zitat von Webster406:
Aber in Entscheidungen, für das Wohl des Kindes oder des Partners (wenn es keinen Mittelweg gibt) ist es doch normal, dass das Kind bevorzugt wird, oder etwa nicht?


Mir fällt es schwer, zu verstehen, welche Entscheidungen du meinst. Kannst du bitte Beispiele nennen. Von meinen Partner würde ich erwarten, dass er Entscheidungen zum Wohle des Kindes diese mitträgt, dass ich darüber mit ihm sprechen kann, dass er auch Lösungsansätze gibt, mich und das Kind unterstützt.

10.10.2019 15:05 • x 3 #15



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