Kroenchen_richt.
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Zitat von Kroenchen_richten:Das einzige was ich zu bedenken habe, trotz all der Euphorie, geb die sichere Schutzburg für die Kinder und dich nie auf.
Bei allem neuen Glück wird es nicht einfach für den neuen Partner und deine Kinder.
Ihr seid ein starkes Dreierteam geworden.
Aber auch wenn sich die Kids mit ihm verstehen unterschwellig haben sie Ängste
Meine Kinder sind jetzt groß und heute finden Gespräche über die vergangenen Jahre statt.
Ich erfahre Dinge, Gedanken, Ängste, die sie mir früher leider nicht mitgeteilt haben.
Heute weiß ich, dass sie jeden Mann der mir zu Nahe hätte kommen können, als auch meinen letzten Partner immer mit innerem Argwohn (Angst und Sorge um mich) gegenüber waren.
Ich hätte nie gedacht, dass sie mir diese Ängste/Sorgen nicht mitteilen.
Aus heutiger Sicht, obwohl ich damals dachte genug Zeit und Vorsicht an den Tag gelegt zu haben, hätte ich einiges anders gemacht.
Mein Sohn (20 J.) wollte mir letztens nicht einmal mitteilen, dass er bei dem zweiten Heiratsantrag meiner Nach-Nachfolgerin war.
Dabei geht es mir nach mehr als 12 Jahren Trennung vom Exmann wahrlich am Popolinski vorbei.
@acre
Zitat von acre:@kroenchen_richten Da viele hier ja in einer ähnlichen Lage sind, kannst du vielleicht beschreiben, was du aus heutiger Sicht anders gemacht hättest.
Hier nun meine Gedanken dazu, da ich den Herkunftsthread damit nicht missbrauchen möchte:
Aus heutiger Sicht würde ich die Kennenlernphase noch länger halten und den Kontakt der Kinder zum neuen Partner noch länger rausziehen. Ich glaube es waren damals 6 oder 7 Monate.
Übernachtungen vom Partner/oder beim Partner nur an den kinderfreie Tagen, wie ich es die ersten Jahre tatsächlich gemacht habe.
Und eben wie ich mir einst vorgenommen hatte, nie mehr einen Partner in mein Zuhause einziehen zu lassen/oder zusammen zu ziehen bevor nicht alle Kinder aus dem Haus sind.
Es war auch für mich oft ein Spagat allen gerecht zu werden.
Der erste Partner nach der Trennung fing irgendwann an sich in meine Erziehung massiv einzumischen und mehr zu fordern, als ich als Mutter von 3 Kindern und 2 Stiefkindern geben konnte.
Ja, ihm fehlte das Verständnis, selbst war er ohne Kinder.
Ich war froh nur einen gemeinsamen Urlaub mit ihm und den Kindern gehabt zu haben und nie mit ihm zusammen gewohnt zu haben.
Letzlich war natürlich auch irgendwo in mir der Wunsch vorhanden eine männlichen Gegenpart für die Kids zu haben.
Was sie mir heute zu dieser Beziehung sagen, ist nicht dass was ich mir gewünscht hätte.
Als sie schon reifer waren bin ich eine weitere Beziehung eingegangen und dachte es wäre möglich in Patchwork zu leben.
Nein, war es nicht. Nur an der Oberfläche sah alles fantastisch aus.
Es mag an der ähnlich furchtbaren Trennung vom Exmann liegen, die die Kinder trotz viel Bemühung, mitbekommen haben und natürlich gibt es sicher Männer die sich besser in das Familienleben integrieren können.
Kinder die aus solch einer Trennung kommen, und das feste Band was innerhalb der Restfamilie entsteht macht es nicht leicht jemanden "fremdes" einzubeziehen.
Vieles was meine Kinder durch die Trennung erlebt und gefühlt haben, habe ich selbst als Kind erlebt, aber wohl einiges irgendwie verdrängt.
Zumindest bei der zweiten längeren Beziehung nach der Ehe.
Die Euphorie und der Wunsch eine heile, komplette Familie zu sein, überwog.
Auch würde ich heute noch mehr mit der Familienberatung und den Kindern arbeiten. Wir hatten zwar einige Beratungen und Hilfen in Anspruch genommen, tatsächlich hatte aber nur mein Sohn eine längere Einzeltherapie. Die mittlere erst vor 2 Jahren und die Große sucht gerade mit 27 einen Platz.
Da bewahrheitet sich, dass ein Trauma erst Jahre später durchbrechen kann.
Ich bin mir aber sicher, wo eine Trennung nicht so unschön abgelaufen ist, mit manigfaltigen Verletzungen des Urvertrauens der Kinder und des verlassenen Elternteils, kann mit genügend Abstand, Geduld, viel Rücksicht, Verständnis, Kompromissen und viel Liebe eine neue Familie entstehen. Aber es braucht wohl einen langen Atem.
Und ganz sicher ein anderes Beuteschema.
Selbst meine Stiefkindern hatten lange Zeit gegenüber dem neuen Mann ihrer Mutter Argwohn. Dabei waren sie da schon länger erwachsen, aber eben der gleiche, verstörende Ablauf der Trennung durch unseren gemeinsamen Exmann.
Heute besteht ihre zweite Ehe noch, aber leicht war es für ihn nicht.
Der Mann ist das absolute Gegenteil zu unserem Ex und selbst mehrfacher Papa mit einer Engelsgeduld und reichlich Humor.
So jetzt kann diskutiert werden.
Vielleicht finden sich ja auch ein paar Meinungen von erfahrenen Patchworkhasen mit glücklichen erwachsenen Kindern.