Zitat von Neja:Wenn du nicht aufpasst, lebst du ihnen etwas vor, was ihr Weltbild schwer trübt. Durch den Partnerwechsel signalisierst du, dass jeder Mensch austauschbar ist und es sich nicht lohnt, sich an jemanden zu binden. Daraus entstehen dann bindungsgestörte, beziehungsunfähige Kinder, die letztlich nach dem gleichen Muster leben.
Hier muss ich leider reingrätschen. Entschuldige, Neja. Diese Gleichung geht so nicht auf und Basti mit derartigen Zukunftsvisionen zu verängstigen erscheint mir kontraproduktiv.
Bindungsgestörte Kinder sind nicht deshalb bindungsgestört, weil ihre erwachsenen Bezugspersonen wechselnde Lebenspartner hatten. Die Ursachen für ihre Probleme liegen vielmehr in tiefgreifenden Störungen der
Eltern-Kind-Beziehung, d. h. hier liegt in der Regel eine Vorgeschichte geprägt von schwerer Verwahrlosung und Vernachlässigung durch Eltern vor, die nicht in der Lage waren, ihr Kind emotional und pflegerisch angemessen zu versorgen. Die bei solchen Eltern häufig auftretenden instabilen Partnerschaften sind dabei nur ein Nebenkriegsschauplatz; das eigentliche Problem für die Fehlentwicklung der Kinder ist die mangelhafte frühkindliche Bindung an einen zuverlässigen, zugewandten Elternteil.
Ansonsten, Basti, stimme ich Neja zu, verpack es kindgerecht, achte darauf, dass die Kinder - die sich noch mehr als wir Erwachsenen für den Nabel der Welt halten und deshalb häufig glauben, Dinge geschähen wegen ihnen - sich nicht schuldig fühlen, und lass sie spüren, dass sich zwischen euch nichts ändert.
Ihre Position in deinem Leben ist ja durch die Trennung von deiner Freundin nicht in Gefahr. Du weißt und lässt deine Kinder hoffentlich spüren, dass sie in deinem Leben nicht ersetzbar sind. Um so besser, wenn sie jetzt noch von dir lernen können, dass man Liebesbeziehungen auch in gegenseitigem Respekt, Wohlwollen und angemessener Trauer auflösen kann. Das ist dann ja so ziemlich das Gegenteil von "austauschen".