Liebe TE,
bei dir dürften ein paar Baustellen vorhanden sein und aus Erfahrung kann ich dir raten, nicht alle auf einmal lösen zu wollen.
Ich habe noch nicht ganz verstanden, was du deinem Partner genau vorwirfst, denn einerseits schreibst du, was für ein liebevoller Vater er ist, andererseits kritisierst du das:
Zitat von WhatHappend: dass hinter jedem schönen Bild auch harte Arbeit und Anstrengung steckt.
Wieso denkst du, weiß er das nicht? Oder geht es dir um die aktuelle Situation, dass er nicht da ist?
Zitat von WhatHappend: Dann habe ich mir überlegt, ob ich ein Video vom weinenden Kind schicken soll
Was möchtest du damit bezwecken? Das macht doch nur Druck!
Zitat von WhatHappend: Unser Kind ist nicht so anstrengend wie er.
Wie jetzt? Ist es der Alltag mit Kind und Arbeit, der dir zu viel ist oder dein Partner?
Du wirfst ihm außerdem vor, zum aktuellen Zeitpunkt nicht an eurer Beziehung arbeiten zu wollen, sagst aber, deine Gefühle für ihn sind schon lange nicht mehr da.
Ich habe auch den leisen Verdacht, dass du dir von seinem Klinikaufenthalt insgeheim erhofft hast, dass er schnell wieder einsatzfähig für euch ist. Nur kann so eine Erkrankung Monate bis Jahre dauern, bis sich eine Besserung einstellt. Diese Möglichkeit musst du akzeptieren.
Was an deinem Alltag überfordert dich momentan am meisten? Du hast geschrieben, es sei die gesamte Babyzeit schwierig gewesen. Ich fürchte, es wird dir nichts anderes übrig bleiben, deinen Alltag in den nächsten Wochen ohne deinen Partner auszurichten. Denn du schreibst selbst, du möchtest ausziehen und zur Ruhe kommen. Auch dann wirst du euren Alltag alleine bestreiten müssen.
Wenn du selbst das Gefühl hast, eure Beziehung ist vorbei und du „brauchst“ ihn nur mehr als Vater, dann geht das gemeinsam im Rahmen einer Mediation an, um auf Elternbasis zusammenzufinden. Aber erst nach seiner akuten Situation.
Ich kann deine Gefühle ein wenig verstehen, denn auch ich hatte mit den gewaltigen Umstellungen zu Beginn als Mutter zu kämpfen. Es kann verdammt anstrengend sein. Was geholfen hat? Nur akzeptieren, dass das Leben jetzt so ist und die Hoffnung, dass es eines Tages auch mal wieder leichter wird, wenn sie älter sind. Und was ganz wichtig war: Sich der Situation stellen und sehen, dass man das alles doch ganz gut wuppt!