leilani1801
Gast
Mit meinen Kollegen komme ich in der Regel gut klar. Es gibt nur eine mit der ich jemals wirklich aneinandergeraten bin. Und - welche Freude - gerade diese wurde mir in diesem Jahr als Stellvertreterin zugeteilt.
Wir sind vor Jahren mal deswegen aneinandergeraten, weil ein Raum, den ich mal benutzt hatte mit einer Gruppe etwas unordentlich war. Sowas passiert häufiger bei nahezu jedem Kollegen. Ich räume das dann weg, wenn mich das wirklich stört und käme nicht im Traum auf die Idee, deswegen irgendeinen Kollegen anzubläffen. Sie hat das getan damals auf ziemlich unhöfliche Art und Weise.
Auf die Idee zu kommen einfach zu sagen: kannst du den Raum bitte etwas aufräumen kam sie nicht.
Das war meine Ersterfahrung mit ihr und seitdem bin ich ihr konsequent aus dem Weg gegangen.
Nun ja - jetzt mussten wir notgedrungen zusammenarbeiten und ich habe wirklich versucht ihr unvoreingenommen zu begegnen, habe sie in alles miteinbezogen und sie machen lassen.
Leider hat sich bewahrheitet, was ich von Anfang an befürchtete - da wir total gegensätzliche pädagogische Ansätze fahren und sie ihre Aufgabe als Stellvertreterin mehr als ernst nimmt - musste es Schwierigkeiten geben.
Im Grunde mache ich für die Jugendlichen alles, um für sie dazusein, fahre aber eine recht strenge Linie und habe nicht für jedes Wehwehchen Verständnis. Ich bin auch kein großer Freund von endlosen Diskussionen und persönlichen Nabelschauen, sondern erwarte von den jungen Leuten auch Leistung und Disziplin.
Generell ist mir professionelle Distanz wichtig und dementsprechend bin ich auch keine Pädagogin, die sich emotional zu sehr einlässt, sprich eine Art Freundschaftsebene sucht. Ich bin da, um ihnen zu helfen.
Die Kollegin präsentiert sich aber genau so wie ich es niemals tun würde, sprich generiert sich als eine Art Ersatzmami und ist dementsprechend sehr beliebt bei den Jugendlichen. Wuschelt denen über den Kopf etc. Finde ich nicht so den Bringer.
Das wäre alles kein Problem, man könnte ja auch sehr gut zusammenarbeiten, quasi als sich persönlichkeitsmäßig ergänzende Kollegen, ich habe aber das Gefühl, dass sie vielleicht auch unbewusst schlechte Stimmung gegen mich verbreitet.
Habe grundlegend nicht den Eindruck, dass langfristig eine gute Zusammenarbeit möglich ist und habe deswegen die Leitung gebeten mich demnächst aus dieser Gruppe größtenteils rauszunehmen und gesagt, dass ich die Gruppenleitung abgeben möchte.
Wollte nun zum Abschied mit den Jugendlichen ein Abschiedsfrühstück machen und habe der Kollegin gesagt, dass sie gerne dabei sein kann. Sie wollte wissen ob außer Essen auch Aktivitäten geplant sind und ich meinte, dass ich einige Gesellschaftsspiele mitbringen werde und wenn die Kinder Lust haben diese auch spielen werde.
Dazu ist zu sagen, dass ich ein Riesenfan von solchen Spielen bin und mich da ganz gut auskenne. Die Jugendlichen waren auch nicht abgeneigt. Aber wie gesagt - nur eine Option, kein Muss. Erfahrungsgemäß gefällt es am Ende immer und ich finde das besser als nur zusammenzusitzen und zu reden.
Die Reaktion der Kollegin - verächtliches Lächeln. Kann ich mir auch eingebildet haben, aber irgendwo vertraue ich meinem Gefühl.
Im Grunde ist es mir wurst, was sie denkt - ich bin demnächst ja hoffentlich raus aus der Nummer. Allerdings finde ich es super schade, dass ich noch nicht mal beim Abschied ne gute Zeit mit den Kindern haben kann, sondern mir bereits schwant, dass sie aufkreuzt und mit ihrer schleimigen Art alles an sich reißt.
Am liebsten würde ich sie bitten nicht zu kommen, aber das würde wohl die ganze Situation noch verschlimmern.
Blöderweise ist sie bei den Kollegen sehr beliebt, was ich überhaupt nicht verstehen kann.
Wie würdet ihr mit der Lage umgehen?
Und das unbewusst?
