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Komplizierte Ausgangslage - Trennung mit Kind

Niederrheiner

Moin zusammen,

ich stecke in der folgenden Situation:

Im Januar 2012 hat meine Frau mir mitgeteilt, daß sie mich nicht mehr liebt und sich von mir trennen möchte.

Wir sind seit 10 Jahren verheiratet gewesen und haben eine 7jährige, sehr süße Tochter. Wir hatten so ein richtig schönes "Spiesserleben" in unserem Häuschen (das meine Frau und Tochter immer noch bewohnen). Nach einem halben Jahr mit schlimmen Streitigkeiten bin ich dann im Juni ausgezogen und wohne seit dem alleine, aber ganz in der Nähe.

2 x in der Woche gehe ich abends zurück in unser Familienhaus, um die Kleine ins Bett zu bringen, alle 2 Wochenenden, ist sie (die Kleine) bei mir und übernachtet auch hier.

Diese ganze Situation bestimmt nun seit mehr als einem Jahr mein Denken.

Zwischenzeitlich habe ich mal kurz gedacht, dass es so langsam bergauf geht und mir eingeredet, daß im Grunde alles gut so ist , wie es ist. Das war aber eine große Selbstverarsche. Denn vor ca. 1 Monat hat mir meine Frau erzählt, dass sie nun einen anderen, 10 Jahre jüngeren Mann kennengelernt hat. Es sei aber keiner, der ihr beziehungstechnisch "gefährlich werden" kann, sondern sie möchte sich nur zum S. mit ihm treffen. Wie erniedrigend! Seit dem ist es wieder ganz schlimm für mich geworden. Ich habe gemerkt, dass noch gar nichts besser geworden ist und dass ich meine Frau noch nicht losgelassen habe und sie noch liebe.

Nichts ist besser geworden, im Gegenteil.

Ich habe aber keine Lust mehr, zu leiden und muss mein Leben wieder selbst in die Hand nehmen, das ist klar, denn so kann es einfach nicht weitergehen.

Klar ist auch, daß ich nicht darauf hoffen zu brauche, daß es mit meiner Frau und mir noch mal was wird. Dazu ist es einfach zu kaputt, das kann man nicht mehr kitten.

Ich habe es in der ganzen Zeit nicht geschafft, sie in Ruhe zu lassen, oder sie zu ignorieren. Das hat viel Knatsch gegeben. Das wäre unter den gegebenen Umständen aber auch nicht möglich gewesen, denn ich sehe sie ja, wie gesagt, mindestens 3x in der Woche, weil ich meine Tochter entweder ins Bett bringe, oder abhole, worauf ich auf keinen Fall verzichten möchte.

Kann mir vielleicht jemand einen guten Rat geben, wie ich in der Praxis umsetzen kann, mich von meiner Frau zu lösen, obwohl ich sie so relativ häufig treffe?

Ich möchte auch nicht tricksen, oder so, sondern tatsächlich einen Weg finden, auf dem mein Leben für mich weitergehen kann. Quasi eine Chance auf Glück erarbeiten.

Vielen Dank im Voraus für zahlreiche Tips.

Schöne Grüße!

24.03.2013 10:55 • #1


Neja


Guten Morgen Niederrheiner,

Trennungen, bei denen Kinder involviert sind, sind immer besonders schwierig. Wenn man so wie du bemüht ist, den Kontakt zu seinem Kind aufrecht zu erhalten, läuft man unweigerlich dem Expartner ständig über den Weg. Da Abstand zu gewinnen, ist sehr schwierig. Vor allem, wenn noch Gefühle im Spiel sind oder die Expartnerin einen neuen Partner an ihrer Seite hat.
Magst du mehr darüber erzählen, warum es zur Trennung kam? Gefühle verfliegen nicht über Nacht! Und wenn sie dir nicht mal eine Chance geben will, muss es dafür Gründe geben.
Ich drück dich erstmal!

24.03.2013 11:26 • #2



Komplizierte Ausgangslage - Trennung mit Kind

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Niederrheiner


Hallo,

vielen Dank für Deine Antwort, das alleine tut schon gut - Krass!

Ja, klar. Ich habe keine Probleme damit, die Gründe für die Trennung offen zu legen, denn ich hatte ja nun genug Zeit darüber nachzugrübeln.

Es ist halt das typische Auseinanderleben, nach der Geburt der Tochter. Alles schon 100te von malen gehört und gelesen.

- Geburt der Tochter
- Haus kaufen
- alles dreht sich nur noch ums organisatorische
- man vergisst, etwas für die Beziehung und damit auch für sich selber zu tun
- Hilferufe meiner Frau nicht deuten können, bzw. nicht verstanden
- nie Blumen
- zu wenig körperliche Zuneigung

Das sind im groben, die Dinge, die zur Trennung geführt haben, der "Klassiker" eben.

Es gab im April 2012 auch noch mal den Versuch, eine Paartherapie zu starten. Aber wir haben wohl nicht den richtigen Therapeuten erwischt. Oder meine Frau hatte zu diesem Zeitpunkt schon "zu gemacht".

Die Trennung als solche verstehe ich ja, aber ich verstehe nicht, warum ich keine Chance mehr bekomme. Wir waren 16 Jahre zusammen, 10 davon verheiratet und hatten für den größten Teil unserer gemeinsamen Zeit eine glückliche Beziehung. Und dann das... Ich kann es immer noch nicht fassen. Was muss ich für eine Katastrophe sein, dass man das mit mir tut.

In letzter Zeit sind sehr viele Selbstzweifel und Minderwertigkeitsgefühle dazu gekommen, deshalb habe ich beschlossen, mich in eine Psychotherapie zu begeben. Die Suche nach einem Therapeuten war zwar nicht unbedingt leicht, aber letztendlich doch erfolgreich. Nächste Woche habe ich das Erstgespräch. Ich habe eine große Erwartungshaltung daran und glaube, so endlich den Umschwung einleiten zu können. Aber im Moment noch irgendwie gegen meinen Willen. Denn ich denke, nach wie vor, nur darüber nach, wie ich sie zurückgewinnen könnte. Das hat aber keinen Zweck, sie will mich einfach nicht mehr. Sie will alles andere, aber nicht mich. Das schmerzt so unglaublich. Ich hätte nicht gedacht, dass ich das mit 45 noch mal erleben darf. Ich hoffe, dass die Leute die sagen, dass die Zeit alle Wunden heilt, recht haben.

24.03.2013 11:43 • #3


Neja


Nun, ich darf dir mitteilen, dass ich auch schon 46 bin und ich kann dir sagen- auch wenn du´s nicht glaubst oder hören möchtest- das wird wieder.
Auch ich bin in ein tiefes, finsteres Loch gefallen, in eine mittlere Depression und habe den Tag nur mit Hilfe von Medis überstehen können. Ich war ein halbes Jahr lang in mir selbst gefangen, habe aber auch selbst wieder herausgefunden- auch mit Hilfe vieler Forenfreunde.

Die Frage nach der 2. Chance stellt sich für den Verlassenden oft nicht, weil er/sie sich im Vorfeld schon länger mit der Option der Trennung auseinandergesetzt hat. Bei mir war es so. Ich war mit meinem Mann fast 25 Jahre zusammen, davon etwas mehr als 22 Jahre verheiratet, als ich mich von ihm trennte. Allerdings existierte unsere Ehe weitestgehend nur noch auf dem Papier, wir lebten eher wie gute Freunde zusammen, aber nicht wie ein Paar. Das hatte bei uns aber andere Gründe und meine Überlegungen, die Ehe zu beenden, gab es schon, als unsere Kinder noch klein waren. Ich bin also mit dem Gedanken der Trennung sehr lange schwanger gegangen.
Er kannte zwar meine Überlegungen und woraus sie resultierten, war aber doch geschockt, als ich es letzten Endes doch durchzog.
Wir wohnen noch in einem Haus. Weil es groß genug ist, ist das möglich. Jeder hat seinen eigenen Haushalt, seine eigene Wohnung. Anfangs war es für ihn schwierig, besonders als ein neuer Mann ins Spiel kam. Aber jetzt können wir normal miteinander umgehen. Unsere Trennung ist jetzt 3 Jahre her und wir warten auf einen Scheidungstermin.
Vllt gab es bei euch wie in meinem Fall schon mehrere Chancen, nur dass du davon nichts mitbekommen hast. Offensichtlich habt ihr nicht darüber gesprochen. Es fällt vielen Paaren schwer, über sich und ihre Probleme, Wünsche, Hoffnungen... zu reden. Man denkt immer, der andere weiß schon, was ich denke, fühle, möchte... . Die Kommunikation geht flöten und plötzlich findet man sich in einer Situation wieder, in der man denkt: Wie bist du da bloß hineingeraten?

Wenn dir die Kontaktgestaltung zum Kind so nicht gefällt, weil es dir nicht guttut, deiner Frau über den Weg zu laufen, musst du gemeinsam mit ihr versuchen, einen anderen Weg zu finden. Ich weiß, das lässt sich immer leichter sagen, als dass man es durchsetzen kann.
Es kommt darauf an, wie viel Vertrauen noch vorhanden ist. Sie könnte doch an den Abenden, an denen du deine Tochter ins Bett bringst, etwas unternehmen und dir- sozusagen- das Feld räumen und wieder nach Hause kommen, wenn du dein Recht und deine Pflicht als Vater wahrgenommen hast.
Wäre das vorstellbar?

Selbstzweifel und Minderwertigkeitsgefühle kennt jeder hier im Forum. Damit haben fast alle nach einer Trennung zu kämpfen. Aber sie sind nur eingebildet. Und glaube mir, ich hatte schwer damit zu kämpfen! (Allerdings nicht wegen der Trennung von meinem Mann, sondern wegen der Trennung von meiner Beziehung danach.) Du bist auch bestimmt keine Katastrophe, sondern eben nicht mehr das passende Puzzlestück für deine Frau. Rede dir sowas bitte nicht ein!
Ich drück dich mal!

24.03.2013 12:27 • #4


Niederrheiner


Ja, diese Praxis üben wir seit geraumer Zeit aus. Wenn ich abends komme, um meine Tochter schlafen zu legen, dann geht sie aus dem Haus (Sport, Freundin, was auch immer...) So viel Vertrauen ist schon noch da. Überhaupt pflegen wir einen mehr freundlichen Umgang miteinander.

Aber ich weiss eben nicht, ob das gut für mich ist. Intuitiv würde ich sagen, dass gar kein Umgang besser für mich wäre. Das geht aber nicht, weil ich die Kleine sehen will und muss. Die Sehnsucht nach ihr ist noch viel größer, als die Trauer um die gescheiterte Beziehung.

Ich hoffe, daß ich ab nächster Woche eine gute Hilfestellung dazu von meinem Psychotherapeuten bekomme.

Zuletzt, nachdem ich davon erfahren habe, daß meine Frau sich mit einem anderen trifft, hatten wir noch ein gutes, aber auch verstörendes Gespräch miteinander, bei dem mir wahrscheinlich der liebe Gott die richtigen Worte in den Mund gelegt hat: Ich konnte meiner Frau glaubhaft versichern, dass ich sie noch liebe und dass mir eben aus diesem Grund nichts anderes übrig bleibt, als sie nun los zu lassen.

Dem Gespräch voran ging ein Brief, in dem ich ihr geschrieben habe, dass ich mich ohne einen klaren cut emotional nie von ihr lösen und ein eigenes, glückliches Leben beginnen kann. Mit Scheidung - das ganze Programm. Da hat sie angefangen zu weinen und gesagt, daß das ein ganz schlimmer Gedanke für sie sei, und dass sie sich das alles nicht vorstellen kann.

Aber das war wohl nur ein kleines Intermezzo. Ich glaube, daß auch die/der Verlassende manchmal an seiner Entscheidung zweifelt, und wahrscheinlich haben wir genau in so einem Moment miteinander geredet.

Das ist nichts, worauf ich die Hoffnung auf einen Meinungsumschwung hätte gründen können. Und selbst, wenn es so gewesen wäre, dann habe ich es sowieso schon lange wieder zunichte gemacht, weil ich sie mit sms und Anrufen bombardiert habe.

Mann, ist das alles schwer

24.03.2013 12:59 • #5


Neja


Zitat von Niederrheiner:
Ja, diese Praxis üben wir seit geraumer Zeit aus. Wenn ich abends komme, um meine Tochter schlafen zu legen, dann geht sie aus dem Haus (Sport, Freundin, was auch immer...) So viel Vertrauen ist schon noch da. Überhaupt pflegen wir einen mehr freundlichen Umgang miteinander.

Aber ich weiss eben nicht, ob das gut für mich ist. Intuitiv würde ich sagen, dass gar kein Umgang besser für mich wäre. Das geht aber nicht, weil ich die Kleine sehen will und muss. Die Sehnsucht nach ihr ist noch viel größer, als die Trauer um die gescheiterte Beziehung.

Ein freundlicher Umgang miteinander ist eine gute Basis. Auch eurem Kind zuliebe.
Wenn du fühlst, dass es besser wäre, keinerlei Kontakt mit deiner Frau zu haben, weil dich der Kontakt zu sehr belastet, dann solltest du auf dich selbst hören.
Deine Tochter geht doch sicher schon zur Schule. Wie wäre es, sie an den zwei Tagen in der Woche, an denen du sie sonst zu Bett bringst, vllt von einer Schulfreundin abzuholen (oder von wo auch immer, ich kenne ja eure Gegebenheiten nicht), ein Eis essen zu gehen o.ä. und sie dann abends wie gewohnt ins Bett zu bringen (wieder mit der Voraussetznung, dass deine Frau nicht im Haus ist)?
Die Kontakte sind übrigens für beide Partner schwer!

Zitat:
Ich hoffe, daß ich ab nächster Woche eine gute Hilfestellung dazu von meinem Psychotherapeuten bekomme.

Da vertrau ich drauf! Wichtig ist, zum Therapeuten einen Draht zu finden, eine Vertrauensbasis zu schaffen, sonst macht das ganze wenig Sinn.
Ich war drei Wochen zur Kur und hatte dort intensive psychologische Betreuung. ich hätte nie gedacht, dass ich die jemals in meinem Leben brauchen könnte. Aber es hat gut getan, sich mal alles von der Seele zu quatschen, gegenüber einem völlig Unbeteiligten, der wiederum eine ganz andere Sichtweise auf die Geschehnisse hat. Ich hatte eine sehr nette Psychotante, die tolle Einfälle entwickelte. So sollte ich unter anderem in die Rolle eines Staatsanwaltes schlüpfen und eine Anklageschrift verfassen. Das war genial! Natürlich flossen dabei reichlich Tränen, aber es gab auch ernüchternde Momente, die meinen Blick wieder etwas klarer werden ließen.

Zitat:
Zuletzt, nachdem ich davon erfahren habe, daß meine Frau sich mit einem anderen trifft, hatten wir noch ein gutes, aber auch verstörendes Gespräch miteinander, bei dem mir wahrscheinlich der liebe Gott die richtigen Worte in den Mund gelegt hat: Ich konnte meiner Frau glaubhaft versichern, dass ich sie noch liebe und dass mir eben aus diesem Grund nichts anderes übrig bleibt, als sie nun los zu lassen.

Wie hat sie auf deine Liebeserklärung reagiert?

Zitat:
Dem Gespräch voran ging ein Brief, in dem ich ihr geschrieben habe, dass ich mich ohne einen klaren cut emotional nie von ihr lösen und ein eigenes, glückliches Leben beginnen kann. Mit Scheidung - das ganze Programm. Da hat sie angefangen zu weinen und gesagt, daß das ein ganz schlimmer Gedanke für sie sei, und dass sie sich das alles nicht vorstellen kann.

Das Thema Scheidung war bei mir anfangs auch nicht aktuell, trotz einer neuen Beziehung. Wir hatten auch ohne Scheidung alles gut regeln können und es gab keinerlei Ansprüche des einen gegenüber dem anderen. Die Trennung von Tisch und Bett konnten wir auch ohne Richterspruch bewerkstelligen.

Zitat:
Aber das war wohl nur ein kleines Intermezzo. Ich glaube, daß auch die/der Verlassende manchmal an seiner Entscheidung zweifelt, und wahrscheinlich haben wir genau in so einem Moment miteinander geredet.

Das kann ich nur bestätigen.
Obwohl ich mir sicher war, meine Ehe nicht fortführen zu wollen, ging diese Entscheidung auch an mir nicht spurlos vorbei. Ich habe genauso wie er mehrere Kilo abgenommen, weil ich nichts essen konnte, habe kaum geschlafen und fühlte mich sch....
Auch wenn man in seinem Inneren die Trennung schon vollzogen hat, ist die tatsächliche Entscheidung nochmal was anderes.
Zitat:
Das ist nichts, worauf ich die Hoffnung auf einen Meinungsumschwung hätte gründen können. Und selbst, wenn es so gewesen wäre, dann habe ich es sowieso schon lange wieder zunichte gemacht, weil ich sie mit sms und Anrufen bombardiert habe.

Mann, ist das alles schwer

Das kann ich verstehen.
Mir ging es hauptsächlich nach meiner Trennung meiner 2 Jahre währenden Beziehung so. Ich wollte auch Fragen geklärt haben, wissen, was verkehrt gelaufen ist...
Ich kann so sehr nachvollziehen, was in dir vorgegangen ist. Es ist verständlich, auch wenn sich das später als Fehler herausgestellt hat.

Du schaffst das, da bin ich mir sicher!

24.03.2013 14:22 • #6


Niederrheiner


Ich habe in der nächsten Woche 2 Termine bei 2 Therapeuten. Einen am Dienstag und einen am Donnerstag. Nachdem ich lange und heftig gesucht habe und sich keiner bei mir gemeldet hat, habe ich letzten Dienstag nun auf einmal 2 Mails von Therapeuten erhalten, die noch Plätze frei haben. Ich habe beide Termine zugesagt und werde mich nach dem 2. Termin entscheiden, welcher der beiden mein Seelenklempner wird. Bei einem wird es schon passen.

Es hat mir schon ungemein geholfen, nun überhaupt einen Therapieplatz zu haben, weil es jetzt vorwärts geht.

Dass der Kontakt zu meiner Frau wegen meiner Tochter nicht gut für mich ist, ist eher Gefühlssache. Meiner Tochter zu Liebe würde ich im Moment eher darauf verzichten, sie woanders abzuholen. Für sie ist es auch schwierig und neu. Sie hat sich gerade mit der neuen Situation arrangiert, und es geht ihr damit gut, soweit wir das beurteilen können. Da stelle ich meine Interessen einfach mal hinten an und konfrontiere meine Tochter nicht schon wieder mit einer anderen Situation. Ich bin schliesslich der erwachsene Mann, der Stärke und Souveränität beweisen muss, zumindest seiner Tochter gegenüber. Wie es in mir aussieht, sollte sie tunlichst nicht mitbekommen, sie würde sich nur Sorgen machen. Geht auch von den Zeiten her nicht so gut, weil ich immer bis ca. 18 Uhr arbeite und dann nur noch ein knappes Stündchen mit ihr habe. Trotzdem vielen Dank für die Idee. Es tut so gut, das mit jemandem teilen zu können.

Tja, wie hat sie auf die Liebeserklärung reagiert...? Ich habe es ihr zu dieser Gelegenheit ja nicht zum 1. mal gesagt, aber dieses mal war es anders. Sie hat es mir zum 1. mal geglaubt und ist nachdenklich geworden. Und als ich ihr sagte, dass es für mich sowohl emotional, als auch finanziell zwangsläufig auf eine Scheidung hinausläuft, hat sie angefangen zu weinen. Wir haben uns darauf verständigt, jetzt ein mal / Woche ein ehrliches Gespräch miteinander zu führen. Das ist aber direkt beim 1. mal schief gegangen, weil wir das nicht zum verabredeten Zeitpunkt am verabredeten Ort gemacht haben, sondern früher, unter Zeitdruck in einem Cafe, nachdem wir vorher bei unserer Hausbank waren, um abzuklären, wie wir unser Haus im Falle der Scheidung abwickeln werden.
Das war nichts... Wie es jetzt damit weiter geht, weiss ich auch nicht, weil wir uns in den letzen Wochen per sms total fertig gemacht haben. Ich kann meine Finger aber auch nicht vom Telefon lassen. Ich schaffe es einfach nicht, genau wie mit dem Rauchen... Zu schwierig für mich Blödmann. Wie gesagt, wenn das der letzte Hoffnungsfunke war, dann ist der jetzt sowieso erloschen...

Ich möchte mich aber auch nicht mehr an Strohhalmen festhalten müssen.
Das ist auch keine Alternative. Denn, wenn der Strohhalm wieder weg gezogen wird, werde ich wieder weit zurück geworfen, vielleicht sogar weiter, als mir lieb ist.

Es bleibt mir wahrscheinlich nichts weiter übrig, als diesen Spagat zwischen Tochter besuchen bei gleichzeitiger Ignoranz meiner Frau irgendwie hin zu bekommen.

Das Thema Scheidung kann ich nicht ausklammern. Die Idee hatte ich zwar schon mal. Aber wie soll ich mir denn dabei vorkommen? Ich bin nicht mehr gut genug für sie, soll aber weiterhin fröhlich dafür bezahlen, dass sie ihr Leben ohne Altlast weiterhin in vollen Zügen geniessen kann? Tut mir leid, aber das werde ich nicht können. Wenn Trennung, dann so komplett, wie möglich, alles andere ist für mich nicht machbar. Dafür ist mein Ausschliesslichkeitsanspruch zu hoch. Oder vielleicht noch nicht machbar. Das wird sich zeigen, wenn ich nach den ersten paar Sitzungen mehr über mich herausgefunden habe.

24.03.2013 14:57 • #7


Neja


2 Therapeuten? Das ist wie ein Sechser im Lotto. Du musst ein Glückspilz sein!
Deine Entscheidung, beide Termine wahrnehmen zu wollen und dann zu schauen, mit wem du dir eine Zusammenarbeit vorstellen könntest, finde ich völlig richtig. Schließlich muss auch die Chemie zwischen dir und dem Therapeuten stimmen, sonst ist es schwer, sich zu öffnen und seine Probleme ohne sich schlecht zu fühlen, auf den Tisch zu packen.

Zitat:
Ich kann meine Finger aber auch nicht vom Telefon lassen. Ich schaffe es einfach nicht, genau wie mit dem Rauchen... Zu schwierig für mich Blödmann.

Nanana, was sind denn das für Selbstbeleidigungen? DAS GEHT JA MAL GAR NICHT!
Das Rauchen kannst unter "Laster" verbuchen. Irgendein Laster hat jeder (muss jetzt mal überlegen,welches ich habe. ... rauche nicht, trinke nicht, bin nicht spielsüchtig oder anderweitig abhängig... war eben noch nie normal )
Da du ja nicht dumm bist und längst erkannt hast, dass du mit Telefonieren und Simsen nicht weiterkommst bzw. dir damit immer ein Eigentor schießt, müsste auch diesbezüglich ein Lerneffekt zu erzielen sein.
Zitat:
Es bleibt mir wahrscheinlich nichts weiter übrig, als diesen Spagat zwischen Tochter besuchen bei gleichzeitiger Ignoranz meiner Frau irgendwie hin zu bekommen.

Dafür wünsche ich dir viel Kraft!

24.03.2013 15:42 • #8


chaosqueen


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Hallo Niederrheiner,
ich kann gut mitfühlen, natürlich kann man eine Trennung besser verarbeiten, wenn man den anderen nicht mehr sehen und hören muss, aber mit Kindern geht es nunmal nicht anders. Da läßt sich nichts dran rütteln. Schwer ist aber so.
Am Anfang konnte ich mich mit der Situation garnicht zurechtfinden und es war für mich echt immer eine seelische Zerreißprobe, freundlich und ruhig zu meinem NM zu sein.
Ich habe unsere Kontakte rein auf das was die Kinder angeht beschränkt, habe ihm das auch so gesagt und alles andere hab ich per e-mail geschickt.
Mittlerweile geht es ganz gut, aber mir geht es immer noch am besten : "aus den Augen, aus dem Sinn" !
Ich bin mir auch nicht mehr sooo sicher, dass ich ihn noch liebe, ich habe mich und unsere Beziehung sehr genau reflektiert und auch mit meinen "Freunden"(meine privaten Therapeuten ) disskutiert.
Vermisst du sie , oder vielleicht nur bestimmte Momente, Situationen, liebgewonnene Gewohnheiten?
Wenn du einen klaren Cut willst, dann müsst ihr das regeln, mit allen Konsequenzen, vielleicht kannst du das dann leichter verarbeiten?
Ich wünsch dir alles Gute!
Gruß Chaosqueen

24.03.2013 18:49 • #9


Niederrheiner


Hallo Chaosqueen,

Danke für Deine Antwort!

ich vermisse sie in jeder Sekunde.

Ich war schon mal weiter, als jetzt. So weit, dass ich tatsächlich dachte, dass alles gut ist, so wie es ist. Seit ich das mit dem anderen Typen weiss, ist es wieder ganz schlimm.

Sicher, Reflektion hat bei mir auch schon stattgefunden, und ich konnte auch einiges herausarbeiten, was mich absolut an ihr stört und was ich auf keinen Falle mehr wollen würde. Aber das alles ändert nichts an dem "Zug" den ich zu ihr habe.

Das ist jetzt schon so lange so, und ich habe echt keine Kraft und auch keine Lust mehr, so zu leben.

Der erste Schritt ist jedenfalls getan. Nachdem ich die Zusagen von den Therapeuten bekommen habe, ging es mir einen Mikrometer besser. Mal sehen, was daraus wird.

Ja, m. E. ist der "cut" das einzige, was mir wirklich helfen würde, sonst geht es für mich irgendwie nicht weiter. Die Konsequenzen würde ich in kauf nehmen. Aber ich warte jetzt erst mal ab, was die Gespräche mit den Pro's in den nächsten Wochen bringen. Vielleicht haben die alternative Ideen.

Wie macht ihr das denn zu traditionellen Familienanlässen (Ostern, Weihnachten, Kommunion, usw...) Oder sind Deine Kinder/ist Dein Kind schon aus all diesen Sachen "raus"?

24.03.2013 20:08 • #10


chaosqueen


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Also du scheinst ja wirklich noch starke Gefühle für deine Frau zu haben,
bei mir kam es mir so vor als ob meine Gefühle absterben würden, als ich von der anderen erfahren habe
"Mein Herz fühlt sich so kalt an", das hab ich ganz am Anfang hier geschrieben, und ich weiß auch wirklich nicht, bin ich entliebt, nur verletzt oder hasse ich ihn, es ist bei uns auch erst 2 Monate her, dass er uns verlassen hat,wer weiß was noch kommt.......
Warte auf jeden Fall die gespräche mit deinen Therapeuten ab, vielleicht gibt das dir Klarheit.
Wie wir die ganzen Familienfeste feiern? Wir hatten bis jetzt nur einen Kindergeburtstag, den haben wir gefeiert "wie immer", mein NM und ich haben zusammen ein Geschenk gekauft und er kam auch zur Geburtstagsfeier.
Ostern bin ich sonntags mit den Kids bei meinen Eltern eingeladen, montags sind wir zusammen bei meinen Schwiegereltern eingeladen, wobei die unbedingt wollten, dass ich dabei bin.
Die Kinder finden es glaub ich wichtig, uns noch "zusammen" zu erleben, wobei ich wirklich nicht weiß, wie alles noch wird

Es wird bestimmt noch viele Situationen, Termine, Familienfeste etc. geben, die weh tun werden und die schwer zu bewältigen sein werden, aber wir schaffn das

Liebe Grüße
Chaosqueen

24.03.2013 23:18 • #11


VIVIA


Hallo Niederrheiner
sei gegrüßt,

ich kenne die auch, die Trennung vor nun fast 6Mon, ok- hoffnung, reflektieren- sich neu entdecken, dann erfuhr ich vor 3.5Mon. (von fast Schwieger mama) er sei "weitergezogen"
DAS hat mich sehr sehr weit zurückgeschlagen,
man will/Kann/möchte es nicht verstehen,
es gibt (zum Glück?) keinerlei Kontakt.......

werde dir mal ganz ganz in Ruhe für dich im Klaren, wo deine Gefühle stehen, ob du dich lösen kannst und ob du willst.
dann weißt du was du tun kannst,
mit erhobenem Haupt weitergehen und für die kleine ganz da sein und der Mutter gelöst gegenübertreten,
oder doch noch mal das gespräch suchen magst, ohne vorwürfe und klaren aussagen ihrerseits,

ich kenne dieses dumme sms und mails schreiben, es ist die wut und die Enttäuschung, das müssen sie nicht entschuldigen, aber doch ein wenig verstehen......

ich wünsche dir ganz viel Kraft und gute Gespräche bei den Thearpeuten!

24.03.2013 23:36 • #12


Niederrheiner


Hallo,

vielen Dank für Eure Zuschriften. Freue ich mich sehr darüber, dass mir Frauen zurück schreiben, das sind gute Hilfen aus 1. Hand. Nochmals vielen Dank!

Heute mittag habe ich ein Gespräch mit einer, ebenfalls getrennten und bereits geschiedenen, Arbeitskollegin gehabt. Die sagte zu mir, daß Frauen damit viel schneller fertig seien, als Männer. Insbesondere dann, wenn die Frauen die jenigen sind, die gegangen sind. Stimmt das, ist das so?

Hallo Vivia,

was, glaubst Du, könnte es mir nutzen, wenn ich mir ganz in Ruhe klar darüber werde, wo meine Gefühle stehen und ob ich mich lösen will, oder kann? Im Moment kann ich meine Gefühle ganz klar einordnen, und sie sagen mir, dass ich sie unbedingt zurück will. Meinst Du, daß ein Gespräch nach einer Zeit noch etwas bewirken würde?

Ich selber träume immer davon, dass sie vielleicht doch irgendwann aufwacht und versteht, dass sie jemanden aufgegeben hat, der sehr wertvoll ist und sie liebt, so wie es sein muss. Ich glaube aber, daß da eher der Wunsch der Vater des Gedankens ist, wahrscheinlich wird das nie passieren, zumal ich mittlerweile auch schon eine gewisse "Kaltschnäuzigkeit" bei Ihr ausmachen konnte...

Was sagen die Frauen dazu? Ist fertig = fertig bei einer Frau? Oder kann sich sowas ändern?

Am allerliebste wäre ich ja auch gerne kaltschnäuzig, so daß ich sagen könnte, das mir das alles am Poppes vorbei geht. Das kann ich mir aber nicht vorstellen, das wird nicht klappen...

Liebe Grüße vom Niederrhein

25.03.2013 19:11 • #13


jasmina


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Hallo wie kann man hier seine storie erzählen...

26.03.2013 18:28 • #14


VIVIA


Hallo Niederrheiner
wie geht es dir?

es ist jeder Mensch und jede Geschichte unterschiedlich,
ich glaube nicht dass man es so sagen kann, jedoch der Verlasser hat sich einfacher "mit dem Gedanken" angefreundet, denn es arbeitet schon länger in ihnen- wobei mein EX beim ersten mal nach einer Woche wiederkam, und nun war es ein "miteinander" feststellen, dass es so nicht geht (Fernbeziehung, launen) jedoch wollte ich das so nicht....er hat es aber angenommen.....wie auch immer

reflektiere dich, entdecke dich neu, und sortiere deine Gefühle, SIE hat leider nicht wirklich die chance objektiv zu reflektieren, wenn ein jüngerer herumtanzt,
überlege für dich genau, was und vorallem wie sich Dinge ändern müssen, werden und können- von deiner Seite aus
Ist es dir mögl. nach ihrem "Intermezzo" noch zu vertrauen?

ich habe meinem einen Brief geschrieben, habe lange daran geschrieben, verändert und weitergeschrieben, es wurde ein schöner Brief - ohne Vorwürfe- mit kl. Anekdoten und ein paar Fragen und Gefühlen,
ich habe diesen geschickt, wollte es für mich tun,
ohne Erwartungen- es kam auch nichts ( ist nun fast 4 wo. her)-
ich wünsche ihm einfach seine Stimme zu finden, wenn er sich in Beziehungen nicht mehr wohlfühlt damit der Partner eine chance hat es zu erkennen und es ZUSAMMEN kommunizieren und zu verändern

mache immer das was du meinst dir gut tut, es ist leider ein kleiner ( oder großer) Don Quichotte den wir darstellen und die Windmühlen so riesig sind ( wenn der EX weiterzieht)
ob es sinn macht, sei dahingestellt, solange es dich nicht runterzieht

alles alles Gute!

26.03.2013 18:45 • #15



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