Hey @45AMENDE ,
ich lass dir als erstes mal eine ganz liebe Umarmung da, ich denke, Kontakte, und sei es nur virtuelle, so wie hier sind als allererstes sehr wichtig für dich.
Zu den ganzen rechtlichen Sachen, die du am Hals hast:
1. Ich denke, wir hier können gar nicht beurteilen, was da genau wie und warum gelaufen ist, ob die Sache einen gerechtfertigten Kern hat oder nicht, das kannst wirklich nur du dir ehrlich beantworten, deshalb möchte ich da nicht wirklich drauf eingehen.
Vielleicht nur so viel: Viel zu lange, und teilweise noch heute, wurde und wird den Opfern von Gewalttaten viel zu wenig geglaubt. Umgekehrt sind solche Geschichten wie deine dann eben die Kehrseite der Medaille, wenn Opfern erst mal vorbehaltlos geglaubt wird. Schließlich sind auch Frauen ja keine per se integreren oder besseren Menschen. Ich sehe keinen einfachen Weg, das irgendwie aufzulösen, als akribisch jeden Einzelfall zu prüfen, und selbst dann wird es Felhler geben.
2. Um ihre Seite noch etwas zu beleuchten: Ich war auch einmal in einer Partnerschaft, die von extremem Klammern (um es freundlich auszudrücken), großem Druck und großen psychischen Problemen seinerseits geprägt war.
Und obwohl ich schon lange wusste, dass das nicht die Beziehung war, in der ich weiter sein wollte, ist es mir jahrelang nicht gelungen, mich zu trennen, weil er mir ganz klar vermittelt hatte, dass er mit einer Trennung nicht klarkommen würde, inklusive Suizidandrohungen. Ja, phasenweise hatte ich mich quasi damit abgefunden, dann halt in dieser Beziehung zu bleiben, wahrscheinlich hatte er in den Phasen auch den Eindruck, dass es gut läuft.
In einer solchen Beziehung mag keine körperliche Gewalt vorkommen (in meiner teilweise schon), aber auf anderen Ebenen ist so eine Beziehung sehr gewaltvoll.
Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass sie nach dem Trennungsversuch, bei dem du so komplett zusammengeklappt bist, einfach keinen anderen Weg raus gesehen hat. Was immer noch nicht bedeutet, dass es keine saubereren, sinnvolleren Wege gegeben hätte. Trotzdem halte ich es für eine Tatsache, dass du eben nicht bereit warst, und es immer noch nicht bist, eine Trennung zu akzeptieren, ohne den Holzhammer.
Zu deiner seelischen Situation:
Ich denke, hier solltest du dir folgendes klarmachen: Was dich jetzt so bestialisch leiden lässt, ist nicht die Trennung an sich (obwohl Trennungen immer megaschmerzhaft sind, das ist klar), sondern dass du so bestialisch leidest, weil du dieses blöde schwarze Loch namens Depression in dir trägst. Diese Depression war es ja schließlich auch, die dich dazu gebracht hat, dich auf sie, als die einzige Person in deinem Leben zu fokusieren, was erstens dazu geführt hat, dass du sie erdrückt hast, aber eben auch zweitens dazu geführt hat, dass du jetzt ohne soziales Netz dastehst.
Deshalb, ganz egal wie die Sache weiter oder ausgeht, du MUSST dieses schwarze Loch angehen. Und das geht nicht, solange du die Trennung nicht akzeptierst, und den Fokus auf sie legst.
Also, was wären mE die nächsten Schritte:
Akzeptiere die Trennung, mach dir klar, dass es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keinen Weg zurück gibt.
Nimm deinen Fokus weg von ihr (bis vor kurzem war sie definitiv nicht das Problem), und hin auf dich, auf deine Stabilisation und Heilung. Egal wie es weitergeht, das ist die Voraussetzung, dass es weitergehen kann.
Auf der rechtlichen Seite: Wenn sie einfach so schnell wie möglich geschieden werden will, dann biete ihr an, dass ihr das Trennungsjahr einvernehmlich vordatiert. Wenn ihr euch einig seid, fragt da kein Mensch danach. Ich nehme an, dass eine Härtefallscheidung auch Folgen für dich haben dürfte, also würde ich mich dagegen wehren.