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Lange her und doch manchmal noch spürbar

Rheinländer

Rheinländer
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Hallo zusammen,
ich habe lange überlegt, ob ich dieses Thema eröffnen soll, aber vielleicht geht es ja nicht nur mir so und ich bin gespannt, wie eure Erfahrungen dazu sind.
Meine Trennung liegt mittlerweile viele Jahre zurück. Getrennt wurde ich im Oktober 2014, die Scheidung war dann 2016. Die Zeit dazwischen war geprägt davon, alles irgendwie vernünftig und einvernehmlich zu regeln, damit die Scheidung ohne großen Streit über die Bühne gehen kann.
Eigentlich sollte man meinen, dass so viel Zeit irgendwann dafür sorgt, dass sich alles komplett legt. Und in vielerlei Hinsicht ist das auch so. Ich bin seit Jahren in einer sehr glücklichen Beziehung, habe ein stabiles Umfeld, einen großen Freundes- und Bekanntenkreis und fühle mich im Leben angekommen. Meiner Ex-Frau gegenüber habe ich keinerlei positiven Gefühle mehr in die Richtung, dass ich sie zurückhaben wollen würde. Das Thema ist für mich zu 110% abgeschlossen.
Und trotzdem gibt es da etwas, das ich mir selbst nicht richtig erklären kann.
Manchmal wenn ich im Fernsehen oder im Radio auf etwas stoße, das ich mit dieser Zeit verbinde, sei es ein Lied oder einfach nur eine Jahreszahl wie 2016, zuckt innerlich etwas in mir. Es ist schwer zu beschreiben, aber es fühlt sich nach Verlust an, manchmal ein kleiner Schmerz, oder ein wenig Traurigkeit. In diesen Momenten fühle ich mich nicht gut und ich merke, dass mich das Ganze emotional noch immer irgendwie berührt.
Das Seltsame daran ist für mich, dass dabei der eigentliche Trennungsgrund überhaupt keine Rolle mehr spielt. Es geht nicht um Schuld oder darum, wer was falsch gemacht hat. Es ist eher dieses Gefühl, dass etwas, das für mich einmal etwas "Einzigartiges" war, nicht gehalten hat. Diese Ehe war für mich etwas Besonderes, so eine Art "Once in a Lifetime" und dass genau das gescheitert ist, bewegt mich bis heute und das unabhängig von der Ex Frau
Vielleicht ist es der Gedanke daran, dass damals die familiäre Struktur zerbrochen ist. Auch wenn ich bis heute noch einen sehr guten Kontakt zu großen Teilen der damaligen Schweiger Familie habe, ist es eben nicht mehr das, was es einmal war. Und ich glaube, genau dieses Gefühl lässt sich für mich schwer greifen.
Ich habe auch schon vor Jahren mit einem Therapeuten darüber gesprochen. Damals hieß es, dass sich das mit der Zeit geben wird. Aber ehrlich gesagt habe ich inzwischen nicht das Gefühl, dass es wirklich verschwindet. Es kommt nicht ständig hoch, aber wenn, dann ist es spürbar.
Deshalb meine Frage an euch: Geht es euch vielleicht ähnlich? Kennt ihr das, dass euch bestimmte Zeiten oder Erinnerungen an die Ehe auch nach vielen Jahren noch emotional bewegt, obwohl ihr längst weitergezogen seid und euer Leben sich gut entwickelt hat? Und wenn ja, wie geht ihr damit um?
Wie kann ich das los werden? Geht das überhaupt?
Ich würde mich wirklich freuen, eure Gedanken und Erfahrungen dazu zu hören.
Gruss aus dem Rheinland

x 10 #1


hotte
Zitat von Rheinländer:
Hallo zusammen, ich habe lange überlegt, ob ich dieses Thema eröffnen soll, aber vielleicht geht es ja nicht nur mir so und ich bin gespannt, wie eure Erfahrungen dazu sind. Meine Trennung liegt mittlerweile viele Jahre zurück. Getrennt wurde ich im Oktober 2014, die Scheidung war dann 2016. Die Zeit dazwischen war ...

Meine Trennung ist noch nicht so lange her als das ich da richtig mitreden könnte und ich bin ja noch nichtmal geschieden aber für mich war die Ehe etwas besonderes. Es war meine erste (und wahrscheinlich einzige) Ehe und es war sehr intensiv. Tolle Erlebnisse über einen sehr langen Zeitraum. Klar gabs auch die negativen seiten aber ganz ehrlich.. es war schon gut....

Während der Ehe haben wir uns ein Traumleben aufgebaut... gemeinsam auf Ziele hingearbeitet und diese dann erfüllt, das prägt. Bei mir kommt ab und an etwas "Wehmut" ins spiel wenn ich sehe wie viel sich schon in mir geändert hat und ich bedenke was ich noch alles anpacken will. Wenn ich dann sehe das meine Ex auch "fortschritte" will ich zwar nicht wirklich zurück aber da kommt schon so eine "was wäre wenn" denke auf... was wäre wenn wir diese learnings vorher gehabt hätten... wo würden wir jetzt stehen und final... wie würde mein leben jetzt aussehen.

Wenn ich mal weggehe von der eigentlichen Ehe und Trennung, dann habe ich das aber auch in ganz vielen anderen Situationen. Sei es die Clique im Schützenverein in meiner Jugend, die Bundeswehrzeit (ich war 4 Jahre da) usw....

Ich denke es gibt Zeiten und Dinge in unseren Leben die uns ein stück weit formen oder uns aus anderen Gründen viel bedeuten und es ist vollkommen ok mit einer Träne im Knopfloch zurückzublicken. Ich glaube dass das was du da beschreibst eher ein zeichen von ausgeprägter Emotionalität, Einfühlsamkeit und Selbstreflektion ist, als grundsätzlich etwas sehr gutes. In meinen Augen zeigt das nur das du in dieser Zeit ehrlich und aufrichtig "geliebt" hast was schon sehr viel (positives) über dich aussagt....

x 3 #2


A


Lange her und doch manchmal noch spürbar

x 3


Sonnenschein85
Vielleicht wird das auch bleiben. Solange du nicht akut leidest und es deinen Alltag beeinflusst würde ich es so annehmen. Falls es verschwindet gut, falls nicht, gehört es zu dir und deiner Vergangenheit. Ich halte es für natürlich das auch Jahre später eine lange Beziehung/Ehe/Trennung einen nicht komplett kalt lässt.

x 6 #3


Worrior
@Rheinländer
Diese Flashbacks sind normal.
Du kannst die Vergangenheit nicht lösche aber Du kannst eine klare Haltung dazu einnehmen.
Wir sind nicht nur unsere Gefühle oder Emotionen.
Lass sie zu beobachte und hinterfrage sie.
Frage Dich ob Du den Preis nochmal zahlen würdest nur um das Vergangene noch einmal zu erleben, Deinen Wachstum wieder abzulegen.
Sehr wahrscheinlich nicht!
Lass sie vorbeiziehen wie Wolken.
Auch ich wurde heute durch ein Lied für Minuten zurückgeworfen.
Es ist Vergangenheit, wir haben den Preis gezahlt, leben mit den Konsequenzen.
Kein Weg zurück, dafür ist mir mein Friede und das was ich jetzt habe zu wertvoll.

x 5 #4


Rheinländer
Hallo Worrior

Zitat von Worrior:
Lass sie zu beobachte und hinterfrage sie.
Frage Dich ob Du den Preis nochmal zahlen würdest nur um das Vergangene noch einmal zu erleben, Deinen Wachstum wieder abzulegen.

Also, ich würde nie wieder heiraten und wie ich geschrieben habe, geht es mir auch nicht um Ex. Die könnte man mir auf den Bauch binden und es würde nicht passieren. Ich kann es ja selbst nicht richtig beschreiben.
Wenn ich diese Flashbacks habe so wie du es schreibst, denke ich auch nicht an den Schmerz der Trennung den ich früher hatte, sondern eher an die Institution Ehe und an die Dinge die sich bis heute in der Familie dadurch geändert haben.

Zitat von Sonnenschein85:
Solange du nicht akut leidest und es deinen Alltag beeinflusst

Nein, das ist kein Leiden und es beeinflusst auch nicht meinen Alltag. Ich frage mich einfach nur, ob ich alleine mit solchen Gedankengängen bin, oder ob das auch einige andere hier haben.

Des Weiteren lebe ich ja schon viele Jahre damit. Ich würde es eben einfach abstellen wollen, diese Gedankengänge.
Vielleicht geht das aber auch nicht.

#5


M
Vielleicht ist es ein Bedauern darüber, was gekommen ist. Und das wird durch ein Lied oder so was wieder "angestupst" und es kommt dir wieder ins Bewusstsein, dass du etwas fühlst.

Ich glaube, das ist nichts Schlimmes. Ist es denn nicht normal, dass wir mal über unsere verlorene Jugend ein wenig traurig werden und manches im Leben bedauern?

Worrior hat es sehr schön geschrieben:
Zitat von Worrior:
Lass sie vorbeiziehen wie Wolken.

Sie tun dir nicht richtig weh, aber es kommt ein leises Bedauern auf. Und dann denke gleich danach wieder wie viel besser es dir heute geht und wie sich alles zu deinen Gunsten gefügt hat.

x 4 #6


Sonnenschein85
Zitat von Rheinländer:
Hallo Worrior Also, ich würde nie wieder heiraten und wie ich geschrieben habe, geht es mir auch nicht um Ex. Die könnte man mir auf den Bauch ...

Nein. Damit bist du nicht allein. Also ich denke das es menschlich ist. Wir sind ja keine Roboter. Natürlich können auch Jahre später noch Emotionen mit bestimmten Erinnerungen verbunden sein.

x 1 #7


M
Krass, deinen Post hätte ich schreiben können 🙃 . Ich denke seit Januar in die Richtung und erst seit circa März bin ich klarer damit. Zuerst habe ich es mir damit erklärt, dass ein Verlustgefühl offenbar noch viele Jahre nach der Trennung in Wellen kommt. Frisch nach der Trennung habe ich das hier im Forum gelernt, war für mich hilfreich. Ich hab die Schwankungen danach besser erkannt und akzeptiert. Allerdings ist das so lange her, und mir geht's wie dir: Mein Ex ist mir egal, es gibt außer mal eine Info zur Kernfamilie keinen Kontakt. Wir waren 25 Jahre zusammen, mein Ex hatte sich getrennt und ich habe erst da von mehreren langjährigen Affären erfahren, vermutlich der Grund, warum ich ein gutes halbes Jahr ziemlich am Ende war. Inzwischen seit Jahren geschieden, das lief fair.

Zitat von Rheinländer:
Kennt ihr das

Also, ja, das klingt sehr vergleichbar.

Ich hatte schon festgestellt, dass ich mich quasi in Raten verabschiedet hatte: zuerst vom Ex als Mann und Person, das war fast am einfachsten. Danach vom Ex als meinem langjährig besten Freund, das war schlimm. Zuletzt von uns als Familie (erwachsene Kinder), das war traurig. Aber eben: Jahre her.

Und Anfang des Jahres dachte ich, ob wir nicht irgendwann mal mit den erwachsenen Kindern essen gehen und über vergangene Zeiten plaudern könnten, einfach so. Das hat mich selbst überrascht, glaube weder, dass die Kinder Interesse hätten, noch bei genauem Überlegen ich aktuell 😄 .

Also, was war das dann? Wehmut nicht mehr, Vermissen auch nicht.

Vielleicht genau das, was du beschreibst: eine Beziehung, mit so prägenden Erlebnissen wie Familiengründung und -leben, wird es nicht mehr geben. Und es ist ok, dass mich das traurig macht.

Zitat von Rheinländer:
Wie kann ich das los werden? Geht das überhaupt?

Warum willst du es loswerden?

Ich glaube, ich will das gar nicht. Ich möchte irgendwie, dass ein Vierteljahrhundert meines Lebens eine starke Erinnerung für mich bleibt.

Und Karma is a b.itch, heute bin ich beim Lesen an folgenden Zeilen so hängen geblieben, dass ich sie mir fotografiert habe. Passte zu meiner Frage, vielleicht auch zu deiner?

Zitat:
"Mittlerweile habe ich mich selbst so satt. Ich weiß nicht, wie ich sie loslassen kann."
"Du lässt nicht nur einmal los. Du verabschiedest dich während deines gesamten Lebens. Vielleicht hast Du zehn Jahre lang nicht mehr an sie gedacht, dann hörst du einen Song oder kommst irgendwo vorbei, wo ihr mal zusammen wart – etwas kommt an die Oberfläche, das du schon völlig vergessen hast. Und du verabschiedest dich wieder. Du musst dich darauf einstellen, loszulassen und wieder loszulassen und tausendmal loszulassen."

Ob man es als Wellen sieht oder ein immer wieder Loslassen oder eine Erinnerung an etwas, was lange wertvoll war ... macht vielleicht keinen Unterschied?

x 2 #8


Rheinländer
Hallo Margerite,
Zitat von Margerite:
Ich glaube, das ist nichts Schlimmes. Ist es denn nicht normal, dass wir mal über unsere verlorene Jugend ein wenig traurig werden und manches im Leben bedauern?

Das es nicht schlimm ist, weiß ich. Wenn mir das bei vielen anderen Dingen auch so gehen würde, hätte ich hier nicht geschrieben und würde das als "normal" abtun.

Es ist wirklich nur die Scheidung, die diese komischen Gefühle bei mir verursachen. Ich denke es geht mir darum, dass ich es einfach nicht zu fassen bekomme und einordnen kann.

Wenn ich z.B. an den Tod meiner Eltern denke, werde ich traurig. Dieses Gefühl kann ich aber gut greifen, zulassen und auch wieder gehen lassen.

Bezüglich der Scheidung fällt es mir einfach schwer die Gefühle einzuordnen.

Ich glaube fast, dass ich nicht gut darlegen kann, was ich meine.
Vielen Dank dennoch für deine Rückmeldung.

#9


S
Ist es Enttäuschung? Nicht an die Person gebunden, sondern irgendwie übers Leben? Die Ehe? Eine Art Lektion die sich eingebrannt hat, dass alles woran du geglaubt hast sich nicht so erfüllt hat?

x 2 #10


C
Bei mir ist das auch so. Es belastet mich aber nicht.

Ich versuche mal, zu beschreiben, wie es sich für mich anfühlt:

Wenn ich z.B. eines "unserer Lieder" höre, habe ich kurz eine glückliche Erinnerung, einen Flashback - aber direkt darauf, nur Millisekunden später, folgt, wie ein Blitz, die Erkenntnis dahingehend, wie das Ganze zu Ende gegangen ist. Ist also eine schön-schaurige Erinnerung, so irgendwie bittersüß.

Ich setze mich diesem Gefühl manchmal auch bewusst aus, hole also alte Erinnerungen vor und lasse sie mir einen Stich geben. Das tut mir gut dahingehend, dass ich dann wieder weiß, dass es nur noch ein kleines bisschen Wehmut ist, nichts mehr in Richtung "Grande Katastrophe". Das gibt mir, so paradox es klingt, ein Gefühl von Stabilität und Sicherheit.

Übrigens kenne ich das auch aus anderen Lebensbereichen, also unabhängig vom Beziehungsthema. Bsp.: Ich habe mal einen Job in Stadt X abgesagt, was aus heutiger Sicht ein Fehler war. Wenn ich von "Stadt X" höre, ist da auch ein kleines bisschen Wehmut. Oder: Ich habe mir immer vier Kinder gewünscht. Manchmal, wenn ich Familien mit vier Kindern sehe, ist da ein kleines bisschen Wehmut.

Ich sehe es so, dass diese "kleinen Traurigkeiten" zu mir und meinem Leben gehören und habe das akzeptiert. Die müssen nicht weggehen.

x 2 #11


C
Zitat von Rheinländer:
Wenn mir das bei vielen anderen Dingen auch so gehen würde, hätte ich hier nicht geschrieben und würde das als "normal" abtun.

O.K. - das ist dann tatsächlich anders als bei mir.
Ich könnte mir vorstellen, dass bei dir "Ehe und Familie" irgendwie schon ein (das?) Lebensthema ist, mehr als bei mir vielleicht. Dieses "Für immer", das dann doch keines war.
Dann könnte es sein, dass alles, was damit zu tun hat, bei dir eine "Sonderstellung" hat, also auch unabhängig von der konkreten Person deiner Ex.

x 1 #12


Rheinländer
Hallo Maribelle,

Zitat von Maribelle:
Ich hatte schon festgestellt, dass ich mich quasi in Raten verabschiedet hatte: zuerst vom Ex als Mann und Person, das war fast am einfachsten. Danach vom Ex als meinem langjährig besten Freund, das war schlimm. Zuletzt von uns als Familie (erwachsene Kinder), das war traurig. Aber eben: Jahre her.

Es ist nur die Familie die bei mir in Gedanken ist. Meine Ex sehe ich heute in diesem Konstrukt nur noch Schemenhaft. Sie hat kein Gesicht mehr in meinen Gedanken.

Zitat von Maribelle:
Und Anfang des Jahres dachte ich, ob wir nicht irgendwann mal mit den erwachsenen Kindern essen gehen und über vergangene Zeiten plaudern könnten, einfach so. Das hat mich selbst überrascht, glaube weder, dass die Kinder Interesse hätten, noch bei genauem Überlegen ich aktuell .

War früher auch mal ein Wunsch von mir. Heute könnte ich mir das nicht mehr vorstellen. Finde ich hingegen schade für die Kinder.

Zitat von Maribelle:
Vielleicht genau das, was du beschreibst: eine Beziehung, mit so prägenden Erlebnissen wie Familiengründung und -leben, wird es nicht mehr geben. Und es ist ok, dass mich das traurig macht.

Ich bin nicht gerne traurig. Kostet zuviel Energie.

Zitat von Maribelle:
Warum willst du es loswerden?

Weil ich dem Thema "Eigene Scheidung" am liebsten gar keinen Raum mehr geben möchte.

Zitat von Maribelle:
Ich glaube, ich will das gar nicht. Ich möchte irgendwie, dass ein Vierteljahrhundert meines Lebens eine starke Erinnerung für mich bleibt.

Ich habe es mal in einem Forunsbeitrag geschrieben. Bis auf meine Kinder fällt es mir sehr schwer positive starke Erinnerungen an meine Ehe und da eben speziell an die Ex zuzulassen. Was war gespielt, was war echt bis wann? Ich weiß es nicht. Mir geht es so besser damit.

Zitat von Maribelle:
Zitat:
"Mittlerweile habe ich mich selbst so satt. Ich weiß nicht, wie ich sie loslassen kann."
"Du lässt nicht nur einmal los. Du verabschiedest dich während deines gesamten Lebens. Vielleicht hast Du zehn Jahre lang nicht mehr an sie gedacht, dann hörst du einen Song oder kommst irgendwo vorbei, wo ihr mal zusammen wart – etwas kommt an die Oberfläche, das du schon völlig vergessen hast. Und du verabschiedest dich wieder. Du musst dich darauf einstellen, loszulassen und wieder loszulassen und tausendmal loszulassen."

Wie gesagt, Ex spielt bei mir schon sehr lange absolut keine Rolle mehr.
Wenn ich hingegen das Wort " Sie" durch "Familie" ersetze, spüre ich es viel stärker.
Danke dafür.

x 1 #13


Rheinländer
Zitat von Sienna:
Ist es Enttäuschung? Nicht an die Person gebunden, sondern irgendwie übers Leben? Die Ehe? Eine Art Lektion die sich eingebrannt hat, dass alles woran du geglaubt hast sich nicht so erfüllt hat?

Das passt schon eher. Danke dafür

x 1 #14


Rheinländer
Hallo Cäcilia,

Zitat von Caecilia:
Wenn ich z.B. eines "unserer Lieder" höre, habe ich kurz eine glückliche Erinnerung, einen Flashback - aber direkt darauf, nur Millisekunden später, folgt, wie ein Blitz, die Erkenntnis dahingehend, wie das Ganze zu Ende gegangen ist. Ist also eine schön-schaurige Erinnerung, so irgendwie bittersüß.

Interessant wie anders das sein kann. Ich habe nie glückliche Erinnerungen, wenn ich an die Scheidung zurück denke, aber vielleicht beziehst du dich auch einfach nur einen irgend einen Zeitpunkt und Ereignis während eurer Partnerschaft.

Zitat von Caecilia:
Ich setze mich diesem Gefühl manchmal auch bewusst aus, hole also alte Erinnerungen vor und lasse sie mir einen Stich geben. Das tut mir gut dahingehend, dass ich dann wieder weiß, dass es nur noch ein kleines bisschen Wehmut ist, nichts mehr in Richtung "Grande Katastrophe". Das gibt mir, so paradox es klingt, ein Gefühl von Stabilität und Sicherheit.

Auch hier Krass. Du machst das extra um ein Gefühl von Stabilität und Sicherheit zu bekommen.

#15


A


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