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Lange her und doch manchmal noch spürbar

Worrior
Es wurde halt eine gewisse Identität um die Beziehung aufgebaut, die dann ruckartig wegbricht.

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Rheinländer
Weiter gehts
Zitat von Worrior:
Ich denke "Es ist gut so wie es ist, es ist ok" und dann lächle ich.

So mache ich es ja grundsätzlich auch. Verbringe jetzt nicht Stunden mit den Gedanken, wenn sie denn auftauchen. Mir fällt eben nur auf, daß ich es nicht zu packen bekomme, wie andere Themen. Deine Strategie damit umzugehen gefällt mir aber.

Zitat von Casey:
Rheinland, katholisch geprägt? Vielleicht da ein Zusammenhang?

Nein, der religiöse Glauben ist nicht die Ursache.

Zitat von Malina84:
Hallo, ich denke es ist normal. Jeder hat seine Erinnerungen. Und ja, ich bin auch mit meinem Ex Mann seit über 8 Jahren getrennt. Aber ab und zu denkt man trotzdem an manches zurück. Es ist auch egal ob man in einer Beziehung ist oder Single. Ich denke manche Erinnerungen oder Gedanken bleiben einfach. Das ist auch gut so. Weil man hatte eine Verbindung und die Erinnerungen bleiben. Auch wenn es vorbei ist.

Du glaubst gar nicht wie gerne ich das Wort "normal" in diesen Zusammenhang lese. Das wollte ich ja wissen. Danke

Zitat von FloraVita:
Wehmut (die ab und zu auftaucht) über den Verlust eines Lebensweges, der dir genommen wurde? Mit dem du deine Zukunft verbunden hast, deine Gefühle, Energie hast hineinfließen lassen.
Phantomschmerz?

Wehmut ist auch ein schönes Wort. Den Lebensweg habe ich mir früher tatsächlich anders vorgestellt, aber eben nicht nur meiner, sondern eben auch der gesamten Familie.

Zitat von Cagy:
Hallo Rheinländer
Wie kann ich das los werden? Geht das überhaupt?
Ich kenne das.

Ja.

>> Manchmal muss man Menschen aufgeben, nicht weil sie dir egal sind, sondern du ihnen.<<....

Jeglichen Kontakt, Erinnerungen, soziale Medien, Fotos.......LÖSCHEN.

Über die Familie meiner Ex und meine Kinder wird der Kontakt immer irgendwie bestehen bleiben.
Das Thema ist aber auch nicht meine Ex. Mit der bin ich zu 110% durch.

Zitat von Margerite:
Horch mal in dich hinein, vielleicht kannst du es identifizieren, obwohl das be manchen Gefühlen schwer einzuordnen ist.
Vielleicht bedauerst du dass sich ein Lebenstraum wie eine lebenslange Ehe nicht erfüllt haben? Vielleicht ist es auch schmachvoll, es nicht geschafft zu haben? Wut ist es nicht, Ärger auch nicht, richtige Trauer wohl auch nicht oder gar Schmerz. Oder doch Schmerz, wenn auch ein abgeschwächter?

Ich habe wirklich schon oft in mich hinein gehört, aber das Greifen ist ja so schwierig.
Das "Bedauern und die eigene persönliche Schmach" sind Dinge die bei mir auf jeden Fall mitschwingen.

x 1 #32


A


Lange her und doch manchmal noch spürbar

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Rheinländer
Hallo Scheol, werde mal auf ein paar Punkte von dir eingehen.

Zitat von Scheol:
Bist du gerade in einer Phase deines Lebens wo es etwas ruhiger zu geht oder gab es ein Ereignisse was dich belastet hat in den letzen 1-3 Jahren ?

Nein da ist nichts besonderes passiert. Habe meine Fragestellung schon sehr lange im Kopf,eben weil mir, ich nenn das jetzt auch mal Flashbacks, schon lange kommen.

Zitat von Scheol:
Zeit heilt nicht alle Wunden

Das weiß ich nur zu gut, passt aber zu diesem Thema bei mir nicht.

Zitat von Scheol:
Ein gutes soziales Umfeld ist wichtig für die Heilung.

2016-2018 Trennung Scheidung.

Wann kam die neue ?

Trennung 2014, Scheidung 2016, neue Partnerin 2018

Zitat von Scheol:
Das Gefühl gescheitert zu sein ?
Versagt zu haben ?
Das inzigartige verloren zu haben ?

Ich gehe bei allen drei Punkten mit, wenn du mit einzigartig die Familie meinst.

Zitat von Scheol:
Irgendwas ist da wo du den Deckel drauf gemacht hast.

Kann sein, dass das eine Ursache ist. Ich weiß aber nicht welchen Deckel ich wo drauf gemacht habe.

Zitat von Scheol:
Die Frau damals und das drum herum wurden idealisiert und als einzigartig bis ins hohe Alter , als unwiderruflich angesehen (?)

Ein Lebens Traum ist gescheitert ?

Gescheiterter Lebenstraum auf jeden Fall. Ich habe nicht geheiratet um mich scheiden zu lassen, aber wer hat das schon.

Zitat von Scheol:
Also war es eine sogenannte toxische Beziehung (?) die hinterlassen oft tiefe Spuren

Nein, die Ex Beziehung war nicht toxisch.

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Rheinländer
Zitat von Payne:
Meine Trennung ist ja nun auch mittlerweile einige Jahre her. Und ich kann es auch nicht richtig in Worte fassen oder erklären. Es ist ein sehr diffuses Gefühl. Eine Art Nachklang.
Keine wirklichen Emotionen oder irgendwas was ich richtig benennen könnte. Für mich nicht wirklich greifbar.
Ich glaub ich kann es am ehesten mit einer Narbe vergleichen. Man denkt nicht dran, sie ist gut und sauber verheilt. Sie tut nicht weh oder beeinträchtigt einen in irgendeiner Weise. Sie ist einfach nur da. Manchmal fällt der Blick drauf und dann wird man kurz dran erinnert.

Schön, dass ich nicht alleine bin. Ich denke manchmal, da läuft was schief bei mir im Hirn. Bin ganz bei dir. Danke dafür.

Zitat von Taja1976:
Er hat das Gefühl es nicht geschafft zu haben. Obwohl Er Sie nicht mehr liebt. Aber es war dieses miteinander wachsen. Heute sagt Er das Er ne schöne Zeit mit seiner Freundin hat, Sie auch liebt. Aber mit einer ganz anderen Vorstellung da ran gegangen ist, wie Damals bei seiner ersten Frau. Dieses Wachsen gibt es nicht mehr. Aber Er hat seinen Frieden damit geschlossen und akzeptiert diese Momente. Ich habe auch das Gefühl das es mir später auch so geht.

Klar ist die jetzige Partnerschaft eine ganz andere. Wir bauen kein gemeinsames Nest, wie beide haben jeweils Kinder und es sind andere Themen die uns verbinden.
Akzeptieren ist vielleicht ein Punkt für mich.

Zitat von J_Eulenspiegel:
Ich denke das hat etwas mit den Glücksgefühlen, was damals ausgelöst wurden, die haben dich so positiv geprägt, dass die immer noch präsent sind. Ist dabei etwas schlimmes? Genieße es doch, dass du das erleben durftest, viele andere haben das nicht erlebt.
Wenn du einen Gedanke "los" haben möchtest, dann kannst du versuchen diesen zu überschreiben.

Ich habe keine Glücksgefühle wenn ich an früher denke. Eine Ausnahme sind da meine Kinder und was ich mit ihnen erlebt habe.
Überschreiben brauch ich auch nichts und mache es auch nicht. Ich erlebe so viele tolle Sachen mit meiner Partnerin, die ich mit meiner Ex nie gemacht hätte.

Zitat von reader001:
bin zwar erst 1,5 Jahre getrennt aber kann mir trotzdem vorstellen was du meinst. Es ist ein ganzes Lebensgefühl, Werte die man hatte, Dinge an die man geglaubt hat, umfangreiche Verantwortung, vielfältige damit einhergehende Aufgaben. Ich war von meinem Familienleben völlig eingenommen und jetzt ist nichts mehr davon übrig. Auch in mir selbst ist vieles gestorben. Ich will es gar nicht vergessen und will 25 Jahre meines eigenen Lebens wertschätzen. Es ist traurig, dass es so endete und das wird immer traurig bleiben. Die Alternative wäre das große Vergessen. eine lebendige Erinnerung ohne Melancholie kann ich mir auch in der zukunft nicht vorstellen

Den ersten Teil deines Beitrages kann ich für mich ebenso sehen,ansonsten bevorzuge ich das große Vergessen und weniger Trauer. Da sind wir eben grundverschieden.

#34


Rheinländer
Zitat von Worrior:
Es wurde halt eine gewisse Identität um die Beziehung aufgebaut, die dann ruckartig wegbricht.

Das stimmt auf jeden Fall. Vielleicht ist das die Ursache für meinen persönlichen Nachhall.

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Rheinländer
Vielen Dank euch allen für eure Sichtweisen. Ich bin schon dankbar dafür mit diesem Thema nicht alleine zu sein und das hilft mir schon sehr.
Bei einigen Ansätzen von euch war ich direkt innerlich dabei und kurze Zeit später war mir dann doch klar, daß es das doch nicht so richtig beschreibt. Also auch hier wieder der Punkt es nicht richtig greifen zu können.
Ich habe aber viele Anregungen bekommen und werde diese für mich mal weiter durchdenken. Danke allen für die Anregungen und allen ein schönes Wochenende.

x 1 #36


S
@Rheinländer
Ist es auch eine Art von Machtlosigkeit? Jemand hat für dich entschieden wie dein weiteres Leben verläuft (zum Teil natürlich, aber einschneidend). Du hattest darauf keinen Einfluß und wurdest nicht gefragt (wenn ich das richtig interpretiere). Ich habe das Wort Trauma noch nie benutzt hier und es mag übertrieben sein, aber du wurdest getrennt. Und da du eher wie ein Gestalter wirkst hat es dir vielleicht die Grenzen deines Handelns aufgezeigt, was schon traumatisch sein kann (im laienhaften Verständnis). Du hast vertraut, du hast gegeben. Aber irgendwie ging die Rechnung nicht auf und dich hat das Leben in dem Punkt ein wenig zu tief enttäuscht. Eine tiefe Narbe, wie @Payne schrieb.

#37


Worrior
@Rheinländer
Jetzt hast Du ja eine tolle Partnerin die tolle Sachen mit Dir macht.
Eine Situation für die Viele dankbar wären.
Ich selbst habe da auch einen wundervollen Menschen.
Es ist eben eine ganz andere Art von Beziehung.
Einige würden sagen es ist eine Art Sonnenscheinbeziehung, die vielleicht dem übrigen Alltag nicht standhalten würde.
Vielleicht wäre das so, ich weiss es nicht.
Wir haben Bock uns zu sehen und unternehmen schöne Dinge.
Ich habe keinen Mangel, mir fehlt es an nichts außer dass wir uns recht selten sehen.
Mal ist sie bei mir, mal bin ich bei ihr.
Das körperliche passt auch wir haben viel Freude daran.
Es ist eben anders aber keinesfalls schlechter, mir bleibt genug Zeit für mich selbst und meine Spinnereien.
Dafür bin ich einfach mal dankbar und sehe es als großes Geschenk.
Es gab eine Zeit wo ich nicht annähernd daran gedacht hätte dass sich mein Leben so positiv entwickelt.
Dafür bin ich einfach mal dankbar.
Sie gibt mir einen Platz in ihrem Leben wo ich Mann sein kann, ich ihr einen wo sie Frau sein kann.
Sie ist sehr selbstbewusst und weiss was sie will und findet bei mir einen Ort wo sie sich auch mal zurücklehnen kann.
Das Leben ist gut, was ist schon 100%ig perfekt?

#38