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Lange her und doch manchmal noch spürbar

Rheinländer
Hallo zusammen,
Zitat von ImErnst12:
Denk mal darüber nach, ob es wirklich nur das Thema Ex-Frau ist oder ob es auch bei anderen Themen, Geschichten, Vergangenheit spürbar ist.

Ich habe auf diese Fragen bereits geantwortet.....
Zitat:
Wenn ich z.B. an den Tod meiner Eltern denke, werde ich traurig. Dieses Gefühl kann ich aber gut greifen, zulassen und auch wieder gehen lassen. Bezüglich der Scheidung fällt es mir einfach schwer die Gefühle einzuordnen.

Zitat:
Wenn ich diese Flashbacks habe so wie du es schreibst, denke ich auch nicht an den Schmerz der Trennung den ich früher hatte, sondern eher an die Institution Ehe und an die Dinge die sich bis heute in der Familie dadurch geändert haben.

.....und kann dem auch nichts hinzufügen.

Zitat von So-What:
Diese Ehe ist Teil Deines Lebens, die Kinder daraus sowieso und sie verbinden halt nun mal. Sie waren eine bewusste und zu dieser Zeit richtig Entscheidung. Diese Ehe hatte vermutlich viele gute Gründe. Warum will man diese Erinnerungen auslöschen? Toxisch war es nicht, sagst Du. Warum dann so rigoros?

Auch hier.
Zitat:
Bis auf meine Kinder fällt es mir sehr schwer positive starke Erinnerungen an meine Ehe und da eben speziell an die Ex zuzulassen.

Zitat:
ansonsten bevorzuge ich das große Vergessen und weniger Trauer.

Einfach weil es mir besser damit geht. Hier geht eben jeder seinen eigenen Weg.
Ich lasse die Vergangenheit eben gerne Vergangenheit sein und das gerne bei Angelegenheiten die mir unter dem Strich nicht gut getan haben. An schöne Dinge erinnere ich mich aber total gerne zurück, auch wenn Sie ein schmerzliches Ende hatten.
Wenn ich zum Beispiel an meine Eltern denke, ist die Trauer sehr groß. Trotz des Schmerzes durch ihren Tod, denke ich gerne zurück an beide und an all das was wir erlebt haben.

Zitat von Taleja:
Und trotzdem bin ich manchmal kurz traurig, wenn ich an früher denke. Vielleicht darüber, dass der Lebensplan den wir hatten ( so dachte ich zumindest) nicht funktioniert hat. Es tut mir für unsere Kinder wahnsinnig leid, dass es keine heile Familie mehr gibt, die zusammen hält.

@Taleja
Ich habe damals deine Geschichte mitverfolgt und finde es interessant, dass du heute auch diese "Flashbacks" hast, bei denen Ex als Person keine Rolle spielt.
Würdest du diese Gedankengänge am liebsten auch gerne vermeiden, oder hast du das Gefühl, dass die zu deinem Leben dazu gehören und die dürfen gerne bzw. müssen bleiben?
Wenn du wählen dürftest, diese Gedanken "Flashbacks" zukünftig und für alle Zeit auszuschalten, würdest du es tun?
Was sind die Beweggründe für deine Entscheidung?
Ich bin gespannt🙂

Ich werde sie wohl nicht los, lasse aber zukünftig die Regenwolke weiter ziehen und wenn es geht, schenke ich ihr keine Bedeutung.

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So-What
Zitat von Rheinländer:
Einfach weil es mir besser damit geht. Hier geht eben jeder seinen eigenen Weg.

Ich verstehe das schon. Aber ich denke eben, dass hier der Hund begraben ist.

Nicht, dass das schlimm, falsch oder verwerflich ist. Du bist durch, das glaube ich Dir schon, wunderst Dich nur über manchmal seltsame Gefühle vom großen Ganzen. Und daher rührt ja Deine Frage.
Meine Meinung ist eben, dass Du mit irgendwas Deinen Frieden nicht gemacht hast. Du kannst nicht neutral oder gleichgültig zurückblicken. Hast entweder Deiner Ex oder Dir selbst irgendwas nicht verziehen. Musst Du nicht, aber Dein Unterbewusstsein erinnert sich daran in manchen Momenten. Das kannst Du nicht austricksen. Dann wirst Du damit leben müssen. Deshalb musst Du nicht Kaffee trinken mit ihr oder gar befreundet sein. Aber neutral sein halt. Es war eben wies war. Es bzw. Sie gehört zu Dir und dem Mensch, der Du heute bist.

Nur meine persönliche Meinung. Ich lebe auch nicht in der Vergangenheit. Aber sie triggert mich auch nicht. Nichts daran. Ich bin auch geschieden und wurde betrogen. Ich kann sachlich darüber nachdenken oder reden ohne das Gefühl zu bekommen, ich müsste die Gedanken beiseite schieben. So ist es mit guten Momenten, wie auch mit schlechten.

Für mich würde übrigens auch kein Partner ins Haus kommen, der nicht seinen Frieden mit der Vergangenheit gemacht hat. Oder gar einen Groll auf irgendwelche Ex-Partner hegt. Ich finde - wieder meine persönliche Meinung - das würde damit irgendwas in meine Richtung blockieren.

x 3 #62


A


Lange her und doch manchmal noch spürbar

x 3


N
Hallo @Rheinländer, Du schreibst mir aus der Seele. Habe die gleichen Gedanken und Gefühle, immer wieder mal. Die Trennung war 2015, Scheidung zwei Jahre danach. Die Trennung ging von mir aus, wobei er sie stark forciert und manipuliert hat.
Trotzdem kommen, wie Du schreibst, immer mal wieder kleine Stiche ins Herz. Der Traum ist geplatzt und alles was drum und dran hing.
Die Trennung war für mich richtig und bereue ich auch nicht. Aber trotzdem falle ich manchmal in melancholische Momente und blicke zurück.
Wir haben zwei tolle erwachsene Kinder, aber die Familie wie sie mal war, gibt es nicht mehr und auch die Beziehung, wie sie mal war, gab es lange zuvor schon nicht mehr. Ich denke diese Trauer wird mich immer ein bisschen begleiten.
Aber ich sehe es auch realistisch, ich wollte ihn nie wieder zurück haben. Bin seit langem in neuer Beziehung und es ist gut so , wie es ist.

x 2 #63


Taleja
Zitat von Rheinländer:
Ich habe damals deine Geschichte mitverfolgt und finde es interessant, dass du heute auch diese "Flashbacks" hast, bei denen Ex als Person keine Rolle spielt.
Würdest du diese Gedankengänge am liebsten auch gerne vermeiden, oder hast du das Gefühl, dass die zu deinem Leben dazu gehören und die dürfen gerne bzw. müssen bleiben?
Wenn du wählen dürftest, diese Gedanken "Flashbacks" zukünftig und für alle Zeit auszuschalten, würdest du es tun?
Was sind die Beweggründe für deine Entscheidung?
Ich bin gespannt

Das ist tatsächlich eine gute Frage.

Ich glaube es kommt darauf, wie es mir im Allgemeinen gerade geht.
Wenn es mir gut geht, kann ich mit solchen Flashbacks eindeutig besser umgehen als in Situationen, in denen ich eh schon angeschlagen bin.

Geht es mir gut, sehe ich es einfach als eine Erinnerung, egal ob gut oder schlecht und die gehören nun mal zum Leben und haben auch ein Stück weit dazu geführt, dass ich jetzt so bin wie ich bin.

Wenn ich aber gerade mehr als genug Probleme habe oder es mir schlecht geht, würde ich auf Flashbacks gern verzichten. Denn dann könnten sie mich runterziehen, egal ob es gute oder schlechte sind. Negative können die aktuelle Situation dann noch schwerer erscheinen lassen, nach dem Motto, dass man ja immer nur Probleme hatte. Positive könnten dazu führen, dass ich traurig werde, weil ich gerade nichts Gutes sehen kann.

Wobei ich sagen muss, dass das für mich wirklich nur graue Theorie ist.
Ich weiß ja, dass ich das Ganze nicht abschalten kann.
Zum Glück bin ich im Großen und Ganzen ein sehr positiver Mensch und lasse mich nicht so schnell unterkriegen. Auch an schlechten Tagen finde ich fast immer etwas, worüber ich lächeln kann.

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Balu85
Zitat von Rheinländer:
Deshalb meine Frage an euch: Geht es euch vielleicht ähnlich? Kennt ihr das, dass euch bestimmte Zeiten oder Erinnerungen an die Ehe auch nach vielen Jahren noch emotional bewegt, obwohl ihr längst weitergezogen seid und euer Leben sich gut entwickelt hat? Und wenn ja, wie geht ihr damit um?

Interessantes Thema...also die offizielle Trennung ist ja erst öhm...etwas über 3 Jahre her. Und um Gottes Willen ich möchte sie nicht mehr an meiner Seite haben. Ob sich mein Leben gut entwickelt hat...hm...keine Ahnung, hätte vermutlich schlimmer kommen können. Aber ja ich kenne diese Momente. Ich denke aber das liegt weniger an ihr als Person sondern an diesem verlorenen Konstrukt. Der Einheit als Familie, die so nicht mehr existiert. Und das fühlt sich gerade auch in Bezug auf undere Tochter halt irgendwie falsch an. Es gibt nichts was ich wirklich an ihr vermisse. Und dennoch gibt es da manchmal so Momente (ein Song z.B.) was mich ein wenig triggert und mich daran erinnert und ich hab dabei gelegentlich das Gefühl als wäre mit ihr etwas in mir gegangen...übrig blieb verbrannte Erde im Luftleeren Raum. Ich kann nicht einmal genau sagen ob und wenn ja was ich da fühle. Wehmut ist es nicht, Traurigkeit bezüglich ihr auch nicht. Ich denke es ist einfach eine gewisse Schwere. Aber dieses Gefühl hatte ich ja z.T. schon die letzten Jahre der Beziehung.
Was ich da mache....tja, das gleiche wir immer. Ich bring mich auf andere Gedanken. Spiele Gitarre, überdenke Projekte, knuddel mit dem Kater oder sonst etwas.
Bis zur Trennung war ich der felsenfesten Überzeugung, das wir es hätten schaffen können. Inzwischen frage ich mich was mich damals zu diesem Gedanken bewogen hat.

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Worrior
Zitat von Balu85:
Bis zur Trennung war ich der felsenfesten Überzeugung, das wir es hätten schaffen können. Inzwischen frage ich mich was mich damals zu diesem Gedanken bewogen hat.

Mit den heutigen Erkenntnissen wäre wohl ich es gewesen der sich getrennt hätte, schon weitaus früher.
Was solls, es ist vorbei, keinesfalls möchte ich so etwas noch mal erleben.

x 2 #66