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Lange her und doch manchmal noch spürbar

mokka_23
@Rheinländer Vielleicht bist du über dich selbst enttäuscht? Ich habe immer um die Beziehung und die Familie gekämpft, bis ich keine Energie mehr hatte, die Beziehung ein weiteres Mal zu beleben. Ich habe deshalb inzwischen ein gutes Gefühl, weil ich weiss, dass ich immer versucht habe mein Vestes zu geben, ehrlich und loyal zu sein. Im Streit war ich manchmal abwertend, habe mich aber dafür entschuldigt. Rückblickend sehe ich es inzwischen so, dass ich etwas versucht habe zusammen zu halten, was von Beginn an einen Baufehler hatte.

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Worrior
Zitat von mokka_23:
Ich habe immer um die Beziehung und die Familie gekämpft, bis ich keine Energie mehr hatte, die Beziehung ein weiteres Mal zu beleben. Ich habe deshalb inzwischen ein gutes Gefühl, weil ich weiss, dass ich immer versucht habe mein Vestes zu geben, ehrlich und loyal zu sein.

Es zeigt wer Du bist und was Du bist und das ist vollkommen ok.

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A


Lange her und doch manchmal noch spürbar

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Rheinländer
Hallo Scheol,

Zitat von Scheol:
Du wolltest DIE richtige heirateten ,…. Und eben nur einmal ! Weil nochmals SO lieben tut man nicht …..Und bist von dir enttäuscht das du die falsche Auswahl getroffen hast aus deiner Perspektive.

Das du deswegen deinen Lebenstraum nicht halten , nicht erfüllen konntest

Das kommt dem wie ich fühle sehr nah, obwohl mir mein Ratio sagt, dass ich nur mit dieser Ex eben auch diese Kinder bekommen habe.
Aber ja, ich habe letztendlich die falsche Auswahl getroffen, weil ich exakt die richtige heiraten wollte.
Bezüglich Liebe, nochmals so lieben tue ich nicht, es ist eine andere Liebe, aber nicht besser, oder schlechter, sondern nur anders.
Wir werden keine Familie gründen und uns kein Nest für eben diese bauen.
Wir werden eventuell nur mal ein Nest für uns bauen. Mal schauen was die Zeit bringt.

Und ja, meinen Lebenstraum konnte ich mir nicht erfüllen.

Vielleicht ist es einfach so banal, dass mir das irgendwie nachhängt und ich deshalb ab und an daran zurück denke, obwohl ich es nicht will.

In dem Zusammenhang musste ich jetzt lachen, weil ich an den rosa Elefanten von @hotte gedacht habe.

Ich werde jetzt einfach mal versuchen wenn es wieder einmal soweit ist, nicht weiter drüber nachzudenken und es wie eine dunkle Wolke einfach weiterziehen zu lassen.

Ihr habt mir alle mit euren Denkansätzen sehr geholfen. Danke euch allen.

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alleswirdbesser
@Rheinländer ich kenne das auch so ähnlich, was du beschreibst. Ich erkläre es damit, dass ich mit der Trennung in 2018 mein Lebenskonzept Familie verloren habe. Zwar habe ich natürlich meine Familie, meine Kinder, meine Eltern, aber eben der Kern „Papa, Mama, Kinder“ ist zerbrochen. Mein Leben heute ist nun mal anders, die Partnerschaft ist eine andere, aber das passt aktuell zu mir. Zurück will ich ihn auf keinen Fall und dennoch ist ein Stück der alten Vertrautheit noch da, wir haben ja Kinder zusammen.

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alleswirdbesser
Vermutlich durch diesen Thread aufgewühlt hatte ich heute einen Traum oder Alptraum, wie man es nimmt. Ich träumte echt davon wie der Exmann zu mir zurück kam, allerdings damals, als die Kinder noch klein waren. Um nach kurzer Zeit wieder abzuhauen, natürlich wegen einer anderen. Diesmal habe ich ihn voll ausgequatscht, wollte das Handy sehen, wann sie angefangen haben zu schreiben, wo kennengelernt usw. Irgendwann war ich wach und das Gefühl des Verrats noch kurz präsent. Tja mein Unterbewusstsein spielt Spielchen und vergisst wohl nichts. Diese Erleichterung, dass man geträumt hat… Ich glaube ich könnte nie damit klarkommen betrogen worden zu sein, ich meine mit dem Menschen weiter zusammen leben. Das ist eine unverrückbare Grenze.

x 4 #50


M
Zitat von Rheinländer:
Aber ja, ich habe letztendlich die falsche Auswahl getroffen, weil ich exakt die richtige heiraten wollte.

Da bin ich hängengeblieben. Du liest dich immer reflektiert und schlau, aber das scheint mir ein Denkfehler.

Mit dem Satz blendest du einen so langen Zeitraum von 30 Jahren aus, in denen sich *alle* Menschen verändern. Deine Ex genauso wie du. Manchmal zueinander hin, manchmal parallel, manchmal voneinander weg.

Könnte es nicht sein, dass du - damals - die genau richtige geheiratet hast? Und 30 Jahre später war sie das nicht mehr (schon allein deswegen, weil sie sich trennt)?

Für mich klingt das etwas nach kognitiver Dissonanz, hast du darüber mal nachgedacht? Deine Ex ist dir egal, deine Familie liebst du, deine Kinder, deine Partnerin. Deine Kinder werden immer ein "Zeugnis" deiner Familie mit der Ex sein, aber ihren Platz negierst du: Für dich gibt es nichts Positives in der Zeit der Ehe. Das widerspricht sich schon beim ersten Lesen: die Kinder sind etwas Positives.

Vielleicht könntest du das seltene Hadern in dir beenden, wenn du dir dieser Dissonanz bewusst wirst und der Ex ihre Zeit in deiner früheren Familie und Euch als Familie auch gute Erinnerungen zugestehst. (Nur ein Gedanke, ich mag falsch liegen, mir hat der geholfen, meine Gefühle zu sortieren.)

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mokka_23
@Maribelle @Rheinländer Ich glaube, wenn Traurigkeit plötzlich so aufpoppt, dann ist etwas nicht ganz verheilt/verstanden worden. Ich glaube, es geht weniger darum, ob sie nun die "richtige" war oder nicht, sondern wie due Trennung und nit ihr auch die Verletzungen, die innerhalb der Beziehung passierten, verarbeitet worden sind.

x 1 #52


Rheinländer
Liebe @alleswirdbesser

Zitat von alleswirdbesser:
Vermutlich durch diesen Thread aufgewühlt hatte ich heute einen Traum oder Alptraum, wie man es nimmt

Das tut mir sehr leid. Gott sei Dank bist du aufgewacht und hast gemerkt, dass es nur ein Traum war.

Zitat von Maribelle:
Nur ein Gedanke, ich mag falsch liegen, mir hat der geholfen, meine Gefühle zu sortieren.

Hallo Maribelle,

ich finde nicht, dass es eine Frage von falsch oder richtig ist. Jeder hat eben seinen eigenen Weg, mit seinem persönlichen Schicksal klar zu kommen.
Ich bin mit meinem Weg sehr zufrieden und würde es immer wieder so machen.
Liebe meine Kinder und alles um mich herum und blende Ex Frau so gut es gut aus.
Jetzt ist sie eben zukünftig bei Flashbacks nur noch die Regenwolke die ich an mir vorüber ziehen lasse. Mit gefällt dieser Gedanke sehr, denn ich möchte keinerlei Energie an Ex verschwenden. Das Thema ist durch.
Danke dir für deine Rückmeldung.

x 2 #53


alleswirdbesser
Zitat von Rheinländer:
Das tut mir sehr leid

Du meinst weil mich dein Thread so triggerte? Nein, nein, alles gut, ich ertappe mich ja selbst immer wieder bei den Gedanken, wie sie dir kommen, zumindest ähnlich. Es ist eher ein Gefühl, was aber nicht lange verweilt. Am Wochenende hatten wir so viel miteinander zu tun wie glaub ich seit der Trennung nicht (was die Dauer in Präsenz angeht), zumindest war es ein Grund zum Feiern und der Ex hat sich nicht gedrückt, mein Freund, meine Eltern und die Kinder waren dabei. Das war definitiv was besonderes und vor 6 bis 8 Jahren absolut undenkbar. Es ist auch schön zu merken, dass man ganz friedlich nebeneinander sitzen kann und kein Wort zur Vergangenheit sagen. Es war außerdem in der Halle, in der wir vor etwa 25 Jahren auf einem Konzert waren, ob er das noch wusste, habe ich nicht gefragt 😁

x 1 #54


M
Zitat von mokka_23:
dann ist etwas nicht ganz verheilt/verstanden

Ja, dem stimme ich zu. Ich finde den Satz "Gefühle müssen gefühlt werden" nicht für alle Lagen geeignet, aber war bei mir es so. Ich war recht zügig über den Ex als Mann weg, damit auch über die Trennung, dachte ich. Ähnliches Zeitfenster: 1 Jahr nach der Trennung ging's mir gut, die Scheidung nach 1,5 Jahren war ein formaler Akt, 2 Jahre danach neue Partnerschaft.
Woher also diese diffusen Gefühle, die eher mehr als weniger wurden?
Erst Ende letztes Jahr ist mir bewusst geworden, dass ich mir zwar nach der Trennung verschiedenste Gefühle über den "Verlust meines Ex" zugestanden hab, plus Sehnsucht nach der Familie, aber nie Traurigkeit, dass ein so langes, wichtiges und oft auch gutes Kapitel meines Lebens beendet ist. Und die Dissonanz auszuhalten, dass der Ex, der mir fremd ist, in diesem Kapitel wichtig war und es ohne ihn das nicht gegeben hätte. Bei mir ist das diffuse Gefühl seitdem weg, bin gespannt, ob es dabei bleibt.

x 1 #55


Taleja
Ich kenne sie auch, diese traurigen Momente und ich kann mir mit meinem Ex auch gar nichts mehr vorstellen.

Und trotzdem bin ich manchmal kurz traurig, wenn ich an früher denke. Vielleicht darüber, dass der Lebensplan den wir hatten ( so dachte ich zumindest) nicht funktioniert hat. Es tut mir für unsere Kinder wahnsinnig leid, dass es keine heile Familie mehr gibt, die zusammen hält.
Manchmal fehlt mir vielleicht mein altes Leben, der Wohnort, der Bekanntenkreis, irgendwie das Abehbare/ Planbare, eine gewisse Verlässlichkeit / Gewohnheit, was den Alltag angeht. Manches war wohl leichter. Das hat aber alles nichts mit dem Mann zu tun, denn den vermisse ich nicht.

Wenn ich solche traurigen Momente habe, schaue ich darauf, wie es mir jetzt geht, wieviel ich geschafft habe. Ich habe gelernt, wie stark ich sein kann und habe endlich sowas wie ein Selbstwertgefühl entwickelt. Ich weiß was ich möchte, aber vor allem was ich nicht mehr möchte. Und das alles ist prima!

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MissLilly
Zitat von Rheinländer:
Wie kann ich das los werden?

Am besten gar nicht, wenn du mich fragst Zwinkerndes Gesicht

Zitat von Rheinländer:
Geht das überhaupt?


Ja sicher geht das, aber ich denke für Menschen wie dich (und mich) geht das nicht wirklich ..und wenn doch, dann wirst in diesem Leben kein Nest mehr für zwei bauen. Ich finde du solltest es bauen, damit du eines Tages endgütig und selig feststellen kannst, dass es nichts zu bereuen gibt:-)

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I
Zitat von Rheinländer:
Hallo zusammen, ich habe lange überlegt, ob ich dieses Thema eröffnen soll, aber vielleicht geht es ja nicht nur mir so und ich bin gespannt, wie eure Erfahrungen dazu sind. Meine Trennung liegt mittlerweile viele Jahre zurück. Getrennt wurde ich im Oktober 2014, die Scheidung war dann 2016. Die Zeit dazwischen war ...

Ich kenne dieses Gefühl und habe es selber auch des Öfteren. Ich glaube dir, dass es indirekt etwas mit deiner Ex-Frau zu tun hat aber dennoch ist es ein Stück Geschichte. Das es gescheitert ist, macht deine Erinnerung an die Geschichte auch etwas schmerzhaft. Denk mal darüber nach, ob es wirklich nur das Thema Ex-Frau ist oder ob es auch bei anderen Themen, Geschichten, Vergangenheit spürbar ist.

Hier ein Bsp. Ich habe vor ein paar Monaten eine alte Kiste mit Spielzeug aus meiner Kindheit erhalten. Eine Kiste die tief auf dem Dachboden meiner Eltern vergraben war. Ich wusste nichts mehr davon, als ich jedoch die Sachen gesehen habe und in den Händen hielt, hat sich ein wirklich trauriges Gefühl in mir verbreitet. Ich wusste selber nicht warum. Vielleicht war es eine Erinnerung an eine wunderschöne Kindheit, aber warum machte es mich traurig? Ich glaube, es war eine Erinnerung an eine unbeschwerte Zeit, an eine Zeit der Leichtigkeit, eine Zeit in der die wichtigsten Menschen meine Eltern waren, ohne Beziehungskrisen die noch auf mich zukommen würden.

Ich habe dieses Gefühl, welches du beschreibst auch bei anderen Dingen. Es ist ein Stück deiner Vergangenheit, welche dir noch bewusst ist und eine Emotion hervorruft. Ich nenne das sehr gesund, denn du ignorierst diese Geschichte nicht oder verdrängst sie sondern bist in der Lage Ihr eine Emotion zuzuschreiben. Auch wenn man geheilt ist, können Erinnerungen Traurigkeit hervorrufen.

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I
Zitat von ImErnst12:
Ich kenne dieses Gefühl und habe es selber auch des Öfteren. Ich glaube dir, dass es indirekt etwas mit deiner Ex-Frau zu tun hat aber dennoch ist es ein Stück Geschichte. Das es gescheitert ist, macht deine Erinnerung an die Geschichte auch etwas schmerzhaft. Denk mal darüber nach, ob es wirklich nur das Thema ...

Da fällt mir noch ein schönes Zitat ein "Narben spürt man manchmal bei Wetterumschwüngen"

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So-What
Zitat von Rheinländer:
Ich möchte am liebsten auf gar nichts zurück blicken und deshalb irritieren mich diese Flashbacks ja auch.

Ich halte diese Aussage für den springenden Punkt.

Wieso? Diese Ehe ist Teil Deines Lebens, die Kinder daraus sowieso und sie verbinden halt nun mal. Sie waren eine bewusste und zu dieser Zeit richtig Entscheidung. Diese Ehe hatte vermutlich viele gute Gründe. Warum will man diese Erinnerungen auslöschen? Toxisch war es nicht, sagst Du. Warum dann so rigoros?

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A


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