Zitat von Blind-Meg: Mir wurde das über die letzten Jahre auch bewusst, und seither treffe ich einige Entschiedungen anders. Weniger ängstlich, und weniger sparsam.
Viele Jahre habe ich von Florida geträumt, "Da möchte ich nochmal hin". Und irgendwann dachte ich " Du wirst nicht klüger, mutiger und wendiger, auf was wartest eu da eigentlich?" Und dann habe ich gebucht. Ich hatte ganz schön Angst, allein mit Kind eine Fernreise zu machen, aber ich habe es gemacht. Seitdem ist ein bisschen der Knoten geplatzt. Wenn ich etwas machen möchte, fange ich möglichst bald damit an. Nächstes Jahr gehe ich tauchen. Das 1. Mal im Leben. Mit 44.
Auch meine Scheidung war im Grunde Teil dieses Prozesses. Noch mehr Jahre wolöte ich nicht damit verbringen, zu versuchen eine Beziehung zu stabilisieren, die mein Exmann längst verlassen hatte. So sehe ich das heute. Er ist zuerst gegangen.
Und seit diesem langsamen Wandel ist mir Geld weniger wichtig. Leben kostet Geld, und gut leben kostet mehr Geld. Ich möchte aber gut leben. Das ist es mir wert.
So werde ich meiner Tochter in 2 Jahren ein Auslandsjahr ermöglichen, trotz "alleinerziehend" (deren ist inzwischen tot). Wenn sie möchte, auch die teuerste Variante, Großstadt in Australien. Ich hab mich damals nicht getraut. Und sie soll früh im Leben mitnehmen, was geht. Nicht mit 44 tauchen lernen, sondern mit 15. Damit wie nachher mehr Zeit hat, das zu wiederholen, wenn es ihr gefällt. Oder mehr Zeit, was anderes auszuprobieren.
So viele Jahre, in denen ich halbwegs gesund bin, bleiben mir nicht mehr. Und es gibt noch so viele Achterbahnen auf der Welt, die ich noch nicht kenne. Also packen wirs an.
Mir geht es auch so. Meine savings sowie meine Sparrate waren bei geringerem Einkommen höher als heute. Heute gebe ich viel mehr aus, auch bewusster. Obwohl ich viel arbeite, mache ich auch viel. Höre öfters, dass ich sehr viel mit den kids mache (finde ich nicht ganz so). Daher nun aktiver leben.
Da wir beide nahezu gleich alt sind: Das Alter ist auch ein dominanter Faktor. Ich denke mir oft, wie ich manche Aktivitäten machen würde, wenn ich älter bin. Ich weiß nur: Einiges davon wäre sauschwer und mit Sicherheit eine Qual für mich, wenn ich körperliche Einschränkungen haben werde.
Ergo: Lebe heute (aber nicht mit TikTok, Facebook und Co, außer sie dienen dem aktiven Austausch und der Informationsgewinnung sowie Unterhaltung in Maßen)
. PS: Ein weiterer Motivationsfaktor ist ja, dass man bis zu 15 Jahre länger arbeiten darf (zB Frau vor einigen Jahren in Ö mit 55 in Pension (=Rente), in 15 Jahren dann mit 70; Männer im Schnitt mit 59 Jahren in Pension in Ö, dann mit 70 oder auch mehr) und zusätzlich mehr zum Staat beitragen darf, da die Pension trotz längerer Arbeitsdauer wesentlich geringer sein wird als heute (wie gesagt: ich spreche die paradiesische Situation in Ö an, die die heutigen Pensionisten erfahren => keine Sorge, das schätzt fast keiner von denen).